Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3061 (7.9.1927)
- Date
- 1927-09-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982149--31216-3019512- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
M. HOT.] Wien, Mttwnch WVe«er Mvrgenzettang 7. St-pkember IE? Da4 Spvrrtomilee kam zu folgendem Urteilsspruch: Der gefälschte Rekordv rsuch vom 29. August wird nicht anerkannt. Callizo wird auf Lebenszeit disqm.al i filtert. Alle seine früheren Rekorde werden gestrichen. Der internationale Verband soll aufgefordert iverden, auch seinerseits alle Callizo-Rekorde von der L i st e d e r W e l t r e k o r d e zu st r e i ch e n. Das Urteil stellt also das Höchstmaß der Strafe dar, das überhaupt verhängt werden konnte. Den Weltrekord im Höhenflug stellt jetzt wieder Sadr Lecointc mit 11.M5 Meter. Her Mord dl Millstatt. Budapest, 6. September. Die Komplizen S-rde- HyLs, Borsos und F i I o, die vor einigen Tagen unter dem dringenden Verdacht der Mitschuld an der Ermordung der Sängerin ForgarS in Millstatt vevhaftet wurden, sind heute der Staalsantvaltsichaft übergeben worden. Der dritte Verdächtige, Gelbem: c z er, befindet sich in Riinini in Italien, wo er bei der Badervevwaltung angestellt ist. Die italienischen Behörden wurden telegraphisch um seine Verhaftung ersucht. Re Schieberei iu der Warschauer Sowietgesaudtschaft. Warschau, 6. September. Der blutige Zwischenfall in der Warschauer russischen Gesandtschaft wird vernmtlich v or Gericht noch näher aufgeklärt werden als es im Augenblick bei der schwierigen Rechtslage möglich ist. Die Angehörigen des von dem russischen Gesandtschaftsbeamten gelöteten Trajkowsk: haben eine Schadenersatzklage angestrengt, und da die Kläger polnische Staatsangehörige sind, wird es ihnen wohl gelingen, mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen. Eine Zeitung bringt die Schilderung eines angeblich e n Augenzeugen, der den Verlauf des Streites anders darstellt, als die Erklärungen der Gesandtschaft. Die Beamten hätten sich auf Trajkowski gestürzt, weil er a n t i b o l s ch e w i st i s ch e Ac uße run g en getan habe, und die Verwundungen, die ein Beamter von Traskowski erhalten haben will, soll er sich nach dessen Niederschießung f e 136 ft hergebracht haben. Re Studenten-Weltmeisterschaft in Rom Oesterreich schlägt Ungarn 3:1. Rom, 6. September. Heute wubde das letzte Fußball- Mat ch in der 'Stnden-ten--Welin:-e:sterschaft zwi-sche:: Oesterreich und Umgarn ansgetragen, das mit einem ü be r - Le-geneu Sieg der Oesterreicher endete. In der evfben Halbzeit fielen keine Treffer, imch Seitenwechsel schossen die Ungarn das erste Goal, doch ge'Iang es den Oesterreichern, bald daraus anfKrholen und in der Folgezeit einen Treffer durch e«i>nen Co-rmer und >dem dritten Treffer durch einen Elf - mreter^chn-ß zu erzielen. Die Placierung ist folgende: Jitakien! 6 Pun-kt«, Oesterreich 4, Ung arn 2. Sin Roma ans dem Meere. Bor kurzem wurde über die Tragödie des schwedischen Dmnpsers „Trygvc" berichtet, der »in der vergangenen. Woch« in der Ostsee gesunken .ist. Es blieb 'nur ein Mabr'ofte am Leben, der berichtete, daß der Kaftitäü und :nehr-ere Mann der Besatzung ünt Rettungsboot wahn'sinnchg geworden seien, und baß er die Leichen ins Wasser werfen muHtc. Jjcht verstärkt sich der Verdacht, datz es fich um ein Verbrechen handelt. Pdan hat bei-dem Matrosen, dem 20jährigen Hetzer We-r'sstoar, die Uhren des Kapitäns und des Steuermanns gesunden. Auch wird von den Angehörigen des Kapitäns es für unwahrscheinlich erklärt, daß, er ioahnsinnig geworden sei, Iveil er ein kräftiger Mann war/ verschon bei einem früherer: Schiffsunglück mehrere Wochen aus dem Meere herrnntrieb, ohne darunter ge'isiig gelitten zu hab^r. 8« ven Magara gestürzt. Wie „Petit Parisien" meldet, wurden Professor H,wxl'lech, seine Frau und süine Tochter tit bei* Nähe de r Miagarafable in den Fluß gestürzt, als sie an der Wevstraße eine Autofahrt unternähme::. Gin anderes Auto fstreiste den Wagen des Professors und warf ihn in dsn etwa hundert Meter SeM Abgrund hinunter. Dre Insassen müssen sofort fcot gewese:: sein. Mw Leichen wurden Mher nicht gesunden. Mer, der aus den elektrische« AM will. Der Vorschlag eines dänische« Schriftstellers. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Der dänische Schriftsteller Barford erklärte in der Kopenhageneir Zeituug „PvMken" seine Bereitwilligkeit, sich von den ameri- LmWm Behörde:: im elektrischen Stuhl hinvächten zu lasse n, damit die im der letzten Zeit in gcuH Skandinavien mit großer Erregung erörterte Frage geklärt werde:: könne, ob die elektrisch Hingerichteten nur däinen Scheintod erleide::, dgs heißt, erst mit dem Messer des sezierenden Arztes getötet wcrocn oder ob der elektrische Stuhl durch augenblickliche Tötung eine sehr lWrnnue Todes art darstelle, wie von amerikanischer Plünderung der Juftizpalastruine. Iiebstöhle bei den Ansrllumuugsarbeiten. Gcgenlvärtig ist eine große Anzahl Arbeiter dmnit beschäftigt, die Trümmer, die vom Brand des Justiz- Palastes geblieben smd, aufzuräuinei: und brauchbare Bestmrdteike vom bloßen Schutt zn trennen. Dabei wurde die Wahrnehmung gemacht, daß fortgesetzt bei da: Arbeiten größeqe Diebstähle rm Nietn ll vorgekoininei: sind. Krittrinätbearnte stellten fest, daß tatsächlich Altmaterial in größeren Mengen von der Brandruine v e rschleppt und Mwaremhändlern verkauft lvorden sind. Am' 2. d. M. wurde:: nach Arbeitsschluß e l f A rb eit er ungehalten, die Metallabfälle diebischer Herkunft dem Fellner, im Altwarenhändlergeschäft in der Neustfftgasse 64 verkaufen wollten. Außer ihnen wurden noch Iveitere zwölf Arbeiter ermittelt, die ebenfalls Altmetall, das vom Justigpälast stammte, bei Fellner verkauft hatten. Beteiligt waren nur Leute, die mit den Anfväumungsarbeiten beschäftigt waren. Sie haben es gewöhnlich aus dem Schutt genommen und versteckt, haben es aber auch g ew a l t s a m von den M a u e r ü b e r r e st e n entfernt. Ihre Beute verschleppten sie jeweils in den Taschen. Die Kabeldrähte haben sic aber in der Regel um den bloßen Leib gctotcfel't unter dem Anzug weggetragen. Hauptabnehmer für die Disbsbeute war Fellner, bei den: auch 300 Kilogramm Altmetall, das vom Justizpalast stainmtc, beschlagnahmt wurden. Erst tags vorher hat Fellner 410 Kilogramm: Altmetall der nämlichen Herkunft einen: Geschäftsfreund in Ottakring verkauft. Weitere. Abnchlner waren 'noch ein Spenglerrneiister aus Hietzing und sein Stiefsohn, die rund 160 Kilogramm gekauft haben. Fellner, der wegen bedenklichen Anlaufes und wegen Diebstahlsteillnelhmung wiederholt abgestraft ist, der 39jährige Schlosser Emil Furm, Engerthstraße 2 wohnhaft, der 26jährigc Maschinist Georg S e p e r, Oberlaa lvohnhast, und der 26jährige Hilfsarbeiter Johann Ruzirka, Viehmariktgasse, die nach den Erhebungen an den Diebstählen am meiste:: beteiligt sind, wurden dem Landesgerichte emgeikieseut, die anderen der Staaiscmwaltschcrst angezeigt. MffenschaMW lwtersuÄtmg der Ueverreftedes GMudes. Direktor Dr. Michel des Naturhistorrschen Mufeun:s und Profreffor G re ng g der Technischen Hochschule werden im Eindemehmen mit der Bundesgebäudevevlvaltung eine wissenschaftliche Untersuchung der durch den Brand und die nachfolgende Löschaktion im Justizpalast entstandenen Beschädigsugen der natürlichen Bau st e i n e vornehmen. Im Gebäude sind verschiedene Ko n-g l oan-e- Irr Kamps mnr Petroleum. Berlin, «. September. Zu dxan KonturrsuMmpf-MMir '^Äsr amerikanischen. Siba nda-rd Oil Company und per englischen Shell-Gruppe meldet der „Berliner Börfen-t kurier", daß die für den jl. September angesagte Kündigung des besonderen Wkommeus in Persien auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Diese Verschiebung zeigt also, daß die Einigung zftLschen diesen beiden Konzernen durchaus nicht außerhalb sdies Möglichen liegt. Der Verkauftiappavat der Standard . imid-dcr ^ell Company, in Persien bleibt also bestehen. Zer „Erzherzog Popper" verhaftet. KW Hochstapler ln Karlsbad sestgenommen. Aus Prag wird uns geschrrebe::: In den weWohmrscheu Städten Schüttenhofen und Pilsen machte dieiftv Tage ein reicher Amerikaner, angeblich Besitzer einer Marmeladefabrik in New Dort, viel von sich veden. Teils durch feinen Reichtum — er galt natürlich als Dollarmillionär —, teils durch den Eifer, mit dem er unter den Töchter:: des Landes Umschau zu haften schien, regneten die Einladungen der vornehmsten Familien nur so auf Hn herab. Schließlich lud er eme Schüttenhofener Dame und ihre Tochter zu einen: * Autoausflug nach Karlsbad ein. Zur größten Überraschung der beiden Damen wurde der Dollarnrillionär in einem der vornehmsten Karlsbader Hotels von der Polizei v e rh afi&i. Gs stellte sich heraus, daß es sich mn keinen Geringeren handelt als um den unter dem Namen „Erzherzog Popper" bekannten Schleifer Friedrich Popper aus d-er Tschechoslowakei, der in Amerika sich als ö st er reich: sch er Erzherzog ausgegeben hatte und unter dieisem Titel zahlreiche Betrügereien verübt hat. Er hat mehrere Jahre hinter den Kerikermauern von Sing-Sing zugebracht. In Karlsbad wurde er wegen Fälschung eines kanadischen Dollars ch -e ck s verihaftet, den er der Pilsener Filiale der Anglobank präsentiert hatte und der von einer kanadischen Bank m Montreal remittiert worden war. Popper, der in Amerika kein Arbeitsfeld m«hr gefunden hatte, tvar n a ch E ur op a üb er s i e d e l t und gab jetzt in seiner Heimat ein Gastspiel. Jis-iichieö RealgWunasium, W^n, 2. Bezirk, Castülezgasse W. Die Austurhnrsprüfung ii: die erste Klasse findet Sonni tag, den 18. b, M», uw 10 Uhr vornüttagS statt. rate, Kalke und Kalksandsteine, sowie Marmore verwendet worden, die in charakteristischer Weise Veränderungen erlitten haben. Da diese Studien auch wichtige technische Momente, wie die Vcrändernngcn in der Festigkeit, Wettcrbeständigkeit, die Verläßlichkeit der verschiedenen, zu Stützpfeilern verwendeten Materialien, r:n Hinblicke auf die Möglichkeit eines Brandes und dergleichen, sowie die Konservierung der durch Feuerwirkung angcgrrffeiren Gesteine behandeln tverdcn, können sic beim Wiederaufbau des Gcbäirdes in mehrfacher Werse m:ä: für de:: Techniker Bcdcutrmg crlarMN. Wie die Wiederherstellung des GrundbuK-r verzögert wird. Eü: Konflikt swifcho»: Bund und Gemeinde. — Dip Grund» buchsämter soll«: Ln da:: Amtshäusern unwrg.ebra.cht rv>erdM Eine Abordnung von Interessenten ipf, wie berichtet, diggst Tage im Par lau: ent vorgesproche::, un: bei der Regierung die möglichst rasche Wiederherstellung der Grundbücher durchzufetzen. Atan hat bei dieser Gelegercheü erfahre», daß die Nenanlegung der Grundbücher mit dein jetzt zur Bcrsüsui g stehenden Richterpersonal etwa sieben Jahre da u e r u würde. Die maßgebenden Kreise haben sich bereit erklärt, das Richter persorml zu vermehren, um eine möglichstr Beschleunigung der Wrederherftcllungsrrbeiten hcrbcizufnhren. Mttlerweile ist Mischen Bund und Genreinde ein Konflikt ausgebrochen, der wahrlich nicht dazu, beitragen wird, die Forderungen der Kausmannsthafl rasch zu erfüllen. Der Bu:rd steht nanrlich auf dem Standpnukt, daß die Gemeinde Wien auf Grund des Grnndbuchsanlcguugsgesetzes verpfichtet sei, RänmlichikoütPN zur Durchfühning Ä?» Mederherstellungsarbeiten zur Verfügung zu stellen. Die Ge münde bestreitet diese Verpflichtung mit dem Hinweis darauf, daß sic nach dem zitierten Gesetz nur bei dev Neuanlage von Grundbüchern behilflich sein müsse, >daß ihr aber diese Verpflichtung bei der Wiederherstellung vernichteter Grundbücher nicht auferlegt werden könne. Dennoch hat sich di« Gemeinde bereit erklärt, Räunre beizustellm, doch kann sie Nicht, wie die Regierung verlangt, ein großes Gebärrdo im Zentnrm dev Stadt zur Verfügung stellen, weil sie kein geeignetes Objekt besitzt, sondern hat sich bereit jerMrt, in den Amtshausern dtzr einzelnen Bezirke Räume siir die Wiederherstellungsarbeiten frei zu machen. Eine derartige Unterbringung würde auch im Interesse des Publikums der einzelnen Bezirke liegen, weil ,hie Interessenten, die das Amt sehr oft besuchen müsst::, den zeitraubenden Weg in die Stad: ersparen. Die Regierung hat dieses Anbot a bKa-le h nt, so daß über diesen Streitpunkt, falls keine .Einigung erzielt wird, der Berfafsingsgerichtshof entscheiden wird. Scheckfälschungen in Europa unv Amerikl. Der Betrüger Ernst Paul Frankl wieder verfolgt. Im Jänner v. I. wurde 'der jetzt jährige Kaufmockm Ernst Paul Fr am kl vom Schösfeidgerichte wegen eines rarffinienlsn Betruges, «den er in Südamerika ausgefühvt hatte, zu drei Jchre-n schwerem Kerker-s verur.teilt. Frankl, der im Jahre 1628 bei der Firma „A st r a" «in B u k a - re st tätig war und dort 82 7.000 Lei u ntersch lagen hatte, war, um der Strafe zu entgehen, nach Sudamer'i-ka geMchtet und chatte bei der Firma Armd-.t Thu-n in Rio de Janeiro einen Posten angetreten. In seiner Vertrauensstellung -verschaffte er sich evltsn GWre.schlüsse>l und behob -telegvaphffch von 'dem Doillarkonto, das die Firma bei der „Quaranty Trust Comp." «in New Dork hatte, in zwei Posten 62.000 Dolla-r. In: Jänner 1924 -flüchtete Frankl aus Rio de Janeir-o nach Europa und wurde rm August 1624 in Wien fsstgenommen. Frankl wurde nach teÄweffer Verbüßung seiner dre.-- jährigen Kerkerstrws-e bedingt entlassen und wird :rnn vom Polize-ipräsidium in Berlin abernm-Is »vegeu Scheckfälschung verfolgt. Er ist in: Besitze eines auf die D r e-s d n e r Ban % Berlin, lautenden Scheckbuches. Schon vor 2% Monaten kam er in den Verdacht «des Bankbetruges, wurde verhaftet, aber aus Mangel an Beweisen wieder frei gelaffen. Bald darauf verschwand §r aus Berlin. Nun tauchten seither bei verschiederren Schweizer Banken, so in Luzern, Neuchate^l, Freiburg usw., von Frankl auf je 6000 Reichsmark ausgestellte mit gefälschtem Unterschriften versehene Schecks auf. Frankl, der auch im Besitze von Legitimationspapieren auf die dkamen „B a y t", ,Mo-lfsoh!n", ,^-ettinger" und „Hartm-a-nn" ist, wird nun neuevkch verfolgt. gnteruationale Skseubahnlonsere«» inKaschau. In Kascha u Hirt eine Jntcrnatio:mle Eisenbcchnkvnj^renz begonnen, die sich mit der Regelung von Tariffragen für den Lasten- und Personenverkehr beschäftigt. Es beteiligen sich.an ihr Vertreter der Dschechoskvtvakei, T'eutschlands^ Ungarns, O e si e r r e i ch s, Jugoslorv iens, Pollens, Rumäniens, der Schtveiz, Griechenlandis, der Türkei und Nortvegens, ferner Pertreter der 'Jrrtemationalen Schliaf- WagvngesellfchafL. Die Konferenz wLri>^Mitze; Mge-chjauerr:. -y'j'