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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-21 · Heft 3044 (21.8.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3044 (21.8.1927)
Date
1927-08-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Wien, Sonntag Wiener Morgenzettung 21. August 1927 Nr. 8644 Jos Pech des Zoo Fuan. Zu den bekanntesten Lebemännern von Paris gehört öer Baron Charles Ferdinand de Henk e l o in. Die Eleganz seiner Kleidung und seiner gangen Lebensführung machten ihn bald gnin ..arbiter elcgantinrmn". Vor einiger Zeit nun geschah es. das; der Bankier S i in e o n Ci a l opoulos den Baron, der auch als ein großer Doii Inan bekannt ist, im Boudoir seiner Gattin überraschte. Zwar hatte Heukelom der Bankiersgattin „nur die Zukunft aus der Hand prophezeit", so versicherte er wenigstens, doch erschien dem eifersüchtigen Ehemann die Situation überaus verfänglich. Er riß daher einen Revolver aus der Tasche und rief zornentbrannt: „Ich schieße Sie sofort Jute einen Hund nieder." „Aber nein," entgegirctc der Baron, „seien Sie doch nicht so nervös; sagen Sie mir lieber,!vie Sie dazu kommen, sich eine derart schauderhafte Krawatte umzubinden." Ter Bankier hatte in diesem Augenblick erklärlicherweise wenig Sinn, sich über Toilettenfragcn zu unterhalten, und er machte Miene, seine Drohung, den varon niciderzuschießen, auszuführon. „Mein Lieber," fuhr da der Baron fort, „ich habe mit Ihrer Gattin wirklich nichts gehabt; ich bin nämlich verlobt und werde in vierzehn Tagen heiraten." „Wirklich?" erwiderte der Bankier höhnisch lächelnd. „Wer ist denn die Glückliche?" Der Baron, der natürlich geschwindelt hatte, war in einiger Verlegenheit, und er nannte die erste beste Frau, die ihm in den Sinn kam, und das war s e i n e h ü b s ch e M a n ikürdame. „Na, dann konnnen Sie mit," befahl der betrogene Gatte, „und heiraten Sie auf der Stelle. Ich weiche keinen Schritt von Ihnen, bis die Zeremonie vollzogen ist, und werde Ihr Trauzeuge sein." Dem Varon blieb angesichts des rasenden Bankiers nichts anderes übrig, als sich in sein Schicksal zu fügen. Er begab sich in Begleitung fein-es Trauzeugen in den Frisiersalon, wo er die hübsche Maniküre abholte. Ern zweiter Trauzeuge war bald zur Stelle, und eine Viertelstunde später war das Paar getraut. Der Bankier wünschte den Neuvermählten alles Gute und entfernte sich triumphierend, umdieScheidungsklage gegen seine Frau einzuleiten. Der Baron aber hat neben dem Schaden, endlich doch unter das Ehejoch gelangt zu sein, auch noch den Spott von ganz Paris zu tragen. Asm Tage. Wien, 21. August. Las« Wetter. Gestern herrschte wieder klares, wenn auch, etwas kälteres Wetter. Die Voraussage lautet: Vorwiegend Hefter, warmer, föhnig. Mutwillige Zerstörung von TelePhoirautoMatcn. Seit einigen Tagen befassen sich bisher nicht ausgesorschte Täter damit, systematisch in den öffentliches Telefonautomaten in der Inneren Stadt die Apparate dadurch unbrauchbar zu machen, daß sie die Schnüre der Hörmuscheln durchschneiden. Gestern nachts wurde wieder eine große Anzahl von Stationen in vandalischstr Weise unbrauchbar gemacht. Bisher.sind in nOt weniger als 25 Automatenstationen die Schnüre der Hörmuscheln durchschnitten worden. Auf die Ergreifung der Täter wurde von der Gesellschaft eine Belohnung von 250 Schilling ausgesetzt. Tod durch Brß eines NAtftanken Hundes. Donnerstag wurde der bei seinem Onkel Ludwig M o- »er, Kaufmann in Klosterneuburg, in Pflege g/rwesene achtjährige Schüler August JastreMbskh unter wutverdächtigen Erscheinungen in das Klosterneubuvger Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit nachher verschied. Die Erhebungen ergaben, daß Jastvembsky am 24. Juli von dem Spitzbastard der im gleichen Haus wohnenden Hausbesorgerin Henkel am Gang in die Hand gebissen wurde, worüber Moser weder eine Anzeige erstattete, noch einen Arzt zu Rate zog. Erst als btzi Jastrembsky plötzlich Erstickungserscheinungen austraten, Wurde ärztliche Hilst in Anspruch genommen, doch war das Leben des Knaben nicht mehr zu petten. Das Bezirksgericht Klosterneuburg ordnete die Obduktion der Leiche an, wober ststgesteM wurde, daß das Kind an Lhssa gestorben ist. Weiters wurde erhoben, daß noch vier Personen, darunter drei Kinder, von dem gleichen Hund gebissen wurden. In allen diesen Fällen wurde gleichfalls die Anzeige unterlassen. Die gebissenen Personen wurden an die Schutzimpfungsanstalt abgegeben, der Hund, den die Besitzerin am 3. d. M. mit der Motkviieriung 'oertllgen ließ, daß er ihr zuviel Scherjereien mache, ausgegraben und seziert, wobei ststgestellt wurde, daß der Hund wutkrank war. Gleichzeitig wurde für den Gerichtsbirzirk Klosterneuburg die verschärfte Hundekontumaz sowie die Vertilgung von fünf Hunden, die von dem wutkrankm Hund gebissen worden waren, angeord'nc Opfer der Badezeit. Vorgestern sind in der Men Donau dee i-.ührige Karl Mahr, 12. Bez., Ratschkygasse 29 wohnhaft, und der 16jährige Ferdinand Zahradnik, 12. Bez., Eichenstrahe 66 wohnhaft, beim Baden ertrunken. Die Leiche des Zahmdnik konnte noch nicht geborgen werden. — Ber Eckartsau wurde um 16. d. die Leiche eines Burschen aus der Donau gezogen. Sie wurde als die des 16jährigen Kelknerleyrlings Wolf Fanta, Dornerplatz Nr. 13 wohnhaft gewesen, erkannt, der am 3. d. M. beim Baden ertrunken ist. Aus der Straßenbahn geschleudert. " Wie berichtet, wurde Donnerstag früh die 58jährige Private Anna Miksovski, Chrovakgaffe 8 wohnhaft, an der Ecke der Hütteldorstrstraße und Huglgasse von einem Straßerrbahnzug der Linie 50 herabgeschleudert und erlW «inen Bruch des Schädelgrundes. Sie wurde ins Elisabethspital gebracht, wo sie bald darauf starb. Der Unfall ist auf ein Versagen der Bremst zurückzuMren. Außer Frau Mkksovski wurden noch zwei Personen auf die Straße geschleudert, kamen aber mir leichten Hautabschürfungen dap-.-.n. Die St'-.'t^-n'.'.allstb'p.c hat lic l-M.. : einge. eitet. Verhaftete Einbrecher. In der Nacht zum 16. d. M. wurde das Iuwelengeschift des Richard Fitzka in Lätzöurg, WolftTietrich- Gasie 3. cwrochm und Juwelen im Werte von <1500 Schilling gestohlen. Die Täter wurden gestern in Wien in dem Augenblick verhaftet, als sie ihre Beute an beit Mann bringen wollten. Sie suchten sich ihrer Verhaftung dadurch zu entziehen, daß sie rasch ein Auto besttcgen. Der Kriminalbeamteninspektor Alb recht sprang jedoch auf das Trittbrett und zwang die Drei nrit vorgehaltcneiu Revolver, ihm auf das Kommissariat zu folgen. Dort wurden die Verhafteten als der 93jährige, mit sieben Jahren schweren Kerker voiMstmste Josef Gebhardt, der 31jährige, ebenfalls empfindlich vorbestrafte Josef Manher und der 25jährige Martin Salvini, der bereits mit viereinhalb Jahren schwirren Kerker vorbestraft ist, erkannt. Gebt-ardt, der hier im Haust Sechshauserstraße 68 wohnte, hat seiner Qnartievgeberin Marie Jahn einen Anhänger aus der Beute geschenkt, weshalb diese ebenfalls verhaftet wurde. Den Berhasteten wird noch ein zroeiter Einbruch in Salzburg mit einer Schädenssniiime Von 800 Schilling zur Last gelegt. Der Diener Maximilians von Mexkko grstarken. Aus Triest wird gemeldet: In Miramare verschied Domenico A r in i ch, der seit 67 Jahren in dem historischen Schloß in Miraniare wohnt, wo er seinerzeit Diener Maximilians nd Charlottens gewesen ist. Als Kaiser Maximilian sich nach MeMo eiuschiffte, Meb er als Wächter des Schlosses zurück. Ausftndnng avakifcher Müngen in Schlesien. „ Vor einiger Zeit? ist in der Umgebung von Breslau ein Münzfund gemacht worden, der nun dem dortigen AlterSmusünn übergeben worden ist. Es handelt sich um elf arabische Münzen, sogenannte Dichems, und 30 Bruchstücke von solchen. Sie stammen Von abbasiidischen und samanidischen Kalifen des 10. Jahchunderts. Nach Schlesien kamen die Münzen durch den orientalischen Handelsverkehr der das Land bewohnenden Slawen. Diese hatten aber noch ketn eigenes Münzjw^sen, werteten die Goldstücke nach dem Gewicht und zerschnitten sie je nach dem Bedarf des Tauschverkehrs. Kink der verewigten Ztonisimr-REfionisten. Marge!? 8 Uhr Cafe Metropol, 9. Bez., Bevggasse 33, Versammlung. E Entfettungskuren mit pflanzlichen Präparaten! Ein voll entsprechendes und äußerst wirksames Entfettungsmittel sind die sehr gut beurteilten Fucabohnen, von denen man 4 Deka in je6er Apotheke erhält. Bernstein und Kohle. ' In der Abteilung für Gesteins-, Erz-, Kohlle- und Salzuntersuchungen der Preußischen Geologischeir Landesansialt beschäftigte sich C. Plouait mit dem sicheren Nachweis «des echten Ostsee-Bernsteins bei Verwechslung oder Fälschung. Hierbe: wurde besonders und mit gutem Erfolg auf eine optische Uutersche'.dungsmethode des Bernsteins von'seinen Imitationen hingearbeitet. Erich Stach verbesserte im Kohlenpetrographischen Laboratorium der Geologischen Landesanstalt die Kohlenschliffmethode. Er bezeichnet seine Methode der Herstellung von Kohlenschiiiffen als Kohlen-Reliefschliff. Durch Behandlung mit feiner Tonerde kann erreicht werden, daß härtere Partien der Kohlenmasse, wie.sogar Zellwände u. dgl., sich merklich und reliefartig über das Niveau der Schliff-Fläche erheben. Hierdurch wird gelegentlich die Untersuchung selbst solcher Kohlenproben möglich, d'ie bisher der Untersuchung im Anschliff unzugänglich waren. So sind z. B. schöne Erfolge mit erdigen Braunkohlen erzielt worden. Von praktischer Bedeutung ist hierbei, daß der Reliefschliff oft sehr viel schneller zum Ziele führt als der Dünnschliff und daß viele >vm Reffe fschliff untersuchbare Kohlenarten im Dünnschliff überhaupt nichts zeigen. Freilich darf mcht geleugnet werden, daß der Dünnschliff in vielen Fällen unentbehrW bleibt. * Wirkungen der Hygiene in England. In England hat man während eines Jahves Aufzeichnungen über Größe, Gewicht, Brustumfang, ferner über Augen- und SS00000000000000000 8 , , n.A 0 ® Dl€ ® 0 0 vornehme Klassiker -Ausgabe auf holzfreiem Papier, in elegantem Seidenleinenband mit reicher Goldprägung HdÄlCl jmiflr s s.—- Büchner, herausgegeben und eingeleitet von Arnold Zweig in einem Band Cervantes, herausgegeben von Max Krell in drei Bänden Hauff, herausgegeben von C. O. v. Maassen in fünf Bänden Heine, herausgegeben von Rudolf Frank in zehn Bänden Hoffmann, E. T. A., herausgegeben von Rudolf Frank In elf Bänden Kleist, herausgegeben von Arnold Zweig in vier Bänden Novalis, herausgegeben von Ernst Kamnitzer in vier Bänden Schiller, herausgegeben von Alexander deichen- Rußwurm in vierzehn Bänden ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■mH äüifcflfkaratlfifng (ft. JCöwit, Wien, I. (ftotentuemstraße 22. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0000000000000! □ aon 0 Haarfarbe sowie KopjWldung von elwa «5.000 Schulkindern ge sammelt. Die Vergleichung zeigt, daß in den letzten 30 bis 40 Jahren b»i den englischen Schulkindern eine wesentliche Er Höhung der Durchschniltsgröße und des Durchschn-iisgewichtc§ cingelreten ist. Die Kinder des Schullanfangsjayres sind eüva fünf Zentimeter größer als vor 40 Jahren; besonders für die Kmbeu wird eine Gewichtszunahme von nugefähr einem Pfund festaestellt. Hand in Hand daiwt geht eine Besierung der allge> meilnett Gesundheiis- und KräfleverhMnisst — Ergebnisie, die man den Fortzschvitten der ollgemeimn Lebens- und Ernahrungsbed inynngeN zu schreibt. Ledrnd mit einer Kugel int Göhiru. Seit zirka vier Wochen liegt ein Mann immens T. W Mc. Mahon mit einer Kugel im Gehirn im Hospital von Cansas City. Der Verletzte ist bis auf die große Zehe des linken Fußes vollständig geläyntt, doch bei vollem Bewußtsein. Mitunter macht er unter großen Anstren- MNgen Sprechversuche, verurag aber nur unverstänokiche Worte zu lallen. Niemand weiß, wie sich der Mann die <ÄhuP>erletzung zugezogen hat; ob er das Opfer eines Selbstmordversuches oder eines Verbrechens geworden ist. Ar Wiederkunft des Postillons. Auch an ihm bestätigt sich die «vige Mederkunst aller Dinge. Die Reisen im Automobil oder gar -im Luftschiff befriedigen mcht alle Menschen, es geht ihnen zu schnell, die intimen Schönheiten der Natur gehen ihnen verloren. Solchen Leuten zu hellsen, wird in Frankreich jetzt wieder ein Rersedienst mit Postkutichen, Postillonen und Glöckchen behaugenen Pferden eingerichtet. Vorläufig sollen die Magen nur zwffchen Paris untz seinen malerischen Ausflugsorten verkehren, sobald sie aber wieder Mode sind, sollen die unzeitgemäßen Kutschen auch auf allen den Straßen sich zeigen, auf denen sie einstmals die Bourbonen fahren ließen. Närrrfche Welt. Jetzt ist m Amerika der Kampf um die Weltmeistechchast der jüngsten Rednerirmen ausaebrochen. Starkbervchtigst Babys vom ersten Lebensrag an. Den Weltrekord hielt cm fünfjähriges Mädchen, das LiircolnS „Rede von Getthsburg" auswendig vorzutragen wußte. Dieselbe Leistung hat nun das dreijährige Fräulein Shirleh Macneal aus Nershh im Staate Nebraska vollbracht und dadurch den Weltrekord au sich gerissen. 8CHUHMODENHAU8 DORN Tabor Straße « Echte Schlangen- Eidechseu.Krokodillederschuhe S 45-49 ° WUine aas echtem franzis. 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Juni 1906, Wien, l., 7. Bez., Zollergaffe 16; . Franz Drucker, 28. Oktober 1893, Wien, tt., 15. Bez., Karmeliterhofgaffe 11; Moritz Alfer t, 1. Juli 1683, Stanislau, verh., Fabrikant, 9. Bez., Mariamrengaffe 21; Antonie Baldauf, geb. Euehn, Wien, ger. gesch., 16. Jänner 1887, Wien, Stickenn, 1. Bez., Naglergaffe 3; Harry Krishaber^- 16. April 1907, Wien, 1., Handelsangestellter, 3. Bez., Adams^. gaffe 32; Emma Spie gl, 15. lSevtember 1896, Tulln, l., ' 7. Bez., Kaise-rstroße 6; Jakob Llpfchitz, 3. Oktober 1873, Budapest, verh., Schriftsetzer, 9. Bez., Marktgaffe 5; Kind Katharina, 10. Oktober 1010, Wien, sellbe Adreffe; Gattin Marie, rb. Wagne-r, 16. Apvil 1873, Men, verh., selbe Adreffe; Ludwig alzer, Ing., 6. Dezember 1903, Wien, I., Beamter, 9. Bez., . Georg-Sigl-Gaffe 9; Dr. Gustav W e i ß e n st e i n, 24. Jänner 1894. Schweigers, l., 14. Bcz^, Kellinggaffe 1; Dr. Philipp E l b, 4. September 1901, Wien, l., 20. Bez., Wallensteinstraße 4; Dr. Josef Wag schall, 17. Oktober 1695, Rzeszow, il., 8. Bvz^, Josefftädterstraße 58; Rodert Neurath, 4. Jänner 1873, Wien, Vevh., 2. Bez., Erlafstraße 7; Grete Glaeßner. 8. März 1666, Men, l., 3. Bez., Kölblgaffe 17; Gisela S ch w a ch, 10. August 1906, Wien, l., 16. Bez., Frledlgasse 49. bitten unsere Leser und Freunde, in Kurorten u. Sommerftischen in allen Restaurants und Kaffeehäusern sowie in Lesehallen stets unser Blatt zu verlangen!

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