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Wiener Morgenzeitung · 1927-09-09 · Heft 3063 (9.9.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3063 (9.9.1927)
Date
1927-09-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Sette f> Wien, Jv reiht fl Wremer Morgenzeitung 9. September 1687 . . i * V jft. 3068 i)ie oufgefreffene SnfeL ,'v» toi C'Hvk'c sind Raturkmastrophen, d.e eino Zn-'el versch-rvi-nde-n lassen, nichts Seltertes, ater nun kan» von den Enntebbreuen n-icht verlaniten, daß sie mit den schwersten geologisthe» Tatsachen vertraut sind, dxzu solchen ddaturereigiriffci: sichren: nuv.t muß es ihnen irlwlnffen, sie!) ans ihre Äerse nrä ' diesen Verzanken auseinander zu sehen. Es liegt nahe, daß sic meitrcn, das Meer oder gar ein Zauberer habe ine Zn sei aiiigesrZsen. Solche Anschauungen sind auch viel verbre'iet, wie Jack Mc. Laren, der lange ans den Südseeinseln gelebt lcht, berichtet. ,,Jn der Salomo-Gruppe," schreibt er, „war eine bevölkerte Insel, die mehrere Meter über dem Wasser lag, als ich sie zuerst 'ah. Einige Moirate später uxu sie im Mc er verschwunden. Die Bewohner hatten sich gesliichlet, und als ich mit ihnen darüber sprach, teilten sie mir ihre Uebsrzcugung mit, daß die Insel versun-ken sei, damit eilt heiliger Berg auf einer der größten Inseln höher werde. Sie meinten, daß der Berg die Insel ver chlnnaen habe, um durch sie an Größe und Kraft zu gcwdinen. An einem wenig bekannten Teil der Küste von Ncu-Gninca lag eilte mit Pflanzen bedeckte San-bank, die mit jeder FrühZngsflitt enger und kürzer wurde, io daß die Eingeborenen ihre Hütten von dem User immer weiter znrückrücken mußten. Schließlich verließen sie die Bank, und merkwürdigerweise Hörle seitdem das Einschrumpfen des Latldes auf. Aber die Eitigeüvrencn wollten nicht mehr'zurückkchren; sie erklärten de Sandbank für „c>iueu Ort, der dw Menschen haßt", und nannten sie so. Meistens wird für das Verschwiindeti einer Insel Zauberei verantwortlich gemacht. Bei einer Fahrt durch die Lou sdale-GrupPe stieß ich auf eine Flotte von Kanus, die mit Eingeboreueu gefüllt waren. Sie hatten Plötzlich ihre kleine e'nsame Insel verlassen müssen, weil sic „in einer Stunde wie Zttcker geschmolzen war". Sie glaubten, daß eiw entfernter mächtiger Zauberer dem Meere befohlen habe, „das Land ganz rasch aufzufressen". Sie hatten eine große Wut auf den Zauberer, aber als sie auf euer anderen Insel angesiedelt ware-n, wagten sie nichts gegen ihn zu sagen, denn sie fürchteten, er würde' ihnen ihre neue Heimat ebenso vernichten wie die alte." Wien, 6. September. Das Wetter. Das' angekütidig.'^ schlechte-Wetter ist gestern etttgetreten. Gegen Mittag setzte heftiger Regen ein, der bis in die Abendstunden währte. Die Voraussage lautet: Im allgemeinen kühles, trübes Wetter mi-t Niederschlägen/in den Noodal-Pen zeitweises rasches A-ufklären. Aerztliche Nachricht. . Dr. Anna Sucher, Fachärzti-n für innere Krankheiten, Wien, VI., Mariahilferftraße 113, Tel. 55*43, ist vom Urlaub zurückgekehrt und hatihre ärztliche Tätigkeit wieder ausgenommen. - Das Ostjeker Tagblatt „Die Drau" . feierte ge-stern das 60jährige Jubiläum seines Bestandes. . Ans diesem Anlaß hat die Redaktion eine reich-haltige Jubiläums- Nu-mmer herauHgege-ben, welche die Geschichte dieser ältesten bestehenden deutschen Zeitttng in Jugoslawien in interesianten Ansätzen darstellt. Vermißt. - Beim Polizeikoitnnissariat, Innere Stadt wurde -gestern die Anzeige erstattet, daß ber 21jährige Student der Staatswisien* schäften Ivan Najic, 1. Bezirk, Hotel Erzherzog Karl wohnhaft, seit vorgestern früh spurlos verschwunden ist. Rajic war vor einiger Zeit mit seinem Vater aus Esseg nach Wien gekommen, tim hier wegen seines Nervenleidens einen Facharzt zu .konsultieren. Gegen 0 Uhr srüh -hat er sich aus dem Hotel entfernt und ist nicht mehr zurückgokehrt. An seinen Vater ließ er einen Brief zurück, in dem er mitteilt, daß er noch nicht wiffe, ob er zurückke-hren werde. Die Eltern haben auf die Bekanntgabe von Mitteilungen über den Vermißten eine Belob n-ung ausgesetzt. — Seit dem 30. August ist der 17jährige Dreherlehrling Arnold Baumgartner, 16. Bez., Bruunengasse V wohnhaft, - spurlos .verschwunden. Der Junge hat bis etwa 5 Uhr nachmittags an seinem Arbeitsorte geweilt und ist nicht mehr nach Hause gekommen. Er ist mittelgroß, hat ovales Gesicht und blondes Haar. Von einem Stratzenbahnzug zermalmt. - Vorgestern abends geriet an der Ecke der Hernaiser Hauptstraße und Lacknevgasse der B ü r sten binde r me-i ste r Jakob Kling er, 9. Bezirk, Georg-Sigl-Gasie wohnhaft, beim Aufspringen unter den Beiwagen eines Straßenbahnzuges der 2in:e „43" und erlitt eine buchstäbliche Zermalmung der Schädel decke. Der Unglückliche starb, noch vor Eintreffen der Rettungsgesellscha.ft. Die Feuerwehr mußte ausrücken, um die Leicheunter dem Magen' hervorzuziehe-n. Großer Kasseneinbrnch in. der Brigittenau. . In. der Nacht zutn 8. d. M. drangen Einbrecher -in den Kassel trau in. des Gastwirtes Moriz Keßler, 30. Bez., Nauscherstraße 7, und sprengten die eiserne Kasse auf. Sie erbeuteten 1000' Schi l l i n g Bargeld in verschiedenen Noten, dai unter eine zu 100tl Schilling und 20 zu 100 Schilling, dann 1000 Tschechenkronen, eine goldene Herrenuhr mit Stop- und Schlagwerk, eine goldene D.oppe l man tel-Damen u h r mit langer Gliederkette, ein Goldstück zu 5 Dollar, zwei Goldstücke zu 20 ll, fünf zu je 10 ll, 6 00 Silberkronen und Bruchgold. Der Ge samt schaden beträgt etwa 8000 Schilling. Verhaftung des Betrügers Max Freund in Triest. Seit denk Jahre 1923 wird der 35jährige, ehemalige Bankgeschäftsinhaber Max Freund vom Landesgericht Wien zur Verbüßung einer vierjährigen schweren Kerker strafe gesucht. Freund, der. während des Krieges ivtzgen Preistreiberei und Betruges zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt worden war, wurde in der I nfl a tio nszei t Teilhaber eines Bankgeschäftes, verlor aber Infolge unglücklicher Spekulationen sein Vermögen. Unter dem falschen Namen Ettor.e Cognett: fälschte er Schecks in der Hohe einer halben Milliarde und wurde deshalb zu vter Jahren schweren Kerkers verurteilt. Den kurzen Strafaufschub, der ihm gewährt wurde, benützte er dazu, verschiedene Betrügereien zu verüben und ergriff dann die Flucht. Als die großen Fälschungen der O b e r ö ft e r r e i ch i s ch e n Wasf^rtra ft-Aktien ausbamen, wttrde festgestellt, daß »uro Frennd daran beteiligt war. Nunmehr wurde das Sicherheitsbnrcan vott den Triester Behörden benachrichtigt, daß Freund, der auch in Triest unter dent falschen Kramen Leo F rank e tt st e t n Betrügereien verübt hatte, verhaftet wurde. Das Attsliefernngsbcgc'hrcn wurde eingeleitet. Giftige Milchschokolade. In Versailles ist ein sechsjähriger Knabe nach dent Genug von Milchschokolade unter schweren Bergiftunascrscheiitttngen erkrankt. Er mußte ins Spital geschafft werden, wo er starb. Auch.bei aitderen Personen, welche Schokolade aus dent gleichen Bäckerladen wie der Knabe gekauft hatten, wurden Vergiftnngserscheinnngen festgeskellk. Eine ägyptische Plage. Wie ans Kairo gemeldet wird, haben riesige Heus ch r c ck e n f ch w ä r m e, die ans dem Jnnertt Afrikas gekommen sind, große Gebiete Aegyptens überschwemmt. Alle Abwchrmaßnahmcn haben sich bisher als unzureichend erwiesen. Ein Großteil der Ernte ist vernichtet. Rekordanslandsbesuch in Wien. Das Zentral moldeamt >der Polizeidirektiön veröffenmcht jetzt die Fremdeimerkehrsziffern für den Monat August, woitach der Fremdenverkehr des Monats August mtt 62.603 gemeldeten Fremden eine Steigerung von mehr als zehn Prozent gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres aufweist. Au die er Zunahme hat ausschließlich der Auslandsbesuch Anteil. Der stärkste Zuwachs ist wieder aus Deutschland zu verzeichne» (August 1925 10.304, August 1926 11.922, August 1927 14.012.) Auch der Fvemdenzustrom a>»s A m c r i k a ist in steter Z u n a h m e begriffen (August 1925 2612, August 1926 3017, 'August 1927 4416.) In den ersten acht Monaten dieses Jahres haben 16.315 (I!)14 5580) Amerikaner in Wien geweilt. Auch aus einer Reihe a-uderer Länder ist der Fremdenverkehr gegenüber den Borjachreu außerordentlich gestiegen. Jnsbejoderc sind an den Steiger»»gen beteiligt: Aegypten, Frankreich, Blroßbitannien, Italien, Palen, Rul mänicn und die Schweiz. Die steigende Tendenz des Wiener Fremdenverkehrs hält auch in dwsm Monat an, sc, daß iitfowcder Wiener Messe die -meisten Hotels und Pcnssonen voll besetzt sind und die Heranziehung von Privatg-uarlieren notwendig wurde. An der unentgeltlichen hebräischen Bibelschncke des Sunagogeiwereines ,/Seth-Israel", 2. Vcz., Leopoldsgasle 29, beainnt der Unterricht am 18. September um 10 Uhr vormittag--. Ei» schre: bange» täglich abends von 6 bis 8 Ilhr, Sonnlaas von 10 bis 18 -Uhr. ' E Einladung an die Messebesucher. Die Seidetthäuser S. Wllheim, l., Bauernmarkt 2 a, mH I., Tuchlauben 8, -laden alle Messebesucher zur Besichtig ung des rcichsortiertan Seidenlagers cm. Es gelangen alle Arten Seide zu fabclha-ft billigen Preisen zum Verkaufe. Wiederverkäufer werden speziell aufmerksam gemacht, daß in den Seide-trhäusern Willhe'im große Posten Seide auf Trausttlager zu äußerst billigen Preiseis verkauft werden. ooaxxmxx)ooQcxmx}(xmxmx5ooooooaxx50(xmxxioo(xxxxxmxx)ooooooQOooocmm unmsches leben ywfwiwawif ■iihiim'W Lkerr-fchter Seuiamitt korsz« zum amerika' niimen MUsiied »es Futernaüoualen Gerichtshofes im Haag ernannt. Präsident Coolidge hat de.n Oberrichter -am Neivyorker Appell-al-iousgericht, Bettjaiiiin Caro za, zrnn - amerikanischen Mitglied des Jnteriratiotra(-en Gerichrshofes inr Haag erna'.knt. Der Vorgänger Earozas in die sein Amte ivar ebenfalls ein Jude: der inzwischien verstorbene Oskar Straus. Caroza wurde 1870 in Newyork -geboren. Er ist der Verfasser einer Anzahl grundlegender Werke über amerikanische Jurisprudenz. Er ist Vorstandsmitglied der > spatiiolischvortug-iesischen Synagoge. (I. D. A.) Mvisches Wandererelend in Janzlg. Der Berichterstatter des Warschauer „Moment" hatte diestr Tage eine Unterredung mit dem Pr-äsrdentvn des Danziger jüdischen Zentralhilfstomitees, Julius Becker, dessen Arbeit hauptsächlich in der Unterstützung der in Danzig steckcngebli-ebenen jüdischen Wanderer besteht. Schon seit mehreren Jahren geht der Zug der jüdischetl Wanderer von Polen trach dem Ausland und zurück durch die freie Hafenstadt Danzig., Diese jüdische Waudererbewegung hat in den letzten Monaten stark an Umfang zugenommen. Außer einer' großen Zahl polnischer Juden, die aas Palästina zurückkamen und in Danzig blieben, kommen seit einiger Zeit auch viele Juden, fojic aus England, Frankreich, Ungarn und anderen Ländern ausgewieset: wurden. Dcr sie keim eigentliches Reiseziel haben (Polen bereitet ihnen große cPaßfchwierigkeiten), verbleiben diese Wanderer -in Danzig und tverden vom zentralen Hilfskomitee unterstützt. .Herr Becker mußte die traurige Feststellung machen, daß die Danziger jüdische Wohlfahrtsstelle vor dem Bankerott stehe, weil ihr von keiner Seite eine materiell- Unterstützung gewährt werde. Im Jahre 1926 habe:: die Ausgaben der Wohlfahrtsstelle mehr als 100.000 Gulden betragen und in diesem Jahre ivcrde diese Ausgabeirpost sicherlich verdoppelt werden müssen. Demgegenüber sei in de>: letzten zwei Jahren von ausländischen! jüdischen Organisationen oder Gemeinden nicht, ein Pfennig Subveiüion eingeflofsen. Tsr enriopäische Vertreter des Joint, Dr. Bernhard Kahn, erklärt, für die Danziger Wandererhilfe kein Geld zur Verfügung zu h.aben. Die jüdische Gemeinde itr Danzig mit ihren rund 1000 Steuerzahler!: ist außerstartde, aus ihren Mittelt: allein das große Heer jüdischer Wanderer, die iausschließlich aus Polen stammen, zu erhalten. Bezeichuerid ist, daß unsere Gesuche at: die großen jüdischen Gemeinden in Polen um Unterstützutu; ihrer jüdischen Landsleute buchstäblich ganz ergebnislos wären. Keine einzige jüdische Gemeinde e,:tsprach dem Ansuchetr Selbst die jüdische Gemeinde .in 'Warschau hat bisher die beschlossenen 2000 Zloty nicht ^schickt. Wenn das gleichgUtige Verhalteu der jüdischen Gemeinden in Polen keine Aenderung erfahret:. sollte, müßte die ganze jüdische Wandeverhilse in Danzig liquidiert werden. , beim Salomo Schiller und des großen zionistischen Vorkälnpsers Gerson Zipper aus den: Lande Galiz'en, der viel Geld für den Bau dieses Hauses gesammelt hat e. Ihre Sccten ruhe-: üm Ed.-n. Möge es uns beschiedet: sein, dieses .Haus zum Ruhme unseres Volkes und unserer heilige» Stadl, die zun: Lebet: erwachen auf den: Boden unserer Bät-r. Am Tage der Eröffnung des 16. Kongresses in der Stadt Basel, Sch-veiz." Das Dokument trägt die Unterschriften S. W e i z - m a n tt, Obmann des Baukomitees, Ch. K a l w a r i s k y, namens dcr ziotnstischirn.Leitung, Ch. S ch a ch a r, im Namen des Unterrichisdcpartemcnts, Architekt P. Kornberg, die Lehrer K. I. Sil mann und D. Thomas, Dr. M. Weizmann, namens der Aufsichtskommisston und A. Gell er im Namen der Bauarbeiter. Bon den vorhandenen Geldmitteln wird zunächst nur ein Drittel des ganzen Bauplanes duvchgeführt werden kömten. Dieser Teil wird binnen neun Monaten fcrtiggestellt ttub für das Schuljahr 1928/29 bereits benützt werden können. Das Erdbeben kn Palöstbr». Sehr schwache BöjÄligttNig der Araber a.n der HilfsMion. Ans Jerusalem wird uns geschrieben: In jüdischet: Kreisen erweckt es euren sehr peinlichen Ekttdruck, daß die 'Araber sich an der Hilfsaktion ,für die vom Erdbeben heimgesnchten FMtiliert, obgleich die uteistett her Betroffenen Araber sind und unter den Ambe nt sich sehr viele reiche Familien befinden, mit k a u nt ,tt c nrtettswerte tt Beträgen beteiligen. Die bisher bei.der Sammelstelle der Regierung eingelnttseiten Beiträge im Attsmaße von etlva 16.000 ägyptischen Pfund lvurden zu 85 Prozettt von I n den des Landes und des .Attslandes gespendet. Bezctchnend ist hierfür der Ausweis der Speitdensanmtlttng in Tibertas, wo 46.4 ägyptische Pfund -ausgebracht wurden, und zwar von der Stadtverwaltmtg -16 Pfund, von den Judett 23.6 Pfund, von den Christen.7.6 Pfund und den Muselmanen 6.2 Pfund. Gerade -in Ttbertas gibt es eine ganze Anzahl sehr reicher arabischer Efsendis, und auch diese verhielten sich -ablehnend. Die jüdische Presse Palästittas weist ans diesen Ntnftand hin mit der Hinzttfügung, daß die Palästinaregierung bei der Verteilung der Gelder nicht die erforderlichq Rücksicht auf den Ursprung der Beträge, so ganz besonders in Jerufalenr, übe. ,,'Dawar" tveist darauf hnt, daß der größte Sachschädvit in der 'Altstadt von Jerusalem verursacht wttrde ^uttb darunter 'fast ausschließlich Juden gelitten haben. Bis jetzt wttrden etwa 360 Hauser von der Bankonnnission als baufällig und unbewohnbar festgestellt underakuiert. Ueberdies w-urden weitere 700 Gebchide stark beschädigt, die ciitei* grnttdlichen Reparatur bedürfen.. In das zentrale .Hilfskomitee der Regierung, das aus Alvölf Mitgliedern besteht, wurden bloß zwei Juden genommen, i Me GkllnSsteiuurkunde des hebräischen Gym> uafinms kn Jerusalem. .Bor einigen Tagen wurde in Jerusalem der Grundstein für das neue hebräische Gymnasium gelegt. Es waren nur wenige Personen anwesend, da die Hauptfeier erst nach Beendigung des Baues stattfinden soll. Die vott Herrn Sil mann verlesene Grundstetnnrkttnde hat folgenden Wortlaut: „Zum"Gedenke»! .Heute, Diettstag, den 2. Elul :»: Jahre 1858 seit Zerstöruttg des ztrelten Tempels, im zehttleit Jahr der Balfour-Tcklaratiou, durch welch: uns das nutiouale .heiut iit unseren: Lat:de verliehet: wurd:, das ist nach unserer Zahlung seit Erschasfut:g der Welt im Jahre 5687 — wurdder Grundstein zum Bau der Mittelschule, des ersten Gymnasiums in Jerusaleu: in der Borstadt 3techa>uia gelegt. Wir danken Gott, di:ß dies uns beschielet: ward und möee dieses Haus ein Haus 'c>rr Lehre und der Wissenschaft, ei» Hort der tmtionalen hebrnischei: Erziehung werden, in welchem) Schüler für die hebräische Universität auf dem Tkopusberg in unserer heilige» St. dt r-o.'b-re't':-: w»-rd:n. Dem etvigeu Gedenlen gewetht sei-.tt di- Nante» des Begründers und großen geistigen Leiters des Ghmn-.isiunts Ra- Eim Sofer-Familie in den Flammen «mgekommen. In deni polnischen Städtchen B ia l a - P o d t a s t a ereignete sich letzten Sonntag, wie uns ans Wj-arschatl berichtet wird, -ein furchtbares Brandunglück, dem fünf Mensche ü zlum Opfer siel-en. klm 1 Uhr itnchts entstand itt ieittem holzhänse ein -Brand, der blitzschnell das ß-attS'e Haitis -erfaßte. Jur erstell Stock ivohiite die Familie des Thoraschreibers I iz ch-a k-R nb in st ei », die im Schlafe vom Unglück ereilt wurde. Die g a n z e F a nt i l i e der Thoraschreiber, seine Frau, Tochter und Sohn, dessen Hochzeit in den nächsten Tagen hätte stattsind-en sollen, sowie ein Gast -der Familie, der zur Feier der Vollendung einen voll Rffibinstein geschriebeneit Sefer-Thora in daS Städtchen gekommeit war, wurden als verkohlte Leichen aufgeftlnden. Die gesantte Einrichtung, -darunter auch drei Thorarollen, fielen den Flanmien znnl Opfer. Die stidische Bevölkerung des Städtchens ist unter dem Eindruck dieses tragische,: Falles so niedergedrückt, daß sie am nächste,: Tage steiwiliig einen Fast'ag ansetzte sän-'liche Gcschäste geschlossen hielt.

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