Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3069 (15.9.1927)
- Date
- 1927-09-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerte 4 Men, Donnerstag Wkerrer MVrgerrzettirng 15. SeptemVer 1067 Nr. 3069 kiu dreizehnstündiger Taifun. Ae «Este Heimsuchusg Zapau«. London, 14. September. EinFelheiten über den Taifun und die Springflut auf der japanischen Insel K in -Sin, )uö nach den lebten Meldungen ungefähr 1200 Personen ums Leben kamen, besagen, daß die Städte Kojima rmd Nakanrura bei Nagasaki beinahe vollständig zerstört, wurden. Der Springflut ging ein r o l le n d e s D o n n e rge r ä u s ch voraus. E : n e M a u e r von Wellen, die willveise 25 Fuß hoch waren, ergoß sich über die Stadtpromenado und durch die Straßen der beiden StK>te sowie auf die dahinter liegenden Reisfelder. Die Wracks von Sch iffen wurden in die Felder und teilweise auch Häuser zwei Meilen landeinwärts getragen. In Kojimn und Nakamura wurden ungefähr je 1000 Hauser, in Najtaima ungefähr 500 zerstört. In 0 m n u n sind 5000 Häuser überschwemmt und 15.000 Personen obdachlos geworden, die in Tempeln, Schulen ur.b anderen öffentlichen Gebäuden nntergebracht sind. Ter Taifun begann um 10 Uhr morgens und dauerte bis 11 Uhr abends. Die Katastrophe auf Mu-Schi«. Osaka, 14. September. Durch die Springslut an dcr Westküste von Kiu-Siu sind 780 Häuser weggcs-chw cni rn t worden. Ganze Familien sind ums Leben g. kommen. Bisher -iverden 270 Personen als tot und 1000 Per s o n c n als vermißt angegeben. Die letzten 5D2«üS>un>go»> $<#1 der aus 3000 bdS 500 V, die der Obdachlosen auf 50.060. Eine verschwundene Insel. New-Yorl, 14. September. Zwischen Ho-ngton-g und Manila ist cirve kleine Jnsol, die ihre Entstehung vulkanischen Aufbrüchen verdankt, verffchwuneben; sie. lst wahrscheiMch einem Seebeben zum Opfer gefallen. Das Eiland rvar der Schbipslwmkol des bekannten Seeräubers Mahla Deh le k, der jetzt mit der Insel versunken zu sein scheint. Auch Mexiko betroffen. New Jork, 14. Septeurbcr. Eine Springflut in einer Ausdehnung von 104)00 Meilen hat die Westküste von Mexiko heimgesucht. Nach den ersten Berichten sind durch die Katastrophe mehrere hundert Menschenleben vernichtet und unermeßlicher Schaden angerichtet worden. Acht Städte sollen vollständig zerstört sein. Am schwersten wurden die Häfen der pazifischen K ü st e Guyana Manzanillo und Salnia betroffen. Sie Choleraepidemie in Nanking. L o n d o n, 14. September. „Daily Mail" meldet aus Schanghai, daß seit Beginn der Choleraepidemie in Nanking siebentausend Menschen gestorben sind. Unter den Ausländern sind-sieben Tote zu verzeichnen. WmW* WM;* Der neue Sowjetgesandte in Me«. Moskau, 14. September. Der bisherige Botschafter '. der Sowjetregicrmrg in Persien, Konstantin I u rene-w, svurdc zum Sowjetgesandten in Wien ernannt. Im re new, der 1889 geboren wurde, gehört seit 192-1 dem diplomatischen Dienst der Sowjetregierung an. Er war Bevollmächtigter des Außenlommifsariats in Buchara, dann Gesandter in Riga, Geschäftsträger in Prag und Botschafter in Rom und zuletzt in Teheran. C£QG8QQCOQQG%^Q&2Q®®3aQQaGDO&*3QQGOOOQQB&X)OQQQ®OOOGO!XGBaOQOGQS2aOQOQOOOOQQaaO Wieder einer. Uslieiecunfis&egeljten gegen Den Mgeorsneten JmoMi. W arscha u, 14. September. Die Staatsanwaltschaft hat beim Sejmpräsidmm um die Auslieferung des nationaldemokratischen Abgeordneten Roman Dmowski angesucht. Dmotvski ist bekanntlich Direktor der Warschauer Handelsbank, bei der vor kurzer Zeit schwere Mißbräuche ausgedcckt wurden. Dmowski tvar vor dem Krieg einer der Führer der russophilen Partei in Kongreßpolen. Seither ist er Nationalist und Protektor aller antisemitischen Denunziationen gegen die jüdische Bevölkerung. Die Beschuldigungen gegen Korsanty. Warschau, 14. September. In einer in Kattowitz abgehaltencn Beratung der Leitung der obcrschlesischen 'christlichdemorratischen Partei stellte ein Teil der Vcrtvaltungsmitglieder beit Antrag, den bisherigen Vorstand der Partei in Oberschlesien, den Abgeordneten Korfanty, zum Verzicht auf seinen Posten und zur Nicderlegung des Abgeordnetenmarrdates aufzufordern. Der Antrag wurde dainit motiviert, daß Korfanty von deutschen S ch w e r i n d u ft r i e l l e n in Oberschlesien Gelder für politische Zwecke in Empfang genommen habe. Unter anderem soll nachgewiescn worden sein, daß der Berg- und Hüttenmännische Verein in Kattowitz die P r e ß o r g a n e K o r f a n t y §, und zwar die Kattowitzcr „Polonia" mit 20.000 und die Wars ch a u e r ,,N z e c z p o s p o l i t a" mit 50.000 Zloty, subventioniert habe. es musikalische Weltbedeutung erlangen. Wir können als Zeitgenossen, die Bedeutung der musikalisch schöpferischen Äräste deS Judeuttlnis noch nicht überblickerr. Die geschichtliche Perspektive hat sich uns noch nicht eröffnet. Wir könncu. aber mit Berechtigung annehnren, daß sich eino.Blütefjcit der musikalische!: Kultur des Judcntt:ms ankündrgt. Die gegenwärtig schaffende Gruppe jüdischer Komponisten, die plötzlich austauchte und äußerlich viel mit der „mächtigen' Gruppe" der russischen nationalen Schule gemeinsam: hat, gerade diese hat selbst die stärkste Aussicht, dieselbe Molke im Judentun: zu spielen." Ssabancjews Aussührungen werden dazu beitragen, die bisherige Auffassung von der schöpferischen Begabung der -Juden zu revidieren. Es gelingt ihn: in ausgezeichneter Weise, sowohl von: Standpunkte der allgemeinen Musikkultur, als auch von: Standpunkte der nationalen jüdischen Musik alle wechselseitige:: Beziehungen der ersten Etappe einer iverdenden jüdischen Kunstnmsik a-ufzi^eigen und zu begründen. Dieses Büchlein verdient einen tveitm Leser- . kreis, . der Autor aber einen besseren Uebersetzer. Mir lzaöeu Jahrhunderte der Gefangenschaft in Ghettomauerr: hirrter uns :md stehen mitten int 'Werden einer neuen Generation, einer schöpferischen Epoche. Die Durchgestaltung des eigenen Wesens zu einem jüdischen Empsinder:, jüdischem Geist naheliegenden: Ausdruck Und diesen: entsprechender Fsorm ist keine Episode mehr. Es reift «.ine Zeit, in welcher die den: Judentum innewohnenden Kräfte eine neue Form, ihren eigene:: Stil finde:: tverden. Diese Zeit wird durch ihre Werke die jüdische Seele eriwiteru, bweichern und neu befruchtend die Ein Hut d"s M'n scheu mit Gott und der Welt schassen. Verdienst an öntco und BanzeM. Defraudationen an den Sammelgeldern. Wie aus Paris gemeldet wird, ist der Sekretär des französischen kommunistischen Ausschusses, ein Italiener nanrens No nchini, der mit der Kontrolle der für die Hinterbliebenen Saccos und Bauzettis einstießendei: Gelder betraut :var, v c r h a s t e t w o r d e n, da ihm außer u nehrlicher Ge.schä fts geb arung nochzahlnüche Dieb-' stähle und Einbrüche zur .Last gelegt werden. Die amerikanischen kommunistischen .Ausschüsse Haber: beschlossen, eine Generalversammlung einzuberüfen, um die Frage der Vergeudung der in der ganzen Welt zugunsten der Familien Saccos und Vanzettis gesammelten Geldsummen zu bereinigen. Mar: glaubt allgemein, daß Wer 400.000 Dollar gesammelt worden sind, indessen sind hievon nur 6000 Dollar, also der 66. Teil, in den Besitz -der Hinterbliebenen gelangt. Der kommunistische Ausschuß von Newhork hat allein 7000 Dollar gesammelt, von denen nur 300 ihrem Zwecke Mgefichrt wurdenk 2er Absolutism us kn Spanien. Eine Wmrmng GuerraS an den König. Paris, 14. September. Der Führer der spanischen Liberalen, Sauches Guerra, der freitvillig nach Parts' ' in die Verbannung gegangen ist, hat an feine politischen Freunde in Spanien anläßlich der Einberns'ung dem Nackion alversa mmlung ein Manifest gerichtet. Er warnt darin den König, die absolute Monarchie wieder «mtzurichten. Die Einberufung der Nationalversammlung sei yerHasftrngsrmdrig. Gncrra appelliert an die k o nst >rt nt nonielbem O sfiztor-e des spanischen Heeres, die er als den besten und einflußreichsten Teil der Armee bezeichnet, such zu m Kampf um ihn zn scharen. Das Marrifist schließt mit den Worten: ,FDenn der Opposition alle Wege verschlossen werden, wenn man in Spanien die Worte! Verfassung und Parlament eudgültig verbannen will, dann werde ich mich mit aller Kraft bemühen, sie dort wieder heimisch zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, werde ich alle Opfer bringen und jeda Hilfe annehmen, gleichgültig, wv ichl sie finde, mrd ich bin sicher, sie zu finden!" ( L« Nllliünakrat. Wie berichtet, tritt der Nationalrat morgen mittags zu seiner ersten Ätzrmg nach den Sommerferien zusammen. Die neue Session wird die großen politischen Kämpse bringen, die im Juli wegen der blutigen Vorfälle um den Justizpalast nur anfgeschoben worde:: waren. Die Tagesordnung der morgigen Sitzung ist recht unansehnlich. Es wird zuerst Dr. Dinghvfer zum Justizminister gewählt werden, dann folgt die erste Lesung des sozialdemokratischen Antrages auf Erhöhung der am 1. Oktober ins Leben tretenden Altersrente für die Sechzigjährigen. Für die erste Lesung dev Novelle zum Strafgesetz wird wohl kaum Raum bleiben und so wird für Dienstag, den 20. September, eine neuerliche Sitzung einberufen tverden. Ae Trümmer der „Sld Glorv". Newyork 14. September. Der Daucpfer „Kt-le" bestätigt telegmphisch, daß er einen Flügel des nntergegaugenem Flugzeuges „Old Glory" gefunden hat. Ar: dem Flügel GbefLmdMmoch.eiw MalsriabehandlMg gegen Paraltzfe. IMinftmtlo»«» ProskM Wagver-zaullM aus derrmuug skr PsWIume. Ju der gestrigen Sitzung dcS DearL,scher: D-c-reäne^ für Psychiatrie erregten die ciivdrucksvollen DemonstratiEi: Professor Wcrgucr-Jau reggs über die Dauererfolge d-er Malar iabe Hand ilung bei Paralys-e großes Aufsehen. Wagner-Jauregg hatte neun Kranke mit Malaria geimpft und stellte gefbevu forcl Fä-l4e vor, die vollständig geheil.1 und die unter den erschwerenden Umständen erwerbssährg, gübliebe:: sind. Mcht geringeres Interesse beanspruchte die vom Asiistenten Wagner-Jaureiggs, Dr. Gerst.man-n, vorgeLegie Statistik, die über 81 Prozent Heilungen bei jenen Pavalysekranken berichtete, die im AnsawgSstad'lUnr ihrer EÄrarEumg M'v-t Malaria geimpft wurden. Bon den später zur Behändil-ung kommendeal konnten 30 Prozent geheilt werden. Gs kommt aber, um bei der Paralyse zu Dauererfolgen zu gelangen, darauf an, daß die Paralyse rechtzeitig vom Arzt erkannt wird. <£iite große Anzahl Vorträge beschäftigte sich gestern mit der Paralyse, nrvd man sah an einer große:: Zahl vorgelegter Bilder, wie unter der Mälariabehandlung das Gehirn sich reinigt und gesundet. Eilum weiteren gewaltigen Favtschrllt bedeutet die von Dr. Georg:- in BreÄau mitgetoLte Methode, arrs dem Blut von SyphMtÄ-eru- «ri-tHilfe von Gahiru-exitralt-en erkenuen zu können, o<b der -betreffende Evkranlte zu Gehl-raru u d Riitzck e-n mar ko rckr a-muk-.u.n-g-e-n^ >dispomert sei. rm»s in Schleffe«. Aus Vre-slau wird gemäldetr Im ^breis-Münfterborg ist eure Typhusepidcmie ausgebrochen. Bisher wurden 55 Erkrankungen sestgestellt, davon z-wei mM tö dl i ch am A u-sK a u g. Ae KluderlShlMNgssSlle in Ungarn. Aus Budapestl wird uns Lerichtet: Amtlrchj tvird mitgeteilt, dcrßi bisher auf ungarischem Gebiet sechs Fäll« von Kinderlähmung festgestellt wurden. Ein Kind Ln Szentes lifij gastiv-rLDn. Vier Fälle haben .sich! in Vn-d a - potst ereignet. Der Schaellzng Rom—Mailand entglelst. Rom, 14. September. Wie „Pvpolo d: Rorna" berichtet, ist gestern gegen ML 1 Uhr nachts der SchneliMg Rom—^Mailand in der Nähe von Bologna bei der Durchfahrt durch eine kleine Station entgleist. Die elektrische Maschine, der Gepäckswagen und ztvei Personenlvagen sind umgestiirzt. Ein« Reihe von Personen wurde verletzt. Nähere Einzelheiten fehlen. Sine Räuberbande in Karvotbornbland. Aus K a s ch a n wird uns berichtet: Iw Vel k e S a v c o (Karpathorußland) drangen acht maskierte und Lelvaffnete Räuber an: hellichten Tage Ln die Wohnung des Gastwirtes Alexander Rosenblüt ein. Sie fesselten den Wirt und beffcu Frau ans Bett und plünderten hierauf die Wohnung aus, ivobe: ihnen ein Barbetrag von eüva 6000 Kronen in die Hände siel. Nach vollbrachtem Raub taten fte sich noch! an den Weinvorräter: des Wirtes gütlich. .Hierauf zogen sie zu einem ziveiteu Raubgang aus. Diesmal war der Notar das Ortes das Opfer der Bande. Der Notar kmrrde gleichfalls gefesselt und aus seiner Wohnung eine Reihe von WertgegMänden >veggeschleppt. Schließlich führten die Räuber dar«: noch die Pferde des Notars aus dem Statt, spcnmten sie vor den Wagen und suhrensdamitj davom Die Nachforschungen der Behörde nach den verwegenen- Räubmn lv^-d-M, her ^rgchmÄlvs.