Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3061 (7.9.1927)
- Date
- 1927-09-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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'Seite 6 Wien, Mittwoch Wiener MorgenzertAnH 7. September 1887 Nr. 3081 An Hexenvrozetz vor einem ungarischen Gericht. WietzLiüWülme nach Methundett ZlMLU. > Die ungarischen Matter berichten über einen zwei Jahrhttnverte alten Hexenprozeß, der demnächst auch die Tafel in S z ege. d beschäftigen wird. Ueber den Fall wird folgendes gemeldet: De strigis dero, guae n.on sunt, milkt guaestio fiat — über Hexen, da es leine solchen gibt, möge nicht gesprochen werden, so konnte bereits ZU Beginn des 12. Jahrhunderts König K o I o m a n der Gelehrte in sein Gesetzbuch moderne Auffassungen hineintragen. Mer trotzdem mußten noch sechs Jahrhunderte vergehen, bis nran daran glaubte, daß es keine Hexen gibt, dem: noch, im Jahre 1745 wurde zu Nagykaroly in einem Hexenprozeß ein Urteil erbracht, das die Verürermung der Angeklagten . anordnetc. Nom Jahre 1749 kam dann die milde Praxis auf, daß man die 'Hexe, trenn ihre Hexerei keinen Schaden angerichtct hatte, Zuerst köpfte und d ie Leiche erst nachher verbrannte. Seit der Herrschaft MariaThcrcs i a s tvurde die Zahl der Prozesse immer geringer, da im Jahre 1768 angeordnet wurde, daß nur im Falk unzweifelhafter Beweise und bei schlverstcn Verbrechen Hexcnprozesse cingcleitet tvcrden durften. Nun hat sich die königliche Tafel in Szegedin loieder mit einem Hcxenprozcß M beschäftigen, dessen Ursprung bis in da§ Jahr 1739 zurückreicht und der sich Jahrhunderte hindurch zog. In einer Schrift, die mehrere Bände rimfaßt, wurde. ■ die Wiederaufnahme des Prozesses verlangt. Gegenstand des Wiederaufnahmeverfahrens bildet folgender Tatbestand: In Szegedin, genau wie am Blocksberg bei Budapest, träfen sich nach dem alten ungarischen Hexenglauben die Hexen, die hier ihr Asyl hatten. Jeden Samstag war Treffpunkt der Hexen und unter ihnen soll sich auch die schöne' Iudit D e v a i befunden haben, die auf der Puszta Ludas bei Szegedin wohnte. Im Laufe einiger weniger Jahre begrub Frau Judit dreimal ihren Gatten, und so tvar es nicht einmal verwunderlich, daß man einander vor der schönen Judit warnte, denn sie v e r z a u b e r t e die Männer mit ihrem Reiz und ihrer Schönh.ei.t, um sie. kmn aus. dem Wege zu -räumen. Frau Edit kümmerte sich aber nicht um den Dorfstreich und auch nachdem sie schon ihren dritten Mann begraben hatte, lebte sie ihr Leben fröhlich und Aufricden weiter. Auch die jungen Burschen ,die Frau Edit. den Hof machten, ließen sich durch den Hexenglauben nicht abhätten, in der Nähe der schönen Frau zu weilen, und so erhielt die dreifache Wittve einen Heiratsantrag nach dem andern. Die Witwe dürfte aber von dem Ehe leben bereits genug gehabt haben, denn ein Freier nach dem andern erhielt von ihr einen Korb. Am standhaftesten und ausdauerndsten erwies sich ihr Nachbar Andreas K o r m o c z y, aber er hatte genm: so wenig Erfolge aufzuweifen wie seine Rivalen, .. ... ‘ Inzwischen nahm das Verhängnis feinen Weg/ Die junge Frau war immer noch in älter Leute Mund und das Gerücht herdichtete sich, . daß Judit Deval in der Nacht auf Besen reite, es fanden sich sogar Augenzeugen, die diese nächtlichen Ritte' gesehen haben wollten, in die Theiß Laden gehe, wo 'sie' von einer Schar von Teufeln erwartet werde, daß sie verschiedene ZauLertränklein braue, mit denen sie die Männer in sich rasend verliebt mache. Sogar dafür' fand sich ein Angenzeüge, daß Frau Judit auf ihrem Rücket: eingebrannt das Dreieck als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu den Teufeln hatte. . Vielleicht hätte sich die Aufregung um die vermeintliche Hexe gelegt, wenn nicht ein unvorhergesehener Zwischenfall eingetreten wäre. Bei einem Unwetter schlug der Blitz in das Haus des Andreas Kormoczy und tötete den Besitzer. Nun gab . es keine Rettung mehr, dieser tödliche Unfall. war der sicherste Beweis.für das Hexentum Judit Devins, ihr wurde, der Hexenprozeß gemacht, das Todesurteil durch Verbrennen auf ,&em Scheiter-. Haufen verkündet und auch vollstreckt. . Die »Nachkommen. Judit Devais ließen aben den Fall nnhä auf sich beruhen und trollten wenigstens den Namen, der Unglücklichen von dem Makel reinwaschen, Hexe gotvesen zu sein. Abqx auch , im-Laufe der. letzten zwei Jahrhunderte gab es oft unruhige Zeiten, die die Wiederaufnahme des Prozesses immer und immer wieder verhinderten. In dm achtziger Jahren des vorigm 'Jahrhunderts erhielt das ungarische Juftizminifterium endlich: das Gesuch um Wiederäüsnahme des Verfahrens, dein auch stattgegeben tvtlrde. Aus unbekannten Gründen schlief die Angelegenheit gänzlich ein, bis jetzt ent anderer Nachkomme der Judit Devai, selbst Advokat, die Angelegenheit in die Hand nahm imd in einem mehrere Bände umfassenden Werk die ganze Geschichte des Hexenprozesses znsammmfaßte, tun noch einmal mit der Wiederaufnahme sein Glück ztr Vevsnchen. Der Entscheidung der Tafel über das Wrederaufuahmegesuch sieht nun: in altert Kreisen mit großem Interesse entgegen. > Me gesShrkichen Amalgamplomben- Mus'Berlin wird ui:-j gerne det: Auf der gegenwärtig 'in dturnberg stattfindenden Z ahn ä rzt e ta g un g kani auch die .Amalgamsrage zur Verhandlung. Der Karls- «Her Professor Stock hafte seinerzeit scharst Einwendun.'.eti tfbgeit das Amalgam erhoben, da es" zu QuecksMervec- >ninnigen führe. Prof. Flcischmauu von der Berliner Charite rckftattetc den Bericht eines besonders eingesetzten Unstrsllck-ungsausschusses, der Stocks ,Befund bestätigte, daß littsächlich nach Knpseran'.vlgauivlomben Quecksilber, we:rn auch in geringfügigen Mengen, in den Organismus übergeht. In 57 untersuchten Fällen wurste Quecksilber int Harn, Darm und.im Speichel .nachgcnnescn. D.'r Untersuchungsmisschuß empfiehlt, daß das in der Uasfen- und Schulpraxis fast ausschließlich zur Verwendung kvmntende KnpseramalgäM nicht mehr gebraucht werde. W in, 7. September. Das Wetter. Das milde, heitere Wctter hat auch gestern ungetrübt angehalten. Die Voraussage lautet: Nordalpen weist heileres Wetter bet leichtem Fü-hn. Sr'rdalpen bewölkt, vielleicht auch Niederschläge. Die Lebensmft'te«. Montag nachts wurde der 11jährige Seidenhüindlcv Gustav W) in einemi Geschästslvkal am Lugeck erhängt aukstpfunden. Den Erhebungen zufolge handelt es sich um' Selbstmord wegen verfehlter Spekulationen. — Im Walde von OVer-Sieverittg wurde eine 30jährige unbekannte Frau mit einer Einschnßwunde in-der linken Schläfe ausgefunden. Neben der Toten, die Sekbstnoord begangen haben dürste, lag eine Stehrpistole. — Die 16jährige Hausgelnlsin Margarete Weißenböck, Cuinberbtndstraße wohnhaft, hat sich tnit Leuchtgas vergiftet. — Der 33jährige Privatbeanfte Milan Broch, Zieglerga sie wohnhaft, hat sich in einem Hotel in MaricMlf vergjfftet. Zerwürfnisse tn .der Familie. sind die Ursache der Tat. — Gestern vormittags hat sich die 33jährige Banb'öeanttettsgattin Ludmilla Os,egowicz, Stiegengasse wohnhaft, in einem Anfall von Melancholie ans der Wohnung eines' Verwandten ln der Wolsganggasie auf die Strafe gestürzt. Sie blieb auf der-Stelle tot liegen. Tsi'Kiche Antvunsälle. . Die 59jährige Private Charlotte Reiner, Favoriletostr.aßg 80, wurde Montag veini Verlassen ihres Wohnhauses von einen: Ilitto niedergestpßen. Sie erlitt eilten Schädelbrüch und starb im Spital. — Der 12jährige Emnterich Prihod a wurde Montag am Althanplatz infolge Zujantirtenstoßes eines Stratzenbahwzuges mit einem Fuhrnftrk, auf dessen Sitz er saß, herabgeschleudert. Der Knabe starb im Spital. — -Vorgestern abends wurden, die Jngenieürsgattin Settna Elli Marquard aus Groß-Enzersdors und ihr fünfjähriger Sohn Dietrich vvn einem Auto niedergestoßen, als sie die Straßenkreuzung nächst dem Groß- Enzersdorfer Stadtpark übersetzen wollten. Die Frau wurde derart schwer verletzt, daß der Tod infolge Schädewruches sofort eintrat. Der fünfjährige Dietrich, erlitt einen Bruch dös vorderen Oberkiefers. Das Auto wurde von dem.' Wiener Schnittmacher Otto Karlovskh, der in vietAehn Tagen die Chauffeurprüfpng abznlegeü gedachte, unter Aufsicht des Autotariutnernchmers Müller gelenkt. Gegen den schuldttaaeNden Autölenker wurde die Strafatntshattdlung eingeleitet. Unfall oder Verbrechen? Zn der. Nacht.'zum Sonntag traf der Ge.ndamrrevierayonsinspektor Franz Fiedler in einem Kaffeehause nächst Baden den Lohnchaufseur Johann K w e t, den er zum Antritt einer Jas Montefiore-Museum in London. In der Londoner ,,Zeit" schildert . David Lipschütz einen Besuch rm Moses Montefiore- Muienm, das nicht nur im Ausland, sondern in London selbst sehr wenig bekannt ist. Er schreibt: „Das schlechte Wetter trieb wich an die Secseite, die seit dem Krieg bei den Londoner Inden so sehr beliebt wurde. Nicht weit -von Margate sitldet sich ein anderer Seeplatz, Ramsgate. Vor vielen Fahren wohnte dort ein sehr großer Jude, dessen Name den Jrrden der ganzen Welt bekannt ist: Moses Mo ni e fror e. Er pflegte in Ramsgate, wo dafmals schr viele reiche Engländer ihre Residenz hattet:, von seinerr großen Geschäften in London und seinen Weltreisen auszürtrhen. Sir Moses Montefiore war sehr fromm. Er Pflegte aus der ganzen Umgebung von vielen Meilen her, fast mit Gewalt, Inden nach Ramsgate zu bringen, um mit ihnen an Sabbaten oder jMschen Feiertagen gemeinsam den Gdttesdienst zu verrichten und er baute für diesen besonderen Zweck in einem prachtvollen Garten, nicht weit vom Meer, einet herrliche Synagoge!. Ich muß bekennen, daß -ich es selbst schon ganz vergessen hatte, daß irgetidtvo, nicht weit von hier, der berühmte Jude Moses Montefiore seinen Wohnsitz hatte und daß er cstr stattliches Vermögen für die Erhaltung eines jüdischen Museums tlnd einer jiidischen höheren Lehranstalt hinterlassen hatte. Die Fahrt von Margate nach Rcnnsgate dairert zwanzig Minuten mit einem Autobus. In Ramsgate angekommm, möchte ich gern einen Juden sprechen, finde aber keinen, da fast alle Geschäfte nichtjüdische Namen führen. Ein Polizeimann, den ich nach dem Montefiore-IMusenm fragte, wies mich' nachderj St. Georgesstraße, wo ich dann Wetter nächfragerr möge. Dort wurde mir ein schmäler Durchgang zu einem von einer hohen Mauer nmzäunten großen Garten gezeigt, durch dmt ich zu dem Muse;- getan,, kö.. Das Tor war halb offen, triifl keinerlei Aufschrift und sah aus, wie die Zufährt zu einem Privatbesitz eitles reichen Magimten. Ich ging weiter, bis ich zu einem Hans kam, das die Aufschrift „Caretakev" (Aufseher) trüg. Ich trete ein; in «einem! 'Zimmer sitzt eine ältere Frau, die, als sie. mich erblickte, ins andere Zimmer hineinrief: „Abrahams!" ' Der Gerufene, ein murr'scher spanischer Jude, dem ich mein Vorhaben-vortrng, führte mich zunächst in eine Höhle, tvo Sir 'DTi b s e s?)? mt t c f i o r c it n d seine Frau beerdigt liegeti uhü in welcher das ewige Licht Strafe tvegen Uebertretuug der Fcrhrvorschriften vorfnhren wollte. Nach der Darstellung von .Mvets sei Fiedler zrr ihm ins Auto gestiegen. Plötzlich soll den Chauffeur em Stem am Kopf getroffen haben, wodurch er die .Herrschaft über das Auto verlor, welches mit voller Wucht an einen Mast anrannte. Inspektor Fiedler erlitt einen schwerett Bruch des Schädelgrnndes und wurde von Kwet ins Spital gebracht, wo sein Zustand . sich als schr gefährlich erwiesen hat. Der Ai'.tounfall wird Vvn der Gendarmerie noch weiter untersucht, da gewisse Details noch schr ai-f?lärungsbedürft^ sind, iu§* besondere, daß das Auto trotz des Anpralles an den Mast nnbeschädigt geblieben ist. Die Kletnrentnechrlse inte Gcincinde Wien. Ant 31. August 1027 ist die Einreichungsfrist für die Ansuchen nin Zuerkennilitg des Zuschusses zu den Zinsen der Teilschttldverschretbungen der Gemeinde Wien zuEttde gegangen. Insgesamt sind beim Magistrat 2560 Gesuch c eingelaufen. Der Magistrat ist bereits mit der Sichtung und Borb'ereitilttg des Materials beschäftigt. Die crtedigunasveisen Gesuche uverden einer Kommission, die der Bürgermeister ernennen toirb, vorgelegt werden. Der vritie Messetag. Die Erivartungert atif ein günstiges Messegeschäft, dir auf Grund der vorliegenden Aumeldttngen von Einkäufern aus alben Erdteilen und bei der allgemein gebesserten Wirtschaftslage gehegt wurden, beginnet: in Erfüllung zu gehetl« Die Anzahl der von Ausländertt abgegebenen Mesieausweiskartcn übersteigt die der Bormesie bereits um 10 Prozent. Die größten Steigerungen weisen auf: Ruüvänie n 60 Prozent (van 501 auf 811), Detttschland 80 Prozent. Bulgarien 60 Prozent, Italien 30 Prozent, Ungarn und Polien weisen einen geringen Rückgang auf (7 Prozent 15 Prozent). Vsrhastung des angeblichen Großindustriellen Lenrolda. Der von der Staatsamvattschaist wcgett mehrfachen Bete uzegesuchte airgebliche G e n e r a l d r r e k't o r u n tz Bcrwalt u n g s r a i der Tschechoslowakischen Lebettsmjttelsir-ma „Horuides", Theodor Lewolda (früher Lowenthal), wurde gestern von Kwminalbcamten in einem Hotel in der Leopoldstadt verhaftet. Lcwalda war in Jgiati als Fabrikant anlässig, geriet aber m Schwierigkeiten. Er ha! sich seit dem Februar 1925 längere Zeit in Äudapest aufgehalien, angeblich, um mit einer nngarischen Finanzgruppe über die Sanierung seiner m der Tschechoslowakei befindlichen Industrien zu unterhandel-tt, und lies; sich dort in tmsauberc Affären ein, tveshallb er als I ä st i >g e r A u s l ä il d e r ausge- Weesen wurde. Bon Wien aus klagte er den un-garikchen Staat wegen des ihm durch die AuÄvoisung erwachsenen Schadens. In einem Wiener Hotel hat er im April v. I. -unter dem Namen Ingenieur Karl Mälzer" gewohnt. Er wurde verhaftet, vermochte aber zu flüchtet:. Im Mal v. I. tvurde er tvteder in Brünn verhaftet, -da er auch von den tschechoslotvakischen Behörden wegen Betruges verfolgt wurde. Lcwolda, der auch jetzt noch vom Strafgericht in Brünn »vegeit Betrtt-ges gesucht wird, wurde dem L a it -d e s g e r i ch t e etngeliefert.' „Majestät, bitte mehr nach links!" . Der schwe-dischg König Gustav Y. ist ein passionierter Tennisspieler. Er spie-lt auch nobel, elegant und gut. Aber seine Partnerin, Mme. Leng lest, die noch besser spielen soll, erlaubte sich eine kleine Kritik, als König Gustav den Ball zu oft nach rechts warf. „Majestät," sagte -sie, ,/bitte mehr nach links!" König Gustav antwortete lächelnd: „Das -hat mir schon der Sozialist Bvanti-ng gesagt." brennt. Nachher wurde ich in eino her.'lich schöne alte Synagoge geleitet, it: prachioollem Vaustil ausgeführt, die reich auZgestattet ist, aber das g anzcJahrfastunbenützt bteibt. Neben der Schule gibt es ein jüdisches College mit einer reichhaltigen Bibliothek, und ein Museum, angefüllt mtt ungeheuren Schätzen jüdisch-historischen Wertes. Das College steht jetzt fast vollkommen unbenützt da. Durch schmale Werrdeltreppen stiegen wir zutu Museum hinanf. Die Fenster waren geschlossen, eine abetnbeklemtnende, dumpfe Atntosphäre ersiillte' beit dunkleit Raum. Der Aufseher öffnete einen 'der versperrten 'Fettsterläden und ich stand erstaunt vor dieser Menge reicheit historischen Materials, diesen vielen Dokunrenten vvtl Königen, ruffifäjcu Zaren, jüdischen Gemeinden und dieser Menge kuNsthistovrscher Objekte, die hier, weit >o:g vom 'jüdischeit Zentrumaufgestapelt, liegen, ohne daß sie deir geringsten Nutzen brächten. Dreihundert verschiedene Thorarollen in kunstvoller Ausführung, Hattdschreibett der .Fürstet: an MoseZ ' Montefiore^ Misrachtafeln, kunstvoll misgeführt, Knrrftgegenständc aus Erez Israel, Glücktvuitschadresset: aus allen Weltteilen anläßlich seines 100. Geburtstages, Ehrettgaben gaben von Inden aus den entserntestet: Teilen der Welt, ein Or iginalbrief Oliver Cromwells an Mail asse den Israel, dann die perfönlicheu Gegetrständc Moses Mvnteskvres imd seiner Gattin, der Daltich> die Tesilitn, der hebräische Ehevertrag (die .Mttcbah), das Stirnband der Lady Montefiore und tausend andere 'interessante Dinge. Besonders reizend ist eine Sefcr-Dhora, nicht größer als vier Zoll, igeschriebet: von einem getrialen Sofer. -Der Aufseher erzählt inir, Idaß er letzthin sechs Morrate lmrg die Objekte uttmeriert, die Geschichte jedes Objektes ülld, jedes Bildes beschriebe!: uitb ben Kuratoren des Mufciiins überreicht häbe. Seitdem hört er trichts ntetzr davon. In der Synagoge kann nientals mit „Minjan" gebetet ioerden, lveil ttl der Ortschaft nicht mehr a"s acht Inden, vorhanden sind. Die Aussicht über dieses große historisch wertvolle Erbe Moses MorctesioreS tvurde der fpatnsch-portugiefischelt Genteillde und der -Lülglv - Jetoish- Associatron übertragen, die sich, tvie man sieht, sehr tvenig darnin küimnern, daß diese -großen, kulturhistorischen Schätze Leu breiten jüdischen Massen zugänglich gemacht tverden. Es ist jannnerschade, daß diese Bibliothek utib das Museum fernab vom jüdischen Lebet: in einem großen Park tvie in eineu: vertvunschenen Schloß begraben liegen und °<rf« Jude mir äußerst selten das Glück hat, sie zu sehet:." cxxxxxx2ooooooocxxjGoooocooooocxxxxxxxx)ooooooooooooQOOcoooooaooQQOooooaoooooooGot JÜDISCHES UEBEN