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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-18 · Heft 3041 (18.8.1927) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3041 (18.8.1927)
Date
1927-08-18
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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fit. strsn. ■zotcn, LMrnersrag Tvrener A^orgeKzerrNAg K«. «^'Utzlrir 1»-»°» / ... —— ...fc- Antou Mldga-ns hat in M-Ldl-inq soeben e-n Epos im zwölf BesLit^en unter dem Titel „SH r öder Gendarm, die Schande und das Glück" vollendet. Ort der Begebenheit ist ein österreichisches Dorf. Das Epos sch'ldert dessen Schick soll während des Krieges und während des Zusammenbruches. Edmund Eysler .feiert im Herbst dieses Jahres kein 25 jähriges MchnenjM'ilänm. Vor 25 Jahren tmt er mit jener Oper „He xengo ld" -um ersten Male «n die OeffenMchkei-t. Bald damuf Lrachke das Theater an der Wien seine ErstringSoporette ,Mnü>er Siraubinger" heraus, die e-n Welterfolg wurde. Es folgte eine Reihe Operettenwerke, die ekrrfchlugen, darunter „SchühenlieL", ,/Der unsterbliche Lump" und ,^Der 'lachende Ehemann". Ans Anlaß des Jubiläums gelaugt sein neuestes Werk „Die g old e-n e Meisterin" zur Umnffuhrung. BÜ^reurcgie mittels GenevÄstabslarte. Der enMche Bühnenychriftsbeller Slaale y Beil 'hat nicht fruchtlos den Weltkrieg überdauert. Die Methoden der Generalstäbler, auf ihrer Landkarte die Kiregsoperationeir durchznfuhren, in angenehmer Entfernung von Drahtverhau, Flamme-mvevser und SchweraeMtz, gab ihm ein, in gleicher Weise die Regie fernes neuen Buhnenwerkes „Aas goldene Kallb" zu führen. «ÄchSundzwanzig Stecknadeln, deren jede einen Schauw'-eler oder eine Schauspielerinandenten sollte, haben die Rollen des Stückes markiert, das demnächst im Londoner Globekheater seine Erst« auDchrung erleben wird. Das Verfahren, das er im Kriege als OUgier oft genug angewandt Hai, diente jetzt dazu, um die wechselnde Stellung von Schauspielern und Schauspielerinnen im Verlaufe des Stückes durch Nadeln zu fixieren und fich so favtlaufend die jewÄlKge Situation auf der Bühne iftstzuhatten. Dabei galt Ne Regel, daß eine aufrochtstehertde Nadel eine stehende Person kennzsichnet, während eine schräggefbellte Nadel anoentet, daß die betteMckde Person'fitzt. —, Dieser Regisseur Ml tatsächlich auf der'Höhe. Entdeckung klastischer Gemälde in Peru? Nach einer Melburrg.aus Lima sind in crmera, seit drei Jahrhunderten von der spanischen iFamUie de la Fnente ^wohnten Palosie zwei Van Dycks und ein MurilLo entdeckt worden. .Sämtliche Bilder beMden sich in ausgezeichnetem Anstande und se-en von dem peruanischen Sachverständigen Deofilo Castillo als echt erkannt worden. Gin darauWn von London berufener Sachverständiger habe den Wert der touxft Bilder auf rund 250.000 Pfund geschützt. Nach in den FamMenarchiven gefundenen Dokumenten seien die Gemälde von einem vor 'drei Jahrhunderten lebenden Marquis de Mllafuerte Y de la Fnente gelegentlich einer-Rcife durchMmdern mich SpaNien^diE'vo^ den Meistern gekauft worden. Vereine. Borttäge und Berfammluugen. Tempeloerein Alland. Wegen Dom-ziländerung einiger HorsdandÄnilgllieder des TempelveretneS mußte eine Ergän« zungdwahl vorgenommen werden, welche folgendes Ergebnis hatte: Herr Simon Gueron, Obmann; Hein Ludwig Haas, Obmann-Stellvertreter; Herr Kurt Gieskann, Kassier; Hei? Hermann Seliger, Kontrollor; Herr Hermann tzannak, zweiter Kaffer; Herr Alfred Simkovits, Bibliothekar. LMKMe Ser „Wiener Morgenzeitung“: Monatlich Wien und Oesterreich ... . . 8 5 — Tschechoslowakische Republik.. ... KL 22'— Jugoslawien.. ... Dinar. 60'— Polen . . . . i « , . « « « « . Zloty 6 Deutschland ............ V. Goldmark 4*— Palästina ........ i .......... sh 4'— England . .. sh 4 — Frankreich, Belgien ..Frcs. 35'— Italien. Lire 20'— Rumänien . Lei 170 — Bulgarien . Lewa lOO*— Amerika. Dollar 1*— Schweiz und das übrige Ausland.Franken 5*— Oesterr. Postsp'arkassenkonto 150.693. Gerichtssaal. »uchhalter und «Mer in eiaer Perfoa. Millmrdennnterfchlagung heim Grazer Elektrizitätswerk. Aus Graz wird uns berichtet: Der 30jährige Josef Brunner War int Jahve 1920 beim Elektrizitätswerk Fürstenfeld als Kontorist angestellt worden und wurde ein Jahr später Kassier und Buchhalter. Brunner heiratete im Jahre 1922 und lebte anfangs sehr bescheiden. Bald machte er sich durch größere Geldausgaben bemerkbar. Wenn er befragt wurde, woher er die Mittel zu seinem flotten Leben nehme, erklärte er, daß er eine Tante in Amerika habe, die ihn unteMjütze. In den letzten Jahrein häuften fich Beschwerden von Abnehmern des Elektrizitätswerkes, daß längst bezahlte Rechnungen ihnen als offen präsentiert wurden. Man führte nun eine Kontrolle der Kasse durch, die ergab, daß Brunner sieben Jahve hindurch Geld veruntreut hatte. Er selbst gestand, 9000 Schilling veruntreut zju haben. Die Untersuchung ergab jedoch, daßdhe veruntreute Summe; 37.326 Schilling betragen hatte und'als Endresultat wurden Malversationen um 104.419 Schilling festgestellt. Der vor dem Schöffengericht aygeklagte Brunner war geständig und bestritt nur die Höhe der Schadenssumme. Er habe ein llcines Gehalt bezogen und sei durch die Erkran- DAS PFEFFERMINZ das wunderbare Mittel GEGEN HITZE kung seiner Frau in Not geraten. Daun, habe er, zumal in den sieben Jahren nie eine Skontrierung der Kasse erfolgte und nur einmal jährlich eine flüchtige Kontrolle «stattfand, sich zu'den Veruntreuungen verleiten lassen. Die UnregjckinHstrgkeiten seien durch die Doppelste-llung als Kassier und Buchhalter zugleich erleichtert worden. Brunner wurde $ü IK sMonaten schwerem Kerker venlrteilt. . ' <■ Zahlungspflicht der BerkcherungsgefeMchast trotz nicht erfolgter Prämienzahlung. Der Mühleubefitzer Johann Köhler war unter dem Verdacht, feine bei Krems gelegene Mühle in Brand gesetzt zu haben, um die Versicherungssumme^ zu erhalten, verhaftet und dem Kreisgerichte Krems eingeliefert worden. Der Verdacht erwies sich jedoch als gänzlich unbegründet und Köhler wurde wieder enthaftet. Er verlangte nUn von der „Ersten niedervsterrLichischenBrandschadenversicherungs A. G." den Ersatz des Schadens von 30.000Schilling, den die Gesellschaft deshalb verweigÄte, toejtl Köhler trotz wiederrholter Mahnung und Erstreckung des Zahlungstermines die Versicherungsprämie nicht eingezahlt hatte. Köhler brachte nun gegen die Gesellschaft die Klage auf Zahlung dieses Betrages ein, indem er den Standpunkt vertrat, daß ge¬ (28. Fortsetzung). \ Copyiight by Dr. Max Pr&ger, B. Löwit Veilaß, Wien. ßkmmmwm ßt, ein Bloman von Sefiaiom Asdi. Umsonst versuchte Miß Isabel ein paar Mal, ihn aufzumuntern. Sie blickte ihn immer wieder freundlich an und hatte dabei selbst ein Kindergesicht: Sie glich auch sonst einem Kinde, wie sie so mit derselben gemachten Würde wie die Kinder daherschritt, mit aufgelöstem Haar, mit kurzem Rocke, den kleinen Füßchen, die hervorguckten, uiü> dem lieben Lächeln auf den Lippen und ihrer Mitfreilde an der Freude der anderen. Umsonst mühtej sie sich, Jossele aufzuh eitern. Sie rief ihm zu: „Hasch! doch, hal? keine Angst!" lies mit ihm voraus, seinen Arm, der die Fackel trug, nachhebend; Josfele neigte nur den Kopf zur Erde und wurde ganz verlegen. Die Menschen in den! Straßen schauten ihnen nach. Nirgends treibt man solchen Kult mit den Kindern wie in Amerika. Man empfing das werdende Märchen mit lautem Bravo und Händellatschen. Die Schutzleute brachten . den ganzn Verkchr zum Stillstand, um die Kinder durchzulassen. Mütter führten im Lauffchritt ihre Kinder heraus und schlossen sich mit ihnen dem Maizuge an, so daß er immer länger wurde, je weiter er kam. Im schönsten GartenNewyorks, im Zentrakpark, hat die Stadt den schöwslien Rasenplatz für die Kinderspiele hergegeben. Das große Feld, das sich «itf einem Hügel hindehnt, um dann sanft in ein grünes Tal niederzufinken, war voll von Kindern,, die in ihren bunten farbigen Papierkostümen wie hundertsarbige Tulpen aussahen, die allerorten aus dem Grün hervorleuchteten. . . Angehörige verschiedener Schuten mischten sich bald untereinander. Die Lehrerinnen ordneten verschiedene. Spiele an und nahmen selbst daran teil. Miß Isabel jagte mit einigen Mädchen hemm, und ihr weiches Haar flog ihr um den Kopf. Dann rollten und kugelten sie im frischer eben abgemähten Gras, verschiedene Anstalten hatten Proviant für die Kinder heransgeschickt, itnd gruppenwisise gings ans Verspeisen, wobei ein Kircher- »rchestier Tafelmusik machte. Mitten im Jagen mit kleinen Mädchen bemerkte Miß Nabel Jofsele, der abseits hinter einem Baume saß unb wn Wielen znfchcytte, wvbei ein btttsM, $0, irornftW, halb gleichgülttges lächeln auf seinem blassen Gesichte saß. Sie setzte sich zu ihm hin und begann sich mit ihm zu unterhalten. Jossele verstand noch kein Wort Englisch, obwohl er sthon fast drei Wochen in derj Schule war. Er hatte sich aber - schon an den Klang der Sprache gewöhnt und verstarb oft den Inhalt, ohne die Bedeutung einzelner Worte zN kennen. Am besten allerdings verstand er das Englisch von Miß Isabel. Er fühlte aus ihren Augen, aus ihrem sanften lächeln heraus, was sie sagen wollte; dennoch hielt er meist' in ihrer Gegenwart den Kopf gesenkt und wurde ganz rot vor Verlegenheit, wenn sie, die den Knaben herzlich liebte, mit ihm sprach Je ftemder undl verlassener ckber Jossele^sich Sie hatte ein lGejfühl, als zahlte sie mit der Ikiebe, 'die sie in der Schule fühlte, desto stärker war ihr Mitleid für chn. Jossele erjvies, ein Art Schuld an ihr Volk ab, dort im fernen Rußland. Denn dort, im fernen Rnßllmd, hatte sie ihren Vater zurückgelasstn. Sie war ein Jahr alt gewesen,^ als ihre 'Mutter sich von ihrem Vater hatte scheiden lassen und einen anderen!Mmm heiratete, mit dem sie nach Amerika ausMndcrte. Von ihrem Vater hatte sie seitdem nichts gehört. Sie lvußte nicht, wie es kam: aber in dieses Knaben bleichem Gesicht, seinen tieftraurigen Augeni glaubte sie Züge ihres Vaters zu sehen, wje sie fich ihn vorsiMe, des me gekannten Ba- - ters, den sie im fremden Rußland zurüchelassen hatte. Wie sie jetzt hinterm Baum Josseles gesenkten Kopf sah,. erfaßte sie wieder dieses eigentümliche Gefühl: Ihr Vater! Sie ging an ihn heran und setzte fich neben ihn. Lange betrachtete sie sein schmales Gefichtchen, das nnt jedem Tage blasser wurde. Ohne ein Wort zu sagen, schaute sie Jossele lange an und dachte dabei immerzu an ihren Vater, ob er wirMch diesem Kinde ähnelte. Hatte er tvirklich dieses schwere jüdische Blut und diese traurigen Augen? .... Worüber wohl Jossele nachdachte? Was gehr in diesem lleinen Köpschm vor, dachte sie weiter, womit quält es sich, und warum ist er eigentlich so traurig, so grenzenlos traurig? Und wieder mußte sie an den Vater denken. Vielleicht wandert er jetzt mit ebensolchen traurigen Äugen irgendwo durch die weiten Steppen Rußlands, mit dem Bündel auf den Schultern, .oper auf einer der endlosen Straßen des großen, russischen Reiches. Sicher ist es so, denn alle Juden dort haben so traurige. Augen und gehen rade die wiederholten Zahlungsermahnunge» der Versicherungsgesellschaft als Beweis dafür anzuWem feien, daß die Gesellschaft den BersichrrMMMrag als aufrecht stehend betrachte. Das Kreisgerrcht Krems wies di Klage ab, well wegen Nichtzahlung der Prämie der Versicherungsvertrag erloschen sei. Das.Oberlandesgericht Wien wi«S die dagegen ergriffene Berufung ab. Dagegen gab der Oberste Gerichtshof der Revision des Klägers Folge und verurteilte die Versicherungsgesellschaft zur Zahlung des Schadenerfatzbetragas von 30.000 Schilling. In der Begründung wird darauf verwiestn, daß die Gesellschaft in ihrem letzten Mahnschreiben die Prämienzahlung bei sonstiger Hereinbringung derselben im Klagelvege verlangt hatte. Daraus gehe hervor, daß die Gesellschaft auf Einhaltung des abgeschlossenen Versicherungsbetrages bestehe, sie sei daher auch zur Zahlung: des Brandschadens verpflichtet. Seuarrte MtseM«. Fnrgöerte Preisgewmner. Die Krcuzw>ortrÄtselepidemie hatte zur Folge, daß .in der letzten Zeit eine Unzahl von RLtse^eitungon iauf Witt .Wiener Zoitungsmarkt erschienen, die durch 'Aussetzung von Preisen einen Anreiz zum Rätsellösen zu bieten suchten. Nun stellte sich heraus, daß eine dieser Zeitungen, das /„Preisrätsel", bei. der Verteilung der Preise nicht ganz reell vovMangen ist, weshalb fich der Herausgeber dieser Zeitung, Gustav Leo Zimmermann, wegen Betruges und «wegen unlauteren Wettbewerbes vor dem StvafbezirkSgericht I zu verantworten hatte. Mehrere andere Rätselzeitungen hatten die Anzeige^ erstattet, daß m der genannten Zeitung Preisrätsel mit einer Gefamtgewinnn-. sumnre von 425 Schilling ausgeschrieben wurden, die aber nicht in die Hände der Einsender von richtigen Lösungen gelangten. In der nächsten Nummer des Blattes wurden 16 Gewinner ohne Angabe dxr Wohnungsbezeichnunz bo8cmw>, gegeben, es stellte sich jedoch bald heraus, daß 14 von diesen Flamen fingiert waren. In diesem Vorgehen erblickten die Herausgeber der anderen Rätselzeitungen eine Uebevtretuug des Gesetzes zum Schutze gegen den unlauteren Wettbelverb, weil das rätscllösende Publikum durch ein derartiges Borgehen auch das Vertrauen zu den reell geführten Rätselzeitungen verlieren müsst. Außerdem erstatteten 15 Personen, die rillige Lösungen einge'endet hatten, die Anzeige w?geu Betruges. Ter Beschuldigte gab an, er sei von Beruf Magazineur mit cincnl Monatsgehalt von 260 Schilling und habe sich, um fetttem Neffen eine Beschäftigung zu verschiffen, fiu.auziell an per Gründung einer Rätselzeitung beteiligt, die redakllonell von seinen! Neffen und einem Herrn Sturm geführt worden sei. fSr habe bei der inzwischen eingestellten Zeitung seine ganzen Ersparnisse in der jHöhe von 5000 Schilling zugesetzt. Im übrigen bestritt er, von den unlauteren Manipulationen bei der Preisverteilung Kenntnis gehabt zu haben, was aber von den Privatklägern als unglaubwürdig bezeichnet wurde, tveil der Beschuldigte wrf der Zeitung als Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur genannt fei. Landesgerichtsrat Dr. Kor st beschloß, da der ftaatsanwal:schaftliche Funktionär und der Vertreter der Privatkläger die Anklage aus den Neffen des Herrn Zimmerurann und aus den genannten Herrn Sturm gjusgedehnt hatten,.die Verhandlung zur Durchführung von Betveisen und zur Zuziehung cineZ Sachvevstälidigen aus dem einschlägigen Zeitungswefen zu vertagen/ daher mit geseirtten Köpfen und sind so schweren Gemüts. Sie fragte Jossele, wo er drnn früher den Ausschlag gehabt habe, — Berel hatte ihr davon erzählt, und daß^man Jossele zuerst deswegen nichst eingelassen habe. Jossele zeigte ihr die Stelle, und sie betrachtete ssi lange und stellte sich die ganze jüdische Armut vor, als tfc das ein Symbol des jüdischen Elends wäre. . „Und darum hat man dich, zurückgeschickt?" „Ja," antwortete Jossele in jüdischer Sprache.^ „Und wie bist du allein zurückgefahren?" fragte sid englisch', halb jüdisch. „Gute Menschen hatten Mitleid mit mir und haben mich> nach Hans gebracht." Einen Angertblick später,stellte sie sich selchst als einjähriges Kind vor, das mit seiner Mutter an die Mste Amerikas kam und das auch denselben jüdischen Ausschlag hätte haben können und ebensolche traurige Au.gen und ein ebenso schwermütiges Herzcherr, wie dieses Kind da, und sie fühlte sich in diesem Augenblicke Jossele ganz nahe und ihm ganz verbunden wie eine Schwester. Plötzlich umfing sie seirren Kopf, bedeckte ihn mit Mssen, mW au5 der Tiefe ihres Herzens drangen dio paar Worte, die sie kannte: „Armes, armes, jüdisches Kind!" Und Jossele fühlte ihre warmen. Tränen auf seinem Gesicht.... Als Jossele nach Hause znrückkehrte, war die Straße, in der sie wohnten, erfüllt von Licht und Leben. Alle Kinder waren jetzt draußen, und alle Familien hauswn auf den Vortreppen. Hie und da wurden Fackeln auf den Waren- Miden angezündet, und bald füllte sich die. Straße, die sonst den ganzen Tag fast nur Frauen und Kiitder sah, mtt Männern mrd junget: Leuten. Die Menschen bewegten fich zuerst einzeln oder in lleinen Gruppen, aber bald war die Straße ganz schüvarz von einer flutenden! Masse. Das waren die Arbeiter, die aus den Werkstätten mrd den „Schiwitzbuden" nach Hause zurückkchrten. Jede Minute donnerte die Stadtbahn über den Köpfen, blick shehen und spie Me sch-varze iMasfe aus, die wie Heuschreckenfchivärme jedes Stück Pflaster bedeckte. Die Warenbudenbefitzor traten vom Mirgersteig auf den breiterr Damm herunter, steckten gMkvdernde Fackeln an u-njd riefte laut prersend We Waren aius. (FortschyM.folgt,!.

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