Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3047 (24.8.1927)
- Date
- 1927-08-24
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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mtem Wiener Mvrgerr-ettnrrg SÄ. NWÜlsk MlNs solche noch nickst existieren, soavie Stärkung «nd Erweiterung der Verbände in den Ländern, wo ftvche schon bestehen; 2. Schaffung eines interwÄorvÄen Organismus sowie Ausarbeitung eines Statt:ts Gr diesen internationalen Verband; 3. Gleichstellung Mer mmonalen Verbänöe, so daß jedes Mitglied eines bestimmten Verbandes ber dem Besuch anderer Länder die Vorrechte des dort bestehenden Verbandes genießt, ANSstelkmg einer internationalen Legitimationskarte; 4. Organisierung einer tntciv irattonalen Zusannnenarbeit auf dent Gebiete der Kritik, Austausch von Mitteilungen über die ErgeVnisse jeder Spietzeit in den verschiedenen Ländern; Ü. Beziehungen der Kritik zu den Theaterdivektorvnl 6. Bezichungen der KrWL zu den Zeitilngshemusgebenr. Hmo Hofs!- mnumsthal wohnte einer der Sitzungen VU und begrüßte die Tagung. — Montag mittags mn! die Kongreßteilnehmer vom Landeshlnlptmann empstmgen. G« neues Konzerthaus in Paris, mir einen: Saal für 3000 Besucher, wird demnächst erWret. Das KoNzeWaus wird außerden: zwei SM fitr Kcemmpvnrnftk UM interne Konzerte erhalten. Mropatournee einer chinesischen SWuMeirrÄuppe. In der Äntmenden Spielzeit wird inan in Europa Gelegenheit haben, chinesische TchmiLvauUWÄnaeu zu sehen. Unter der Leitung d'eS vedentÄrden SchruMelerS M^i- LÄm-FaRU wird nämlich ekue chinÄfiche Thk»tergesellscW die SrroMschen Großstädte vereise». Gerichtssaat Miß Salltzpiar Weateu-e-'' MMogttchhMe Bücher aK LMer^egsNnnn. Dre Mivatbeamten Gustav L u k e f ch und ^Otto Stary haben versucht, unzüchtige Bücher in möglichst großer Zahl und Mit beträchtlichjem Gewinn äbznsetzen, wobei ^sie t-en originellen Weg einer Lotterie wählten, deren Treffer besonders <rugepriese»r wrrrden. Lukesch war Schott im Jahre 1923 wegen Verkaufes pornographischer Bilder -rnd Bücher zu vier Wochen strengen Arrests verurteilt worderr. Er besaß aus früherer Zeit 61' photographische Platten, die 200 verschiedene Akte darstellten. Die Bilder gab Lukesch deM Stary zum Vertrieb. IM Sommer des vorigen Jahres kamen die beider: auf den Gedanken, die Mcher unter dem Deckmantel NEUESTES aus der Büclisrstliwiinma der BUCHHANDLUNG R. LÖWST, WIEN I ROTENTURMSTRASSE 22 SERIEIH * Schilling 1*50: AVERTSCHENKO A., Das Verbrechen der Schauspielerin Mariskin. Grotesken BAUM Oskar, Die Tür ins Unmögliche. Roman BEREND Alice, Die zu Kittelsrode. Roman BROD Max, Tagebuch in Versen, kart. BRUSSOT Martin. Der Erzschelm Augustin. Roman CONSTANT Benj., Adolf, aus den Papieren eines Unbekannten, gebd. ' DECSEY Ernst, Der kleine Herzog Cupidon. Erzählung FRANK Leonh., Der Bürger. Roman FREY A. M., Sprünge. 13 Grotesken, gebd. GOGOL Nicols Mirgorod, gebd. GORKI M., Wie ein Mensch geboren ward HAMSUN Knut, Gedämpftes Saitenspiel. Roman MADAME GUILLOTINE. Revolutionsgeschichten von Anat. France, Strindberg, Carlyle, Otto Rung, Jac. Wassermann, Zola, Maupassant, Artzibaschew, M. Brod, Meyrink, Brjussof usw. Illustr. von W. Thöny, 400 Selten Text MUELLER Hans, Buch der Abenteuer. Novellen PACQUET Alf., Im kommünist, Rußland. Briefe aus Moskau POE Edgar, Pyms abenteuerliche Erlebnisse, gebd REIM AN N Hans, Tyll. Der Leipziger Spießerroman REVESZ Bela, Der große Kerker. Erzählungen RUETTENAUER Benno, Tankred. Geschiente des verheimlichten Prinzen SOYKA Otto, Im Joch der Zeit. Roman SSOLOGÜB Fedor, Schatten STEFFEN Gust., Die Demokratie in England. Beobachtungen Im neuen Jahrhundert und ein Rehalssanceepilog, gebd. STENDHAL, Die Aebtissin von Castro. Renaissancenovelle STORM Theod., Die Chronik von Griesbuus, gebd. THARAUD I. u. I., Der Schatten des Kreuzes. Roman TILLIER Claude, Aus Onkel Benjamins Welt. Roman TOLSTOJ Leo, Pater Sergius TOLSTOJ Leo, Kreutzersonate, gebd. ZIFFERER Paul, Das Feuerwerk, gebd. ZULAWSKY Jerzy, Aus silbernen Gefilden. Ein . Mond ro man Eine auszugsweise Aufstellung aus der BÜCHERSCHWEMME R. L0W1T Serie IV. ä Schilling 2‘-, Folgt! ber Lotterie abzusetzen. In Prospekten war ben Kittchen gegen Einsendung von vier Schilling versprochen, daß ihre Bestellung mit einer fortlaufende,: Nummer ver-. seher: und ihnen aus einer Sammlung vor: Büchern das Urit der gleichen Nummer versehene „wertvolle" Buch zugesendet werden würde. Auf diese Meise gelang c3 ifjrtör, beiläufig 100 Bücher ab zu setzen. Gestern hatten sich die beider: vor den Geschworener: des Landesgerichtes II wegen Vergehens gegen die öffentliche Sittlichkeit zu verantworten. Lukesch bekannte sich schuldig und erklärte, aus bitterer Not zu dieser: Geschäften verblaßt worden zu sein. Krankheiten in der FstnriHe stürzten ihr: in Schulden, so paß er keinen anderen Auslveg fand. > Der Vorsitzende Oberlandesgerichtsrat Dir. Mialliwk stellte fest, daß Lukesch zehn JaAe als Kai^eiüecknrter bei den Bezirksgerichten Hernals u«ib> Fünfhaus tätig 'gewesen: ist. Lukesch gab an, daß seine Gattin einen großen Teil der unzüchtiger: Platter:, als sie,sie entdeckte, vernichtet habe. Der Vorsitzende bemerkt: Ein Büch enthält die galanten Abenteuer eines Friseurs mit seinen Kund in n e n. Die Photographien enthalten arrch B e r's e. (Zum Angell.): . Bon dem Buch „Miß Gallypias jAbenteuer" fand man nur ein ^emplar in Ihrem Besitze. War denn das Buch so gesucht? — Angekl.: Ich verkaufte alle anderen. — Bors.: jJch finde gerade dieses Buch sehr langweilig. — «Auch ber Angeklagte Stary bekannte sich schuldig. Hierauf wurden in nicht öss entlicher Sitzung die inkrimimerten Stellen aus den konfiszierten Büchern verlesen. Die Geschworenen erkannten den Angeklagter: Lukesch Nrit elf Stimmen und den Stary emstimimig des Vergehens gegen die öffentliche Sittlichkeit schuldig, und bejahten auch die,Züsatzfrage aufunw iderstechlrchen Zwang für Lukesch mit neun zu drei, bei Stary'gnit sieben zu fünf Stimmen. Auf jGMmd dieses Wahrspruches verkündete der Vorsitzende den Freispruch der Äuge-- klagten. Tie heschlagnahmte-n Bücher und Matten tmrrden für verfallen erklärt. «Hallen Sie das Maul!" — keine Beleidigung. Die Private Rosa D. hatte beim StwfbezrrkSgericht 1 gegen ihre frühere Hausgehilfin Marie R. eine Chrenbeleidigung sktage überreicht, rvierl letztere ihr im ^Verlause eines Wortwechsels im barschen Tone zugerufen hatte: „Halten Sie das Manl!" In der vor dem Oberlandes gerichtsrat Dr. Sieber dnrchge führten Wovhandlung hatte die Beschuldigte erklärt, daß sie von der Klägerin, als sie von ihr die Zahlung des. Lohnes und einer alten Darlehensschnld verlangt, in unglaublicher Weise beschimpft worden sei, worauf sie schließlich der Klägerin die inkrimiritierten Worte zügerufen habe. Der Verteidiger hob hervor, daß sich die Beschuldigte in einem Zustand der Ehrennvtwehr befunden und daß der Vorfall sich innerhalb der vier Wände des Dienstboten- Zimmers ohne Zeugen abgespielt habe. Der Richter sprach die Angeklagte frei. In der Urteilsbegründung führte der Richter and, daß einerseits das Moment der Oeffentl ichkeik l Das neue Problem: bin teures Telegramm oder ein billiger ausführlicher Lustpostbrles? Ein Telegramm nach Polen kostet für zehn Worte 3.70 Schilling, ein Expreßbrief 1.10 Schilling; der Luftpostbrief, der in einigen Stunden nach Aufgabe in Wien dem polnischen Adressaten zügestellt wird, nur —.60 Schilling. Aufgabe bei allen Postämtern; am Abflugstage bis 7 Uhr 20 Min. morgens beim Hauptpostamt. nicht gegeben sei, andnrsettS die Mnßeruog: ,Lo«esr Stz das Manl!" eü« unhöfliche RÄxnsark fei, vSHt Üat Tatbestand einer Ehrenbeleidi gung km' SVnns de-Skrvfgefetzes enthalte. Abschriften der Tax- und GebühremuLmbm. Im Interesse der raschen Wiederherstellung der durch den Brand des Wiener Justizpalaftes vernichteten Grundbücher und Zivilprozeßakten erschien es auch geboten, Um Parteien die Beschaffung von Abschriften der beim Zentraltaxmü> Gebührenben^jsungsanu erregenden Urkunden tunlichst zu erleichtern^ In,diesem:Sj,nnr ivurde das Zentraltaxamt bereits airgewiefem Di« Parteien, welche derartige Abschriften benötigen, fyahrn bei d«r Mnrvichmigsstelle des erwälMei:!Amtes ein nngesternpeltes Ansuchen zu überreichen, in tvelchem angegeben ist: Name und Wohnort der Partei joLer ihres ausgewiefenen Vertreters; der Zweck, zu welchem die ^Abschrift angefertigt werden soll; die Urkunde (Aktenstück), d.r.'» Ueberlassnng gewünscht tvird, unter BeMichnurrg der. GeschistLzahl des Zentraltaxamtes, falls diese der Partei bekannt ist. Der übernehmende Junltionär der Einreichungsstelle wird dem Einreicher sofort Mitteilen, von welchem Tage angefanre.i der getuünschte Akt innerhalb der .Amtsschnden zur Anfertigung der Wschrift beroit stehen wird. Falls als aus gewiesener Dertretelr chn SLotar oder ein Rechtsawvalt einschreitet, wird diesem über Verlangen der Gebührermkt gegen EmpfangsbestM'guirg und Mckschluß binnen längstens acht Tagen zur Anfertigung drr Abschrift in seiner Kanzlei übergeben lvelden; in allen anderen Lücken Tann die Abschrift seitens der Partei oder ihres Verlre^ers nur in den hiefür bestimmten Amtsranmen des Zentraltaxamtes innerhalb der Amtsstunden besorgt werden. Keine Hausreparaturen ohne Bewillignug des Eigentümers. Die Blumenhändlerin Emnia Hametter hatte in ihrem Geschäft im 7, Bezirk, Kaiserstpaße 4, ohne EWvilliguug des Kanseigentümers ein Mflnßvohr in den Haupkkanal leiMn la.sson. Hiedurch geriet nach Behauptung der Besitzstörnngsklage die Stützmauer in SenkungSgefochr, es zeigten sich auch Risse und Sprüjng«. Die Angeklagte berief sich darauf, der Mijetarvat des Hauses habe hm einer lMieterversammlnng ausdrücklich die Parole «msgegoben, wenn sich Reparaturen als notwendig erweisen wÜrLen, dürsten sie von den Parteien ohne weitere Anfragen durchgeftchirt werden. Daran habe sich auch die Beklagte gHalt^u. Dxr Klage- Vertreter erwiderte, daß «ein derartiger tMrtzg rjK-ftf ku das Eigentumsrecht des HauSbcsttzerD jÄer geftHlichen Grundlage entbehre. Der Richter pftichstete Per jAuffassung bei, daß der Mieterrat keine Berechtigung hatte, derariige RgischlLge zu erteilen, worauf sich Frau Hametter verpflichbeite,,. da-S eingebaMe Rohr zu entferiren und der: alten Zustand auf ihre Kvstein Wdar Herstellen zu lassert, ebenso Pie Pvogeßkoston zu betzchlew > Ein Betriebsrat darf nicht versetzt werden. Die Süddeutsche Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschast hatte einen Wer Bochnten, der zuerst in Deutschland, dann aber seit metzreren Jahren bei der Betriebsstelle in Wen tWg war, asm L. 2Mrz b. I. wjiedü» von Wien an seinen früheren Bestimmungsort Kr Deutschland' zurückversetzt^ Gegen diese Versetzung prhob der BstrstHsrat der SÄddentschen Donau-Dampfschiffahtts^DeftKschast' in Wen sprach, da der versetzte Beamte MitglftÄ» des Wiener Betr^LSrates und durch diese Versetzung an der Ausühnng feiines MWdates gehindert sei. Das Einignrtzsamt in Men würde vom Betriebsrat, dem sich auch das versetzte BetriebsratSmrtgW) 'piöp. sönlich anschloß, Mr Entscheidung darüber angerufou, daß dnvch' die Versetzung dies BetriÄsratsmitgliodes eine BtzschoLnkung seinen Tätigkeit im Sinne des BetriobsrKtvgesetzes stattgtzfunden chabe Und ßaß daher die Versetzung eines BetmebsvatsmijtgliÄ^s unzuNfsig sei. Das Einigungsamt entschied, daß durch di« Bersetzuntz des Betriebsratsmfigkiedeis, Wro BeschrWkung desselben .in seinw T?qtig^ feit als Mitglied des Betriebsrates -Mcht staOgvstmdeü habe. sos8L»ovO«x)ovOoc»«xxxxxro«xrM«xMvOOO«rOLXxrOerMXx»«xxrc2«»o^^ TOIKSWIRISCIIArT Das Paffivrrm der SfterreWschen Handelsbilanz. Im Juli d. I. betrug die Einfuh r nach Oesterreich laut Mitteilung des Handelsmrnistevüuns 231.9 Millionen Schilling (gegen 208 Millionen Schilling im Juli 1926 und 243.6 Millionen Schilling im Juni 1927). Der. Wert der Ausfuhr betrug im diesjährigen Juli 146.4 Millionen SchMiM (gegen 134.6 Millionen Gchllling im IM 1926 und 169 Millionen Schilling im Juni 1927). So ergibt sich für den Juli d. I. ein Monatspafsivum der österreichischen Handelsbilanz von 85.5 Millionen Schilling (gegen 74.6 Millionen Schilling im Juli 1926 und ebettfoviä im Juni 1297). Das Passivum hat sich also im Juli gegen den Vormonat um rund 9 Millionen Schilling erhöht uüd ist ungefähr um ebensoviel höher als es im Juli vorigen Jahres war. Die Erhöhung des Passivums ergibt sich daraus, daß der Wert der Ausfuhr fijärker KürüKge'gangen ist als der der Einfuhr. In dm erstm sieben L-tonater: des Jahres 1927 hat Oesterreich Waren im Werte von 1632.8 MiMonm Schllling eingeführt, während die Ausfuhr den Wert von .1087.9 MWonen Schilling erreichte. Somit beträgt bisher das Pa s fj v u m der H an de l S bi l ans 553.9 M i l liv - neu S chilling (gegen 599.7 Millionen Schilling im Mchen Zeitraum des Vorjahres). Bemerkenswert ist m Jahre 1927 die starke Steigerung der Ausfuhr nach Deutschland, das heute an der Spitze.der österreichischen Exportländer Mt. In dm erßen siebeu Monaten dieseS-Jahres gingen 29:1 AnsmmmaamammmamKammmmmmmmammmmBBmaBamBmatBlß' fuhr nach Deutschland (gegen 16.6 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres). Die Ausftlhr nach l er Ts che choslowakei ist ungefähr gleichgeblieben. Sie beträgt 16.3 Prozent der österreichischen Gesamtausfichr. Auch unter den Importländern Oesterirsnchs nimmt heute Deutschland mit 40.2 Prozent des Gesamtimports die erste Stelle ein. Die Importe aus der Tschechoslowakeiaus Polen und Ungarn haben sich absolut vermindert, dagegen die aus Rumäniien erhöht. AnSeihen in Ssteuropo. Polens Verhandlungen über eine Brmanleihe. Die rumänische Gisenbahmmloihe. — Anleihe zur Stabilisierung des Dinar. — Das Auslandskapital in Bulgarien. Die polnische Regierung ist, wie aus Berlin berichtet wird, durch die Vermittlung ihres dortigen Ge- , sandten an das Bankhaus Mlhelm Bogt u. Cie. herangctyeten, um eine Anleihe zu erhalten, die im wesentlichen Bauzwecken dienen soll. Wie beLanm-t, laufen über Bauanloihen Polen bereits seit längerer Zeit Verhandlungen mit amerikanischen Finanzgruppen, die jedoch bisher -zu keinem greifbaren Ergebnis geführt haben. Die Verhandlungen mit dem BaNHaus Bogt u. Cie. bezogen sich auf eine Anleihe in der Höhe von zirka 15 M i ll i o n e m Reichsmark; sie haben jedoch noch zu keinen: Ergebnis geführt, da die deutsche Firma einen Zinssatz^ von über sechs Prozent forderte und die ihr gebotenen Sicherheiten als ungenügend ansah. Rumänien verhandelt seit längerer 'Zeit mit einer amerikanischen Kapitalfitengruppe Mer eine Eisen- ^hahmambe-We. Zur Festsetzung der WMhesumme hat