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Wiener Morgenzeitung · 1927-09-15 · Heft 3069 (15.9.1927) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3069 (15.9.1927)
Date
1927-09-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wiener Morgeri^eiinng frm S-.-p!cinber i $?7 Musts der ZimMche« Srgmisatim. Ne SeMf? vor der WM. — Sie Srfntite, das AMouskomttec mrd das Ksagreßsericht. Wir tragen ouf Qkuntv des oft^icdcn Presse Bulletins 'bcii fiiv ckv Sl'eiMtln-t‘3 ur»d Beurteilung irr Vorgänge am Id. Zioiüste-nkongresr trächtigen tmrd in nnsercr MittcigsousMlv. vom 12. d. kurz smhj£tcvUcn) Teil der Debatte nach, welche der ''LaI,I der neue n Zioni stische n Exekutive vorn ng-img. Vor Vornahme der Wahl erbat sich Präsident Doktor W e i z m « n n dasWort zur Abgabe folg c n d c r E rk lü r n ng c n: „Es sind —- ich will mich so kurz fasten wie möglich — Mißverständnisse und Meinungen verbreitet — ob sie be- . gründet sind oder nickt, ist nicht nreine Sacke zu beurteilest >— nach meiner Meinung sind sie unbegründet —, das; die Exekutive, die eben vorgeschlagess Svird, irgendwie als a r b c i t c r n u f r e u n d l i ck betrachtet wird. Jnfolgcdessen halte ick es für notwendig, die folgenden ErklürnIlgen abzugeben: 1. Die H i ft a d r u t h n n d ihr e O r g a n c Iverden als legitime Vertretung der in ihr organisierten Arbeiter gegenüber der Zionistischen Organisation und allcir ihren Institutionen anerkannt. Dasselbe gilt für andere Organisationen ähnlichen Charakters. 2. Die Zionistische Organisation und ihre Institutionen sind verpflichtet, g c io c r k s ch a f t I i ch o r gani s i e r t c A r L e i t c r z tl b e s ch ä f t i g e n. Die Exekutive wird sich bcntühen, diesen Grrnldsah «tick in beit dorr der Zionistischen Organisation geförderten Unternehmungen dnrchzusehcn. Ich habe nocch eine andere Erklärung abzugeben bezüglich der großen Linien der Verivaltung der von Ihnen zu wählenden Exekutive. a) Die Exekutive wird das vosr der Budgetkommission ijestgesetzte und vom Kongreß bcschloffene Budget unter der KrundvorauSsetzung durchführen, daß die Einnahmen den vorgesehenen Ausgaben entsprechen. Die Exekutive nrrrß berechtigt sein, das Budget mit der tatsächlichen Lage ist Einklang zu bringen und die zu diesem Zwecke notwendigen Acndcrrmgcn vorzusrchmen. b) Die Exekutive soll freie Hand haben im Rahrnen der statutarischen Bestimmungen, jeden von ihr als notwendig oder wünschenswert erkannten Schritt zu tun, um eine effektive und dauernde Kontrolle über den Keren. Kajcmeth und den 5lererr Hajestod nuszuüben und die Arbeit der Fonds mit der Arbeit der Exekutive zu koordinieren. r Diese Erklärung habe ich abzugebcir, und ich möchte noch hinzufügcn, daß cs die dringende Aufgabe der Exekutive sein wird, alle Anstrengungen zu machen und die gesamte zionistische Welt zur Anstrengung zu veranlassen, um außerhalb des Budgets und im Einklang mit den Ar-- beiten, für den Keren Hajeß'od Gelder zu bekommen, die die Möglichkeit ergeben, das Problem der Arbeitslosigkeit einer Lösung zuzuführcn. Das ist keine budgetäre Verpflichtung seitens der Exekutive. ES ist nur eine Betonung dessen, was schon hier im .Kongreß mehrmals betont wurde, daß cs Pflicht eines jeden Zionisten und der Exekutive sein Ivird, die Zionisten anfzufordern, alle Anstrengungen zu machen, um es der Exekutive zu ermöglichen, eine Lösung der Arbeitslosenfrage hervciznführen. DaS ist alles, IvaS ich. vor dem Wahl'on dem Kongreß zu crklärell habe." 1k f f i s ch k i n verlangt das Wort zur Abgabe einer Erklärung, was ihm vorerst vom Vorsitzenden mit der Begründung, daß mitten in der Abstimmung niemandem das Wort erteilt werden kann, vcrlveigert wird. Infolge heftiger Proteste der M i s r a ch r st e n, Radi k a - len u u d R e v i s i o n i st e n erklärt M o tz k i n, das Haus über die Wortcrteilung befragen zu wollen. Es wird namentliche Abstimmung verlangt, wofür Vorsitzender Motziin die Ausbringung von 75 Stimmen fordert. Da 77. Stimmen für namentliche Abstimmung abgegeben, werden und die Oppositionsparieien Eröffnung der Debatte über die programmatischen Erklärungen Dr. WeizmannS verlangen, schlägt der Vorsitzende vor, dem Antrag Locker beizupslichten und außer der Erklärung von Ussischkrn alle n Fraktionen eine Redezeit von je 10 Minuten zu gelvähren, um so die geforderte namentliche Wstimmung zu vermeiden. Der .Kongreß ist mit der Regelung einverstanden, worauf Herr U s s rschkrn das Wort erhält. Er wendet sich mit äußerst erregten W o r t e u gegen die Erklärung des Präsidenten der Organisation, daß die Exekutive freie Hand haben soll, alle wünschenswerten Schritte zu tun, um eine dauernde Kontrolle über den Keren Kajemeth ruszuüben. Dies involviere eine ungeheure Gefahr f ür d e u Jüdischen Ratio n alfon d s. Dieser Fonds, der zweifellos der populärste bei der gesamten Judenheit sei, habe gerade ist den letzten Jahren eine aufsteigende Entioicklnng genommen. Durch die Untergrabung seiner Selbständigkeit, drohe diese aufstergende Entwicklung jäh unterbrochen zis svcrdcn. Wem der Jüdische Nationalfonds teuer ist, der müsse sich gegen, diesen Punkt in der Erklärung Dr. Weizmamis anösprechcn. Für den Misrachi spricht Rabbi B crläm, der sich kdcnsalls in scharfen Worten gegen die Absicht^neue Statuten anSzuarberten, um eine größere .K""!rolle über den Kerew-Äajemeth - auszuüben, wendet.«. So cf er (Poalc Zion): „Wir sind natürlich von der Deklaration nicht befriedigt. Der neue Mrs, der sich auf dem Koslgrcß gezeigt hat, läßt deutlich die Tendenz erkennen, die Kraft der. Arbeiterschaft zu brechen. Die Arbeiterschaft hat sich aber während der Krise ist Palästina und int Zionismus als eine zu starke .Kraft erwiesen, als das; mait sie brechen könitte. Wir befiitdctr uns jetzt in einer Uebergangszeit deS Zionismus. Wir bctrachtett sie jedoch nicht als die Kraft voir heute, sondern als die Kraft von snorgcrt. Es heißt ist der Deklaratiott „int Nahmen der statutarischen Bestimmungen", und da muß gesagt werden: Noch gibt es in der Zionistischen Organisation gesetzgebende Körperschaftett, ohne die matt keine Siatntctt ändern könnte. Ick glaube an die Kraft der zionistischen Bcjveguttg. Wcntt etwas geschehen sollte, was sich gegen die Fonds richtet, so werden wir wie eist Mann hinter den Fonds stehen. Der iteue KttrS findet tnts ist einer Defensivstelltmg. D i c n e tt c Exekutive t ft der Ausdruck der jetzigen S rtu at i o it t tt der z i o n i st is ch e n Bcwe g it tt g. Wir ü b e rn e h m e n f ü r diese E x e k u t i v c keine Verantwortung, wir g e b e tt ihr rt tt r eilte Ehattce, ein fair Platz. Wir wollen aber die Gefahr des Anseinattdergehens des Kongresses ohne Exekutive vcrhütett und lvcrden uns daher ander A b st i m m u n g nicht beteilige tt." Grünbau in: „Wir habest schon in der Generaldebatte erwähnt, daß die Exekutive sich ttt einer S a ck - g a s s e befindet. Sie steht zwischen zwei Feuern und st ü tz t sich manchmal auf den rechten F l ü g e l g e - g ett b c tt linken urt d m anchmal auf den l i nk c tt gcgenden rechte n. Sie zeigt damit, daß es ihr ganz gleichgültig ist, mit wem sie geht und arbeitet. Sie ist zu allein bereit, nur ttm am Ruder zu bleiben. Demgemäß sind auch ihre Beteuerungen zu schätzen und zu werten. Ich warne die Arbeitergruppen; damit, daß sie der Erkläruttg Dr. Weizmcmns zustimmen, untergraben sie die Zionistische Organisation. Menschen sind wichtiger als Erklärungen. Die Erklärung des Präsidenten ist zweideutig und kann niemanden beruhigen." Ing. Kaplan (Poale Zion): Auch wir sind mit der Deklaration des Präsidenten unzufrieden. In der Deklaration ist «von keinem Programm die Rede. Die Parole, die Krise zu überwinden durch M c Schaffung einer Exekutive, in welcher si'ch kerne Arbertervertreter befinden, ist Gefahr l r ch. Wir hoffen, daß Sie später «irischen werden, daß ohne die Arbeiterschaft der Aufbatt Palästinas unmöglich ist. Wir haben kein Vertrauen zu demjenigen Teil der Exekutive, der in Palästina sein wird. Wir werden uns daher der Wstimmung enthalten. Hieraus schlägt Kurt Blumen se lb namens des Permauenzausschusses zur Wahl vor: Dr. Weizmann als Präsident der Zion-Organisation; Dr. Weizwann wird mit 113 gegen 54 Stimmen gewählt. Nahum Sokolow zum Präsidentsn der Exekutive (mit großer Majorität gewählt, Stimmenzählung fand nicht statt). Die weiteren Mitglieder der Exekutive Dr. Eder, Lipsky, Nosendlüth, Krsch, Sacher, Szold werden en bloc gewählt. Nach der erfolgten Wahl gaben nochmals R u ba - stchow'und Dr. Ar ko so ross (Hitachduth) für ihre Gruppen ihrem M iß.trauen gegen die neue Exekutive in Erklärungen Ausdruck. Das neugcrvählte Aktionskomitee. Mitglieder: 1. Lands tu a n n f ch rt f t ■: n: Adolf Bernhardt, Dr. Bilefki, Kurt Blmnenfeld, Oberrabbincr Dr. Ehajes, Dr. Abraham Koralnik, David Farchy, Dr. Berthold Feiwel, Jakob Fifhman, A. I. Freeinan, Ab. Goldberg, Philipp Guedalla, Dr. M. Hin des, Leon Lewite, Dr. Schsuarja Levin, Dr. Benzion Mossiusohn, Leo Motzkin, Pazkfiei, Dr. Leon Reich, Morris Rothenberg, Dr. Rufeisetr, Dr. Artur Rnppin, Morris Samuel, Rabbi Silber, Idcl Schwarz, Max Syulman, Sttprafky, Dr. Thon, Ufsischkin, Stephen Mse. 2. Sonder verband Misrachi: stürbbi Berlin, Lew in Epstein, Farbstein, Dr. Federbusch, Rabbi Fischmau, Samuel Landau, Dr, Nurock, Prof. Pick. 3. S o n d e r v e r b a n d H i t a ch - d u t h: Dr. Arlosorosf, Eliescr Kaplan, Dr. Mclzer, Spriuzak, Twersky, Werlinsktz. 4. S o n de rverb au d Poale Zion: Harzfeld, Kaplansky, Locker, Mereminsky, Nubaschow. .5. Fraktion radikaler Z i o n i st c n: Grünbaum, Dr. Golowettschik. 6. Fraktion der Revision i st e n: Großnsann, Lichtheiin. ^Stellvertreter: 1. Land s m an n schäfte n: Dr. BroVeffky, Sasnuel Cohen, Dr. Ebner, Dr. Josef Fischer, Goldblomn, Dr. A. Goldstein, Dr. C. Halpern, Dr. Hugo Hcrrmann, Mosche Kahan, David Jzmozik, Dr. Klee, Dr. Landsbcrg, Ing. Landau, A. Lewin, Dr. Licht, Frau Lindheim, I. Mendelssohn, Neiger, Natvalfky, Dr. Ury Nosenblatt, B. G. Richards, Dr. Schallt, Dr. Schmorak, Shelwin, Dr. Schrämek, Frau Silvermau, Stone, Weißgal, Dr. Wahrhaftig. 2. S o n d e r v c r b a n d M >i s r a ch i: Lazarus Barth, Rabbi Levinson, Rabbi Magnes, E. Neufe'ld, Rabbi Olischkowski, Rabbi Ostrowski, Schapiro, Schiff. 3. S o n d e r v e r b a n d Hitachduth: Garfunkel, Dr. Hellmaun, Elieser Joffe, Prof. Laserson, I. Skwrrfkp, Dr. Tartakower. 4. S o n d e r v e r b a n d P o a l e Z i o n: Alfred Berger, Remes, Berl Katznelson, Jdelson, Brudny. 5. Fraktion radikaler Zionisten: Robert Stricker, Dr. Nahum Goldmann. 6. Fraktion der Rlep rs i o n i sten: Dr. Norbert Hoffmann, Wcinschal. Kongveßgericht: Vorsitzender: Rechtsanwalt Gronemcmn; Mitglieder: Dr. Dösider Friedmann, Berl' Locker, Dr. Michael Ringel, Dr. Silberschein, Dr. Theodor Weisselberger, Rosensohn, Dr. Jakob Weiner, Dr. Eckstein, Dr. Leo Goldhammer, Dr. A. Halpern, Dr. Zimmermann, Erich Cohn, Koz-ower, A Lewinsohn. Vorsitzender: Gronemann; -Mitglieder: Dr. Berkelhammer, Dr. Vierer, Garsnnkel, Dr. Deutsch, Dr. Großmann, Berl Katznelson, Dr. Perlmann, Dr. Oskar Cohn, Dr. Feldblum, Dr. Tannenbaum, Dr. Rosmcrvrn, Dr. Wolfsberg. Kongreßamvalt: Dr. Aron Barth; Stellvertreter: Dr. MegDed'MoseL Revisoren: Simon Marks, Montagu Burton; Stellvertreter: . Hanl Goodman, Grwnbwg. Zas Sadget. Bafel, 14. September. (I. T. A.) Der 5kongveß Hat in seiner am Sotrntag abends abgehaltenen Schlußstichun-g ein Gcsamtbudget in der Höhe von 631.000 Pfund angenommen. Darin ist das spezielle Budget der Hadassah von 112.000 Pfund enthalten. Die wichtigsten Teile des Budgets sind: Landw-rrtschaft 106.000 Pfund, Arbeit 65.000 Pfund, Erziehung 53.000 Pfund. Das eigentliche Palästina-Budget — Rückzahlung, Schuldenzahlung und Ausgaben des Keren Hcheffod-Bureaus ist nicht eingerechiret — belä-ust sich auf 469.000 Pfund. AWSQV«W«2SVOOOMXWOV«XXXr0«X)vveX)0«)00«XXXr0O0OX«XXXrS000OV^^ Me kritische PolM in PMWa. Sine SrllSnmg des Ministers Amertz. J-o ham>n i s-b wr.g, 14. September. s(J. T. AI Der britische Staatssekretär für die Kolonien, Herr Amery, der sich gegenwärtig in offizieller Eigenschaft in Südafrika aufhält, empfing in Johannisburg eine vom Oberrabbincr Dr. I. L. Landau geführte Wordnung jüdischer Repräsentanten und gab dieser gegenüber die folgende Erklärung über die von der britischen Regierung in Palästina befolgte Politik ab: „Vorläufig sind in Palästina die Furm-d-a m-e n-be zum Au fb au gelegt, aber diese Fundamente sind so'üde und ruhen auf f-ester Basis. Früher oder später wird der Oberbau aufgesichrt werden; der auf solchen Fundamenten ruhende Oberbau dürste in der Tat sch ö n u n d ed e l sein. Noch aber", fuhr Mr. Amery. fort, ,,sind-die p r a-Dü rstch esr S chwi-e r ig k e rte-n groß. Ohne Zweifel macht Palästina gegenwärtig eine wirtschaftlich sehr schwere Zeit durch. Alle die guten Anfänge, dre schönen Unternehrnungen, die dort boltführt worden sind, bedürfen für die nächsten Jahre der Stütze. Die Anstrengungen, die jetzt gemacht iverden, um einen ansehnlichen Fonds zur glücklichen Ueberwindung -der Kristzj «ufsubringm, haben rneine vollste ^MpupaMe. Die britische Adtninistratron-in Palästina iift stets darum verniiht, Gestihlc nicht zu verletzen und di e Jurte r essen irgendeines Bevöl5e» rundst e-iles nicht zu Lenachckeiligen. Indem sie stets die praktisches: administrativen Schwierigkeiten im Auge behält, ist sie sich voll und cmftichtig ihrer Bestimmung bewußt, dom Golste nnd dom Buch staben nach das von Lord Balfvur im Jahre 1917 gegebme Gelöbnis, welches später i nr Mrnndat wiederholt wurde, zn erfüllen. Dieses Gelöbnis wird gewissenhaft von allen jenen verwirklicht, die rn der britischen Regierimg ein Arnt bekleiden oder in der Verwaltung Palästinas in v-orampwortlicher StellrrNg arbeiten" Begum der Haseuarbeiten ku Fast«. J.erus al e in, 14. September. .(I. T. A.)^ Die Re« gievung Palästinas hat rmt dem Ingenieur G u.t einen ^Vertrag über G e l ä n d e p l a n r e rrrn.g cwst J <rf» sta-o.r Hafe tt abgeschlossen. Sobald die Plasrierung fertig ist, wird mit der Errichtung von Lage r-h ä wfe.n:.n . mb anderen Hafengebäuden begomren we.oen. Die Arbeiten für die Erweiterung und den " rdes -Hafens selbst iverden dieser Tage chegonn"

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