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Berliner Vereinsbote · 1897-05-07 · Heft 19 (7.5.1897) · page 5

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 19 (7.5.1897)
Date
1897-05-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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J MT Caf6 Austria -WM Oranienburgerstr. 92 (am Hakeschen Markt) angenehmster Aufenthalt, speciell für Familien. I. Etage: Billard-Salon — Gute Getränke — Aufmerksame Bedienung. ” ” ־ ’ " M. Eglhofer. Um zahlreichen Besuch bittet Berlin. Aus Eberswalde wird geschrieben: Antisemit!־ sehe Schülerneckereien bildeten den Gegenstand einer Verhandlung in der einen Sitzung des Schöffengerichtes. Im November v. J. bemerkte der Kaufmann Wolf Hendel, dass sein kleiner Sohn Georg, der die unterste Vorschulklasse am Eberswalder Gymnasium besuchte, auffallend missmutig sei. Nach dem Grunde gefragt, erzählte Georg, dass er wegen seines mosaischen Glaubens von anderen Schülern gehänselt und mit antisemitischen Spottreden verfolgt werde; besonders hervorgethan bei diesen Verhöhnungen hat sich der vierzehnjährige Sekundaner Fritz Gerhard. Hendel begab sich nicht zum Direktor des Gymnasiums, der ohne Zweifel Abhilfe geschaffen hätte, sondern glaubte die Saclie besser zu erledigen und dem Schüler eine Rüge von seiten der Schule zu ersparen, wenn er selber mit ihm verhandelte. Er suchte ihn deshalb in seiner Pension auf und stellte ihn zur Rede. Fritz Gerhard stritt aber alles ab und rief schliesslich: ״Das ist alles nicht wahr, Sie lügen!“ Darauf antwortete Hendel nichts weiter, sondern versetzte ihm ein paar derbe Ohrfeigen und entfernte sich. Der Vater des geschlagenen, Arzt Dr. Gerhard in Angermünde, stellte nun Strafantrag gegen Hendel wegen körperlicher Misshandlung. Nachträgliche Ermittelung des Gymnasialdirektors Dr. Klein haben ergeben, dass der kleine Hendel in der That wiederholt durch antisemitische Spottreden behelligt worden ist. Fritz Gerhardt hat seine Beteiligung daran zwar nicht unumwunden zugegeben, der Direktor hat aber, wie er als Zeuge bekundete, doch den Eindruck gehabt, dass Fritz Gerhard mitgehänselt hat. Der Gerichtshof, in welchem Amtsgerichtsrat Schroeter den Vorsitz führte, nahm als erwiesen an, dass der junge Hendel, ein kleiner sechsjähriger Knabe, in beklagenswerter Weise wegen seiner Religion und Abstammung von Mitschillern gehänselt worden ist. Derartige Neckereien habe Dampfwftseliepei ״Sport“ Inhaber: Max Japoezynski. -S. Dieffenbachntr. 33. — Tel. A. IV, 443.- Haus-, Leiband Tischwäsche sowie ganze Aussteuern. Princip: Sauberste Ausführung. Grösste Schonung. Prompteste Lieferung. man in früheren Zeiten als Dummejungenstreiche übersehen können, durch die schmachvolle antisemitische Bewegung aber sei es dahin gekommen, dass die Beteiligten von solchen Angriffen empfindlicher berührt werden müssten. Erklärlich sei es also, dass der Vater in grosse Erregung geraten sei; freilich habe er in dieser Erregung sich , zu einer sehr inkorrekten Handlungsweise hinreissen lassen. Indessen das Wort des Knaben zu dem älteren Manne ״Sie lügen!“ sei gleichfalls eine schwere Beleidigung, auf welche die Austeilung der beiden Ohrfeigen nur die direkte Erwiderung war. Die Strafe sei deshalb nur auf 80 Mark bemessen worden; die Kosten hat Hendel zu drei Vierteln, Dr. Gerhardt zu einem Viertel zu tragen. Stuttgart. Der ״Staatsanzeiger“ meldet die Ernennung des Hilfsanwalts Stern bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart zum Landrichter in Ravensburg. Der neuernannte Landlichter ist der erste Israelit, der in Württemberg zum Kollegialrichter ernannt wurde. Bei den Amtsgerichten sind schon früher Israeliten ernannt worden. Wien. (Der Festkommers zu Ehren des Ehepaares Lazarus.) Im Festsaale des Wiener Kaufmännischen Vereins fand am 14. April ein von der jüdischen akademischen Lesehalle zu Ehren des Geheimrates Professor Lazarus und dessen Gattin veranstalteter Festkommers statt, der sehr stark besucht war und einen sehr animierten Verlauf nahm. Nach einer schwungvollen Ansprache des Präses cand. ing. Lern er, welcher unter stürmischem Beifall die Verdienste des gefeierten Gelehrten und seines ״gefährlichsten Rivalen“, nämlich seiner eigenen Frau, hervorhob, hielt cand. jur. Ehrenfreund die Festrede, welche ebenfalls das gefeierte Ehepaar zum Mittelpunkte hatte. Ein Toast des Zionisten Schalit, welcher die jüdisch-nationalen Bestrebungen verherrlichte, veranlasste Professor Lazarus zu einigen sehr bemerkenswerten Ausführungen. Nach einigen T^IPTTIPTl-SpVnlflpP Eynch, Metall-, Holzu. Glas-Buchstaben A n IXAvxl Luisenufer 13. Hoflieferanten-Wappen. Ansstellnngs-MedaUlen. |כשר Conditorei כשר| Oscar Friedländer Neue Königstr. 67, r empfiehlt sichzuBestellungenl 4für Hochzeiten und Fest-f Jlichkeiten. 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