Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1897)
- Date
- 1897-01-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Vom Bureau des ״Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes“, das mit der Herstellung des Statistischen Jahrbuchs für 1897 beschäftigt ist, geht uns die Mitteilung zu, dass zahlreiche hiesige religiöse, wohltätige, wissenschaftliche und gesellige Vereinigungen die ihnen seiner Zeit zugestellten Frageblätter noch nicht beantwortet haben. Bei der grossen Bedeutung, welche die Richtigkeit der Angaben nicht nur für die Allgemeinheit, sondern auch für die betreffenden Vereine selbst hat, möchten wir es den geehrten Vorständen recht dringend an’s Herz legen, mit der Einsendung der beantworteten Fragebogen bzw. mit der Mitteilung der in dem Personalbestand und den sonstigen Verhältnissen der geschätzten Vereine im letzten Jahre vorgegangenen/an das Bureau des .,Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes־‘, Berlin W., Sigismundstr. 5, nicht länger zu zögern. Auf Veranlassung des ״Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur“ sollen in diesem Winter Fortbildungskurse für der Schule entwachsene junge Leute eingeführt werden. Dieselben finden wöchentlich in drei Stunden und zwar am Montag, Mittwoch und Sonnabend von 872972־ Uhr abends in dem Klassenzimmer der Religionsschule der jüdischen Gemeinde, Lindenstr. 48-50 statt. Die .Lehrgegenstände sind folgende: Jüdische Geschichte und Litteratur, Einführung in die leitenden Ideen des Judentums, hebräische Sprache und Bibellektüre. Der Unterricht, der unentgeltlieh ist, wird von den Herren Dr. Baneth, Docent ander Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Dr. Wohlgemuth, Docent am Rabbinerseminar und Dr. Fiegel. städt. Lehrer, erteilt. Die Eröffnung der Lehrkurse erfolgt am nächsten Montag, den 11. Januar, Abends 8 Uhr. An- -meldungen nimmt entgegen Herr Dr. Baneth, Wallnertheaterstr. dl. Am Montag, den 4. Januar veranstaltete die ״Litterarisch- Gesellige Vereinigung“ aus Anlass ihres Stiftungstages eine Fest-Sitzung, welche von ca. 70 Personen besucht war und sehr schön verlief. Nach einer Ouvertüre, von zwei weiblichen Mitgliedern vorgetragen, sprach Herr Richard Kellner einen von Herrn Mart. Golm veifassten Prolog. Dann bestieg der Vorsitzende die Rednerbühne, um die Festrede zu halten. Der Redner entwarf eine Skizze der heutigen Zeit und forderte, hierdurch veranlasst, die Anwesenden auf, einem Vereine, der dazu berufen ist, Wissenschaft zu fördern, Geselligkeit zu pflegen, Judentum zu unterstützen, beizutreten. Zwar hat es der Verein in quantitativer Hinsicht nicht auf hunderte von Mitgliedern gebracht, allein die rührigen Glieder der Vereinigung sind um so treuer und fester, bilden sie doch den gesunden Kern und das starke Fundament der Vereinigung selbst. Mit einem Appell an die Anwesenden, ״einzutreten ^ür unseres Denkens und Glaubens Freiheit und Recht, für die Ideale der Vereinigung“, schloss Herr Martin Cohn seine mit grossem Beifall aufgenommene Festrede. Sodann folgte ״die Tafelrunde“ von Herrn Georg Wolff, welche reichen Applaus fand. Die Reihe der Toaste eröffnet? Herr Feiler auf Herrn Rabbiner Höxter, welcher in längerer Rede erwiderte. Herr G. Wolff toastete in launiger Weise auf den Vorstand, und Herr Gehr dankte im Namen desselben den Mitgliedern für ihre Unterstützung. Den Mittelpunkt der Feier bildete die Rede des Herrn Jacques Fraenkel. welcher am Schlüsse derselben dem Vereine ״die versunkene Glocke“ als erstes Buch in die neu zu gründende Bibliothek spendete. Hierfür brachte der Vorsitzende Herrn Fraenkel ein dreifaches Hoch aus, iu welches die Versammlung begeistert einstimmte. Darauf folgten noch verschiedene humoristische Vorträge und erst um 72- Uhr verliessen die zahlreich Erschienenen den Saal, in gehobener Stimmung, einen mein als genussreichen Abend mitgemacht zu haben. Die ״Vereinigung Monbijou“ beging am <>. Januar in Cassels Hotel ihren zweiten Gesellschaftsabend, der sehr gut besucht war. Wir müssen es uns heute versagen, auf den hochinteressanten Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Ludwig A. Rosenthal über ״Judentum und Vaterlandsliebe“ näher einzugehen, nur soviel sei bemerkt, dass der Vortragende meisterhaft ausführte, wie zu allen Zeiten die Juden den Königen und Regierungen, unter denen sie lebten. treue Bürger waren, Gut und Blut opfermutig hingaben, um ihrem Vaterlande zu nützen, und auch in den Ländern, in denen sie geknechtet und unterdrückt wurden, hielten sie gern und freudig zu ihrem König und Herrscherhause. Der Vortragende, der seit Bestehen der Vereinigung ein eifriger Förderer derselben ist, fand mit seinen packenden Ausführungen den lebhaftesten Beifall. Eine Kaffeepause mit sehr hübschen Vorträgen und hierauf Tanz machten den Abend zu einem für alle Teile höchst zufriedenstellenden. Kalendarium. Januar. Schwat! s״״״״L.״! u! «. | Sonntag 10.; 7. 11.! <8. i Mittwoch 12. 13. 1a I Don! nustag 14. 11. Berliner Possen-Theater Münzstr.i7 (Eing. Kölligsgraben) Direction Joseph Aschinger und Leoniumlv Haskel. ״Der . ' Anf. d. Vorstell.: Wochentags 6 Uhr. Sonntags 7 Uhr Entree 30 Pfg. u. s. w. R. Jaretzki. Kochfrau aus Posen, empliolili sich den geehrten Herrschaftei zur Vorbereitung für Hochzeiter und Festlichkeiten etc. Zugleich empfielt sich als Servieru. 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