Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1897)
- Date
- 1897-05-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Da man in frivolster "Weise sogar unsere hohe Protektorin und Sr. Majestät den Kaiser hineinzog, schritt ich gerichtlich ein. Die Einzelheiten sind Ihnen aus meinen Zeugenaussagen und der .strengen Sühne, welche das Vergehen erfuhr, bekannt. Ich möchte nur einen Punkt, welcher Jahre hindurch gegen uns als wirksames Kampfmittel gebraucht wurde, hervorheben, die Redensart: Die meisten Kirchen sind mit Judengeld gebaut und ihnen dafür allerhand Konzessionen gemacht! Die genauen Abrechnungen in meinem Buche ergeb.en, dass in acht Jahren 25 Millionen für Kirchenbauten in und um Berlin verwendet wurden, dass dabei sich etwa 19,000 Mark von patriotischen Juden befinden, welche für die fast vier Millionen kostende Kaiser Wilhelm-Gedachtniskirche gespendet wurden! Es sieht gewiss manches in der Welt sehr ernst und traurig aus, sowohl bei Juden als bei Christen, und muss bekämpft und geändert werden. Aber glaubt man, einen Menschen oder gar einen ganzen Kreis vonMenschen durch fortwährende Angriffe, Kränkungen und Verdächtigungen zu bessern? — und wie viel Unschuldige werden mit verletzt und zurückgestossen, besonders wenn ein solcher Kampf von kirchlicher Seite geführt wird. Ich möchte absichtlich erwähnen, dass wiederholt hier jüdische Fabrikherren Gaben für Kirchenbauten, welche im Bereich ihrer Fabriken und für ihre Arbeiter ausgeführt wurden, spenden wollten. Sie wurden wegen der gehässigen Stimmung in Berlin abgelehnt; aber mir ist auch von ernsten, gläubigen Pastoren in den Provinzen erzählt, dass sie solche Gaben mit herzlichem Danke angenommen haben, und man kann es wirklich ohne Bedenken gutheissen, wenn ein jüdischer Fabrikherr seinen Christliehen Arbeitern eine Kirche bauen hilft; unter Umständen, zum Beispiel als Grossgrundbesitzer, ist er ja sogar dazu verpflichtet. Ein treuer Förderer unserer kirchlichen Angelegenheiten seit vielen Jahren ist im Magistrat ein hescheiden er, frommer, jüdischer Stadtrat, Vor kurzem spendete ein Jude eine sehr grosse Gabe, welche zum Besten für Kranken-, Waisenhäuser aller Konfessionen, für die Armen-Krankenpflege, für arme Wöchnerinnen verwendet wurde und viel Elend lindern wird. Solche Dinge sind der Ausdruck des Dankes und der Anerkennung der versöhnlichen Arbeit unserer Vereine, und es ist meine Pflicht, sie dankend zu erwähnen. Hierzu bemerkt das ״B. Tgbl.“ sehr treffend: ,,Es will uns zweifelhaft erscheinen, ob durch diese Ausführungen jener fanatische Judenhass gewisser Kreise gemildert werden wird, den die seinerzeit von hoher Seite protegierte Antisemitenbewegung gezücktet hat. Die böse Saat, die gesäet wurde zu der Zeit, als Herr v. Puttkamer Minister des Innern in Preussen war, ist üppig ins Kraut geschossen, und es wird so leicht nicht gelingen, den Acker von demselben wieder zu reinigen.“ כשר Junge Gänse! כשר Junge Gänse! Junge Gänse! r versendet die ** WGF" Mast-Anstalt 1“־ 1? Gustav Lewinski, Friedricüsberg, Chaussee 127. Fernsprecher: Amt Friedrichsberg, No. 15. Frei Haus nur an Private. Sanitäre Hausbedarfsartikel. Sämmtliche Brunnen, stets fr isch, Flasche 0,05 Mk. billiger als in den Depots. Badesalze u. Mutterlauge, Kindernährmittel, mit entsprechendem Rabatt Gummiartikel, aller Art von 2 Mk. per Dtz. an. Sicherheits*Pessarien, sichere hygienische Schutzmittel. Hygienische Binden, per Dtz. Mk. 1,25 vorzüglich, waschbar. Wanzentod-, Insekten-, und Schwabenpulver, unter voller Gewähr. Zusendung sofort, frei Haus. Drogerie und chemische Fabrik Df. JL L06W6ütllRl, Altonaerstrasse 7 und Tauenzienstr. 20. für feinsten '• •£.•$־ Louise Drogotschyn (früher im Hause von V. Altmann) Markgrafenstr. 2 p. a. d. 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