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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-18 · Heft 3041 (18.8.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3041 (18.8.1927)
Date
1927-08-18
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite S Wien. Dnnnevstag ts. August 1027 Nr. 3011 Misirsr -7^ ttNVBtKMUm* VOIK8WIBT8CHAII Das dE-fraaMche Handelsabkommen perfekt. hi iWfii imwrjiJWfHw# zösifche Wrrf^chaftSgefetzgeLuwg nicht kemrt, de facto, mit der Auf Grund der heute früh ans Berlin eingetrofsiuwn Instruktionen haben die deutschen DekeAevttn das Handttsckbkormnen rrn t e r f e r t i g t. Der'-Wertrag wird als ein. Provisorium be-prichnet,. regelt aber die gesamten Hcmdelsbeziehimgen Mischen DeartsiMrnd :m>d Frankreich durch besondere Tarifab- Lvmmen. Im ganzen ist der Vertrag eine Fortführung der auf engere wirtschaftliche Kooperation gerichteten Linie, die sich in den Stahl- und Kaligeme-inschaften zeigt. Darm liegt auch eine große politische Bedeutung. Der Vertrag enthält in 46 Artikeln die allgemeinen Bestimmungen, die in Zukunft den deutsch-französischen Güteraustausch regeln sollen. Die neuen Tarifsätze sind in sechs Listen sestgelegt. Der Vertrag tritt am 6. September 1927 in Kraft und soll bis 1. April 1929 laufen. Von! diesem Zeitpunkte an haben beide Länder ein KündiguugSrecht mit dreimonatiger Frist. Das Kündigungsrecht ist außerdem für den Fall Vorbehalten, daß vor dem Ablauf de§ Vertrages der neue französische Zolltaimrf vom Parlament verabschiedet und gegenüber den im Vertrag festgelegten Sätzen ab tv eichen sollte. Sollte der.Vertrag in einem der beiden Länder die parlamentarische Zustimmung nicht finde::, tritt er nach 28 Tagen amtt v'M«ti s ch a u tz er Kraft. Die von deutscher Seite angeftrebte gegenseitige Meist- Legnnstigimg ohne Einschränkung ist in dem neuen Vertrag noch nicht sofort verwirklicht worden. Dieser HM vielmehr bis zrmr 15. September 1928 gewisse Nrrterscheidungen aufrecht, die aber vmr diesen: Tage an automatisch wegfallen. Von diesem Tage an tritt tatsächlich der Z u st a n d bte^c. bje-s d e r sie.i-t>Lg e n M e r st b -e g ü n st i g u n g eE^MrWrankreich^de-iuve, für Deutschland, das die fran- Wirckung, daß von diesem Tage an 'der gesamten Einfuhr Deutschlands die von Frankreich dritten Staaten gewährter: M i n d e st t a r i f« und sonstigen B-e g ü r: st7v g u n g e n zugute kommen. Paris, 17. August. Im Handelsministerium herrschte während der ganzen Nacht fieberhafte Aufregung. Die deutschen Delegierten kamen und gingen bis 6 Uhr morgens. Immer begäbe,: sie sich zur deutschen Botschaft, um die aus Berlin kommenden Telegramme in Empfang zu nehmen, die dem Führer der deutschen Delegation vorgelegt wurden. Nach Mitternacht wurde Handelsminister Bokanowski geweckt, da er aufs' neue zu Rate gezogen tverden mußte. Um 6 Uhr morgens erließen die deutschen Delegierten das Ministerium. Den Bnssevertretem wurde lediglich mitgeteilt, dass grundsätzlich über alle den Zolltarif betreffenden Fragen eine vollständige Einigung erzielt worden fei, daß aber über einige Fragen politischer Natur mich heute morgens Instruktionen auS Berlin abgcwnrtet werden müssten, bevor die deutschen Vertreter das Abkomnren unterzeichne:: könnten. Frankreich stellte die Bedingung', daß es das Abkommen bis April 1929 kündigen könne, während die Deutschen einige wichtige politische Fragen zur Diskussion brachten, insbesondere Siedlungsrechte für die Deutschen in Marokko und die Organisation einer Marin ebasis in Afrika verlangten. Die französischen Vertreter wollten diese Fragen zurückstellen und erklärten, daß diese Forderungen politischer Natur seien und die Kompetenz des Außenminister iums berühren. Die deutsche Delegation gab sich aber mit dieser Antwort nicht zufrieden. ES wurde sodam: ein Kompromißtext ausgearbeitet, zu dem vormittags die Genehmigung aus Berlin kam. , Zentraleuropäische Ländrrbaük- An der Pariser Börse war nestern das Gerücht verbve:ß.'t daß di<^ Verwaltung der Ieütraleuropaischen Länderoan? mit den 'Besitzern der englischen Zertifikate des Instituts nnqen eines neuen Ucbereinkominens anssichtsvoue Verhandlungen führe. E^mäßtzsung der englischen Eiftnpreisc. Die Eisenindustriellen von C l e v e la n d teilen mit, daß sie zur Wiedereroberung verlorengegangener Auslandsmärkte mit RÜckimrkung vom 16. d. M. eine Preisermäßigung von 2 Shilling 6 Pence pro Tonne vornehmen. Bei Exportaufträgen von mehr als 609 Tonnen wird ein weiterer Rabatt in der gleichen Höhe gernrhrt. Die Einnahmen des polnischen Tabakm-onopsks weifen in den letzten Jahren beträchtliche Steigerungen auf. Während im Jahre 1923 kaum 33 Millionen Math vereinnahmt wurden, stiegen die Mnnahmen 1924 auf 130 Millro^n,; 1925 auf 180 Millionen unb 1926 auf 270 Millionen Zlotv. Die Einnahmen in diesem Jahre sollen noch bedeutend größer aussallen. Zum neuen polnischen BizefinanMiinistcr wurde, einer Meldung der „Agencja Wfchoonia" zufolge, der bisherige Direktor des Buogetdepartemjents beim Finanzministerium Dr. Tadeusz Grodynski ernannt. Em neues polnisches Gesetz über Geschäftsa uftichten und Konkurse wird gegenwärtig im Warschauer Justiz- Ministerium ausaearbeiter und voraussichtlich schon im Oktober dieses Jahres auf dem Wieg einer Verordnung deS Staatspräsidenten in Kraft gesetzt werden. Me über den Inhalt d:eseS Gesetzentwurfles verlautet, soll die GeschäftSausslcht vis zu einer Zeit von Neun Monaten auSgfedeh'nt werden können. Auch sonst sollen verschiedene Erleichterungen vorgesehen sein, um im Fall einer Zahlungsunfähigkeit den Konkurs nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Begmn der Wintersnison m Lodz- Anfangs voriger Woche sind, der „N. L. zufolge, mehrere Kaufleute aus. Klelnpolen und Schlesien in Lodz einäetroffen, üm Käufe in Saisomvaren zu tätigen. Bei Scheiolev u. Grohnmttn, Poznansk:, Geher, Freidenberg und auch kleineren Firmen kamen größere Käufe zustande, und zwar gegen vier- bis fünfmonatige Wechsel. Es ist Aussicht Vorhanden, daß d:e Wintersaison emen guten Verlauf nehmer» wird. In der Zeit vom 16. September bis 16. Oktober findet tn Lodz eine Wandemusstellung von Warenproben / und Mustern der heimischen Industrie statt. Der Zündholztkirst rn Estland. Aus Reval wird geineldet, daß der schwedische Zündholztrust der estnischen Regierung den Vorschlag unterbreitet haben soll, das Zündholzinonopol zu übernehmen und dem Staat aus dem Monopol einen jährlichen Ertrag von 60 Millionen Estmark zu garantieren. Wiener Börse. Verminderte Geschäftstätigkeit. ' Die abgeschwächte ©timimuig des Auslandes machte sich hin' in Entlastungsücrküusen des Publikums bemerkbar. Ungarisch- und tschechißhe Werte litten zu Beginn des Vorsthres. Schranlenwerte lagen ruhig, aber lustlos. Der Verkehr tvar durch Zurückhaltung charakterisiert und bis zun: Schluß ergab sich keine Besserung der Stimmung. Boi: den Schrawkenwerlven befestig teir sich Ungarische Allgemeine Kohlenaktien nach einem an- Las Chknin-Mmw-oi. Einschränkung der Produttion. Aus Londo-n wird uns geschrieben: Seit einiger Zeit: findet zwischen holländischen und englischen Kolouiwlgrsellfchasten ein Meinungsaustausch über die E rn -eru erungderWeltkonvention für Chinin statt. Die Holländer haben seit der Gründung des „Kina Bureaus" im März 1923, dessen Bestand für fünf Jahre gsfiichert ist, nicht nur das Monopol, sondern auch d i e v^oTle Preiskontrolle dieses Artikels, wogegen Hoover erfolglos angegangen ist. An dem Bestände des erwähnten Bureaus ist zweifellos auch die h o l l ä nddf'ch c Regierung star kintcressiert. Sie ist seit den letzten Zusammenkünften in Amsterdam und Batavia im Vorjahr bestrebt, die Weltkonbention durch Einbeziehung aüec unabhängigen Pflanzer von Chinarinde und Chininerzeuger zu kräftigen. Gegenwärtig werden infolge der stank zugenommenen Chinarindenerzcugung genaue Pläne zur E-i n sich r ä n k u n g des 'Anbaues beziehentlich zur Verteilung des Enderzeugnisses sowie der Preisgestaltung ausgearbeitet. Sie größte Kaffee-Ernte Brastüens. Die Kaffee-Ernte, die Brasilien in diesem Jahre zu erwarten hat, wird auf nicht weniger als 22 Millionen Sack geschätzt. Es ist die grö-ßte Kaffee-Ernte d e r W e lt und ihr Ergebnis ist um so eindrucksvoller, als der Durchschnitt der brasilianischen Kaffee-Erzeugung bisher noch niemals den Stand von 16 Millionen S " überschritten hatte. Von der: 22 Millionen Sack entfalle:: allein 14 Millionen auf die Ernte im Staate Sao Paolo. Der Präsident der Repriblik, Dr. Washington Luis, hat sich Persönlich mit den Erzeugerstaaten in Verbindung gesetzt, um sich mit ihnen über die Transportregelung und die DÄorisation der Ernte zu verständigen. Ser polnische Maximal-zMar»,. In: polnischen Gesetzes- und Verordnui^sblatt erscheint'in den nächsten Tagen die bereits seit längerer Zeit ht Aussicht genommene Verordnung der drei Minister: Handel und Industrie, Finanzen und Landwirtschaft über die EinsühruvN eines Maximal-Zolltarifes für Polen. SDjefet zwMe Zolltarif liegt in seinen Zollsätzen durchschnittlich, mm 1*0-0 P r-oz ent über dem autonomen pwAWMsichem Z-olll ta-ri'f stü r N o r m a lz-öll e. a^WSarw angewendet worden, die ans Länden: komunM^drr^keftmnH-andeksvertrag mit ^Polen haben, und auch dann nur, wenn diese LäiMer polnische Waren ungünstiger als andere behandeln oder wenn sie eine ' Politik der Exportprämien betreiben. Für eine Anzahl von Waren, die im autonomen Zolltarif zollfrei bleiben, werden im Maximalzolltarif Zollsätze eingesührt, so zum Beispiel für Roggen, Gerste und Hafer 6 Zloty, für Wöizen 6 Zloty, für Mais 4- Zloty per 100 Kilogramm, für Kleinvieh 16 Zloty per Stück usw. Der Maximalzolltarif soll aber erst vier Monate nach s e i n e m E r s ch e i n e n im Verordnungsblatt in Kraft treten. Man wird darin Wohl eine gewisse Rücksichtnahme aus die schwebenden Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland sehen dürfen. Die bisherigen Kampfzölle werden in dem Dtaximaltarif systematisiert und für einzelne Positionen n o ch e r g ä n z t. Die Einführung nach vier Monaten spricht dafür, daß Polen innerhalb dieser Frist den Handelsvertrag mit Deutschlmid abzufchließen wünscht. , Steigerung des österreichischen Exportes nach Rußland. Die Wiener Handelsvertretung der Sowjetunion gab in den ersten zehn Monaten 1636—1927 (vom 1. Oktober bis 1. August) in -Oesterreich Bestellungen im Gesamtwerte von mehr als 46 Millionen Schilling aus, gegen 24 M'Mmren Schilling tn 1025—1926. Zu diesen durch die Handelsvertretung -selbst exportierten österreichischen Waren kommen noch die Exporte ver beiden „gemischten Gesellschaften" „Ratao" und ,Ausawstorg", d-e sich w den ersten neun Monaten 1626—1027 auf 20 Millionen Schilling beliefen. Diese Sreiigevung des österreichischen Exportesnach der Sowjetunion wurde durch den. Abbruch der englischrussischen Beziehungen mitvcrursacht. . Es wurden Bestellungen -m Werte von mehreren Millionen Schilling, die nach dem ursprünglichen Plan für Großbritannien bestimmt waren, nach dem Abbruch an Oesterreich vergeben. Konkurse und Ausgleiche. Der Konkurs wurde eröffnet über die Internationale Spielsartenfabvik, 17. Bezirk, Dürauergasse 16, und über Rudolf Riebe, Taschner, 19. Bezirk, Obkircheraasse 26. —Ausgleich: Heinrich'Kuß, Kaufmann, 2. Bezirk, Große Sperlgasse 6. Feilbietungen. Bezirksgericht Meidlü^, am 29. September, 10 Uhr vormittags: L'egenschast Untermeidling mit Bauarea und Haus 12. Bezirk, Mchhollzgasse 16; Schätzwert 29.610 S., geringstes Gebot 14.80b S. — Be-zirksgericht Döbling, am 22. September, 9 Uhr vormittags: Einsamil'enhaus Pötzleinsdorst«.- strvße 136, Schätzwert 56.375 S., geringstes Gebot 28.138 S.; um 10 Uhr vormittags: Haus 18. Bezirk, Karl-Beck-Gasse 29, Schätzwert 10.036 S., geringstes Gebot 6018 S.; am 27. September, 9 Uhr vormittags: Haus in der Fviedlgaffe 36, Schätzwert 23.000 S„ geringstes Gebot 11.500 S. f inanzpokitifche Beratungen m Berlin. Heute findet erltn eine Direktorialsihung der ReichSbank statt, an der Vertteter der Großbanken leilnehmen werden. Auf der Tagesordnung ftchen Maßnahmen, die aut erne neuerlrthe Kredirrestriktion oder eine verschärfte Beschränkung der Ausländsanleihen hinauslaufen. Dagegen soll im Rahmen des kürzlich durch die Zmfenerhöhung eingeleiteten Programms zur Stützung des Reichsanleihekurses eine Erleichterung in der L o m v a rdrerung der neuen ReichSanlei-he diskutiert; werden. NEUESTES . . aus der. ii£gg’©rS£llWill|:|ß« der B'ü CH HANDLUNG R. LOWIT, WIEN I ROTEN’TURMSTRASSE 22 SERIE n ä Schilling 1*-: BALZAC, Hon. de, Die verlassene Frau, geb. BANG Herrn., Ein herrlicher Tag BRINKMANN Ludw.. Eroberer C0NSC1ENCE Henar., Fünf Erzählungen., kart DOSTOJEWSKY F. M., Ein schwacheslHerz, geb FLAKE Otto, Das kleine Logbuch FONTANE Theod., Stine FONTANE Theod., Die Poggenpuhls GE1JERSTAM Q., Die Geschichte eines Unglück* 5 liehen OOLOMB Josef, Das Mädchen Im Nebel QORKI Max, Sonnengäste HED1N Sven, Bagdad, Babylon, Ninive HED1N Sven, Jerusalem JENSEN J. V., Madame Dora, kart KOBALD Karl, Künstlerfrühling’ LAND Hans, Bande, Humor. Roman, kart. MANN Franziska, Kinder, kart. MEYRINK Gust., Orchideen NORA, A. de, Die sieben Schelme SCHAFFNER Jac., Orobschmlede STEVENSON R. L., Der Mann mit den zwei Oe* sichtern STRAUSS-TORNEY, Das Fenster, kart TOLSTOJ Leo, Frucht der Bildung TOLSTOJ Leo, Roman einer Ehe, kart. TOLSTOJ Leo, Kindheit, geb. TSCHECHOW Anton, Iwanow WEDEKIND Frank, Feuerwerk WILDE Oskar, Das Bildnis des Dorian Qrey, Vorwort von H. H. Ewers Eine auszugsweise Aufstellung aus der BOCHERSCHWEMME R. L0W1T Serie Ml, ä Schilling m folgt!

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