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Berliner Vereinsbote · 1897-03-12 · Heft 11 (12.3.1897) · page 3

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 11 (12.3.1897)
Date
1897-03-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Dr. Maybaum, Bugen Rosepstiel und Dr. Heinrich Meyer Cohn besonders warm eintraten. Ein näheres Eingehen auf diesen zu begründenden Verbände und einen ausführliehen Bericht über die am 6. ds. abgehaltene Versammlung behalten wir uns für die nächste Nummer vor. Wir constatieren jedoch schon heute mit Freuden, dass die Begründung des Verbandes als vollzogen zu betrachten ist. Vereins-Schau. Verein für Arbeitsnachweis. Der Vorstand, der in der am 18. Februar d. J. stattgehabten Generalversammlung gewählt wurde, hat sieh inzwischen constituiert und Herrn Eugen Rosenstiel einstimmig zu seinem Vorsitzenden gewählt. Generalversammlung des ״Central-Vereins für die Interessen der jüdischen Gemeinde“ am 9. d. M. Der Vorsitzende, Herr Oppenheim, eröffnete die Versammlung und gedachte mit rührenden Worten der dem Verein durch den Tod entrissenen, verdienstvollen Mitglieder Leichtentritt und Lindemann, deren Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrte. In dem Geschäftsbericht entrollte der Vorsitzende ein anschauliches Bild von der Thätigkeit des Vereins, auf die man mit Befriedigung zurückblicken könne. Der Verein habe zwar noch nicht alles erreicht, was er zu seiner Aufgabe gemacht hat; allein das Erreichte sei so wertvoll, dass es die Existenzberechtigung .des Vereins darthue und von seiner Wirksamkeit beredtes Zeugnis ablege. Der Vorstand wolle auf dem beschrittenen Wege fortfahren und hofft, mit der Zeit das Gemeindeleben im Sinne des Central-Vereins zu gestalten. Die Versammlung nahm sodann von dem Rechenschaftsbericht Kenntnis und erteilte die Decharge. In der sehr anregenden Diskussion wurde von den Herren Sturmann, Spiewkowski, Rosenthal und Klausner dem Vorstande vorgeworfen, dass noch viele Wünsche des Vereins unerfüllt geblieben sind. So z. B. sollte man bei Aufstellung der Kandidaten für das Vorstands- und Repräsentantencollegium weniger auf den Titel, als vielmehr auf die Persönlichkeit der zu Wählenden Rücksicht nehmen. Bei der Wahl der Vorstandsmitglieder haben die mit Hilfe des Central-Vereins gewählten Repräsentanten ihre Stimme nicht im gewünschten Sinne abgegeben, sonst müsste die Wahl anders ausgefallen sein. Besonders wurde darüber Klage geführt, dass es den Repräsentanten bisher nicht gelungen sei, dahin zu wirken, dass die Erziehung in einem jüdischen Waisenhause den Grundsätzen unserer Religion mehr entpreche. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, der Vorstand möge öfter Ver- Sammlungen einberufen und eine etwas raschere Thätigkeit entfalten, damit die Verwirklichung, der Ziele des Vereins nicht in za weite Ferne gerückt wurde. ' Herr Abrahamsohn wollte den Vorstand veranlassen, dafür zu sorgen, dass der Religionsunterricht an den königlichen Gymnasien nicht von Elementarlehrem, sondern von akademisch gebildeten Lehrern erteilt werde. Dieser Wunsch wurde von Herrn Flaute r als durchaus unberechtigt undunbegründet bezeichnet, vielmehr hake sich die Verwendung von Elementarlehrern im Religionsunterricht als zweckmässig erwiesen, welcher Ansicht auch Herr Klausner in beredten Worten Ausdruck gab und die Versammlung durch ihren Beifall sich anschloss. Als wünschenswert für eine erspriesslichere Thätigkeit des Vereins wurde die Gründung von Gruppen in den einzelnen Bezirken Berlins bezeichnet, für die im Jahre 1898 stattfindende Repräsentantenwahl müsse man jetzt schon die geeigneten Schritte einleiten. Vom Vorstandstische aus wurden die vorgebrachten Vorwürfe zum Teil zurückgewiesen und das Versprechen gegeben, an dem Programm des Central-Vereins unentwegt festzuhalten. Mit einem warmen Appell an die Versammlung zur Unter- Stützung der Vereinsbestrebungen schloss der Vorsitzende die Generalversammlung. Die ״Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin“ feierte am 6. ds. ihr zweites Stiftungsfest in Cassel’s Hotel. Die Vereinsmitglieder mit ihren Damen waren fast vollzählig erschienen, ihnen schlossen sich zahlreiche Gäste an. Nach einer kurzen Begrüssung durch Coli. Flanter und einem auf dem Harmonium von Herrn Kapellmeister Weinbanm vorgetragenen Präludium hielt der Vorsitzende, Herr Dr. 8. Adler, die Festrede, in der er auf die Ziele des Vereins hinwies und allen dankte, die während des abgelaufenen Jahres diese Bestrebungen gefördert haben. Daran knüpfte er die Mitteilung von der hochherzigen Schenkung der Lachmann'sehen Erben und schloss mit einem Hoch auf den Verein, welches jubelnd ausgenommen wurde. Nun trat der Tanz in seine Rechte. Die Kaffeepause wurde durch musikalische und Gesangs- Leistungen einiger Mitglieder und Gäste verschönert. Coli. Jacobsohn hatte mit bekannter Liebenswürdigkeit seine reiche dichterische Begabung in den Dienst des Festes gestellt, indem er zwei schöne Lieder verfasste; durch eine poetische Leistung hat sich auch Coli. Remak ausgezeichnet. Inhaltreiche Toaste, welche in den Zwischenpausen ausgebracht wurden, galten den Damen, dem verdienstvollen Vorsitzenden, dem Verein und dem Lehrerstande im allgemeinen. Das Fest hatte einen überaus wohlthuenden familiären Charakter und erreichte erst lange nach Mitternacht sein Ende. Allen Teilnehmern wird das Fest noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Den werten Vereinen empfehle ich mein reichhaltiges Lager von Musikalien aller Art als: Salon-Musikstöcke, Lieder, Couplets, Duette, Ensemble- und Solo- Scenen. Billigste Preise! A. Bandtlow, Musikalienhandlung Alte Bohönhan sergtr. 19. 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Indem wir Namens des Unterstützten danken, schliessen wir hiermit die Liste.

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