Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3048 (25.8.1927)
- Date
- 1927-08-25
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nk. 3046 Wien, Domrerstag Wtettee Morgönzeitttns 25. August 1ÄS7 A SchG 9 ” st e n derartigen Veranstaltung des Völkerbundes und «tue außerordentliche Gelegenheit, die für das gebarmte ebiet der Presse wichtigen PrMeme der Dagesochmmg, ie Erleichterungen für das Nachrichten-' ulefett, internationale Erleichterungen für den berufstätigen Journalisten, Schutz der Pressenachrichten ustv., mit den AnfgcGm desMfferbUndes in Einklang zu bringen. Ein Ge schüft saus schuß von n Mit gliedern, in dem die vier Gruppen der ZektungsVerleger, der Nachrichtenagenturen, der berufstätigen Journalisten und der amtlichen Presseabteilungen der verschiedenen Nationen berücksichtigt sind, übernimmt die Orycmifierung der weiteren Ärbeiten dor Konferenz. Ser itttetnatiomtie Stodentenbmgrrtz. Rom, 24. August. (Stefani.) Ms dem'Internationalen Kongreß der UniverALtsftudenten, an dem 31 Staaten vertreten sind, erwähnte der Vorsitzende in seinem Berichte, daß die deut.schen Vertreter, nachdem sie zwei Jahve hindurch bei dem Kongreß gefehlt hatten, wieder daran teilnehmen, und gab seiner Freude Ausdruck, daß der Studentenverband einen so großen Auffchwung genommen habe. An diesem Kongreß nahmen auch Vertreter aus den Vereinigen Staaten, aus Uruguay, Australien und aus, China teil. Re sasciftischen Umtriebe in der Tschechoslowakei. P rag, 24. Mgust. Nach eitler Meldung des „S&eeectit Aist" wurde heute vormittags von 30 Geheimpolizisten eine überraschende Hausdurchsuchung im Sekretariat der fasaiiWs.cheN Partei und in der Redaktion des fascisttschen Parteiorgans „Rizska Straz" („Reichswachtt') vorgenommen. Im Sekretariat waren bei der Durchsuchung einige fascistische Führer mit Gajda an der Spitze anwesend. Diese Hausdurchsuchung hängt mit einem Vorfall zusammen, der sich gestern ereignet hat. Wie die Polizeikorrespondenz berichtet, drangen Dienstag, um 5 Uhr früh, in das vom Ministerialrat im Ministerium für nationale Ver- LechiiMssg, Dr. Jaroslav Bvrel, bewohnte Haus in Sazava sechs bewaffneteMänner ein und wollten mit vorgehaltenen Revolvern die Herausgabe bestimmter amtlicher Dokumente, vorwiegend solcher, die Gajda belasten, erzwingen. Auf Grund eines amtlichen Ersuchens .wurden im Laufe des heutigen Bormittags auch in Prag Nachforschungen nach den Tätern eingeleitet, wobei mehrere Personen einem eingehenden Verhör unterzogen wurden. Zwei Personen wurden in Hast genommen. _für die Heimreise söhöne G-eschönke J ump e r - Kl e i d e r gestrickt und Wolltrikot S SS ' — Spevlalttmis ftlr Strickmoden m. Holzer VI., Marlahllferstraße 89 (neben Flottenkino); II., Taborstraße 18 (Hotel National); Karlsbad,- Alte Wiese Las Senkmal für „Peter Pan", das ewige Kind. Von Irene Steinor (London)'. In einem wunderschönen großen, grünen Garten, im Westen Londons, Kenfington-Garden genannt, steht eine unendlich liebe und zierliche Statue. Cs ist Peter Pan, das ewige Kind. Er spielt Flöte und ist glücklich und will allen Kindern und auch allen großen Menschen nur immer Glück bringen. Er will nie groß werden. Er will immer ein Kind bleiben. ' , Diese Statue ist das lieblichste Dencknal, das in London zu sehen ist. In dunklem Stein gehauen, steht ein Knabe, der Flöte spielt, auf einem kleinen Hügel. Cr spielt so schön, daß alles Lebendige aus den Tiefen dieses Hügels zu ihm hinan strebt. Viele beflügelte Elfen und Feen, Vöglein und Häschen wollen hinauf zu ihrem Spielmann. So ist dieser kleine dunkle Hügel belebt — wirklich beleibt, denn wenn man dieses Stück Jugend, in Stein gehauen, sieht, muß man vergessen, daß es steinern ist. Alles lebt. Das Vöglein, das ganz unten am Fuß des Hügels den Tönen der lieblichsten Flöte lauscht — das Häschen, das mühsam bergan klettert — die Feen, die in ihren wallenden Gewändern aufwärts schweben —und die zwei glücklichen Elfen. Und alles in dieser kleinen Welt strebt, strebt hinan zu chm, zu seinem Glück, zu aller Glück, zur Jugend, die in Peter Pan verkörpert ist. frei auf diesem Hügel steht und der Menschheit Glück auf dev Flöte in die Welt hinausbläst. * Peter Pan ist die Schöpfung des genialen schottischen DWers I. Dt. B a r r i e. Er besitzt Scharm und poetische Phantasie, und diese Gabe hat in dem reizenden Märchen „Peter Pan" ihren wunderbarsten Ausdruck gefunden. r'nd dies ist I. M. Barries Märchen: Herr und Frau Darling haben drei Kinder, zwei'Buben, John und Michael, und ein Mädchen, Wendy. Und sie Re Wiener guttSreigaifle. «nt fintfAMDlguM Seftenel»« in «ssian. Mos ka u, 23. August. (Telegramm der SotchetimiÄL) Heute hat der ö st e r r e i ch i s ch e Geschäft Str ä g e r in Moskau im Departement „Zentraleuropa" des Außenkommissariats namens der österreSchischon Regüsrmng eine Erklärung abgegeben, wonach der Verdacht, der vom Vizekanzler HUrtloS tu dem im RaUtonakrnt verlesenen Polizeibericht erwähnt um» und der sich gegen die Angestellten der Sowjechandelsvertretung in Berlin, Lengyel und Rappaport, die nach Wien zu Verhandlungen mit der Wiener Gemeinde entsandt worden waren, richtete, sich als » n L e gründet e rwi e ß»e n hat. «ent Btthaftmigen ln Men. Der wegen Disbsttchls fünfmal vorbestrafte und wegen schwerer Körperlicher Beschädigung mit acht Monaten Kerkers bestrafte Schuhmacher gehilse Jolsef L a n g e t, 23 Jahre alt, zu lBuixweis geboren, nach Wien zuständig, wurde gestern unter 'dem dringenden Verdacht der Teilnahme an der Plündern« g des Wachzimmers, Hernalser Hauptstraße, 'dem Laudesgericht eingeliefert. In seinem Besitze wurden eine Uniformhose, ein Messer und ein Federhalter, die aus dem Wachzimmer stammen, gesunden. —.Der 19jährige Elektriker Alois Fürnkranz, in der Leapokdstadt wohnhaft, 'wurde wogen Teilnahme am Aufruhr und wegen Erpressung dem Landesgericht eingeliefert. som gifentatnaftttit ln Ar«. Wie die „Korr. Herzog" aus Innsbruck meNwt, wurde vom dortigen Landesgericht gegen den Schaffner Hans S t a b ent Heiner und den Oberheizer Johann Tumelchammer das gerichtliche Verfahren wegen Verdachtes des Verbrechens der S a bota g e an Vahneinrichtungen eingeleitet. Stabentheiner war während der Streiktage in Innsbruck Bahnhofkommandant und soll,, wie der christlichsoziale „Allgemeine Tiroler Anzeiger" behauptet, Sabotageakte angeordnet haben, als die Streikleitung infolge des Eingreifens der Gendarmerie und der Heimatwehren den Bahnhof verlassen mußte. Roch 1« Verwundete. Die Leitung des Allgemeinen Krankenhauses teilt mit, daß sich von den Juli-Verletzten nur noch sechzehn, darunter ein Wachmann und eine Frau, im Allgemeinen Krankenhaus in Behandlung befinden. Alle übrigen konnten bereits geheilt entlässon tvchÄm. Der Zustand der 16 Verletzten ist ein b e f r i e Ligen d e r, so daß mit Sicherheit damit zu rechnen ist, daß auch sie innerhalb kurzer Zeit das Krankenhaus werden geheilt verlassen können. vom Sfterreichischen Rationalmt. Ter Hauptausschuß des Nationalrates wurde für Mittwoch, den 31. d., 11 Uhr vvrUrittags, einberufen. Auf der Tagesordnung sieht die provisorische Verfügung über die Leitung des neugeschaffenen 'selbständigen I u st i z- Nrin isierrums. >' Für denselben Dag, 3' Uhr nachmittags, wurde der Unterausschuß des Zdllausschiusses einberufen. Riesenbrand in Konstanttnopel. M snnler zeeftltt. In Skutari, der Vorstadt von Kvnstvntrrwpel, brach, , wie von dort gemeldet wird, ein großer Brand aus, -dem 'bisher 600 Häuser zum Opfer sielen. Stzben Personen wurden verletzt, darunter drei todAch. Bnand dauert zurzeit noch an. finrl-ttntg einer Arm» ln Moskau. Wegm Spionage zugumfteU Englands. Moskau, 24. August. (Wolfs.) Das Todesurte« gegen FrauKlepikowa, die vom Revolutionsgericht der baltischen Flotte wegen «Hrionage zugunsten Englands angeÄrgt war, ist (past.ern vorlstreckt worden. kvidemische Klnderlahmuns. ' Aus Bukarest wird gemeldet: Eine unter den Symptomen der Kinderlähmung (^>livnchelitis) auftretende Epidemie grassiert seit einigen Wachen in Bukarest. Nach den letzten Berichten der Aerzte ist der Erreger der Krankheit ebenso wie die Prophylaxe unbekannt. Die Sterblichkeit beträgt ungefähr 15 Prozent. 'Die Folgen .der Krankheit sind teilweise oder gänzliche Lähmung. '.Die .Gesamtzahl der Kranken betrügt 130, welche im Mer ^bis zu zehn Jahren stehen. Bloß dvei Kranke sind jüber ^0 Jahre aü. ..... fine nette Demetrius-Legende. Der Zarewitsch noch am Lebens Der Pariser ^Matin" will wissen, daß Zarewitsch Alexis von RuMand noch am Leben fei und in B r o mber g (Polen) lebe. Das Blatt erklärt dieses Rätsel dadurch, daß seinerzeit bei der Ermordung der Zarenfanttlie der Sohn des Koches Iwanow, der dom Zarewitsch sehr ähnlich sah, an dessen Stelle hingevichtet wurde. Dem Zarewitsch sei es gelungen, von einem Kosaken begleitet, ein deutsches Gefangenen- und Jnternrertenlager in Sibirien zu erreichen, wo er sich, der deutschen Sprache voMommen mächtig', als Deutscher ausgab und von wo er später nach Magdeburg gebracht worden sei. Spater habe sich der Zarewitsch nach P^oL^m -begeben und sei dort zum Katholizismus üderMtvetttr» Der Prinz habe seinen Ursprung bis setzt geheim ge. halten, der für ihn sthr gefährlich hätte werden Wunen. Der Zarewitsch, der über die Ereignisse in Rußland bis in alle Einzelheiten auf dem Laufenden erhalten werde, sei Gast einer ruffischen Familie. Der „Matin" stützt seine Angaben auf einen Bericht der polnischen Zeitung ,/§ xpr e.ß P o ran rv-y". Das' Matt schreibt, seine Meldung sei keine Ente <ms der Saurengurkenzett.... Ans einem Aurflng MM vernuMckt. Vorgestern ist in der Nähe von Mayerling der- Mener Selchermeister Mais D erg Hofer (WjieÄKr Hauptstraße), t. dlich verunglückt. Gr hatte mit einem FrsoÄ ^!usn Antomvbilausflng nach Baden gemacht. Auf der Rückfahrt lenkte Daghofer selbst, In einer Kurve überschlug sich der Wagen und schleuderte sämtliche Insassen 'auf die Straße. Daghofer War'auf der Stelle tot, fein Chauffeur erlitt einen Schenkel-- t haben eine „Nurse". Es ist Nana,' ein treuer Hund, der die Kinder täglich in die Schule hegleitet und wieder abholt. Eines Abends fand Frau Darling den Hund mit dem Schatten eines Knabens im Maul in der Kinderstube. Sie war höchst erstaunt, denn schon seit einigen Tagen erzählte Wendy von ganz seltsamen Träumen, in denen ein wunderschöner Knabe in ihre Stube gesiogen kam, und Frau Darling dachte nun, ob dieser seltsame Fund nicht mit diesem Traume irgendwie in Verbindung sei. Da sie es aber eilig hatte, maß sie der Sache augenblicklich keine Bedeutung bei, rollte den Schatten zusammen, steckte ihn in eine Lade und verließ das Haus, denn sie war 31t einer großen Gesellschaft geladen. Kaum fiel die Tür hinter Herrn und Frau Darling ins Schloß, als der kleinste Stern auf der himmlischen Milchstraße ausrief: „Nun-- Peter!" Und Peter flog zur Erde und geradeaus in das Zimmer, in dem Wendy und ihre Brüder schliefen. Und Wendy erkannte ihn sogleich, denn sie hatte ihn ja in vergangenen Nächten in ihren Träumen schon gesehen. Sie heftete ihm seinen abhandengekommenen Schatten wieder an. Peter erzählte Wendy, daß er zumeist bei den verlorengegangenen Kindern fei, und er bat sie, mit ihm zu kommen, denn er und die vielen anderen Kinder vermißten eine Mutter gar sehr und sie solle ihre Mutter sein. Peter versprach ihr auch, sie die Kunst des FliegenS zu lehren. Wendy willigte nach einigem Zögern ein. Diese neuen Abenteuer lockten gar zu sehr! John und Michael erwachten nun auch und wurden in die neuen Pläne eingeweiht. Alle drei Kinder lernten nun Fliegen und sie lernten es ganz, schnell, denn Lehrer und Schüler waren mit so viel Freude bei der Sache, daß es rasch ging. Und nachdem alle Kinder die Kunst des Fliegens erlernt hatten, verließen sie gemeinsam mit Peter die Kinderstube. Da witterte Nana, der tteue Wächter der Kinder, der die Nacht in seiner Hütte im Hof verbringen mußte, weil Herr Darling es für gar zu mMssend hielt, daß er in der Kinderstube schlafe, Gefahr. Sie lief, um ihren Herrn und ihre Herrin zu holen, und als diese in die Kinderstube stürzten, war es leider schon zu spät. Die Kinder waren verschwunden. Frau Darling guckte sofort in die Lade, in der sie jenen mysteriösen Schatten aufbewahrt hatte. Cr war auch verschwunden, und da'wurde es ihr ganz klar, daß es zwischen den seltsamen Erzählungen Klein-Wendys über ihre Träume, dem Schatten des Knaben' und dem unerklärlichen Verschwinden 'der Kinder zur späten Nachtstunde einen Zusammenhang geben müsse. Von diesem Tage an lebte Herr Darling zum Zeichen der Trauer in der Hundehütte, denn er war überzeugt davon, daß das schreckliche Unglück nur deshalb über sie gekommen fei, weil er aus falschem Stolz Nana die Nächte nicht in der Kinderstube zubringen ließ. Und viele, viele Tage vergingen, und die Eltern Darling konnten sich nicht trösten, und. die Mutter ließ immer das Fenster der Kinderstube offen, damit die Kinder, falls sie wiederkämen — und nichts wünschte sie sich so sehnlich, als das — den Weg in ihr Zimmerchen leicht finden könnten. Peter führte die Kinder unterdessen ins Nimmerlaud. Es war dies ein schönes Eiland, von vielen Elfen und Feen bewohnt, und verlorengegangene Kinder und Seeräuber gcch es dort auch. Als Peter mit den Kindern und Wendy auf die Insel kam, waren alle überglücklich, nun endlich auch eine Mutter zu haben, und sie bauten ihr eine wunderschöne Hütte aus Rosen. Nicht weit von diesem glücklichen Plätzchen gab es eine Lagune, wo schöne Meermädchen hausten, und an warmen Sonunertagen schwammen die Kinder hin und spielten mit den Meerniädchen die allerschönsten Ariele. Wendy war allen Kindern eine gute Mutter und machte ihnen ihr Heim recht gemütlich und erzählte ihnen an langen Winterabenden die wunderschönsten Geschichten. ' Doch plötzlich wurde der Friede im Nimnrerlande gestört und es gab viel Unannehmlichkeiten mit den Soeränbern. Petee erbeutete ein Schiff, und auf diesem Schisse segelte Wendy, die inzwischen ein bißch-^ Heimweh bekom-» i i X