Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3050 (27.8.1927)
- Date
- 1927-08-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«Seite 4 Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung 27. August 1987 Nr. 3050 fnlier-Seide zehn Sekunden abgokürzt. Der erste Stromstoß erfolgt unter einer Spannung von 2500 Volt und zehn Anvp., darauf wird die Spannung bis auf 350 Volt her-untergerogelt, «bevor man wieder mit der Spannung 'hochging. Die Elektroden rvurdon jetzt an Kopf und Wade angebracht. Die Hinrichtungen können tvissenschaftlichen Forschungen nicht nutzbar gemacht iverden, da nach dem Gesetz verboten ist, der Leiche Teile zu entnehmen. diadioprogramm europäischer Stationen v. 28.Mug, bis 3. Seph Berlin, Welle 484 (506, 1250). So.: 6.30: Konzert; 9: Morgenfeier; 11.30: Konzert; 16030: Konzert; 20.30: Konzert mit Rezitation; 22: Tanzmusik. Mo.: 17.30: Konzert; 20.30: Konzert. Di.: 16450: Konzert; 20.30: Symphoniekonzerk. Mi.: 16: Konzert; 20.30: Auf der Brücke, Einakter von Saiten; 21: Konzert; 22.30: Konzert. Do.: 17.30: Konzert; 20: Elias, Oratorium von Mendelssohn; 22.30: Tanzmusik. Fr.: 17: Konzert; 20,30: Lustige L'.eder; 21: Konzert; 22.30: Unterhaltungsmu-sik. Sa.: 17: Konzert; 20: Orchesterkonzert; 22.30: Tanzmusik. Königsberg, Welle 329,7. So.: 1U30: Konzert; 16: Konzert; 19.30: Die Entführung aus dem Serail. Mo.: 16.30: Konzert; 30.05: Konzert mit Rezitationen. Di.: 11.30: Konzert; 18.30: Konzert mit Gesang; 20.05: Jwan-Durgenjeff-Abend; 20.10: Opernabend. Mi.: 11.30: Konzert; 16.30: Konzert; 20.05: Hörspiel: Schwarzwaldmüdel. Do.: 11.30: Konzert; j.6: M'.litärkonzert; 30: Wötenkonzert. Fr.: 11.30: Konzert; 17: Konzert; 20.30: Orchesterkcnzevt. Sa.: 11.30: Konzert; 16.30: Konzert; 20.20: Gitarren-Kammer-Konzert; 22: DanzrmrsiL ' Prag, Welle 348,2. So.: 11: Konzert; 17: Militärkonzert; 18: Deutscher Rundfunk; 32.20: Konzert. Mo.: 12.10: Konzert.' 20.10: Konzert; 21: Korrzert; 22.20: Konzert. Di.: 11: Konzert; 17: Konzert. Mi.: 12: Konzert; 17: Konzerr; 1920: Deutscher Rundfunk; 20.10: Konzert mit Gesang; 2125: Lustspiel. Do.: 12.10: Konzert; 17: Milltärkonzer!; 18.15: Deutscher Rundfunk; 30.10: Bunte Stunde; 21.10: Heitere M-ufll; 22L0: Konzert. Fr.: 11: Konzert; 17: Konzert; 18: Musikdortrag; 18.15: Deutscher Rundfunk; 20.10: Italienische Oper; 2110: Lustspiel; 21.30: Heitere Musik. Sa.: 12: Konzert; 17: Konzert mit Gesang; 18: Deutscher Rundfunk; 2010: Operettenmusik; 21.10: Tanzmusik; 2225: Konzert. Bratislava, Welle 300« So.: 11: Konzert; 18: Konzert; 20: Konzert. Mo.: 16: Konzert mt Gesang; 20: Konzert. Di.: 18: Konzert. Mi.: 19: Mgsunermusik. Do.: 17.40: Konzert; 19.30: Tosoa. Fr.: 17.45: Ködert; 22.20: Zigermermusik. Klelder-Seide ia nnerreichter Aaswahl za außergewöhnlich billigen Preisen nur in den ft SeMtenlaifeusem $. wiunEin Wien, I., Tuchlauben 8, und l., Bauernmarkt 2 a Seiden-Brokat (Fail ’eelair). S 3.90 Crepe de Chine (Brokat-Dessins), 100 cm breit . . 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Auf dem Soziussitz saß die 24jährige Schneiderin Magda Hau pi-mann, Geifelbergstvatze 63 wohlthaft. Bor dem Hause. Nr. 17 stürme sie derart unglücklich vom Ra.de, daß sie tot liegen bl'eb. Tragödie auf hoher See. Aus Stockholm wird berichtet: Der seit längerer Zeit vermißte schwedische Dampfer „Tr-'yggve" erlitt am 14. August int Finnischen Meerbusen Schiffbruch, wobei das Schiff unterging. Vier Männer und zwei Frauen fanden dabei den Tod. Der Kapitän und die iibrige Besatzung sowie zwei Passagiere gingen in ein Rettungsboot, das in den folgenden Tagen auf dem Meer ttieb. Die beiden Passagiere wurden wahnsinnig und sprangen über Bord. Ein Teil der Besatzung folgte ihnen nach; zuUtzt nmrdck auch der Kapitän wahnsinnig und wurde von den noch überlebenden Matrosen gleichfalls über Bord geworfen. Ein Matrose wurde später von einem finnischen M^-^choner geborgen und inS Krankenhaus gebracht- Er kennt feine Pappenheimer. Eine kleine Bodettseegemeiude hat einen von der Natur geschaffenen Badeplatz, dessen Benützung aber verboten war. Trotz der VerbotsLafek wurde von den badelustigen norddeutschen Sommerfrischlern dott eifrig gebadet. Seit einigen Tagen aber wird dieser Naturbadeplatz dort keinem Menschen Mehr ausgesucht. Und wie kam das? Der Bürgermeister, anscheinend ein guter Kenner der Psychologie seiner Berliner und sächsischen Gäste, hatte die Verbotstafel übermalen und auf ihr die Worte anbringen baffen: Badeplah für gänzlich Unbemittelte.!XXXm»PP9g«MflOQQQOflOQQOOQMP«XX«Otm5^^ JÜDISCHES LEBEN I« ilMMe Selm t« «alWina gekündigt. 2lus Je r u so, l e m wird uns berichtet: In den letzten Tagen erhielten 140 jüdische Lehrer in Palästina von der zionistischen Leitung die offizielle Mitteilung, daß infolge von Budgetschwierigleiten twrläufig von einer Erneuerung des Dienstvertrages für das kommende Schuljahr abgesehen werdeu müsse. Durch diese Verfügung bleiben 140 Lehrersftmnlien, etwa,700 Seelen, ohne Einkommen. Me betroffenen Lehrer erhalten mit Berufung auf das Lehrergesetz, wonach Lehrpersonen, die weniger als drei Jahre Hindurch Dienst gemacht haben, ohne jede EntschÄngung ,entlassen werden körmen, keiner le i Abfer ti- Russische Pogromkften i« khiua. &tt Zarenoffizier schießt zwei Joden nieder. Unweit von E Har bi n, in der Bahnsbition Kailar, würben, wie aus Eharbin berichtet wird, vor einigen Tagen zwei Juden von russischen m v na -r ich i stM ch ear Offizieren überfallen un d niederg eischossien. Der eine, der jüdische Kaufmann JizchaL WnlvniskH', AW auf,der Stelle tot, wahrend sein Begleiter B4chowffky schwer verletzt ins Spital überführt werden muMe. Der .Mörder Rumki n, der seinerzeit in der Armee des berüchtigten Pogromisten Ataman Semjpnvw gchient Hatte, gab bei feiner Verhaftung an, daß er'die Mei' Wien im vollen Bewußt-fein niederschtaßien wollte, und es nur bedauere, daß ihm keine WöglWert gegeben sei, Sa.: 18: iNgemlermtsik. Warschau, Welle IUI. So.: 15450: Konzert; 17455: Konzert mit Gesang. Mo.: 16: Tanzmusik; 20.15: Konzert. Di.: 17.15: Konzert; 20450: Konzert. Mi.: 17.15: Konzert. Do.: 18: TanzrmM; 20.30: Konzert mit Gesang. Fr.: 13: Tmzert mit Gesang; 23: Konzert. Sa.: 17.15: Konzert; 20.30: Leichte Musik. Zagreb, Welle 310. Mo.: 20450: Kammermusik; 22: Tanzmusik. Di.: 20.80: Heitere Abendmu-stk; 22: Konzert. Mi.: 20.30: Lieder- und Avienabend. Do.: 20.30: Konzert; 22: Konzert. Fr.: 30.15: Konzert; 22: Konzert. Sa.: 19: UeVertvagupg einer Operette aus dem RatirmattheÄer; 20: Heitere Abevdmufik; 22: Tanzmusik. Beinahe Hatte ich es vergessen: Wichtiger als grüne Matten und blaue Berge, als dick Esplanade und ein Bad in der Ischl, als ein Charleston auf der Terrasse des HotÄ Bauer und die Tprnkkur in der Kollonade (sie steht nur in den Prospekten), bedeutungsvoller als alle diese Jschler Attribute ist — beinahe Hätte ich es vergessen: Ein Besuch bei „Zauner". Und so hatte ich das beste — allerdings mit Fragezeichen — nun doch zuletzt genannt. „Zauner", das ist eigentlich nur eine Konditorei, wie tausend andere auf der Erdkugel, eine nette, appetitliche, saubere Konditorei mit vielen beziehungsvoll teuren Süßigkeiten, Keinen Tischen, dir beängstigend nahe beieinander ftchen und freundlichen dienenden Geistern. Hier trifft sich alles, was nach Ischl kommt und zu Ischl gehört — und jeder will dazu gehören — hier sitzt man vormtttags, mittags, nachmittags und erst 'recht abends, man flirtet, spielt Rummy, klatscht, schwatzt, späht umher, man steht und wird gesehen. Hier trifft man auch die leichtere Hälfte des künstlerischen Wien, seine Operetten- und Rrvnekompomsten, bejahrte und jüngere, aber auch schon behäbige Librettisten, Opernsänger und Kritiker und andere verdrossene Schriftsteller. Jeder wird angestaunt, mancher angehimmelt, man hört berauschende Adjektiva durch den Raum schvrrren: Lehar! Kalman! Piccaver! Die Niese! Da drüben sitzen sie, am nächsten Tisch! Ist das nicht wundervoll! llnti man kann zu Häufe davon erzählen! Das ist der „3aimet". Hieher führen die Damm ihre elegantesten Dirndlkostüme und ihre tmersten Schmuckstücke spazieren, hier verbringen sie ihren Sommer, hier leben sie „ihr Jschler Leben". Man hätte gute Lust, Satiriker zu werdm, aber ebm hat sich der Himmel wieder aufgeheiterc, die Sonne lacht, hinaus in een Wald, was geht uns das alles an. Es gibt noch ein anderes Ischl! gän^g. Damit wurde Unmittelbar vor Eröffnung des 15. Zionistenkongresses das ganze schwierige Erziehungspvoblem in Palästina in seiner ganzen Brutalität aufgerollt. Die brotlos gewordenen Lehrer wandten sich in ihrer BersammlurP mit scharfer Kritik gegen die bisher geübte Schulpolitik der Zionistischen Exekutive. Es wurde die Forderung gestellt, daß das Schulproblem auf<dem Baseler Kongreß eine der Wichtigkeit der Frage sfürdeir Aufbau in Palaiftrna entsprechende Behandlung und Lösung finde. ' » Senator Behor Sffendt Sskenasy gestmbeu. In Konstantinopel starb dieser Tage rm Mter Von 86 Jahrm der lebenslängliche Senator Bchor Jchudü Efscndr Eskenasty. Der Verstorbene entstammte einer atmen Familie und absolvierte seine Studien an der berühmten jüdischen Schule in Uaskoeu y Unter der Leitung des seinerzeit berührten, ans dem Elsaß starNmieirden Professors Brunswig. Senator Eskenasy war einer der ersten Juden, die wegen ihrer hervorragenden Kenntnis der türkischen Sprache und Mer allgemeinen Bildung in dm türkischen Staatsdienst ausgenommen würden. Er diente zunächst im'Mostdepartement, später als Dolmetsch inr Ministerium des "Aeüßern und wurde 'dann Sekretär und schließlich Mitglied des Staatsrates. Als ,U>nterprchsekt von Kvnstarrtimrv.perl hatte er .Gelegenheit, der jüdischen Gemeinde Nichtige .Dienste zu leisten und die Konsolidierung ihrer Finanzen zu fördern. Im Sinne der Verfassung wurde -Behor Effendi zum lebenslänglichen Senator ernannt; auch die republikanische Regierung von Mgora anerkannte nach Aufhebunjg des Kalifats und des Senats die großen Verdienste Bchor Esfendis um die Türkei und gewährte ihm eine ansehnliche leb-enslänglich e Pension. In.seinen letzten Lebensjahren war Eskenasy P r'äißi - den't dar 'jüdischen 'Gemeinde von 'Konsianünopel und oblag hauptsächlich seinen h-i'.stva i sch em und Phil vsophischon Studien. —-1---. Der Sülzhayner Judensriedhof — ei« Kurpark. Die Harzaeme'.i'.de Sülzhayn beschloß, den allten jüdischen Friedhof aus dem Sackberge in einen öffentlichen Park umMwandeln. In Sülzhayn besteht schon seit -langem keine jüdische Gemeinde mehr. Eine Tagung jüdischer Farmer ln Amerika. Mitte August hielten die jüdischen Farmer von Connecticut in New Hoven ihre Iahres-versammlung ab. Den Referaten war zu entnehmen, das; -in Connecticut, wo im Jahre 1691 drei jüdische Farmen vorhanden waren, jetzt 1000 jüdisch« Familien mit 6 00 0 Seelen auf dem Boden leben. alle Juden anszurvtten. Die Intern von Eharbin und Kailar Werveichtett den chinesischen .Behörden eine Denkschrift, m tvelcher sie auf die Umtriebe der in ansehnlicher Zahl in Eharbin befindlichen russisch-monarchistischen Kvlpnie hinwiesen Und darauf Mfmerksam machten, daß die ruffischen .MZnarchisterr eine Mefahr für Eharbin und die übrigen Städte des Gebietes Hilden. Eine strenge Untersuchung wurde eingeleitet. Am;Tage des Leichenbegängnisses des ernrottreten Wlensty waren sämtliche jüdischen Geschäfte'in Charbin-Kailar tzeschlo-s.s-en. Politische Folgen des!kmstlmtd«ve»erMordes an der Südkn Mgo? Wir haben über den tragischen Tod der Elfe W>i«e»go in Konstantinopel berichtet, die von dein Türken O sma-n B e y, well sie ihn nicht erhörte, unter furchtbaren Begleitumständen ermordet wurde. Wir haben auch ein Schveiberr unseres Konstantinopeler Mitarbeiters veröffentlicht, das Über das große Aussehen Mittellung machte, welches das Eifersuchtsdrama in ganz Konstantinopel hevvorrief. Wie nun „Times" und andere Londoner Matter berichten, soll es bei der Beerdigung der Else Niego, der zahlreiche Juden beiwohnten, zu antitürkischen Kundgebungen gekommen sein. Der Straßenverkehr wurde unterbrochen und türkische Polizisten wurden von der Menge belästigt. Diese Demonstrationen hätten chrerseits eine judenfeindliche Stimmung unter der türkischen Bevölkerung ausgelüst. Es sei nicht ausgeschlossen, daß der Zwischenfall ungünstige Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Türken und Juden zeitigen würde. Statistik der Wische« Rstchteraheit. Im Zusammenhang mit dem Bestreben der polnische» Regierung, pen Verkauf von Alkohol einzuschränkm. wird dattruf venviesen, daß in Warschau allein im abgeiausenen Jahre 64.90-0 Personen wegen Bolltrunkenheit verhaftet werden muhten. Mehr als die Hälfte hievon waren Frauen. Eine aus diesen: Anlaß veröffentlichte Statistik stellt fest, daß unter diesen 'wegen 'Trunkenheit stellig gemachten Personen bloß neun Juden tvaren. Da die Juden in Warscha:: '93 Prozent der (^esain'tbevölkerung repräsentieren, beweise diese Ziffer, daß die Juden auch h,üte noch zu dem -lüchternsten Teile der Be-Wle-'un.i von Warschau gehören. imöiZuiesSaCüiäaiidvää