Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3068 (14.9.1927)
- Date
- 1927-09-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Mittwoch <3S$cttCf 9Dftpf|}tit$£i$ttltg 14. «eptmirSer M87 Nr. 3068 verztveifclte Gälte wandte sich schließlich an die Kolonialregierung nm Hilfe. Dort antwortete.man ihm, daß die Heirat nnck dem religiösen Ritus der Singalesen volle. Gültigkeit habe und inan sich schon aus politischen Gründen hüten müsse, die Landesbetvohner zu reizen. Mr. May blieb nichts übrig, als die Scheidungsklage anzustrengen. Nach 7 Monaten urifreiwilligen Aufenthaltes gelang es der unglücklichen Frau zu fliehen. In Ghikago airgelangt. hörte sie zu ihrem Entsetzen, daß sie bereits geschieden sei und Mr. Mag wenige Tage zuvor ihre beste Freudin geheiratet habe. Ser imMelnde Trometer von Eäckingen. Von Egon Erwin Kisch. Vor etwa zroa»»zig Jahren hat eine Wiener Finan,^ behör.'^e ein eiugelaugtes Steilerbekenntnis als zu medrig bearrstärchet: „Wie hiecanrts sichergestettt wurde, besuchen'Sie fast allabendlich die Hosvper, einen Fauteuil sitz benützend, sind Reserveoffizier des k. u. k. Dragonerregrntents Nr. 4, uehlireu in jeder- Woche tm Jagden teil und sind im Vorjahre sogar mehrere Monate lang im Somaliland auf der Tigerjagd gewesen, uachtnrahlen regelmäßig bei Sacher usw. — durchvegs Ausg abm, die dein von! Ihnen fatierten Emkonrmerr kernestvegs entsprechen könne»." — Auf diesen Akt fam folgende Antwort: „Hochlöbliche Stemrbehörde! Ich lebe?lber nrenw Verhältnisse. Hqchachkrngsvvll . -- . T' Wie hieß l-.'er Grandseigneur, dem das Amt so kostspielige Passionen rrachrechnete und der darauf so souveräne Antwort gab? Er hieß: Rudolf Pick. Sem Vater hat das Fiakerlied gedichtet, mit dem Girardi mehr Ruhrn getvann als der Verfasser. Der Sohn aber fand.für sein eigenes Werk nicht einmal einen Irrterpreten. TSh: hat ihn auch! nicht gesucht. Nur in der Handschrift existierte die Parodie, die er verjaßt hat, d'ie sich ferne WeurDe 'schrieben, und die manch anderer zitierte, ohne es zrt wissen, tvvher das Zitat fßanmrc. Erst nach dem Tode Rudolf Picks ist sie irr Druck erschienen: „'Die Nelkenburg. Ein rrtterüches Spiel." 'Das ritterliche Spiel ist irn jüdischen 'Jargon geschrieben. Der Literarhistoriker wird aus diesem mmrdartlichen Witz feststellen, daß die Satire gegen ihre Zeit gerichtetävar, in der die Ritterwmantik und Butzenscheibenpoesie der' Scheffel und Baunchach in Blüte stand; oer aber,'dem ein Werk als Weg zu einem "Menschen wichtig 'ist/ tvird in dem "Autor 'der „NelkenVurg^ den Autor jener Steuersassron erkemien. oer bei Sacher "speist/ in der Wfoper Knen"ständigen 'Faüteurlsitz hat, auf die Tigerjagd (durch eine Duellaffäre berüchttg ist), bei d err ffeudalstelr 'Dragonern "Reserveoffizier kft"— und Rudolf Pick hrrßti'' Me'WW^^M^iiMH-väche und Gemauschel soll vielleicht einen Konflikt zwischen Nmn' tmd Art des Dichters besagen. Die Gestalten, die auf Äw reisigenNellenberg Hausen, sind Wlder,^ie Heinrich Eichenbach mit Fnau Mirme gezeugt hat oder der Trompeter von Säckineien nnt GiselaWerbezirk. Sie, Gisela Werbezirk, ist cs auch," die das Spiel zu neuem Leben erwecken könnte, wrnrn 'sie die 'Rolle des ^Samuel Nuß, des fahrenderr Gesellen spielen würde, 'der 'ihr zuliebe ms Femmine gÄvanbelt werden müßte. 'Denn schließlich Ms egal, ob Nuß ein Schadchen oder eine Schadchente ist. Das „Tramcll' beginnt mit einem "Dialog,"den"der"Herr auf Nelkenburg nrit seinem Burgprokuristen Kuno Kafka führt. Nelkenburg hat den Kafka evrischt. wie er vben auf dem' Söller MÄ dem Türmer Dadeln gespielt hat, und schreit ihn an: „Wenn Sie vier Ober in der Hand haben, kann einer Bresche legen in die Burg, bevor Sie's merken. . . iUnd tvenn Sie sich unterstehen, noch ein Wort mit meinen»! EdÄfräulein Tochter tzu reden,'so laß ich Sie irr Turin iverfen,'bei meiner'Helmzier! Sie Chutzpejünge!! Und die Mod 'soll sich bei der Muhme sitzen uns die Nedann, zustanmenfpinnen, 'bis sie schvarz wird." — Kafka (beiseite): «Traug! Ein nireser Baldowert" Nelkenburg diktiert nui» dem Burgprokuristen ein geharnischtes Sendschreiben an den Ritter Löwerrstamm, denn er findet, mit der Durchsicht seiner'Bücher beschäftigt, daß der letzte Fehdehandschuh noch nicht begliche!» ist. „Sollten Sief ich bis Medio dieses zu keineln von Beiden entschlossen haben, so tm'irderr wir uns zu unserem Bedauern genötigt sehen, Ihre werte Burg zu berennen.^ Die'Wcrrrmngen des 'Burgschreibers weist der kühne Burgherr zurück: „Kafka! Sie haben Lein RÄterbluL! Der Türnnr soll zum Kampfe blasen. Die Kassa sofort in den Keller." Leider sind die Knappe»: und Bogenschützen nicht zuhause. Zivei sind auf dem Gejaid — >,rw tut, Siegfried Fischt n»uß eine 'Luchsjagb gebe»»! Bei Wolfsmilch -st er großgezogen!" , zwei.sind auf bcttt WvchenMarkt, einer ist einkässieren geritten '»»nd Josscl hat wieder seine BernhcrutentMdung. Die Mobilisienurg ist im vollein 'Gange, zwischen dem züchtigen Burgfrckulettt uttd dein reislgeN Knappen, der in Kampf und Gefahr zieht, entspinnt sich ernpfiudsames Minnespiel: „ . . . morgen, Fräulein Rosalie, nrorgen. um die Zeit senken sie vielleicht die Fahnen über mein frisches Grab — ein junges Blut weiuger! — »nein Schlachtroß ivird mrr ncchgeführt, dpr Wo» aüf dem Söller bläst sin'trauriges Nebel — Kafka ist dahin." Aber gemach, es kommt nicht so schlimm. Während die Wälle berannt werde»», der Kampf schon auf den Zinnen tobt, naht der Heiratsverlnittler, söhnt bk Gegner nriteirrander aus, worrnigliche Stimmung rst auf der Nelkenburg, die Fanfaren dröhnen freudig, das tragische Ritterspiel mit einer Ehassene beschließend, tanteradei, ui8> nur k»er liebende "Burgprokunst hat bas 'Nachsehen, er tmrd sich noch einer mideren "Braut und ctucm anderen "Posten umsehen müssen, „fern schnaubendes Roß" am Zügel, zieht er von bannen, ein elegisches 'Lied auf den Lippen: ,7Frau Wmie, — fix soll Wsgrmgen..." —-i--- Lar ungeschriebene Buch. I Das Erleben mancher Menschen äst von einer Ju'ensitLt, j die zum Reden zwingt. Ader Reden ist 'noch »richt Schreiben. | Und gerade ihnen, deren Beruf soder Sendung es ist, Bücher I zu schaffen, den Märtyrern des Geistes, ward es Kar, wir viel! vom Gedanken, vom Bild, auf sdem Weg zur Feder verloren geht uitd daß für den ^Schriftsteller Form schon Stoff bedeutet. Aber das ungeschriebene Buch hat irnchts verloren von. der ersten Jnlprefsion; eS ist identisch mit dem Rausch des Enipfindetwcn, «beihaft wie die Welt >am ersten Tage. Wer könnio ihm ekwaS anhabcn) f.la ksineä Kritikers Ange es bespiegekt, keines Krbernfenen Hand eS betastet? /Man muß zu.r Natur beichten gehen, am Schöpfer zu werden solch eines! metaphysischen Werkes. Das ungeschriebene Buch beherbergt alle Möglichen ten: den Traum des Backfisches, die Schwärmerei der Kammerzoft, die Besessenheit dxs vagabundierenden 'Phantasten, die Eitelkeit des Dilettanten. Dilettant ist fes, der die meistar ungeschriebenwr Bücher fchveibt. Der Dilettant arbeitet, der Künstler schafft, das Genie gebiert. Ihm, dem Dilettant««, fehlt — wie könnte es anders sein — das Maß für di« Dinge, die gestaltet senk wolle«. Er besitzt nichts ^als das übersprudeluda Gefühl, daS Jagen der GÄankcn und Empfindungen, den Druck von etwas, daS das geschrieben« Buch lösen soll. Er ist glücklich, Weil er es nicht schreibt, 'indes alle Wahrscheinlichkeiten vom Gold und Ruhm, aÄle Exzesse des dem Dänwn Feder ausgelieferte« Geistes noch in ihm liege»; er ist glücklich, »veil er »mr die Wunschqualen keuut, nicht die Verzweiflung des Schaffende»!. DaS migeschrieberro Buch ist das schönste Buch. Hier liegt alles beisammen, die Welt vom Anfang bis zum jüngsten Tag, grenzenuud schrastkmlvs, unheimlich, ein G^htzimnis auch nach dem künftigen Schöpfer. Ein singebor«»res schlummert es im Hirn desseu, der es täglich ne» dichtet, täglich neu erlebt, ohne Verpflichtung und ohne Verantwortung. Und im Prozeß Werdens wandelt es Form und Fabel, wird es jeden Morgen ein raueS Entzücken. Mit einer Geste lverden Menschurlebrn erschöpft, mit eurem Blick der Sinn der Welt. Und daß es srch nicht gleich fassen laßt, daß der ungeheure Weg vonr Gefühl zunr Wort, vom Gedanken §utu Buchstaben zurückgelegt werden muß, ein Weg, auf denr manch Edler schon verdarb, ist die Tragik des wollüstigen Nichtschreibers. Fiebernd und aufgewühlt üruß er seine PaffjfKtLt büßen; denn alle seine ungeschriebenem Bücher begleiten lifyn und sie sind — welch neue Qual — um einige Töne höher gestimmt als die geschriebenen, die er greifen kann und lesen. DeS schwer arbeitenden, rastlos seilenden Flauberts Buch blieb ungeschrieben, auch von seinen Jüngern. Er klagte Mauprssant, daß cs ihm nicht vergönnt sei, seine Sehnsucht zu erfüllen: das leichte, zerfließende, aus Licht und Duft gewckte Buch, ein Hauch, der wie silbriger Nebel sich nicht fassen läßt, Erdenschwere abhold . . . Und wer erinnert sich vielleicht (damit neben dem Dichter der Taimensch nicht fehle) an de« unglücklichen Feldherrn Benedek, der gerade das Buch, das so viele erwarteten, so viele von ihm 'forderten, ungeschrieben in der Brust verborgen hielt, mit ihm starb. Jeder Leser erwartet von semenl Lieblingsdichter sein, des Lesers Buch Ein Werk, worin die edelste» Züge des Dichters verklärt erscheinen. Es ist das Ideal des Buches und schon deÄvogen ungeboren. Und es ist ebenso ungeboren »vie jenes, das jedermann selbst schreiben möch!«, wie jenes, von den: wir wünschen, daß es geschrieben tvürde von einem anderen, den wir lieben und der, wie wir glauben, das Kostbarste^ das er besitzt, in diesem Buch verewigen kömrte. Ddan lächle nicht! Wie viele dieser ungeschriebenen Bücher sind schoir geschrieben worden. Nur daß »vir nichts wisse« von ihrem Sein, wenn sie irgendwo auf der Heide vergilben, irgeudtvo in einer Dachstube mit den Sternen allein. Das ungeschriebene Buch ift ein Mißverständnis, Versprechen steht der Erfüllung gegenüber, Ruhm der Derborgeicheit. Selbst' den größten Dichter erfaßt die Sehnsucht »rach dem ungeschriebenen Buch, und daß er sich den Verzicht, die Entsagung auferlegt, macht ihn größer, mystischer. Wohl uns, daß es so viele nnge.schri«bene Bücher gibt. Denn der Wunsch, es möge« an Stelle der geschriebenen die gedachten, ersehnte«, ungeschriebenen, treten^ ist unerfüllbar. Und es ift gut so. Eine vollendete Welt Ware eine hoffnungsloere Welt. ' Das ungeschriebene Buch — sin Erlebnis und darum nur für den Erlebenden wertvoll. Und das banale „Dian könnte Bünde darüber schreiben" ist nur der Ausruf des Naiven, der nichts wpiß von der ..Seligkeit des ungeschriebenen Buches und vom Fluch dcs — geschriebenen. * - r. Mottensichere Wolle. Unter den vielen Neuheiten, die die Leipziger Herbstmesse in diesem Jahre aufzuweisen hatte, ist besonders eine, die berechtigtes .Aussehen erregt hat, nämlich die mottensichere Wolle. Nach larrgen Versuchen ist es gelungen, eiuen Veredlungsprozeß von Wollgamen so dustchzuführen, daß die Mottenplage für Wollprodickte als beseitigt gelten darf. Das neue Mittel, mit wekhern man die Wolle gegen!Motte»l behandelt, wird „Eulan" genannt. Mail ist heute so »oeit, daß nicht nur die mit Eulan behandelte Wolle von den Rmrpen der lMotten nicht »nehr gefressen wird, sondern, was »mit »vichtiger ist, daß. bei dieser Behandlung alle tvertvvlle» Eigenschaften der Wolle, «Griff, Glanz, Weichheit im vollen Umfange echälten bleiben. , Nimmt man an, daß nur ein Prozent der Wolle im Lause der vielen Jahre von den!rNotter» aufgefvessen .wird, so schätzt man zweifellos zu niedrig. . Größerer» Schaden richtet z. B. eine einzige Mvttenranpe durch ein winziges Loch in einer neuen Wolljacke, einem neuen Anzug im Vergleich zu dessen Werte an. Und welch gewaltige Wertverminderung entsteht au echten Teppichen, Polstermöbeln »nrd dergleichen! Es kann kein Zweifel fein, daß der dem Volksvermögen alljährlich durch Mvttzenfraß erwachsende Schaden Milliarden beträgt. SB-ieat, 14. September. Das Wetter. Der gestrige Dag brachte Nuishei-Ierung bei kühlere»» Wetter. Die BorauSpqe Sautet: Regnerisches und kühles Wetter Sei lebhaften westlichen Winoe». Die Gefahren der Grenzübcrschreitung. Die ,Korr. Herzog" meldet aus Bru»»eckr Karl Lad^ stätter, der Sohu des Inhabers -der Wiener Strohhutsirina, und dessen Kollege Joscif Zer »rer unter nahmen eineHochlour in die Venedtgerg'ruppe, von -der sie nicht zur verabredeten Zeit zurückkehrten, so daß die Angehörigen bereits einen Touristein Unfall befürchteten. Samstag erhielten die Airgehörigen ein Telegrainm aus Bruneck mk den Worden: „Wohlauf in Brun eck anULkommen. Rückkehr unbestinrmt." Die beiden jungen Leute dürften eine Tour auff die Dreiherrenspitze oder den Stallensattel urrternommen haben und auf italienischen Boden gerate»» sein, wo sie von den itailieuischen Grenzbehövden festgenom-mc:i wunden. Nach einer späteren Mitteilung wurden die beiden nach Trient gebracht. G» LasMe^DenkotÄ in der Brigittenau. Die Gezircksvertretmvg Ärigtttenau hat vor einigen Monaicu einstimmvg belschloffe»», vor der «großen städtischen Wohnhaltsarvlage in der Strömst ratze (Wi«arffy-Hof) ein LafsaNe-tDeirkmal zu errichte»». Das Denbnml wird von den» Bildhauer Mario Petrucei aliifgeführt. Die Kosten dieses Dankma-ls dürften sich voraussichtlich auf rund 25.000 Schilling stellen. Der städt:>sche Fkrawzaltsschutz hat nun ^beschlossen, dem Denkrnalkoirri'tee einen Beitrag von 6000 Schilling zu bewllligen. Die Lebensmüden. Die STljahrige RechtsaMvaltSgatti» Aga S. wurde aefu-ru vormittags in ihrer Wohnung, in der Mahlerstraße mit Leuchtgas vergiftet anfmffunde»».. Mlüscheiuend liegt.Selbstmord vor. — Der 1^'ü'hrige LehErvg Karl Fischer hat 'sich in der elterlichen Wohnung in «der «GrMchlagstratze durch Eircatmen von Leuchtgas vergiftet. — Im Landesgericht hat sich gestern die dort in Haft befindliche Mjährige Bedienerin Magdalena B. «durch Lysol zu vevgi'ften versucht. Sie wurde ins Jnguifttenspitckl gebracht. Nächtlicher Brand. Gestern >gegen 11 Uhr nachts geriet in der im Hoftrakt deS Hanfes Wahrl-Nigerstraße 5V «befindlichen Werkstätte des «Schneidermeisters I. F r o st ein Tisch in Brand. Da in der Wevkstätte niemand cimvcsend war, hätte «das Feuer, «das wahrscheinlich durch eine weggeworfene Zigarette entstanden war, gefährliche Vevbreilnnig finden körmen, wäre es nicht von Hausbewohnern bemerkt worden. Die rasch alarmierte Feuerwehr löschte den Brand bald. Es »vurde lein mn-nenstverter Schaden angerichtet. In der Währingevstraße mito den angrenzenden Gassen erregte die Auffahrt einiger Lösch-trains großes Auffshsn und allerhand Bra«dg«rächte, die sich jedoch glücklicherweise nicht bewahrheiteten. m „Das neue Gmopa" (Wien, 13. Jahrgang). Seit dem engeren inleraratioralen Zusammenschbutz mächtiger FriedensÄenrente wird die in diesen Kreisen! feit Jahren besonders gewürdigte Zeitschrift Dr. Paul Hohenaus für die notablen Wortführer des Versöhnungsgedanlens und dauernden Welttftiedens zur ständigen Tribüne. Das soeben zur Ausgabe gelangte Septemberhest brirrgt an leitender Stelle von dem bekannten amerikanischen Ban«kier Otto tz. Kahn hochbeachtenswerte Auslassungen, die sich in scharfer Weife S die verhängnisvollen' wirtichaMchen Folgen der Frieerträge wenden und über die isozialen Verpflichtungen der Sieger spreche«. Der Direktor des amerikanischen Handelsnru'seums Dudley Bartlett fordert im Interesse des Weltfr ledens für die internationale Handelswelt eine stärkere Einflußnahme ans die außenpolitische Entwicklung in oen Staaten. Der englische Abgeordnste William Graham kennzeichnet «in scharfen Umrissen die wichtigsten Merkmale englischer und amerikanifcher Mrtischaftspolitik. Ueber die Einigung des Abendlandes spricht der angesehene schweizerische Publizist Dr. M. S z t e r n. Die politische und finanzielle Konsolidierung Griechenlands ftntdet in dem Artikel des Staatsmannes unö Ministers George S. Mercouris eine zuverlässige Schildemng. Ueber die nächste Zukunft des amerikanischen Bankwesens spricht Charles E. Mitchell, der Direktor der Nationalbank nn New York. Interessant und fesselnd ist »veiters, was Oskar Geller über die russische Seele schreibt. Auftnerksamckeit verdienen auch die übrigen Artikel von Helveticus, Kapitän Perfius und Gräfin Trenb«urg. Wertvolle F»mde in Pompeji. «Aus Rom wird gemeldet: Bei den Ausgraüungsarbelten in Pompeji wurde gestern ein großer Holzschrank 'nrit einer Apollostatnette, einem silbernen «Service und einein großen Pok>al mit Tribonen und Nereiden aufgesunden. Für die Ausgrabunlgen in Hereu-larmm wurden üeiuevdings «500.000 Lire vom Staate bereftgestelilt. Dr« BnreauMvmtmlev iu der Lmtge. Im .JesikerfoilM-HosPitat in PhitadelMa wurde ein Mädchen nnterftlicht, daS einen DrenErper tn der Lunge hatte. ES stellte sich Heraus, daß die Kränke nicht weniger als 16 Jahre lang eine Büreauksajinimer ans MessirM rn der Lunge mit sich herumv^ragen hatte, tue ihr einnml aus Versehen in b'e geraten war. Sie hatte bis vor lltrzem keinerlei Beschwerden, Ms das Messingstuck eines TageS durch eine Ersthütternng sich arcs seiner Vetkapfelung löste. Es kannte jetzt durch eine erfolgreiche Operation entfernt werden. Das Bad uv« Mitternacht. , In den eleganten Badeorten aur Mitteln»eer ist es dreses Jahr große Mode geworden, um Mitternacht zu baden. Ungeachtet der Temperatrrr, die dazu oft wenig e»nWdt, sieht man Damen und Herren zr» nächMche« Stunde an de»» Badestrand gehen. Die Acrzte habe»» jchvn eine Zunahme der E r kä l t u n g e n konstatiert, waren jedoch bisher nickt mrstand«r, der Mode Esnyält zu hm. Die Ursache ift; angeblich der Glauibe. daß MoudsclMn aus der nassen Ha»»t einen besonders s ch ö n e n T e i rr t erzeugt. Airs de«nl Rade um die Weit. Aus Stockholm wird urrs berichtet: J»n April 1935 trat der junge schlvedifcho Student Bertil Huldt eine Reife auf donr Fahrrad an, die ihn rurrd uuc die Weit bringen sollte. Jetzt nach '28 Mortale»» ist er »riebet* nach Stockholm zurtickgllkehrt, wo ihn» bm Freunden De# Fahrradsports ein feierlicher Empfang bereitet wrrrde. Z»n ganzen hat er 43.900 Kilometer zurückgelegt Und ist dabei durch 53 verschiedene Länder geradelt. Er ev» erwähnt, daß er die schlechteften Wege m den Balkawländiern und die besten in Indien nud den Bereinigte« Staaten angetroffen häbe. E Amerikanisches Luxusauto wivd für Wiener und Touren* fahrten günstig vermietet, dranß, 3. Bezirk, Mohsgasse Tel. 00-8-00. I