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Wiener Morgenzeitung · 1927-09-11 · Heft 3065 (11.9.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3065 (11.9.1927)
Date
1927-09-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Sonntetü Wiener Moegenzeitung m Befehl Seiner Kaiserlichen Hoheit. Von Heinrich Hermann Hnsserl. ^Äus dem Tagebuch eines Schlafwagen-Beamten.) Zur Dequemlickleit des reisenden Publikums wurden im Jabrc 1892 bei den Nachtschnellzügen der Franz-Josefs- Bnhn Sckllafwagcn in den Verkehr gestellt, und z-tvar: im Sommer für Franzcnsbad imb im Winter für Prag. Eine? schönen Tages, es ivar gegen Ende DezcnGer und fürchterlich kalt, da erschien der ehcinalige Thronfolger E r zh.e r z o g F r a n z F e r d i n a n d mit seinem Gefolge, ohne vorherige Ansage, am Bahnhof, um. nach' Konopischt zu reisen. Vergeblich sah sich der Erzherzog nach dem Salonlvagen um, den er sonst auf allen Reisen benützt hatte. Zufällig bemerkte er dcit Schlafivagcn, der im Zuge ciurmtgiert war. Dieser tvar tvohl bis zur Hälfte beseht. Nach eingehender Besichtigung sprach sich der Gast äußerst lobend über die praktische Einrichtung aus, äußerte gleichzeitig seinen Wunsch, die restlichen Plätze okkupieret: zu wollen, natürlich, wenn auch die Mitreisenden dieses Wagens Gnade vor seinen Augen gefunden haben sollten. Einigernal spazierte der Thronfolger vor den: Wagen hin mid her, betrachtete die Fahrgäste durch ihre Kupeefcnster und frug mich dann, wer die Leute seien. Zu seiner Beruhigung sagte ich ihn:, daß die Insassen durchwegs bekannte Großindustrielle aus Böhmen seien und nannte auch ihre Namen. Hierauf der Thronfolger: „2 a uterI u d e n, n ich t w a h r?" „Kaiserliche Hoheit, das iveitz ich nicht, denn ich frage keinen Passagier nach seiner Religion, das verbietet mir mein Dienst." „So," rief der Thronfolger höhnisch, „dann lverde ich mir wohl überlegen, ob ich die Schlafplätze nehmen soll, oder nicht. Wo ist der Stationsvorstand? Er soll sofort zu mir kommen!" schrie er aufgeregt. Als der Vorstand nach dem Wunsche Seiner Kaiserlichen Hrcheit fragte, erwiderte der Adjutant des Erzherzogs, daß der Salonwagen in dem Schnellzug einrangiert werden soll, da die Kaiserliche Hoheit auf den Schlafwagen verzichte. Auf die Einwendungen des Vorstandes, daß bereits die Zeit zur Mfahrt da sei, reagierte der Adjutant nicht, sondern er wiederholte seit: Anliegen auf Befehl Seiner Kaiserlichen Hoheit. Da gab cs freilich keine Widerrede mehr. Die Zugsgarnitur, die schon angenehm durchwärmt war, mußte auseinandcrgerissen werden, um den Salonwagen in die Mitte des Zuges einzuschalten. Das Manövrieren dauerte eine halbe Stunde. Mittlerweile waren die Klasicnwagen total ausgekühlt. Ms dann der Erzherzog den Salon,waget: bestiegen hatte, richtete der Vorstand an ihn die Frage, warmn er nicht in dem Schlafwagen geblieben sei?; ,^Erlauben Sie mir? Herr Vorstand, Sie tmear-d e -n m i r d o ch nicht zu muten, mit Juden u n-te r e i n c m D a ch z u schlafen? Das Geld, das diese Leute besitzen, macht sie nicht arisch", gab der Gast zur Antwort. 9hm stellte sich heraus, daß die Dampfheizung wegen des Salonwagens nicht funktionierte, er hatte einen Defekt. Der Begleiter des Salonwagens schellte sich :ncht die Bewertung zu machen, daß es diesmal Beschwerden seitens des reisenden Publikums regnen werde, denn vor Kalte-werden sie es nicht aushalten können. Der Thronfolger, der die Klagen gehört hatte, schien seine Unvorsichtigkeit bereut zu haben. Um einen STandal zu vermeiden, ließ er die Fensteworhänge herab und sperrte sich im Salon des Wagens ein. Die Folge der Kaprizen war, daß der Schnellzug mit einer Verspätung von 2]/2' Stunden in Prag eintraf und die Großindustriellen den Anschluß nach Aussig versäumten. Als er vierzehn Tage später wieder nach Prag kam, meldete mir der dortige Stationsvorsteher, daß der Thronfolger mit einer Jagdgesellschaft, von Konopischt kommend, in der Station Äurinoves den Schlafwagen erwarte. Alle Betten sollen zum Schlafen schon hergerichtet sein, und zwar für 12 Personen. So müßte ich in Prag alle Passagiers infolge der hohen Gäste, die ich erwartete, abweisen, obwohl sehr große Nachfrage war. Gegen Mitternacht ivaren wir in Aurinobes angelangt. Kaum war der Thronfolger mit seiner Gesellschaft in den Schlafwagen eingestiegen, als er sich sofort mit der Frage an mich wandte, wann der Zug imch Klein-Reifling komme. Erstaunt sah ich den Erzherzog an und frug verwundert, Hb er sich nicht irre, „denn wir passieren doch gar nicht Klein-Reifling", sagte ich verlegen. Zornig herrschte mich der Thronfolger mit den Worten an: „Sind Sie verrückt? Wer sagt Ihnen, daß wir nicht Klein- Reifling passieren, wir fahren doch in das Gesäuse und nicht nach Wien. Hier haben Sie unsere Fahrscheinhefte. Bitte, überzeugen Sie sich selbst, ob ltnt nicht über Klein - Reifling fahren!" „Ganz richtig. Kaiserliche Hoheit!" erwiderte ich hieraus, „aber das hätte der Stationsdorstanb in Prag mir sagen müssen. Von einer NoutenäNderung war im Telegramm, das der Beamte mir vorgelesen hatte, keine Rede. Es tut mir leid, aber der Schlafwagen muß turnusgemaß nach Wien laufen, da gibt es nichts zu ändern darmi." MSJhm gut! Dam: wird mein Befehl vielleicht wivketi, wenn ich mich an den Verkehrsbeamten in Vesely wenden werde. Der Schlafwagen bleibt bei uns. Er muß vom Wiener Schnellzuge abgekoppelt werden. Der Vorstand in Prag ist ein Esel, weil er Ihnen das nicht gleich gesagt hat!" sagte der Thronfolger. „Verzeihen, Kaiserliche Hoheit! Auch in dem Falle, wenn der Vorstand mir von der Routenänderung etwas ervMnt hätte, wäre es unmöglich gewesc,:. In so einem Fall rnutz die Direktion der Sckllaflvagengesellschaft in Wien vor allem verstäitdigt tverden, und diese verattlaßt dann das wcittre", sagte ich. In Vesely versuchte der Erzherzog sein«: Befehl zur Gcltutig zu bringen. Auch hier stieß er auf Widerstand, und so mußte die ganze Gesellschaft dock) den Schlafwagen wieder räumen. Diese Vcrsügnng versetzte die Jagdgesellschaft ii: ungeheure Errcgut:g. Es kan: zu einer heftigen Auseinandersetzung mit dem diensthabenden Beamtet: in Vesely. Dieser!var der Ansicht, daß Fernstehende sich in dienstliche Angelegenheiten der Bahn nicht einzumischen hätten. Der Schlafivagen müsse in der 'Schnellzugsgarnitur verbleibet:, da helfet: keine Befehle Seiner Kaiscrlichci: Hoheit. Hier hat die Betriebsdirektion der k. k. Staatsbahnei: zu befehlen. Es ivar gerade 2 Uhr uwrgens, kein Wunder daher, wenn sich der Thronfolger bot: seinem Zorne hinreihen ließ und Ausdrücke gebrauchte, die hier nicht wiedergcgeben werdet: könnct:, obtvohl er selbst au den: ganzen Palawatsch schuldtragend ivar. Ab Vesely mußte die Jagdgesellschaft m: t einen: P e r s o tt e t: z n g die Fahrt fortsctzen. Da gab es lvcder Schlafnoch Salonwagen, nicht einmal judenreinc Klassenlvagcn... -- PElZWAREi jeder Art in feinster Ausführung billigst bei ®elMrift«ler Bralntai Wien, II., Glockengasse 8 Tel. 45-4-33 3um Schulbeginn. Ban Dr. Isidor Klarer, Mitglied des Vorstandes der isr Kultusgemeinde. Die frohen Jerialtage der Kinder sind zu Ende. Auf den Märkten, in den Parkanlagen ut:d in der Nähe der Schulgebäude sicht man in Gruppen unsere Hungens und Mädels. Die meisten.freuet: .sich bereits auf das neue Schulighr. Auch die Eltern und nicht zuletzt gerade die jüdischen Elpern sind in nervöser Unruhe ob des Beginnes dev Schulzeit. Berufsaussichten, Vorliebe für ein Studium oder Handel u. a. werden erörtert. Nur wenige der Väter und Mütter, die oft und mit Recht sogar den Hausarzt und Spezialarzt ßeftürnten wegen der Wahl der Schule, fraget: sich nach der Erziehung ihrer Kinder in bezug auf das Judentum. Sie wünschen vielfach,- die Kinder mögen „den: Judentum erhalten bleiben". Wie dies.geschehen kann, darüber geben sie sich keine Mühe, nachzudenken. Nicht von den Eltern ist «die Rede, die selbst' deinl Judentum etwa schon den Rücken gekehrt haben, von ihnen können wir nichts anderes erwarten, als daß sie bestrebt sind, auch ihre Kiuder möglichst allem Jüdischen zu entfremdet:, sondern von den viele:: Vätern und Müttern, die es Lerne Hätten, daß das Kind Jude sei, die nur eben „keine Zett" haben, sich selbst mit bfefem Probleu: abzugeben und die „kein Geld" auch noch für den Hebväischlehrer etwa haben. Die Eltern inögen sich doch endlich bewußt werden, daß der Zusammenschluß Gleichgesinnter nottut, es gibt Möglichkeiten genug,, um unseren Kindern die Freude am jüdischen Wesen zu vermitteln. Die jüdischen Eltern vereine Wnntett die Initiative ergreifen und MiH'elfen, Institutionen zu schaffen, :rm die Schule entsprechend zu ergänzen. Die bestehenden Elternvereine entbehren aktiver Menschen. Bei nr:r einiger Arbeit könnte aber doch ohne viel Aufwand an Geld Ersprießliches Leschaffen werden. .Die Kontrolle durch Elternvereine märe Mon moMtuentz, selbst Wr Mische Orgaanisttiouen, die MsplelsweLe FereUheimaüosirtzer: und es ist traurig, aber leider ivahr, daß heuer aM Tifchoo beaw ausgerechnet ein Kinderfest,«: einem solchen Heim stattfand. (Wann werden wir MUstellte entfernen, die jedes jüdischen Empfindes bar sind, benü däs KiwatoriUiM hdt doch hoffentlich nichts davon gewußt!) Wir haben, und es erfüllt uns mit Stolze wenn wir es sagen, eine ausgezeichnet jüdische Mittelschule <rn Wien, das Jüdische Realgymnasium unter Leitung des Direktors Herrn Dr. Viktor KeLlwor. Glücklich die ^Gsneration, die unter solcher Leitung herantvachst! Wir besitzen auch eine jüdische Volks- und Bürgerschule lim der Talmud Thoraschule. Wer was bedeuten! diese wenigen hundert Kinder, die Et: diesen Schulen erzogest werden, gegenüber den tausenden jüdischen. Kindern, die in dent allgemeinen Schulen herangebildet werde:: und dort, von antisemitischen Anpöbelungen von. seiten der Schulkameraden abgesehen, von nicht iimmer judenfreundlichen Lehrern belehrt wievdejirjedenfalls vom Judentum nichts oder Falsches erfahren. Der Religionsunterricht könnte oder tut es da oder dort vielleicht, d-ie Anregung' zur Beschäftigung mit lüdischeu Dingen geben. Manche Lehrer versuchen es gewiß; ich weiß, man wird mir wieder Lehrer Kindlichkeit vorwerfen, tmeun ich! behaupte, daß weitaus nicht alle unserer Religionslehrer befähigt sind, in den Kindern Li ebe und Achtung z um Judentum zu erwecke n, aber tvahr ist es doch. Nicht die Lehrer sind schuld und nicht 'ljic Eltern, sondern vor allem jene Behörde, der die Erziehung des jüdischen Kindes über alles gehen müßte- Es genügt nicht, Stundenpläne zu verfassen. Stunde,n>intcilung ist nötig, aber die Frage, was in diesen tvenigen Stunden geschieht und wie es geschieht, ob noch immer aus Büchern gelesen oder vorgelcseu wird statt freien Vortrages und statt Redeübungen der Schüler; wie die Schüler außerhalb der Schule in Form von Schulgemeinden oder ähnlichen Einrichtungen Wirtlich mit jktvi- 11. IIS?. Nr. AG schen Dingen befaß, tverden können, scheint niemadnen Au fie* kümmern. Ich süßte mich al- Mitglied des Vorsianees der Kultusgemeinde verpflichtet, öffentlich zu erklären, daß mau seit drei Jahren trotz wiederholter Anstrengungen der zionistische,: Man^ datare der Schulkommission diese Fragen nicntals ernstlich erwogen hat. Die Schulkommisswn hat Wohl ».ach langem Drängen die Einrichtung von Lichtbchüdervurträgen verwirklicht und wird hoffentlich diese Einrickstung ausbauevu bd vor allen: eine Reihe von Vortragenden zu gewinnen verstehen. Wohl ist ans unser Drängen das Jugendreferat für die organisierten jüdischen Jugendlichen errichtet lvordrn. Ab«« eine beherzte Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft ist nicht erfolgt, das Sprichwort „Menuchah" (die heilige Ruhe) ist besser als „Simchah" (Freude), ist weiter Leitmotiv der Führung unserer Schulangel^enheiten. Wieder ein neues Schuljahr, lvieder wird ein halbes Jahr dem Stundenplan gewidmet sein, im Juni werden die. Lehrer» konfevenzen tagen, man wird sich '<egen Hebräisch aussprechen und auf die Schwierigkeiten Hinweisen, die der Stadtschulrat machen könnte ufw. Dann kommen die Ferien und so geht es jahrein, jahraus. Der Stadtschulrat wird sicherlich, wenn die Kultusgemeinde uns die Mischen Elternvererne energisch ihre Forderungen Vorbringen werden, das Recht de-r Erziehung des jüdischen Kindes anerkennen und berechtigten Wünschen Rechnung tragen müssen. Man vergißt» daß die Kinder der Schule entwachsen und dann vom Judentum überhaupt nichts Erfahren haben, trotz Religionsunterrichtes. Schaffen wir doch endlich für unsere Jugend Lesehallen, Bibliotheken, Klubvaunve, Lehrausflüge ins jüdische Museum, auf den ■alten Friedhof, in die Bibliothek usw. Bringen wir doch endlich das Verständnis ^«uf, daß nicht Stundeneinteikung und Lehrer- Verteilung die einzige Tätigkeit eines Schulamtes der jüdische« Gemeinde sein darf. ES genügt auch nicht, die Institution zu subventionieren, wenn nicht vor allem ein Plan merkbar ist. Oder besteht die Absicht, die Schuljugend vor einem Zuviel in jüdischen Dingen zu bewahren? Ich glaube es nicht; es ist nicht böser Wille, sondern Liebe zur „Tradition" des Nichtstun. Wan hat länge Zeit sich um die Jugend nicht gekümmert, es darf, nicht so weiter gehen, daß die Erziehungsarbeit nur ein Teil! der Agenden 8er jüdischen Gemeinde bedeutet; alle harüativen Einrichtungen, alle Kultusinftitutiowen müssen zusammeubrcchen, wenn dxv Nachwuchs fehlt. Nicht bloß der hochragende Friedhofsbau, sondern vor allem eine aufrechte jüdische Jugend sei Denkmal der führenden Männeru (Ha Primararzt als Afeirbahndieb. Den Freund elMsWsett und bestohlen. Auf Grund der Anzeige des Bukavester Seideugroß- Händlers Alexander Jones cu hat die Budapester Polizei Erhebungen gegen den Xtme-tj varer Ptmim«rra uztt Dr. Todvr Szeke res wegen eines mertwmLrglen E-rfen- Lahndiebstahls eingeleitet, der zur 'Vpe-r h-L-sttÄMtzia Dw. Szekeres' führte. Vor zwei Wochen war Jonescu nach 'Mvris gererst, wo er größere Einkäufe in Seidenwaren besorgte. 'Sein Freund Dr. Szekeres begleitete ihn auf der Reise. Mn 5. September kamen beide nach Brümpest undl reisten alsbald von hier Nach Budapest weiter. Auf der Strecke unmittelbar vor Bukarest erwachte Jonscu aus einem tiefen Schlafe mrd fand seinen Begleiter Dr. Szekeres nicht mehr im Coupe. Zu Hause angekommen, stellte er fest, daß ihm die EiseMchnsrachtdoknmente über ein« große Seidenwarensendung aus Paris abhanden gekommen'waren. Er erstattete mm die Anzeige, in welcher er diem Verdacht Ausdruck gab, daß' sein Freund Dr. Szekeres ihn. e im g-^sch lLf er t un d dämm äusgernNllt habe. Auf AehuiMon der Bukavester Pochte: hat die Budapester Polizei ErheVungen eingeteitet und konstättert', 66$ Dr. Szakeres in Budapest tue aus dem Wege nach Bukarest befindliche SÄdennmrensendmrg Jonescus mit Hilfe der Gsenbahndovrmonte nach Budapest zurückbeordert, Mer ausgelüst und verwertet hatte. IMitt dem Gelbe ist er daun nach De-MLs-vMr aügereift. Dr. Szekeres wurde dann in Temesbav 'sierst'Ge n j>tnimcit, wo er daS WePliä-ndn is aükegte, daß er stimm Freund Jonescus tatjWHKH im EisenLchncvupe emgeschlästrt und auSgermM hckSe. Der lenkbare Storch. Die Geschlechtshypothese eines italienischen Friseurs. Aus Bo lo-gma wird berichtet: Vor etwa 30 Jahren hat der Wimer Mische Arzt Dr. Samuel S ch e n f seine Theorie von der willkürliche:: Beeinflussung der Geschlechtsbcstimmung verkündet. Seither mhte das Problem. Nun ist bei dem ersten eugenetisthen Kongreß vom Jahre 1938 in Mailand ein Privatgelehrter, Umberto V i g n o kt aus Bologna mit einem neuen Theorett: dieser Frage aufgetreten. Zwanzig Jahre intensivster Forschung läget: hinter semer Enidecttmg — behauptete Vignoli, seines bürgerlichen Zeichens Friseur —, mit deren Hilfe er nicht nur Monate vor der Geburt des Kindes dessei: Geschlecht vor« ausbestimmett kann, sondert: auch durch gewisse Ein« griffe, die er vorläufig noch nicht ptMzieren will, die aber „weder gegen die Moral verstoßen, twch sonst irgei:dwie unerlmtbt sind", wie er sich ausdrückt, die keimende Frucht nach ihrent zukünftigeit Geschlecht zu beeinflussen vermag. Das empirisch gewonnene Gesetz, auf dessen Grund Vigrwli arbeitet, beruht ans der angeblichen Er-

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