Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3051 (28.8.1927)
- Date
- 1927-08-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. AVI Wien, Sonntag Wiener MsrgenzeiLmrg 28. August 1987 SeWS Und endlich wird der Kongreß für seine eigene Dauer sorgen, damit lvir nicht wieder auseinanderlaufen, spurlos und ohne Wirkung. In di ff e m Kongreß schaf« f e n w i r d e m j ü d i s ch e n B o l r e ein Organ, d-asesbishcr nicht hatte, das es aber dringend, zum Leben dringend braucht. Unsere Sache ist zu groß für.den Ehrgeiz und die Willkür einzelner Personen. Sie muß rnsUnpersöuliche hinaufg^ehoben werden, wenn sie gelingen soll.. Und unser Kongreß soll ewig leben, nicht nur bis zur Erlösung aus der alten Not, sondern nachher erst recht. Heute sind wir hier auf dem gastlichen Boden dieser freien Stadt •— wo werden wir Mers Jahr sein? Mer wo wir auch seren und wie lange unser Merck bis Mr Vollendung dauere, unser Kongreß sei er wst und hwch, den Unglücklichen zum Wohle, niewÄmdem zum Trotz, allen Juden zur Ehre würdig seiner Ve rgangenh ei^t, deren Ruhm wohl'fchoir fern, aber unvergänglich ist! Gruß an Basel. Bon Dr. E. M. Zrveft (Jerusalem). Nach einigem Schwanken, wohin der Io. Zronisten- Lmgveß anberaumt werden soll, fiel die Mrhl der Exekutive schließlich auf die Schweiz und Basel. Gewiß wird Liefe Wahl in vieler: tausend jüdischen Herzen ein lautes Und freundliches Echo finden. Denil schm der Name Basel weckt Liebe Ermnerrmgen. Ein Wiedersehen ist es, das der Aiomsmus in Basel feiert. Seit Herzl 1897 die zioni- Wchen Delegierten zum ersten Male in die Mauern dieser SdÄ»t einberief, hat sie unseren Kongressen inmler tvieder Mrstfr-eundschaft geboten. Ereigniffe von grundlegender Wichtägkeit für die zionistische Beweglmg spielten sich auf der Baseler Tribüne ab. Hier erscholl am ersten Kongreß der Weckruf Herzls ar: alle Judenheit, ihr Geschick in die eigene Hand zu nehmen urrd die nationale Fahne zu entfalten. Bon hier aus appellierte Altmeister Nordau an das Gewissen der Völker, das alle blutige Unrecht an dem jüdischen Brudervolk durch tätige Mithilfe <m dessen Befreiungswerk gutzUmachen. Und hier )m:rd-e jenes zionistische Programm geschmiedet, daS sich ün Sturm der Zeiten als unzerbrechlich bewährt hat; hier die demokratische Weltorganisation ttufger.ichtet, welche die Zusammenfassung aller volkstreuen Juden verbürgt und die Autorität unserer Führer auf die Wahl aus der Mitte des Volkes gründet. Durch die Beschlüsse von Basel erstand unsere Bank, der jirdische Nationakfonds. Und nicht nur nach außenhin wurde in Basel das Lager Zions umsteckt, sondern auch nach innen hin Ordrmng gemacht. So manche schwerwiegende Frage um den besten Weg zmn Ziel trug man in männlichem Streite aus. Hier tchrrde 1903 das Ugandaprojekt von Herzl verfochten und Kvei Jahre darauf von den Zrone-Zion niedergerungen; und hier mußt« 1911, am 10. Kongreß, Wolfsohn die Zügel der Leitung abgeben, weil er — zwischen „Politischen und Praktischen" schwankend— die Palästmaarbeit zu zaghaft geführt. ' ( Seither sind 16 Jahre dahin gegangen — ereignisreiche, schicksälsschivere Fahre. Der Weltkrieg kann Er lwohte, Palästina und unser jungzartes Ausbauwerk in seinen: Wogenschwall zu -begraben. Ta wurde unser Schiff- Wechsel auf die Ewigkeit. Von Sammy Gronemann. Aus dem zum Kongreß ersched«nden neuen Buche von Sammy Gronemaim: „Schalet, Beiträge zur Philosophie des Wenn schon" entnehmen w'.r mit Erlaubnis des Jüdi- Wn Verlags, Berlin W. S7, das folgende Kapitel. ,-Schalet" ist ein Pendant zu Gronemanns im gleichen Verlag erschienenem Buche ,Hawdoiloh und Zapfenstreich" und ebenso amüsant und anregend geschrieben, wie dieses. (In Pappband M. 4.60, m^Le'.nen M. 6.—.) Ätachdruck verboten! Eapyright 1027 bh Jüdischer Verlag, G. m. b. 'H„ BerÜu W. 57. Der Wiener Sonderling, von dem ich eben erzählte, -hüt sich seine Seligkeit gleich! bei zwei Konkurrenzinsti- >twten assekmieren lassen, hat sozusagen den Wechsel auf das Jenseits mit zwei Giros sich versehen lassen, weil er offenbar doch nicht garrz sicher war, welche der beiden Firmen am Zcchlungstage die solventere sein würde. Jedenfalls scheint er seinen Tod ernst genommen zu haben, roie das so viele Leute tun. Bis zu einem gewissen Grade kann ich das auch verstehen: seines Todes ist man stets sicher, seines Lebens nie! Seltsamerweise gibt cs aber anch eine Menge Leute, die auch das Reiben, ernst nehmen. Nach meiner Auffassung gehört dazu mm aber schon ein besonders hoher Mrad von Leichtsinn, dessen ich nicht fähig bin. Es gibt doch wirklich bedeutsamere Dinge, als unser bißchen Leben, als diese winzige Episode unseres Erdendaseins, und als das überhaupt, was rvir Menschen vom Weltganzen und Weltgeschehen zu überblicken vermögen. Freilich.— iväre der Tod nicht da, wäre er nns rncht so absolut sicher, so müßte, das Leben uns höllisch ernst Vorkommen. Wüßten wir nicht, daß wir eines Tages ganz bestimmt vom Schauplatz abtretcn — nur der Termin steht nicht fest — so würden wir um unser Leben täglich und stündlich zittern. Ob man den kurzfristigen Wechsel etwas später oder früher einlöst, ob noch eine kurze Prolongation gewährt wird, ist nicht allzu bedeutsam, aber rvenr: der Tod möglich, ckber nicht sicher tväre, würden wir die Unendlichkeit «Mieren statt ein paar lumpiger Jährchen, und dann stände eI-ebvn ganz anders. Da ist man nun auf den kurioser: Gedjkmkön der individuellen Unsterblichkeit gekommen, hat eine Äpt>Prolongation des Lehenswechsels enrgeführt, svgay schon ö^rMsvWsstand "für dis endliche Reaiisiymng bestimmt lein wieder hochgetriebeu und flog den, ach, so lange ersehnten Küsten des NationalheinG zu. Die Kongresse hkckerr seit Friedensschluß, um uuser Palästinarrerk zu fördern, getagt — da und dort in Europa, wo gerade die Zufanrmenkrmft der zionistischen Delegierten aus aller 'Welt am praktischesten Wen. Diesmal aber führt uns weniger das praktische Bedürfnis nach den: Kongreßort, der alten Rheinstadt, sondern eher das romwlÄWe Gefühl, das den Mann in der Vollkraft seiner Jahre nach! den ©tatfeit zurücklenkt, wo er seine 'Jugendträr:me spann, von wo' er seinen ersten Schritt ins Leben hinaus tat. Anch möchten wir dort den« heiße,: Verlangen der Dankbarkeit nachSeben, der Dankbarkeit für das Asyl, das ims B.rsel einstens gewährt. Und noch eines. Es gilt lvoh'l endgültig Abschied nehmen vvn Europa, denn nun, da 'die ZentralMten "oer "Zionistischen Organisation, voran die nreisten Departerrvents der Exekutive, (sowie die Hauptbureaus der beide;: nationalen Fonds rrach Erez Israel übersiedelt sind,- imd da der Jischnw selbst sich in der Assesath Hanilvcharinr m:d dessen Ausschuß — 'den: ,Waad Äeumi — Äutoribative und durch das' neue Gememde- . jgesetz pur: auch von der- Palästtnaregierung anerkannt« Organe geschaffen hat, kann wohl der Zwnistenkongveß «W die oberste Instanz, die Krone unserer Bewegung, sich unmöglich länger Erez Israel — dem Ziele unseres-StrÄens, dem Schauplätze unserer Daten — fernhallen. Seit Jahr und Dag hcürgt die schwere Wettenvvtke*der Wirtschaftskrise über unserem Ausbäuwerk imbmag 'das Gemüt auch so nrancheu braven Kongretzwallers verdüstern. Gewiß klappt auch nicht alles an unseren: Llpparat. Doch da die Türnre des grauen Doms von Basel Herüberwinken, wird jeder Schtvarzseher die Scheuklappen von sich werfen. jDam: muß er ans der freien Rundschau über die ewig wechselnden und stets wieder überwundenen Krisen die stolze 'Zuversicht zurückgewinneu und den festen Glauben an den unbedingten Sieg der zionistischen Idee. Denn wahrlich, im Angesichte Basels können wir 'wie jener deutsche Kaiser nach dem Sieg von Sedan ausrufen: „Welch ein Wunder durch Gottes Fügung!" Ein'Asyl war >mrs einst Basel, das die wackere Schweizer Bürgerschaft — in altgewohnter Gastlichkeit für politisch Geächtete — uns erschloß, damals, als jüdische Gemeinden es als brennende Scharr: ernpfanden, einen Zionistenkongveß bei sich zu dulde;:. Waren wir doch in der: Augen der offiziellen Machthaber des geeichten Judentums eine verdächtige Bündele: unverantwortlicher Utopisten, 'Betrüger und Vvlksverführer. Wie hat sich doch seither das Blatt gewendet! In unserem Lager ist heute das Judentum. Ja, Zionismus' imd Judentum! sind fast zu Synonyma geworden, deujnj keine geschlossene Weltanschauung tritt uns;nehr mit der SsMssSWDsKsssLM: Kinder-Westen.8 8-50 7 Kinder-Pullover.S 8 50 - Jümper-Kleider . . . * . S 35'— Speslelhaus Ifir Strickmoden M. Holzer ¥!., Mainahilferstraße 89 (neben Flottenkino) II., Taborstraße 18 (Hotel National) Karlsbad, Alte Wiese — eine Zwangsprorogatwn vor dem jüngsten Gericht — um so die Leutchen einerseits zu einer ernsthafteren iAuffasftmg ihrer Verpflichtungen zu bringen, andererseits sie über den nahen Verfalllag zu beruhigen. Und das Praktische bei der Sache ist, daß es sich hier auf Erben nicht wit absoluter Bestimmtheit feststellei: läßt, ob es sich nichit am Er:de um einen Kellerwechsel l'^ndelt. — Wie hat der alte Jude gesagt, der nach bitterem ärmlichen Leben im Sterben fich mit der Hoffnnng cmf das besser« Jenseits tröstete: Lachen möcht' ich-, werm drüben gar nichts sein wird! Bei Jud und Christ jedenfalls gibt es Leute genug, die sich bemühen, fürs Jenseits recht viel sich aufs >Aktibkonto buchen zu lassen, lob sie nun mit Messe oder Kaddisch nachhelfen. Bon der Bedeutung der Messe weiß ich nicht viel, aber der Kaddisch ist bestimmt alles andere, als ein Gebet „fürs Seelenheil", sondern weist geradevom PersöMchen auf Allgemeine, vom Vergänglichen aufs Ewig^. Ich glaube, daß dem Judentum ursprünglich der Gedanke einer individuellen Unsterblichkeit fernliogt und daß a;rch die biblischen Verheißungen („auf das du lange lebest in deinem Lande!") sich nicht aus das Leber: des einzelnen beziehen, sondern auf die Mgemeinheit. Ethisch höher steht ja wohl auch der kategorische Imperativ uud das Tun einer Sache um ihrer selbst Wille::, als die Spekulation auf einen einstmaligen Lohn! Mer doch läßt .sich nun Mal nicht leugnen, daß.-esxmch viele Juden gibt, welche beim Erfüllen einer Mizwoh — einer guten Tat oder eines göttlichen Gwotes — genau mit der Vergeltung rechnen. Ich kannte einen prächtiger: und schnurriger: alter: Herrn, der unendlich viel Gutes tat, über feine Kräfte den Armen half und sicher dabei auch eine tiefinuerlrche Befriedigung empfand. -Aber dvch! Nach seinem Tode fand man in der Lade ein mit minrrtiöser Geuauigkeit geführtes uni> ständig a jour gehaltenes karrfrnännisch eingerichtetes Kontobuch, in dem fein säuberlich jede für eine gute Sache auSgegebene Sun:me und jedes gute Werk dem lieben Hevrgott zu. Lasten geschrieben war. Es kam dabei ein ganz stattlicher Saldo heraus. Wie genau unter Umständen damit gerechnet rvird, ob etwas als gute Tat, als Mizwoh, zu bewerten ist, dafür folgendes nette Beispiel, bas derselben Dame begegnet ist. die das drollige EisenbahnerlehMs hatte. 'Krätantion entgegen, im Namen des Jude-^;;"rs?u sprechm. >Wer-immer für Palästina ist, sei ims als Mitarbeiter willkonrmen. -Und ivos fich drüb«: noch an rührt, . darauf paßt tvvhl das DWmoort: „Jtzr ander;: seid e'itthzM« Wünkmer!"; AÄch vvr die Bölker tredm rorr WvrüsterrarW lÄrger hin-.Ler Not der Asylbkdürstigen hin, sondern in unbezwei- 'Wter Mrrde schreitet unsere Gerneinschast einher, sie,,, ine ^vimr den Großnichten urrd vorn Völkerbund als Trägerin "der -Jewish Agency, als Wachterün und Mrgin des Jüdischen Natronalheims bestätigt mrd bekräftigt ist — nut -der Älnwartschaft, im Rate der Völler und Söartcn ein -gllÄHbwechtrgtes -Mitglied zu werden. . Da fügt es sich wieder gut, daß der Zronisterckongwß gerade in der Schweiz tagt. Das ist jene Schweiz die ' es verstarb), vier Völker und Sprachgemernschäften zu ernen: festgefügten, blühenden Staatswefen zusanrrnenzuschweißen, jene Schweiz, die feit Jahrzehnte;: durch Beschirnrmrg des „Roten Kremes" und manch anderen interrrationalen Verbänden für die Völkerverbrüderung eintrat, jene Schweiz, die rroch aus den: brarürenden Gischt des Weltkrieges wie eine .strahlende Insel des Friedens aufragte. Mit volle;;: Recht hat darr:m die Schweiz im Wettbewerb der Nationen gesiegt, als es gall, dem neugeschaffenen Völlerbund — dieser Hofftumg aller wahrhaften 'Menschen — einen 'Zentralsitz, seine Hauptstadt, zr: geben. Wir Zionisten, als die Prouiere des jüdischen Volkes, , sind zwar unserer Jugend entwachfeu, doch hier inr Schtveizer LänNe Haben wir noch viel, viel'zuzulernen: Me'die Mrger über alle Verschiedenheit der Sprachen, Stünde und Klasse;: hirüveg.durch das gemeinsame staatliche Ziel in eine innige und schöne Einheit verbunden werden, ivx man dem harten , Boden der Berge durch zielbewußten Weiß bürgerlichen Wohlstand und Zufriedenheit «bringt, wie man sch ohne!Ueberheb:mg .die Achtung der andere;: Völler erwirbt und wie Man, ohne mit den Waffen zu klirren, wchrhaft wird. Nicht dem Zchlervvahnsinn frönt nran da unfr nicht dem gefährlichen Lockruf vvn den starken Bataillone::, 'sondern hier gilt dos alte hebräische Prophetrrrwort: „Nicht durch Gewalt, sondern drrrch den Geist!" So wollen wir dem: bescheiden und lernÄesliffen, doch auch MMMhaft und hoffrrungsftvh an die Beratmrge;: vor: Baftl.schreiten; erfüllt von der Mission, Herzls!Werk höherzubauen und das, was er einst auf der Rhembrücke erträumt hat, der Vollendurrg errtgegenzufchren. Der 18. Kongreß ' Möge, geweiht von den: guten Genius Basel, die Schrffenskrast des ersten 'Korrgvesfes rMerspiegeln und. den Reigen der zünnstischen Tagungen im Giäürchtrür?:g ft fruchibringcr:der Arbeit beschlichen. BA dM N. MnMMrWgrÄ. Ae Kmserwz m zimiftlfttzen «Keitmartri. ' Aus Base l wird uns geschrieLeu.: Die Vr M^ckonftveAg |3>ec Zi onistischeu MrL'KKtwch-Ä«!^Ähl, au -der Delegierte aus Palästina, den -WertzinigteirGiaaLen: von. Nord- -amerika, Frankreich, Lettland, Litauen, Polen, GaÄzielr, RmnÄ- - men, Oesterreich und Rußland teilrvchmen, Mll am wioch im Mustermesstgebqude ihre EröffmrngSfitzung ab. Den Vorsitz führte Herr Springa-k, Mitglied der ^ouistischen Exekutive in Palästina und Leiter des Arbeitsdepartements. Ddle-- S:e arbeitete während des Krieges und muh nachher als freiwillige Helferin vpferrmttig in einem HÄm^ Kr arme Kinder. Eines Tages, als sie sich im Schwätze ihres Ängeftchts mit Dellerwaschjon nnd GeMvveinrgen abmLhte, sagte sie zu ^iner der armen Fvauen> die «ürf ihre Kinder wartete und gewächkich, die Hände im Sch'oß, zuftch, wie sich die Damen des Heims abmühiew: > j „Sie sehen doch, wieviel Arbeit wir-cheuteMaüen. Mr werden kaum fertig. Können Sie da nftht auch-mal" äusntchmsweise zugreisen!" > „Ich Lin solche schwere Arbeit nicht' gewöhnt;" antwortete die Frau leicht gekränkt. „Na, hören Sie mal!" sagte die-Dmrw- .twch'rmwl^^ erbost, „Sie sehen doch, daß mir die Mbett ^nichtd-sWecht ist. Sind!Sie so viel vornchmer^als ich^ , “1 „Gott behüte, Frau Doktor!" war die-lsichtr .vorwurfsvolle und herMassend ironische Antwort. ,^WeN .ber Wrren ist.das 'aujch etwas 'ganz anderes!<Sre tun das'dvchMr-Mrme Leute — bei Ihnen ist das doch eine Mizwoh!" Ich kann mir nicht helfen — die Frau hattt!.:rechtr! Im übrigen ist «Ler wahrhütsgemätz zu berLHWm daß bei'.dm- QM^üN im allgemeinen keimt Angst vor körperlicher Arbeit, auch der schwersten, herrscht. Jeder, der die jüdischen Städtchen im Ostm mtt ihren jMfchen Schwerarbeitern gefchen hat, mutz daS- Lestätigen. ^Jene Frau hatte eben narr Sorge, Hrs „Würde'^ zu wähMn, zu zeigen, aus welchem feinen Hanse-fte wäre. Biel eh^r hmwsthtzn — oder -.gNMcherweise herrschten —im Westen güMe Boruvtelle. Dazu mich SH «me klenvs charakteristische GeWchte er- ..zählen, deren Träger der selige Alexander iMvritz Simon war, der Stifter der JKaelitischen Erzi-chnngsanstatt zu «Ahlem bei Hannover, — «m Mann, der nun wrMch kernen Wechsel -cmf'die GwWst zog. Ich habe Anw jemals einen Menschen gekannt, der so ganz und gar Ln einer Sache anfging, nur Len realer: ErsÄg puchte, .nicht fürffich, sondern für die Sache und absolut gleichgültig gegen persönliche Ehrungen und außer« .Anerkennung roar. Er hatte SeWsefühl genug, um nicht eitel zu fein. (Eitelkort ist ja stets ein Wcmgel an Selbstgefühl, das Anerkennung von außen sucht.) Dieser Mann hat Millionen für jene .Anstatt gegeben, die den Uebergang dor Juden zur Larrdtvfttfchast erlevchtern sollte und kormte, um fünf Pfennige zr: sparen, in größter Hitze bis zrrr cutlegenien Teilstreck: der Bcchn lmchpn. Er-stapd ar: einer VerbvühuM ft der^BcweMmne,