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Wiener Morgenzeitung · 1927-09-08 · Heft 3062 (8.9.1927) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3062 (8.9.1927)
Date
1927-09-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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'2 rite Men, Wlsner 8. Sevtemker 1927 Nr. 3082 dürfe und a -o. u n a d o ä n o, i § von der londoner Exekutive u.i anniercu bat. Li; Fonds finb die'er Palästina- Exekutive ui müeriretlen. und eine-? der drei Mitglieder m.uß Direktor de-> t'kaiionali'ondS sein. ,Bie-der bekleidete U s f<i-f cli? i n diesen Posten.'! 2 a B u d g e t r e eli t a c h l am f die P a l a st i u a > tr i; eint i 'o e i'r l> e v, und der Kongreß hat Dior, die Gesnnnsumme;u bestittnneu. Mit der svrage d e r 21 n I c i li e hat sich nicht der Kvngres;, sondert? andschlietzlich die Pnlüstiiia-Erl'kntive zu bemn'en. Nach diesem Referat wurde riE Prol^bsitMMttn^. durchgesührt, die ergab, das; im Plenum 153 Delegierte gegen und nur 123 für diese-.- Triumvirat gestimmt hatten. Es ist also der Vorschlag der dreigliederigen Evekiktive erledigt. Im siimnzpoliLffchen Ausschuß wurde die Einsetzung eines Kontrollors beantragt, welcher die Amtsgebarung in sämtlichen Institutionen zu untersuchen und insbesondere die Uebcrprüfung des Bennrtensicrtuts vorznnehim.'n hat. Me BZlkerbnnd-Anleihe für de« Palästina-Ausbau. P ra g, 7. September. Die „Prager Presse" verzeichnet heute die (von uttscrem o. a. Berichterstatter bereits mitgcteiltc) Meldung, dass zur Lösung der finanziellen Situation in Palästina eine Anleihe unter der Garantie des Völkerbundes, unter besiMerer Förderung Gralarrds, aufgelegt werdet: soll. Nach dieser, aller-dings noch un v e r b ü r gt^-n Meldung ernster politischer Schweizer Blätter soll die Anleihe vier Millionen Pfurrd betragen und unter den gleichen Modalitäten erfolgen, wie seinerzeit die Sanierungsanlerhe für Oesterreich. Ae KonMniemng der ZeMW Agemh. At!r Ende des »öWen Jahres. Bafel, 7. September, Die Konstituierung der Jetvisih Agench rückt immer weiter. in die Ferne. Wie Präsident W e i z m a n it angekündigt hat, werden die Experten ihren Bericht im Februar oder März ausarbeiten. Dann soll . eine allgemeine Konferenz der Kommission znr Erweiterung der Jcwish Agency - ziksammentreten, um den E x p e r t c n b e r i ch t anzuhören. Präsideut Weizmanu wird unmittelbar nach Schluß des Kongresses nach Palästina gehen. Den Winter wird er in Europa verbringen und zu Beginn des SoinnrerS nach Amerika reisen, um sich der Konstituierung der Jewish Agency zu widmen. Die vollständige Organisierung der jüdischen Vertretung wird aller Voraussicht nach am Schlaffe des Jahres 1028 erfolgen. Es ist in ehr als fraglich, ob bis zu diesem Zeitpunkt auf eine materielle Beihilfe der anierikanischeu Nichtzionisten zu rechnen sein wird, und es-erscheint schon heute so gut wie sicher, das; die Zionistische Organisation die Lasten des Aufbauwerkes zumindest bis Ende 1928 allem wird tragen müssen. 9er Seetesg Englands mit Transjordaniev. gilt zwei Fahre abgeschlossen. ' 'Jerusalem, 7. September. Der hier veröffentlichte Vertrag zivischeu England und Transjordanien ist für zwei Jahre abgeschlossen. In dem Vertrag wird der Emir A ü d u l I ah als höchste Instanz auf den Gebieten des Militärwesens, der Rechtspflege, der Gesetzgebung und der Voll zieh nngsgewalt anerkannt. Es tvird ein gesetzgebender Rat aus 15 bis 20 Mitgliedern vorgesehen, aus deren Mitte fünf Minister von: Emir ausevwählt iverden, namentlich der Premierminister, der Minister des Innern, der Justizminister, der Unterrichtsminister und der Kriegsminister. Sämtliche Mitglieder des gesetzgebenden Rates soll«: ihr Amt so lange ausüben, als sie die Zufriedenheit des Emirs ' Abdullah besitzen. Großbritannien verpflichtet sich, technische Ratgeber zu stellen. 9er svgMÄe Gewerkschaftskongreß. Abbruch vsr Verhandlungen mit den tifln SewerklSaslen. Edrnb urgh, 7. September. Der Gewersschastskongress hat ' heute mit riesiger Mehrheit beschlossen, die weiteren Verhandlungen mit dem russischen GewevssckMstsrat abzubrechen. Es tmnde ein Telegramm des russischem Gewerkschaftsrates verlesen, welches den englischen Ar bsiterführorn vorwirst, während des Generalstreiks die Jnterefftn der Arbeiter verraten zu haben. . An Ausruf der Ssteneichischeo EoMdemokratie. „Rur Mit den Mitteln m Jemottatte". Die Porierverlretung der ' deulstssösterr.ichisthon Sozialdemokratie und der Verbandsvorstand der sozio9 demokratischen Abgeordneten und BnndeSräle vröfsrnlliclien einen Aufruf, in weichem nach einem .Lnnweise ans die Iuliereignisse gesagt wird, die Kapitalisteuklasse hoffe, die Stärkung ihres Gewaltapparates werde es ihr ermöglichen, den Mieterschutz zu vernichten, das Koalitionsrccht der öffentlichen Angestellten zu zerstören. In d-en Schreckenslagon habe die Regierung Zeit gefunden, das bäuerliche Kredilwesen der Bodenkreditanstalt anszuliefern und den Großbanken Milliarden Steuern zu schenken. Nun soll der Zolltarif aus Kosten der breiten Massen, d-er Verbraucher, Grund- und Industrieherrcn bereichern. Ein schamloseres Projekt als das internationale M e h l k a r t e l l sei noch nie entworfen worden. Den Arbeitslosen, die schon mehr als 60 Jahre alt sind, will die Regierung vom 1. Oktober au ein Drittel ihrer Notstandsunterstützung ranbcn. Wir können, heißt es in diesem Aufruf weiter, dieses blutbefleckte System nicht gewaltsam stürzen. Nur Toren können glauben, nur kouummistische Tiomaigogton können empfehlen, daß die österrKchischen Arbeiter »ritten zwischjm dem Italien Mussolinis und dvm Ungarn Horthys ihre Hoffnrmg mrf die Gewalt fetzten sollen. Nein, vor die Karabiner des Herrn Schober mag uns die Bourgeoisie locken wollen; wir wissen, daß mir die Befreiung des Volkes von dem Drucke des kapitaliftischklcrikalen Regimes der Reaktion nur mit den Mitteln der Demokratie und nur durch die Gewinnung der Mehrheit des Volkes erringen können. Der 24. April hat gezeigt, daß nur eine kurze Wegstrecke uns von diesem Ziele trennt. Deshalb gilt es nunmehr, den Kampf mit dsn geistigen Waffen um die Gewinnung der Bolksmehrheit mit verstärkter Kraft Mieder aufzunehmen. Ein neuer Feldzug um die Seelen des Volkes muß beginnen. Dieser Aufruf ist ein Sieg des linken Flügels, der nach den Juli-Ereignissen zurückgedrängt schien. Zwar wird die Anwendung der Gewalt ausdrücklich abgelehnt, trotzdem aber ist die Konkurrenzierung der auf Straßenkämpfe erpichten Kommunisten deutlich zu merken. Es ist der Ton, der die Musik macht, und dieser Ausruf ist genau so wirklichkeitsfremd, wie alles, was die Führung der österreichischen Sozialdemokratie in den letzten Jahren unternommen, und womit sie die Herrschaft über die Massen so sehr verloren hat, daß es zum 1b. Juli und dann zu dem großen Aufschwung der Reaktion kommen konnte. Der Aufruf ist so gefaßt, als wäre wirklich Oesterreich das Gebiet, in welchem der Kampf zwischen Kapitalismus und Proletariat zur Entscheidung kommen könnte und als könnte tatsächlich die Welt von hier aus regiert trerdeu. Oesterreich ist nicht allein und steckt zwischen Staaten, die wirtschasts- und sozialpolitisch ganz anders orientiert sind, und den Unterschied muß der kleine Staat grausam büßen, in ihm aber gerade die Masse des Proletariates, die dank der Taktik der Sozialdemokratie . von der Herrschaft im Bund ausgeschloffeu ist. Die Sozialdemokratie müßte hier die Koalition suchen; sie wählt wieder den Kampf und isoliert sich.?! .! J PEEZWARiN; jeder Art in feinster Ausführung billigst bei 4äeS»rtt«ler ®ir«iiHaSBa Wien, IL, Glockengasae 8 Tel, 45-4-33 Italien und der Femen. Ein Geheinrvertras. London, 4. Septeurber. Nach d?r ägyptischen Zeitung »EI Ahrarn" ist zwischen Italien und dem Staate Jemen ein geheimer Zufatzvertrag zu-m Handel sab'kommen abgeschlossen worden, der folgende Punkte enthält: 1. Geheinchaltung des Vertrages, bis beide Länder der Veröffentlichung zustünmen; 2. Unabhängigkeit des Königs von. Jemen von Italien; 3. Versprechen Italiens, dem König voir Jemen jegliche Unterstützung zu gewähren, einschliesslich Wachs euli e f c ru n g, die auf Wschlagszahlung erfolgt; 4. Zusage Italiens, Jerncn durch Sachverstärrdigc in der Bevtoaltmrg zu unterstützen; 5. Bevorzugung italienischer Staatsangehöriger irr tvirtschafilichen Unterrrehmnngen durch die Negierürrg deö Jemen; 6. Zusamrneiiarbeit zur A b s ch a f f u u g des Sklaven Hand e l s, wobei italienische Kriegsschiffe in den-Gewissem Jemens Mitwirken dürfen. —>-r’—— Polens Abrüftrmgsookfchlas. Aröt'gen vor vem VöllerrillNll. Genf, 7. September. Der ponrisch.' Borschag für einen. Ln Lnearno Verirag tvird morgen dem Böllerbnnb r.sfiüel! vargciegt we-wc-n Der Antrag har die Form e i n e r p r i n i p i c I f c n n v e g u n g, Hiäflvno> die Foriimlierung dem internationa en Mei,u!Ng<aur'!ausch üb ertassen bleiben soll. ES wir? daraus Hjngewie.sen. daß der Locaruovertrag eine günstige psychologische Wirkung auf die deutsch-französischen Beziehungeu gehabt hat, während die deutsch-polnischen Beziehungen nicht so starc davon beeinflußt nmren. Die polnische Anregung will min nie günstigen Wirkungen von Locarno im Westen auch aus die. librigen europäischen. Staateu n»soehne»r, nicht nur auf die deutsch-polnischen Beziehungen. Die Amegtmg habe weder einen «mtidentschen noch einen antirussischen Charakter, sic gehe im lGrunde auf das feiuerzeitigc Genfer Protokoll zurück, das wegen seiner Kompliziertheit von englischer Seit/z abgclehnt worden tvar. Der Hauptsinn der polnischen Anregung sei der, einen Krieg aus den Beziebimgen. der Völker re st l o s a u 6 z. u f cha l t e n. Der BStterbnnd. Gewf, 7. September. In der heutigen Plenarsitzung erörterte Arb-aci (Japan) die Stellung seiner Negierung Klun Llbricstungsproblenr. Japan könne dieser Frage, nwe Zuscnmnenhang mit der Sicherheit nähertreten. Die Sitzung ivurde um 8 Uhr abends auf morgen halb 11 Uhr vormittags, vertagt. Bisher haben sich nieder Boucour, noch Chainberlam und Strcscmann zum Wvst« gemeldet. Staliens Krlegsschulv an England. Rom, 7. September. In den nächsten Tagen wird die italienische Negierung der Bank von England die vierte Ueberweisung für die T i l gw u g d e r K r i e g svorschüsse zugehen lassen. Die Rate beträgt zwei Millionen Pfund. Jnsgseamt hat Italien bisher 8 Mil» lionen Pfund au England erlegt. Ungarns geheime Armee. Ile Prüseozpfllcht der „Levente". Bw<>apest, .7. September. Wie „Az i@fi" aus Szoluvk rneldet, Hat der Wizegespan lEmmerich 'Alexander einen bemerkenswerten .Erlaß gegen Personen erlassen, di^ an den gesetzlich vorgieschriebenen Uebungerr der „Levente"- Verbände nicht teilnehmen. In den: Erlaß heißt es, daß jene „Knappen", ,die zu den vorgeschriebeneir militärischen Uebungen der >,,Lievente"-Verbände nicht erscheiueu, .strafweisg zu keiner Unterhaltung gehen, keine Tanzschule, kein Theater mrd kein Kilto ^besuchen dürfen. Ebenso Mrd ihnen der Besuch von Gasthäusern, Kafseehäuserir, Liebhabervorsiellungen nsw. u n te r s a g t. Dem Erlaß zufolge erhält jeder >,Knappe" eine Leg'itinmtion, in der seine Teilnahme an den letzten Berbandsiübungen bestätigt wird.' Wer in seiner Identitätskarte diese Bestäkiguu.g nicht beizrrbtrugen in der Lage ist, darf in den Gasthäusern nicht bedient werden, well andernfalls dem Gastwirt feine Scharrklizenz entzogen tvird. Ebenso darf solchen s'äninigen Mtgkiederir. der „Leventc^-Berbände keine E i n t r i t t 3karte in V e r g n st gar u g s l o ka t c mrsgesolgl werden. Jeder „Sebicrttc" muß, iucttit er ins Theater oder ins Knw geheir tvill, Lei der Kasse feilte Identitätskarte vorweisen, worin, ihm seine Teilnahme an den Wafsenstbung e n der „LLvlente"-Berb>ünde bescheinigt, wird. ( i . * Die „LeventcB ist die schtbarze Rcichstvehr Ungarns. Die Organisation steht^ aber auf gesetzlicher Grundlage und ist dazu bestimmt, die Wwrdnungen des Ariedensvertrages über die Heeresstärke zu umgehen. Wie dieser Erlaß zeigt, besteht in Ungarn die ällgemeine Wehrpflicht 9te tschechischen Faschten. Stuntman der Sührrrs ln Manet Scgantfatlon. B-rü nn, 7. September. Der Vorstand der hiesigen Fastistangenreinde Josef Kop e tz k h Hat sich Heutes erschosferr Der Selbstmord ruft hier große Anfregmig hervor. Ar Mwende der „Solo". Pa-a g, 7. September. Die Zündhölzchen A. G. Solo hat beschlossen, <m die Mtionäre eine Dividende von 2ö PrvMt, das fmd 50 K (im Vorjahre 20 Prozent), zur BertMmg zu bringen. Ile Ardeitrloligkeit in Lefterreich. Geringer Rückgang. Wie uns amtlich mi-tgetellt nM>, wurden Ende August 192-7 in Oesterreich insgesamt 185,638 unterstützte Arbetts lose gewählt. Diese Zahlen verteilen sich folgvndermaßsnr Wie>n (Stadt) 74.235, Wien (Umliwung) 4802, Wieuer-Mentstabt 18.166, St. Pölten 6687, Gmünd 082, Saue-rbramn 1244, Linz 18.966, Salzburg 1464, Graz 16:f>47,, Klagenisirrt 1687, JirnSbruck 1404, Bregenz 380. Im Vevgieiche zur letzten. Zählung vonl tü. A-ugust ergM sich eine Abnahme van 10-1-6 Perfomem. Zn der angegebenen Zahl von 135.636 unterst! Zen Arbeitslosen: kommen u-vch ettva 22.060 Arbeitslos, die bei den ArbettsnachlvetS» stellen zur Arbe-ltAve-nn:M«ng vorgemerkt find, ühne..Mne UürterslWnrgt. zu beziehen. m

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