Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1897)
- Date
- 1897-03-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Oberhemden Reparatur Werkstatt, f : 40. Halapilesen 20, Paar Handprieaen 25, Leinen-Elnaatz m. Einsetzen 50 Pkx. Nenanfertl$. z. billigrat. Preisen.. Abholaag frei. Ein Eest von eigenartigem Charakter und Arrangement war das IU. Stiftungsfest der ״Vereinigung Monbijou“. Es war wieder einmal eine Gelegenheit, bei welcher die Yer- Einigung zeigen durfte, dass sie auf der Höhe stand und diejenige ist, die den ersten Platz unter all’ den jüdischen Jugendvereinen älterer und neuerer Zeit beanspruchen darf. Bei einer Anwesenheit von ca. 200 Personen wurde der ofificielle Fest-Act durch einen Prolog eröffnet, der von dein Vorsitzenden, Herrn Bernhard Wolff, verfasst, von Herrn Schauspieler Lewin in meisterhafter Vortragsweise zu Gehör gebracht wurde. Es folgte darauf der Geschäftsbericht des ersten Vorsitzenden, der in kurzen inarkanten Zügen die Thätigkeit der Vereinigung illustrierte und den Anwesenden die erfreuliche Mitteilung machte, dass bis jetzt, d. h. in diesem Jahre allein 24 Vorträge stattgefunden haben und sich die Zahl derselben im ganzen Arbeitsjahr der Vereinigung auf 44-48 steigern dürfte. Diesem äusserst beifällig ausgenommenen Bericht folgte die eigentliche Festrede des Herrn Dr. med. Moses. Es hiesse Kohlen nach Newcastle bringen, wollten wir diese Rede erläutern. Nur so viel sei hervorgehoben, dass Redner die Mitglieder in hinreissender Rede anfeuerte, nicht zu wanken und zu weichen von dem Programm, ״ein einiges Judentum, frei von jeder Intoleranz und Zersplitterung in sich zu schaffen“. Wie dies einem jeden der Anwesenden aus dem Herzen gesprochen war, bewies der begeisterte Beifall und der brausende Jubel nachdem Herr Dr. Moses geendet. Die Concertsängerin Frl. Lilienthal trug mit dem ganzen ihr innewohnenden Können die bekannte Hugenotten- Arie vor und that viel zur festlichen Gestaltung des officieilen Actes. Nachdem noch die verschiedenen Ehrendeputationen der Vereinigung Monbijou ihre Glückwünsche dargebracht hatten, schloss der erste wahrhaft erhebende Teil des Festes. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde die Operette ״Guten Morgen, Herr Fischer“ aufgeführt. Alle darin Beschäftigten entledigten sich ihrer Aufgabe mit einem Chic und einer Grazie, dass wir uns unwillkürlich die Frage vorlegen mussten, ob es Dilettanten oder Berufsschauspieler wären, die hier mitwirkten. Nicht endenwollender Beifall lohnte diese göluftgene Aufführung. An der darauffolgenden Kaffeetafel erfreute der schon eingangs erwähnte Herr Lewin — Mitglied des Berliner Theaters — die Zuhörer durch zwei herrlich vorgetragene Deklamationen, ״Die Mette von Marienburg“, von Felix Dahn, und,,Heimat in der Fremde“, von Mosenthal. Besonders letztere Dichtung übte auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck aus. Herr Lewin dürfte wohl dazu bestimmt sein, ein Schauspieler ersten Ranges zu werden. Wer ihn gehört hat, wird sich mit uiis in der Ansicht eins wissen, dass der Vortragende an diesem Abend wiederum ein glänzendes Zeugnis!seines Könnens abgelegt hat. Ebenso sang Frl Lilienthal noch einige Lieder, die vielen Beifall fanden. Nach Ueberreiohung einer höchst geschmackvollen Damenspende in Form eines kleinen Oelgemäldes auf Porzellan endete, nachdem noch manche schöne Rede zu Gehör gebracht war, die Kaffeetafel, an die sich nun der Ball schloss. Aus dem ganzen Arrangement und dem vornehmen Ton, der dem Feste eigen war, merkte man, dass eine geübte Festcommission dort waltete, die mit sicherem Blick und festem Willen jeden Misston von der Gesellschaft fern hielt. Als wir gegen Y26 Uhr morgens das Fest verliessen, dachte noch niemand ans Gehen, und wir hatten zu unserer grossen Freude noch Gelegenheit in den Plan einer demnächst ins Leben tretende Institution eingeweiht zu werden, die ein rechtes Bild der edlen und grossen Bestrebungen der Vereinigung giebt. Möge Monbijou, wie es an leitender Stelle des abgedruckten Prologes heisst, Führer aller Jugendvereinigungen werden, denn allem Anschein nach trägt diese Vereinigung die Zukunft des Judentums in sich. כשר Junge Gänse! כשר Junge Gänse! Junge Gäus ©I * versendet die IM" Mast-Anstalt -MW * Gustav Lewinski, Friedrichsberg, Chaassee 127. Frei Haus nur an Private. MUSIK Die schneidigste Hochzeits- und Ballmusik stellt Kapellmeister M. Sohmerl, Fehrbellinerstr. 18. I. Schuhe. Stiefel. Jeder mache einen Versuch mit meinen preisgekrönten Schuhwaaren; dieselben sind mit der Hand unter meiner Leitung gearbeitet. — Die Preise sind so billig, dass es Jedem möglich ist, bei mir zu kaufen. 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