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Berliner Vereinsbote · 1897-05-14 · Heft 20 (14.5.1897) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 20 (14.5.1897)
Date
1897-05-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Diese Versammlung soll eine wissenschaftliche Sitzungsfeier sein, in welcher Kollege Auerbach Thesen seines früheren Vorträges über ״Die allgemeine Volksschule“ zur Diskussion stellen wird. Das 25jährige Jubiläum des Reichenheimschen Waisenhauses vereinigte gestern die Freunde und Förderer der segensreichen Anstalt und deren Leiter nnd Pfleglinge zu einer würdigen Feier. Die Turnhalle der Anstalt war durch Teppiche, Fahnen und Pflänzenschmuck in einen Festsaal verwandelt, aas einem schönen Palmenarrangement blickten die Büsten der drei Kaiser, über denen, umkränzt mit jungem Grün, das Bild des Stifters des Instituts angebracht war. Auf einem geräumigen Podium hatten zu beiden Seiten des Rednerpultes, mit Blumensträussen geschmückt, die 75 Knaben und Mädchen Aufstellung genommen, welche augenblicklich die Wohlthaten ^der Anstalt gemessen, zahlreiche ehemalige Zöglinge sassen inmitten der übrigen Festteilnehmer. Die Vorstandsbehörden der jüdisehen Gemeinde hatten Vertreter entsendet, Rabbiner Dr. Maybaum war mit mehreren anderen Geistlichen erschienen, die ehemaligen Kuratoren der Anstalt waren durch Geh. Kommerzienrat Herz und Direktor Hermann vertreten, ferner bemerkte man den Stadtrat Weigert und Universitätsprofessor Wolff. — Nachdem die Zöglinge einen Psalm zur Eröffnung der Feier gesungen hatten, hielt Geh. San.-Rat Dr. Boas im Namen des Kuratoriums der Anstalt eine Ansprache, in welcher er der Stifter Moritz und Sarah Reichenheim mit dankbaren Worten gedachte. Der Redner führte aus, welchen Segen jenes edel gesinnte Ehepaar durch die Stiftung der Anstalt ausgestreut habe, die bestimmt sei, den Waisenkindern das Elternhaus soweit als möglich zu ersetzen, und die alljährlich eine grosse Zah^ von Zöglingen männlichen und weiblichen Geschlechts habe entlassen können, die als charakterfeste und ehrenhafte Glieder der menschlichen Gesellschaft der Anstalt Ehre machen. Zum Schluss wandte sich Geh,-Rat Boas ״an die lieben kleinen Freunde, die noch unter dem schützenden Dach des Hauses weilen“, und ermahnte sie, durch Fleiss und gutes Betragen das Andenken ihrer Wohlthäter zu ehren. Der Direktor des Waisenhauses, Dr. Jutrosinski, erstattete darauf einen Rechenschaftsbericht über das zurückgelegte Vierteljahrhundert. (S. Leitartikel.) Mit herzlichen Dankesworten und Segenswünschen für alle Förderer der humanitären Bestrebungen des Waisenhauses schloss Dr. Jutrosinski seine Rede. Als Vorsitzender des Repräsentanten-Kollegiums der jüdischen Gemeinde sprach Herr Hermann Landsberger dem Vorredner die wärmste Anerkennung der Gemeindebehörden aus, in deren,Namsn er dem Direktor eine Erinnerungsgabe überreichte. Herr Landsberger gedachte ferner der verstorbenen Gattin Dr. Jutrosinskis, die sich an dem Liebeswerk der Waisenpflege in hingehendster Weise beteiligt hatte, und gab der Genugthuung darüber Ausdruck, dass das Beispiel des Reichenheimschen Ehepaars nicht ohne Nacheiferung geblieben sei, denn auch in neuerer Zeit sorgen mit Glücksgütern gesegnete Gemeindemitglieder in der glänzendsten Art für die Waisen. Dieser Rede folgte eine kurze Ansprache des Arztes Dr. Rosenberg, eines ehemaligen Zöglings des Reichen heimschen Waisenhauses, der im Namen aller früheren und jetzigen Zöglinge herzlichsten Dank abstatte. In tiefer Bewegung erwiderte Direktor Jutrosinski den beiden Rednern. Zum Schluss beglückwünschte im Namen der Rudolf Mosseschen Erziehungsanstalt deren Direktor, Dr. Heinitz, die Schwesteranstalt. Ein neues Institut, das reichen Segen für zahlreiche arme Familien unserer Glaubensgenossen verheisst, ist mit Beginn dieses Monats eröffnet worden. Das jüdische Kinderheim. In einer Gegend, in der sich die arme jüdische Bevölkenmg zusammengedrängt, (Keibelstrasse 40) hat der Verein ״Jüdisches Kinderheim“ sowohl einen Kindergarten wie einen Kinderhort begründet; im ersteren finden jüdische Kinder Aufnahme, deren Eltern den Kleinen FirmPn-SrhllHpr Eyrich, Metall-, Holzu. Glas-Buchstaben A־*־ -*•-»■■*■V/Xl uvimuui!״uisonufe* 1». HoflieferanteD-lappefl- ADSstellnMs-ledaüleo. Fahrräder jeder Arr, erstklassige Maschinen üefert spottbillig, Theilzahlung gestattet, die Fabrikniederlage der Excelsior Fahrrad-Werke. Berlin N., Kleine Hamburgerstr 16. כשר Fleisch, Wurstwaaren, Geflügel empfiehlt in vorzüglicher Qualiiät zu folgenden Preisen: Suppenfleisch p. Pfd v. 65—70 Pf., Schieres Fleisch p. ״ zu u0 ״ Wurf' wenp. Pf. v.0,80bis M. 1.40. Gillis, Central-Markthallestand 173. Von heute an: unter Aufsicht des Rabbinats der jüdischen Gemeinde. Oscar Overholthaus. Lager u.Verksufssaal Wilhelm Strasse 10. M Fabrik: Wilhelmstr. 124, früher Admiralstrasse. 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