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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-27 · Heft 3050 (27.8.1927) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3050 (27.8.1927)
Date
1927-08-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wien, Scrinskag Wiener MsrgsnzeiLuttg 27. August 1927 Nr. 3660 Seit* 2 ikre polnische Su:ais.zuzetzörig.eik n-ch, a i. Hungerte iiioifrfje i>ami(int, eie i.i tt:>;uru schon vor Jahrzehnten Wurzel esäßt laben, - cr?n einzelne Mitglieder sogar schon chanvi liftifrfK Maz>?aren gewor en sind, für magyarisch^iultiue^ e nid nationale Drecke ungeheure "Lummen gewidmet llmüeu, 'rhalten jctzi a.s Tank für diese ihre patriotische Haltung en 7vuf:tvitt, mit dem sie über die Lundeszre.r.rc gestoßen merl en. Tie Frieoensverträgc enthalten zweifellos viele ilngeechtigkeitcn und Wiltkürbcstinmrungcn. Auch Uttgarn ist manche Ungerechtigkeit ui er-ihren. Aber mit Srhaurern mliß jiran daran denken, daß die ungarische Intrige von Erfolg legleitet sein könnte. Eine Vergrößerung des gegenwärtigen üngarischen Eebietes würde nichts anderes bedeuten als eine Lrivriterung der Grenzen magyarischer Bedrückung, eine Ausdehnung der Razzieu aus Juden und Arbeiter, ans sogenannte künstlich konstruierte „Fremde". Bisher schon ist es den ungarischen Machthabern gelungen, die Regierungen der Nachbarstaaten nervös zu machen. Man will in Budapest keine friedliche Entwicklung. Ter Geist der magtMischen Rassenschützler und O'rl'ei inbünde lebt noch nnd arbeitet nur scheinbar unterirdisch. Er rvird von der Regierung, 'kräftigst genährt und eine solche Jildenrazzia, um sie jetzt in Szen-e gesetzt wird, hat auch keine aride re Bedeutung Äs der Knochen, der: man dein knurrenden Kettenhund zur Beruhigung hinwirst. Nie kompromittierte Todesstrafe. Paris, 26. August. Der sozialistische Abgeordnete Üftcnaiibcl wird der Kammer bei ihrem Wicderzusammcntritt im Herbst im Namen seiner Partei einen Gesetzentwurf, betreffend die Abschaffung der Todesstrafe irr Frankreich unterbreiten. In dem Motivenbericht heißt es u. a., die Affäre Sacco-Vanzetti habe gezeigt, welche Aufregung die Todesstrafe in der öffentlichen Meinung der ganzen Welt Hervorrufen könne, wenn die menschliche Gerechtigkeit nicht unfehlbar sei und wenn die Parteilichkeit der' Richter an die Stelle der absoluten Gewißheit der Tatsachen trete. Eine zivilisierte Nation habe nicht das Recht, sich derartigen Gefahren auszusctzen und Zweifel an der Gerechtigkeit aufkommen zu lassen. StoiBtuu einfteins uns Mens Mell. Prag, 26. August. Die Abendausgabe der „Narodni Lisch" reproduziert eine. Meldung, der New York er Blätter, tvonach der Präsident der tschechoslowakischen Republik. Masaryk, gemeinsam.mit Fritjof Nansen und Professor Albert E i n st e i n im Namen der Liga der Menschenrechte an den Gouverneur des Staates Massachusetts im Interesse S a c c o s und Vanzettis einen Appell gerichtet habe. In ihren Kommentaren bemerken die amerikanischen, Blätter, daß Präsident Masaryk diesen Schritt als P r i v a t p e r s o n und nicht als Staatsoberhaupt der tfchechoslowakischen Republik unternomnren habe. Re Konferenz der Fnterparlamenlarischen Union. Eine Kriegsschulddevatte. . Paris, 26. August. In der heutigen. Sitzung der r-iterparlamentcrrischen Konferenz besage sich der belgisch.' Sedrator Maunette mit der Frage der belgischen Neutralität sowie mit der Deportierung belgischer Arbeiter nach Deutschland und schlug eine Resolution vor, die erklärt, daß die Verletzung der belgischen Neutralität im ßlugust 1914 ein höchst bedauerlicher und verwerflicher Akt gewesen sei. Auf diesen Antrag antwortete im Namen der deutschen Delegation Professor Schückin g,- der sich - auch gegen' die gestrigen Ausführungen des französischen Senators de Jude n e l ivandte. Nach einer kurzen Replik de Juvenels, der erklärte, er sei der Ansicht, daß Locarno als Sicherung de s Friedens nicht genüge, sprächen der französische Senator Rvu ft an sowie das englische Unterhausmitglied Smith, der darauf hinwies, daß in der Frage, der Verantwortung für den Ausbruch des Weltkrieges sämtliche ernsten Historiker anerkennen, diese Verantwortung könne nicht einem einzelnen Lande aufgebürdet werden. ' In der weiteren Debatte war die Rede des englischen Parlamentsmitgliedes Hugh Edwards benierkenLwsrt, der u. ö. sagte, die Spannung zwischen Frankreich und Deutschland habe sich nicht gemildert. Die beiden Nationen gleichen zwei Kranken, die im'selben Saale eines Spitals auf zwei Krankenbetten nebeneinander liegen. Um das deutsche-französische Unbehagen aus der ''Welt! zu schaffen, müsse man aufhören, den Rhein als den Aequator von Eurvpü zu betrachten.' Die belgische Resolution wurde der zuständigen "KoNvmifsion überwiesen. Die Teilnehmer der Konferenz wurden vom Präsidenten der Republik und im Internationalen Firftttut für geistige Zusammenarbeit vom MegSminrfter Painleve empfangen. Ser Nachfolger de Houvenelr beimBötterbmd. Paris, 26. August. (Havas.) Das „Journal" meldet: Im heutigen Mmisterraf tvird dev Präsident des Außenausfchusses des Senates, Lucien Hubert, zum Führer der französischen Abordnung bei der B ö l k e r - bundvesammlung an Stelle de Jouvvenels bestimmt werdM. Der Ministerrat wird sich ferner nitt der Frage der inn Rh e iu l a<nd-e befassen. «rzeichmmgen für Sine Ansprache des Der Bundespräsideiit hat einer Reihe von Beamten und Funktionären der Wiener Polizei Auszeichuuug e li verliehen. So erhielten das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Oesterreich die Oberpolizeiräte Friedrich Driak, Dr. Johann Urbane k, Dr. Michael Skubl und Dr. Gustav Perutka. Das Große silberne Ehrenzeichen in Email für Verdienste um die Republik Oesterreich die Hofräte Wladimir Tauber, Dr. Albert T a u ß und Dr. Bernhard P o l l a k, das S i l b e r u c Ehreuzeiche n die Polizeiräte Dr. Ludwig Hump l, Dr. Llnton Kraft und Rudolf Denk sowie drei Sicherheitstvachoberinspektaren. Ferner erhielten zahlreiche Polizeikommifsäre und Wache - beamten Goldene und Silberne Berdrenstzeichen und Medaillen. Die' feierliche Uebcrreichung dieser Auszeichnungen nahm Polizeipräsident Schober vor. Dabei hielt er eine Ansprache an die Dekorierten, denen er die Auszeichnung an die Brust geheftet hatte. Der Polizeipräsident führte u. a. aus: „Die Haltung der Wiener Polizei in den Tagen des 16. und 16. Juli 1927 hat eine verschiedene Beurteilung erfahren: auf der einen Seite stehen diejenigen, die mit der'Polizei unzufrieden waren und sie angreisen; aus der anderen Seite steht die Majorität der Bevölkerung Oesterreichs, die in rührender und in zum Herzen sprechender Weise der Wiener Polizei ihren Dank zum Ausdruck gebracht hat. Tausendfach sind die Spenden von einem Schilling, den der Geschäftsdiener, die Hausgehilfin in der Polizeidirektion hinterlegt, angefangen bis zu den Millionen der Reichen» die aus diese Weise der Polizei ihren Dank ab statten wollen dafür, daß sie in diesen Tagen, ohne viel zu fragen, ihre Pflicht erfüllt hat! Rührend sind die Briefe der Anerkennung und des Dankes, die aus ganz Außenminister Briand wird . nach Genf.genaue Instruktionen, .betreffend, die Zahl der Truppenbestände sowie weitere eventuell in Betracht zu ziehende Kompensationen mitnehmen.; Sie Nationalisten in Zrlanv. Die Mörder des Ministers O'Higgins eruiert? ' ' 2 on d o n, 26. August. (Havas.) Nach einer Dubliner,, Meldung der „Wcstmmster Gazette" ist Sean Macbryde, ein Sohn des im Jahre 1916 Hingerichteten N a t i o n a l i st e r f ü h r e r s, unter der Beschuldigung v e.r.h a f t c t -worden,} an ' der E r rn ö r d ü-'n g des Ministers Ö'H i g g i n-s teilgenommen -- zu' haben. (O'Higgins ist vor mehreren Wochen.auf einer Autofahrt aus dem Hinterhalt erschossen worden.! Die Ddörder verschwanden trotz der sofort angeordneten Msperpungsmaßnahmen spurlos. Die Red.) Sie internationale Radiokonserenz. W a s h lugt o u, 26, August.. (Wolfs.) Das Handelsamt gibt belkannt, daß an der Radiokonserenz, die aM 4. Oktober hier eröffnet werden wird, 50 Staaten teilnehmen iv-erdm. R ußla n d und Ecu a d o r werden nicht vertreteu sein, da ihre Regierungen von den Vereinigten Staaten nicht anerkannt sind. Der Generaldirektor des Internationalen Telegraphenbureaus in Bern, E t i e n n e, ist zur Vorbereitung der Konferenz hier eingetroffen. RieseuunteMlagung itt der rumänischen Staatsdrulkerei. Ser veuerulsireliok zwingt leine» Untergebenen zu llnter- Mlngnngen.—SeWmors der Arettors sei WwSIuttes. B u r a r e ft, 26.. August. Der administrative Direktor T o m e s e u des rumänischen Amtsblattes „MonitovUl Official" hat gestern Selbstmord begangen, nachdem er große Unterschlagungen begangen hatte. In einem . , . . * Abfchiedsörief an die Poliseidirestion beschuldigt er den Generaldirektor -er Staatsdruckerei, F a lcoianu, daß dieser ihn gezwungen habe, die Unterschlagungen zu begehen. Die damufhm einAeleitete Untersuchung ergab, daß -diese Beschuldigungen gegen Falcoiarm auf Richtigkeit -beruhen und daß er selbst Unterschlagungen in der Höhe von 60 Mllionen Lei begangen habe. Falcoianu wurde sofort in Haft genommen; der Haftbefehl gegen ihn wurde heute bestätigt. Neben Falcoianu wurde auch sein Sekretar verhaftet. Ungarische SMeapolizek. Aus Budapest wird berichtet:. Das Debrecziner Gericht hat aU erste Instanz auf Grund der Sittenbierordnung einen jungen Mann, der zwei Mädchen auf der Straße ange- . sprachen und sich gegen sie frech benommen hatte, zu ' sechs Tagen Gefängnis und 40 Pengö Geldstwse verurteUt. i ' Das Innenministerium hat nunmehr haS Urteil als oberste I AppeUattoEnstans besMgt. PolizeiprSfidenten. C cstcrrci ch. vom Dodensec bis an die ungarische Grenze, vom Ausland und selbst von überseeischer Staaten einlarigen und die alle der Haltung der Wiener Polizei ihre Anerkennung zollen. Was den Tadel nnd die Beschimpfungeir anbelmigt» habe ich sie mit Ihnen geteilt, was die Anerkennungen am-. belangt, weise ich sie für meine Person zurück; es war nur das Berdimst der Polizei, daß sie ihre selbstverstarrdliche Pflicht in diesen Tagen erfüllt hat wie sonstl Die Bundesregierung hat trotz aller Atlfeindungen nicht gezögert, der Wiener Polizei Anerkennung zu zollen, die den Beweis gab, daß die Bundesregiermig Ihre Haltung vollauf würdigt und dankbar anerkennt. Und rinn hat sich auch der Herr Bundespräsrdent entschlossen, Ihnen Auszeichnungen zu verleihen... Der Lorbeer, der Ihnen zuteil wird, kann leider d e-n vier braven Männern, die unter der Erd-E ruhen, nicht an die Brust geheftet werden. Aber es wäre undankbar, dieser vier Helden nicht auch heute zu gedenken. Betrachten Sie die Auszeichnungen nicht alÄ eine Auszeichnung für Ihre Person, sondern denken Sie< daß jeder seine Auszeichnung für 180 andere trägt, für 160 miderc brave Männer die Auszeichnungen des höchsten Repräsentanten des deutschen Volkes in Oesterreich. In diesem Sinne wollen wir heute wieder geloben, daß das deutsche Volk in Oesterreich, daß Oesterreichs Bevölkerung keinen festerm Hort hat als die Wiener Pölizeidirektimr. Schließen will ich mit dem Gelöbnis, daß wir nichts andRes kennen, als -den: Staate zu dienen, der Bevölkerung ohne Ansehen des Standes; denn wir sind nicht Feinde des Volkes, sondern Bolksfreunde im-edelsten Sinne des Wortes." . . Ci« «euer Flug um die Wett. Detrütt-Neusundland-M den Erdball. Detroit, 25. August. William Brock und Edward S ch-le e sind auf einem Stinson-Detroit-Eindecker, der auf den Namen „Stolz Don Detroit", getauft wurde, Dom Flugplatz der Fordwevke nach Old-Örchavd (Maine) gestartet.' Dies, ist die erste Etappe ihres Fluges nach Harbour . Gr4 c„e. (Neufundland), wo' sie Samstag den Flug um. die Welt antveten wollen/.der sie züüächsi nach'Lond o n führt. kiv Zug in den Abgrund gestürzt. FM'Stbare Katastrophe hel Ehamonlr. P a r i s, 26. August. Gestern nachmittags erfolgte auf der «kleinen Gebirgsbahn Don Ehamomx nach Merode Glace auf dem Montblanc eine Zugsent^gleffung mit katastrophalen Folgen. - ' Ein Waggon und die Lokomotive sttirzton m einen 1V Meter tiefen Abgrund. 14 Personen wurden getötet, 30 schwor verletzt Dio Aeinei Gebirgsbahn, die jeden Tag die Ausflügler von Ehamonix nach Mer de Glace führt, war im Begriff, von dieser Gletschevstation zurückzukehren. Der aus fünf Wagen und der Lokomotive bestehende Zug, welcher m r't Touristen dicht besetzt war, war kaum 200 Meter abwärts gefahren, als dve Bremse versagte und der Zug mit rasender nnd stets zunehmender Geschwindigkeit hstrunterzurollen begann. Ein Insasse des zweiten Wagens, Ingenieur. Niamey, hatte die Geistesgegenwart, die Bremse des Wagens anzuzichen. Der dadurch verursachte Ruck war so heftig, «daß der zweite Wagen vom ersten -abgerissen wurde und auf den Schienen st eh e n b l i eb. Aus dielse Weise'wurden die 45 Insassen dieses Wagens gerettet. Etwa 25 Meter tiefer Mrzte «die Lokomotive mit dem folgenden Wagen iu den Abgrund. LoLomotive und Waggon wurden vollständig zertrümmert. Die 14 Leichen,' die aus den Trümmern hevvorgchogen wurden, sind derart verstüm-prelt, da^ sie biHer nicht agnosziert werden konnten, mit Ausnahme eines Mechanikers namens Linard. Alle SO verletzten Personen haben Verletzungen schwerer Art erlitten. Die einzige Person, die wie dmch ein Wunder fast unversehrt blieb, und nur unbedeutende Hautabschürfungen erlitt, ist der Lokomotivführer, der beim Absturz aus der Lokomotive geschlendert «mvde. Ein Hilfszug ging , sofort von Chamomx an die Unglücks stätte ab. Me Aerzte der Umgebungwurden zur KW- KOung moMistext. Nach den letzten Meldungen hat stch hie Zahl der Töten ans 20, ' -

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