Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3067 (13.9.1927)
- Date
- 1927-09-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3087 Men, Dienstag CLkSner MsrgerrMturrö .?>: Aeptember 10S7 GMsrS BnllverftlmnÄuM der SicherheitZmache unter dem Vovsitz de» nHugelwäh>?jen ObmanmS, Be^-rkKiMxck-tsrS NLaich, stättyefunden. Nachdem der Obmann über die Tätigkeit der neu« gewä-hlisn Intevessenvevtretung Berich', erstattet hatte, wurde die Gründung eines Wirtschaftsvevbandes der Sicherheitswachc beschlnsseiu Me darauf vovge«am>m>LV« Wahl hatte eiichi-vunr-g folgendes Ergebnis: Obmann: Ve-rrkÄnspektsr Rauch, Obmamrstell« er dreier: RayonSriHreZtvr Bardasch und BczirlSnrjpettor Korngast und Bszirrsinspsktor Huber, Schriftführer: Obemxlchmann Springer und PoZkocil. Außerdem wurden noch fünf Beiräte und vier Kafsenkontroövre gewählt. EHLuug der Frau Regrne Ukmian». Sonntag, den 11. September, feierten Abordnungen zahlreicher FrauenLiereine in der Wohnung der Rec^erungsrates Alfred Massarek, des Schiviegersohnes der Frau Regine Ul Mann, den M. Geburtstag dieser verdienstvollen Frau in WerauS Erdiger M5fc. Dip: Verein „Weibliche Fürsorge" ernannte fte zun: Ehrenmitglied und gründete eine Regine Minann-Stiftung rm Betrage von 4000 Schilling. Der humanitäre „MWchSmmfkrfMzwrsSvevetn" ernanirte divAv der Wiener vMMlig zur Bieg! scheu Frarreuiveberue wurde eine Wnstlerifth ausgeftihrte Adpeffe überreicht und die Stiftung egner Baumspende in PaGstina angMndigt. In Vertretung des Dtznisteriimus fVr soziale Fürsorge beglückwünschte Hofrat D-Ävr NürnWrger die JElarin und Mndete chr Uebei durch ein äußeres Zeichen der ministeriellen Ehrung an. In überaus großer Zahl liefen herzliche Briefe em, darunter Von Frau Marianne Hainisch, von Fvm Emnch Hainisch, der Gattin des Bundesprüftdenten. Ms äußere Zeichen der WtzrtsWtzung eülftelt die JiMlavin außerdem nach mtchrere NlnjÄerisch auSgesührte Adressen, wertdolbe Geschencke und idsWare Dlumengaben. eEttM DSenstmann. Der 25Wtrige HÄfSarbeiter Adolf Studura-L-a, der feit zwei Jcchrerr in BeKchrmgen zu der AMrigen HiffsarbLiterin Marie M^rtzra stand, hat gestern nachmikttaqs das Mädchen in dessen elterlichen Wohnung in der Mehlgasse durch zwei Revolverschüße getötet und hierauf sich eine tödliche KuAel in tue rechte Schlafe gejagt. Es scheint sich um keinen einberMMichen Freitod der beiden junAm Menschen zu handeln. Die Mitzka wollte das Verhältnis zu Studrricra, der arbeitslos geworden war, lösen und die fruchtlosen Bemühungen des Mannes, das Mädchen zur Wetterführung der Beziehungen zu bewegen, scheint ihm den Gedanken an den Mord und den Selbstmord eingegEien Ul haben. Ein Abschiedsbrjieß 8er bei Studuicka gefunden wurde, besagt, daß er Schulden hatte und seine letzten Habseligkeiton verbaust hat, um' für den EMS von 28 Schilling dm Revolver zu kaufen. Der Ränder urit den: Mvotver. Wie berichtet, hat der 21jährige BäckeraeMse Johann Schwanz Samstag abends in der Traftr int Hause KriWibertzasse 27 auf die 5Mhrige TroGkauLkr Anna Knucik einen Raubicherfall verWt und sodann, nlL er verfolgt wurde, Selbstmord begangen. Schwarz hatte bei seinem RaubWerfall einen Komplizen, dessen Peüstms-- viefchveivung die überfallene Tvafikantin geben konnte. Es gelang nun, den Barschen in der Person des 20jährigen Jnstalbrkeuvgchilfcn Rudolf Steidl, Anzengrubergasse 2, bei seiner Mrrttzer, einer Trasflantin, nwWhast, auszu-- forschen. Steidl leugnete ursprünglich, Mirde aber von einer Zeugin einwandstel als der Bursche agnosziert, der Schwarz wahrend des Raubanfalles durch das Hochhalten des NollbalLens behilflich war. Unter der Wucht dieser Beweise ließ sich Steidl herbei, ein Geständnis oblegen. Der Verhaftete hat seine ganze Jugend in Bessorungsanstalten verbracht und lernte datt auch Schwa» Sennen, Mt dem er kurz Vor der Lat den Raubanfall bestwach. Steidl wird nach Abschluß der Echsbnngen dsm LandLsgericht eingeliefert. An einer Gräte gestorben. Der 4üjährige städtische Mgtzstellte Ferdinand Rätter hat SarmStag abends beinr NachducchiL eine FSchsWe verschluckt., Er ging auf die Malstatüm der RedtmMsseNschaft w MarWff, wo man M auf die Mukk Haj^. ES. ÄV man ihm dort vorMua, die Gräte in der Narkose zu entfernen, scheute Natter, Lr leidend war, vor dem Eingriff zurück. Er ging von der Mrrik ins JofefstudterLheater, wo er der Vorstellung beiwoÄnte. Nach vmrse zurückgekchrt, wurde er plMich von W^üwt üefallen und verschied, ehe noch ämMhe HL« zur war. Die fanitätspolizqrliche der Lerche LeautragL. Kreditu«d AautisuSSctrÄzsr. Die JuHaber der zur V u. Co., 1. NWK.. Mtp Hevmamr K lamp fl und Antrm Fuchs _ldeten Araße 1, em feparütes S2JMM fitect RHe vv« KvMkbetr^reie». indem Fach? Kmdite unter Haftung der Firma Mvmpfl u. Co. aufnahm! u. dgl. Ferner haben die beiden Genannten hn-rtfi Jnkasfostellen mrSgefchrichenTbe! ^Mbvma wurd<m Kaationen eingshLbe« rmd dadurch chen- ^alKEveiche Personen geschSdigt. Die Betrüge, denen die GeschädrMn nachtraner», dürften 20.060 Wer-- AmGrrwd einer Strafilnsejge wurdeMtM Fuchs Bsu einem Mto getötet. SamStag abends wurde nächst devr Hauke Kek8oe»- IMh^ge Mann Fennes, der Mt dro Straße übersetzte, von einem Auto MerEotzen mrü gegen den BürgLrsteig geMeudert. Er ^8-E dem Kopf geyen einen Mledbaum auf und der- Fahrt Mt dem Rcttrlngsmagmr zur Untzrll- Fennes MNN Seit O0ooooo°ooooooogx)ocxxxxxxxxxaoot^^ 3ns iüdisdke Maus das ittdisdfhe Matt «MMM« JÜDISCHES LEBEN 1 ii.in.il!■■■ 1 " Me Seltor-Siffertativn über „Ar Mische SemeiuLe in zwlieo". An der Turiner Universität wurde dieser Tage der Rechtslandidat <8-ido Dachi zum Doktor der Rechte pronwvrert. Seine Difsertation führt den DLtel „Die jüdische Gemernschast in Italien". Die Gesichtspunkte, von denen Dr. Bachi, der uebanbei «ich PrLfrdorr.t des Verbandes der jMschen Jugend in Stacht ist, in seiner Schrift sich hat LA-en lassem, geht am.-befösn m& bestS^en^der SÄffertoÖMt hervor: „Eine Voraussetzung, die zugleich Ae SchkuMgerurrg sein kann: das Judentum ist keine Religvon. Die Rabbiner waren niemals Priester, die jMsche GemeLnfthast war nie eine religiöse Gemeinschaft, die Exkommunikation diente nie als Waffe z-ur Berteidignug von. Dogmen: das lehrt uns die Geschichte. Und studiert man die Geschichte oh-tre Vorurteil und ohne innreres Entsagen, so ergibt sich aus ihr bloß, eineS: die Einheit des jüdischen Volkes unter der Führung und der OÜsWvanz seines Gesetzes, ferrwr das Strebe» ganz Jftaels nach seinem Land, jenem ^and, dessen Befttzrecht hsuta »ach BerLauf von 20 Jahrhunderten vom MernaÄm«len RcchL dem jÄnjchen Volk zuerkannt hat'." Mm Mimische Mchersvmdm M Nr Wische R»tio««Ubibliothek. Mo uns aus Rom berichtet wird, hat das MarinemvWevmwl dem Bökspiel des KriegsmLnisterrums folgend, sämtliche Publikationen des historischen Departements der jüdischen NatronalbiLlrothek Ln Jerusalem gespendet. Unter den Zuwendungen befinden sich auch mehrere üedentsame Dokumente, betreffend den Weltkrieg und den itMenrschtürkischen Krieg. Der Verlag „CollezÄme Meridiouale" fügte seiuLu bisherigen Bücherspenden ein Exemplar des von W>a Levr yerausgegebenen Prachtwerkes „Die TerraeoLten des Museums von Neapel" hinzu. Großen wissenschaftlichen Wert besitzt auch die vom Bibliothekar der Reale Keademra bei Qincei gespendeten zwei Bände des MonlmrentaÜverkes QrwmaGco Urabioon. Es ist das ein alphabetischer Repertovvrm aller in den wichtigsten historischen, biographischen und geographische» Druckwerken und Handschriften über den Islam vorkommendeu Namen. Das Wer khat Professor Giuseppe Gabriol i und de» Rektor der genarmten BibÄÄhek, di Dianv, zu Verfassern. Schließlich erlftelt dßx MüioMtlMliotheL auch die von Leone ^tzt^mi hevansWgobenen,-Annali dew JstaM. j mm m ZÄre Äte rMM^vssate kW PrivaSbesttz. Aus NE>hu>vE wrvd uns geruMetr Jastf PoLste-i-n, einer der Frchoer der LoNstrwaLvon Juden irr Newyoick und Drrektwllsmrtgil'ied der modernen Jeschiwah ,^kabbi Jrzchak Elchamrn", besitzt eine der seltensten! und teuersten DaLumd- Ausgabsrr der Welt. Die vollständig lückenlos und unversehrt erHaÄene Ausgabe wurde vor 232 Jahren in WmfbsvdcvM gedruckt. Dieses wertvolle Druckwerk >hat Herr Polstein nunmehr der KMEoihek dev gMannten Hochschule znm Geschervk gemocht. DER ZEIT EINE SERIE MODERNER ERZÄHLER IN HERRLI¬ CHEN HALBLEDERBAW DER BAND IN TON S4.- 1AÄ3C ßfcCMD: Xydbo Bcahes _Weg m Go*t, Remaa KNUT HAMSUN: UoterHexW stetaen. Roman llotnoa WELLS: Die <^W4mlra.nvrri^»<>r des Heteeos, Roman m&m WERFEL: Nkbt der Mörder, der Ermordete ist schuldig, Roman EMILE ZOLA: Der Totsc^ä^er^ Roman äSfetr mdhr gaa» \hte4tw Vcarätc^ BHGHHAMDLÖNGS R. LÖ WIT / WIEN E BOTENTURMSTRASSE xb Selbstmord eines RaMners. Aus Warf chau wird uns berichtet: In G»rw-d'Z.iisk ereignebe sich Letzten Freitag ein tvagükchsr Vorfall, durch den die ganFe iKvdenischofft des Städtchens in große Auftegung versetzt wurde. Der iVjährigc Rabbiner MKr-liTri-eck-i stürzte sich in einem Anfall von Irrsinn ans seiner im Weiten Stock gelegenen Wahimng aus die Straße, wo er mit zeHhmetterien Mieder« regu^nyslos liegen Web. Sern Zustand ist hosfnnn-gslos. Rabbiner Malinicki litt schon seit längerer Zeit an einer uniheiwaren Revvenkrankheit. Re rweste WeMonferenr des „Hnsthomer Hazair" In Zanrig. Vom 16. bis 20. September d. I. findet in Danzig die gWeitL Weli-kowseiLNtz des ,Haschomer tzazair" statt. An der Konferenz wenden Vertreter von lö Landesorganisationen teilnehmen, di« insgesamt 35.000 Jugendliche repräsentieren. Die Konferenz wird über die GruniHmgen der Schonrer-Erziehung und über die Stellung mrd Tätigkeit des .Haschomer Hazair" in der zeoaristHchsn Bavegung der Ga-lutH und dvr Arbeitsbewegung der Palästinas verhandebn. . Em Mifth-k Bürsermetster in Montreal. In Montreal (Kanada) würbe bet der Ende vorigen Monats vorgenonrsÄmen Wahl des Stadtpräftdiums d«r jiDisch« Stadtrat Jo^f Schubert Dv die laufende Session des Gemeinöercuxs zum Bürgermeister g«vWt. BÄrgeLmeister Schuftext, der der sozialistischen Partor angeHmt, hielt bereits in' feiner neue» Eigenschaft auf deml in Montreal abgehaltenen metallurgischen Kongreß des britischen Reiches namens der Stadt Montreal oie Begrüßungsrede. Schubert ist der erst«. Jude, der in Mawrcal die-Stelle emos Bürgermeisters VeMeidet. ' Mhue und Kunst. „3m Wirtshaus zum Pechvogel". Bw-gchoaistr. Ich-Warna Douristenim „W i r tsHa^us-MtMt'P^ichvoge-l" emzukehren. Mcht mir, daß, es dort Mn Sterie» lchn^werlig ist, — es liegt abseits von der KambstraHe, Welchem Umstand die Fabel der K ornödieichre VernMÜmML zu verdanken hat — dir paar Gäste, die kommen, philosophieren drei Akte hrudarrch, M chuen! selbst vor dem Text-oie Geduld reißt. Die Philosophie vom- Herr» und DLener, eine für engüsthe Begriffe verkehrte soziale Mchhaunng, beißt sich stW in den Schwanz, dmz drei iMe lang D. Man weiß, was kommen wird. Und weiß es, doch -nicht. Denn Lrswerlen üekourwt der Dichter MWch DmLeis moLwarsche oder shawsche Mwandlumgen, die zn MwarMmge» eftres Themas führen, über das die Figuven des 'MWes schon in ' Wer Jugend Essays gelesen Achen. Derart -ist eine „Kabale und Liebe" zustande Ackormnen, allerdings arHerhalb der höfischen Sphäre, nur mit Ti-raden ausgestattet, welche ihren eigenen Kwnkatuvern zmn Verwechseln ähnlich sind. „Wir Lakaien sind doch brave Menschen," Ed der englischen Gentry unter die Rase gerLeberL Hätte Mp. Dukes nur etwas refflich erwogen, wäre uns aCO^s erspart geMKen. Dies gilt auch f &c Äe Leitung des MrMeaters, das ftch vor Pwtestein der SteuMräML in a0t nehmen sollte.; i . u'i i i'. r Herr tyeätm WWe Wr HerbBUsvaKK mit tim HutzL-orloftgkert, aus der män DranMvcÄeu schneLsn könnte. Ueber Frau Retnhold ist nichts BelastenLes auszusagen. Herr HenUiugs versuchte den Gecken'von einejrst Lord glaubhaft zu machen, aber der Dichter hatte ihn im Stich gelaffen. PanliHartmanW! Der fturiM JüwMng, dem ftust Honig und Butter von den Kppe» fließt, daß cs nur so spritzt, gab dem» Proleten adelige Manieren; mehr mc nicht herauszuhrsten. Frl. Wagansps SpitzLMgkeit rmrßte M Uchsrnd sagen: JOa, dief Saison saugt schön an!" Frau Wohlgeanuth W schL», toeaat sie nichst da fft. Sie! sprüht gut, wenn fte schweigt. Wh 4M nücht tfchu er- | trchagen! I Ew braves S«MtaM»MWrmr,E sMoRmuMtzpartir gebracht, veEch wL Nachftcht der KMk und wÄMemut das Wne. Hans auf dem Mag des 12. November ' v..r. «Das LluhkabisetL." Deutsches VoÜÄheaLsr. Im Deutschen Vollstheater wurde — seltener-Fall — ■c-iit Stück Wödergezffcht. Das Publikum hat sich damit ein gutes Zeugnis ausgestellt. Denn das „Lachkabinett" des Franzosen Mvroel E sp t au, das in Paris angeblich volle Häuser macht, ist ein Saal trostloser Langeweile,'wenigstens in der deutschen Bearbeitung, die uns hier vorgesetzt wurde mrd für die Armin Friedmann seinen anständigen Namen hergogeöen hat. Vielleicht hat das Stück im Original aktuell pointierte Einfälle und parodisti-fchen j Witz; gMieben ist nichts davon. Zwei Bilder lang gibt j 6s „Fliegende-Wlätter"-Einfälle (Reißer: ein gerissener Zahn); die zwei Bilder, die folgen, sind spanisch trostlos gewürfelt #> e x Regieernfaü des Direktors Beer: Jeßnerj treppe zum Zahnarztstuhy, der Inhalt noch trostloser gef würfelt und Pirandelliert; geistiges Symbol des Stuckes: - ein Mann spieü mit Fernrohr den Ehebruchgucker. M j das um den ttefftmrigen Satz: Der Mann wM betrogen - sein. Herr E d t h o s e r, Paula Wes sel y, Kurt L e s s-e-n.! 2da SS&ftox. Sfc**»* > j« ■ '%&•»*