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Berliner Vereinsbote · 1897-01-08 · Heft 2 (8.1.1897) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 2 (8.1.1897)
Date
1897-01-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Oberhemden Reparatur Werkstatt, Alte scMnerctr. 10. Halspriesen 20, Paar Handpriesen 25, Leinen-Einsatz m. Einsetzen 50 Pfg. Neuanfertig. z. billigst. Preisen. Abholung frei. Umschau. „Die Juden als Soldaten“, zu diesem Kapitel veröffentlicht das „Berl. Tageblatt“ einen Brief des Generals Freilierrn v. Puttkamer, den dieser General an seinen Sergeanten mosaischen Glaubens, einen jetzt in Stettin als Kaufmann lebenden Herrn A., richtete, und der gerade deshalb verdient, abgedruckt zu werden, weil er uns zeigt, dass die jüdischen Soldaten — auch selbst solche, die mit dem Eisernen Kreuz nicht haben dekorirt werden können, sich die Hochachtung und die Liebe ihrei- Vorgesetzten erworben haben. Freiherr v. Puttkamer war Brigadegeneral der 9. Artilleriebrigade. 1866 befehligte er die Artillerie des 2. Corps als Oberst; jener Kaufmann stand schon damals unter seinem Kommando und den deutsch-französischen Krieg machte er unter Puttkamers Kammando als Sergeant mit. Der eigenhändige Brief ist von Altona am 8. August 1871 datirt und lautet: Verehrter Freund! Besten Dank für Ihren gütigen Brief vom S. d. M. und Ihr Bild, das sehr gut ausgefallen ist. Leider haben wir weder nachträgliche Kreuze, noch Hoffnungen auf dieselben erhalten, denn sonst würde ich mich bei Ihrer anerkannten Tüchtigkeit sehr freuen, wenn auch Sie diese wohlverdiente Auszeichnung erhalten könnten. Ich hoffe jetzt nur noch auf die Erbberechtigung, denn es restiren noch Viele denen wir gerne das Kreuz verschaffen möchten. Trösten Sie sich also vorläufig mit dem Bewusstsein Ihres Wertes im eigenen Herzen, den ich gerne auch militärisch anerkenne. Da ich vorläufig noch kein diesjähriges Kriegsbild habe, so nehmen Sie wohl mit der Anlage vorlieb, mit welcher Sie in gütigem Andenken behalten wollen Ihren Freund und General Freiherr v. Puttkamer. Freiherr v. Puttkamer war späterhin Inspector der Artillerie des 7. und 8. Armeecorps in Koblenz und ist dort als Generallieutenant gestorben. — Herr Prof. Dr. Rosin ist für das Studienjahr 1897/98 zum Rector der Universität Freiburg i. Br. ernannt worden. — Frau Elise Fischer in Arad hat ihr ganzes Vermögen im Betrage von einer Million Gulden der jüdischen Gemeinde zur Gründung eines Mädchen - Waisenhauses letztwillig hinterlassen Die Zöglinge bleiben bis zur Verheiratung im Waisenhause, wo sie eine strengreligiöse Erziehung erhalten müssen. Jedem Mädchen wird eine Mitgift von 1000 fl. sichergestellt. Der Czar hat dem Inhaber der Firma Louis Dreifuss & C., Mr. Louis Dreifuss in Paris das Kreuz des Stanislaus-Ordens verliehen. Die Firma besitzt mehrere Geschäftshäuser in Russland. Vermischtes. Wir stehen im Zeichen der Gesellschaftsabende. Heute sinnt hier, morgen dort die Hausfrau, was sie den Gästen vorsetzen soll. Geflügel fehlt wohl auf keiner Tafel; doch quel malheur! Die Ente ist hart, die Pute vorjährig, oder noch schlimmer, das Geflügel hat schlechten Geschmack. Wer trägt die Schuld? Der Händler? Gott bewahre! Er kauft von anderen ein und hat keine Ahnung, wie das Geflügel gefüttert worden ist, welchen Geschmack es mithin hat. Die Schuld hat die Hausfrau selbst! Mag sie doch dort einkaufen, wo sie der festen Ueberzeugung sein kann, dass sie gut kauft, d. h. beim Master selbst. Der kann für den guten Geschmack seiner Ware volle Bürgschaft leisten, wenn er gut füttert. Von dem Gesichtspunkte aus verweisen wir unsere Hausfrauen auf das Inserat der Mastanstalt von Gustav Lewinski, dieselbe versendet auf telephonische oder schriftliche Bestellung nur solche Ware, für deren Güte sie volle Bürgschaft leisten kann. Auf die Oberhemden-Reparatur-Werkstatt, Alte Schönhauserstrasse 40, möchten wir unsere verehrlichen Leser ganz besonders aufmerksam machen. Das Renomme des Inhabers der Firma, Herr S. Laboschin, bürgt allen denen, die in die Lage kommen, Anschaffungen in Wäsche zu machen, dafür, dass die Bedienung bei sehr soliden Preisen eine ausserordentlich reelle ist. Reparaturen werden prompt und bestens ausgeführt und ohne jede Kosten auf Wunsch abgeholt und zurückgeliefert. Das „Berliner Possen-Theater“, Münzstr. Ecke Königsgraben, erfreut sich nach wie vor eines recht regen Zuspruchs. Wahre Lachsalven entfesselt die hoch amüsante Burleske „Der Lumpenball“, mit Herrn Leonhardy-Haskel in der Hauptrolle, dessen Spiel ein ganz vorzügliches ist. Auch ein kleines Genrebildchen: „Sein Portrait“, wird mit sehr viel Chick und Humor gespielt. Das Unternehmen verspricht ein wahrhaft gemütliches Familientheater zu werden, denn allabendlich ist dasselbe bis aufs letzte Plätzchen von einem guten Publikum gefüllt, das sich prächtig unterhält und immer wiederkommt. Da das Theater nicht gross genug ist, wäre im Interesse der rührigen Direktoren Haskel und Aschinger zu wünschen, dass dieselben bald ein ihren Zwecken mehr entsprechenderes Lokal beziehen würden, um der starken Nachfrage nach Billets gerecht werden zu können. izn Cassels Hotel u. Restaurant, Burgstr. 16 an Inhaber: Leop. Peltesohn renommirteste, streng rituelle Küche. — Ausschank der Pilsener Genossenschafts-Brauerei in Pilsen. - Ausrichtung von Hochzeiten. Weine aus den ersten Häusern. — Mittagskarte ä Couvert Mk. 1,50. Für Vereine empfehle meine Festsäle und Vereinszimmer. Referenz: Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. I. Hildesheimer. ■■■■■SW' Heu eröffnet! ■■■■■■■■ Kaufhaus für Schuhwaaren No. 2, Miinz-Strasse No. 2 zu streng festen, konkurrenzfreien Freisen. Mein Lager in allen Sorten Schuhen und Stiefeln ist reichlich sortirt und zwar in nur guter, dauerhafter VVaare und geschmachvoller, modernster Ausführung Grosse Auswahl in Kinderu. Mädchen-Schuhen u. 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