Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3041 (18.8.1927)
- Date
- 1927-08-18
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 Wien. Donnerstag , S.,:-r...:..1rz= 11 .. t rrrr, 9tr Szeairslug der Funkers-Werke. Berlin, 17. August. (Tel.-Komp.) Die .Junkers- Werketn Dessau wenden sich gegen die Anpassung, die man aus "Men vkshers^?» Verlautbar'i^ui habe Lerausl^eU triften, daß nämlich die Jnnkerö ^nVc Werhaupt auf Litte» neuen Start verzichten. Dies .rlrd als unrichtig, erkkätt. Im Gegenteil, die Junl/ers-Werke fjoltcu an dein Man fest, machen seine Ausführung jedoch vo» der ErfiillpW Meier Voraussetzilngen abhängig, nmnlich von der SWerung der finanziellen Grundlage und von rMLeo ralogischen Rücksichten. Die beim Flug der „Bremengemachten Erfahrungen hätten gezeigt, daß eur Start zum Ozeanslug sinnlos wäre, weirn nach den Wettermeldungen auf mehr als einem Drittel der Strecke starker Gegenwind herrsche oder wenn auf einer weiten Strecke Nebel eine Orientierung unmöglich nüache. Weiters wendet sich die Auslassung gegen die Auffassung, als M die Junkers-Werke. trotz den Warnungen der Meteorologen a«s Prestigegründen am letzten Sonntag dein ylbslug zuhätten. Las französische Raiuralisationsgeseh. Paris, 17. August. (I. T. A.) Das vorgestern in Kraft getretene Gesetz betreffend Naturalisation! von Fremden hat große Bedeutung auch für die jüdischen Einwanderer in Frankreich. Das Gesetz wird ettva 100.000 Ausländern, unter denen sich eine ansehnliche Zahl von Inden befindet, die ihren ständigen Wohnsitz in Frankreich haben, Gelegenheit geben, die französische Staatsbürge rschaftzu erlangen. Dienen naturalisierten Inden lverden automatisch Mn tglieder der französischen 1 üd i s ch c.n Gemeinden, so daß ihnen die Schulanstalten der jüdischen Konsistorien und alle sozialen Einrichtungen des französischen Judentums offen stehen. Nach dem neuen Gesetz hat ein Ausländer, der mindestens drei Jahre ständig in F>"" ' •'-*> gewohnt hat, das Neckü auf Naturalisation. Jas deutsche Auslieferungsgesetz. , Berlin, 17. August. (Wolfs.) Ter Reichs-Justiz- Mnister hat dem Reichstag den Entwurf eines Auslicfe- Mlr gsgesetzes überreicht. Der Entwurf imll zunächst die Boraussehüngen festlegen, unter denen anderen Staaten Rechtshilfe in StrassÄHen gewährt werten kann. Er will sodann das eigene Verfahren bei Prüfung der Rechtshilfeersuchen-und der Leistung der Rechtshilfe regeln. 8 7 des Gesetzes bestimmt, daß ein Gerichtsbeschluß Wer die Zulässigkeit der Auslieferung erforderlich ist, wenn fisch der Berfiügte nicht mit der Auslieferung einverstanden erklärt hat. Die Leistung der Rechtshilfe ist unzulässig» wenn die Gegenseitigkeit nicht verbürgt ist. ' Der Entwurf ist verfassungsändernd. Ter Reichsrat hat der Verfassungsänderung mit der vorgesch'riebenen Stimmenzahl zugestimmt. § 53 regelt die Be^inümmgeu für den Fall, baß eine ausländische Regier»' 7 deutsche Stt^verfahren Rechtshilfe leistet. Das irische Parlament arbettruujWg. L 0 n d 0 n, 17. August. C 0 sgravehat gestern das irische Parlament biszum 11. Oktobervertagt. Zuerst beantragte er Vertagung bis zum 16. November. Als er aber sah, daß er noch in letzter Minute über den. Vorschlag gestürzt werden könnte, schlug er nicht nur den 11. Oktober vor, sondern gab der Opposition noch die Zusicherung, daß, ivenn die NeuwahIen, die in den nächsten Tagen stattfinden, gegen die Regierung aussallen sollten, er das Parlament noch vor dem 10. Oktober einüerufen werde, damit das abgelehnte Mißtrauensvotum der Opposition lowder eingebracht werden.könne. Die englische Presse betont heute, daß die Ablehnung des Mißtrauensvotums keine Klärung der innerpolitischen Lage in Irland schaffe, sondern daß Eosgrave sobald wie möglich auflösen und sich durch Neuwahlen ein arbeitsähi-ges Parlament schaffen müsse. flowakei. Sie EhrWichsozlalea gegen die Alkerikreuzler. Prag, 17. August. Das Organ der christlichsozialen Partei, die «Deutsche Press e". wendet sich gegen ein von den hakenkreuzlertschen Sudetendeutschen verbreitetes Flugblatt «Volk in Not". Das Blatt gibt eine Erklärung ab, die in allen politrsch-ru Kreiselt wie eilte Sensation ausgenommen werden wird. Es heißt dort: „Wir Deutschen in der Tschechoslowakei wissen auch, daß die Wurzeln unserer Kraft, daß u n s e r e Wirtschaft und unser geistiges Leben seit Jahrhunderten mit dem Geschick dieses ganzen Gebietes, das den t s ch e ch 0 s10 w a k i s ch e u S t a a t bildet, verknüpft ist und daß unsere geistige und wirtschaftliche Selbständigkeit nichts gewinnen würde durch einen forme l l e il Anschluß an das deutsche Mutterland. Wir wißen demnach, daß wir unserem Mutterland als Deutsche unter anderen Völkern tvertvollere D i e u ft e leisten können, als tuärm wir ein Bruchteil des stqMichbN Rahmens des Deutschen Reiches." Wiener Morgenzettüng ras innerpolttlfche Programm der Tschechoslowakei. Prag, 17. August. (T^.-Komp.) „Narodui Politika" veröffentlichen folgendes innenpolitisches Programm für die nächste Zeit: Ministerpräsident Svehla, der sich Ende August ins Ausland begibt, hatte in den letzten Tagen in Karlslxrd mit Dr. Bencsch Besprechungen. Das Abgeordnetenhaus wird die Herbstsesfion erst Mitte Oktober eröffnen. Es ivird den Staatshaushalt verhandeln, der imt 200 Millionen niedriger ist als im Vorjahre. Dem Hause wird ferner die Novelle zum Sozialversicherungsgesctz und ein Gesetzentwurf betreffend die Versicherung gegen Elomenkttkatastrvphen vorgelegt werden. Die Gerneindewahlm sind veyschoben worden und werden wahrscheinlich anfangs November stattfinden, was uralt zunächst vermeiden wollte, um die Feier des 28. Oktober, des RevolutümStageS, nicht nttt Wahlkämpfetr zu belasten. Das Kabinett wird durch den nationabdemokratischen Abgeordneten Mat 0 uschek ergänzt werden . Eine Aenderung in der Negierungsntehrheit istz nicht zu erwar" Gin Masartzk-Lenkmal in AasierNtz. Prag, 17. August. (Tel-Komp.) Am letzten Sonntag wurde in Austerlitz ein Denkmal des Prüft d ent en Masaryk enthüllt. Programmgemäß hätte ern Olmützer Militärflieger während der Feier einen Kranz abiversen sollen. Der Flieger verfehlte jedoch die Richtung und gelangte über eine andere Ortschaft, wo eben eure agraris che Jugendtagung stattfand. Durch die große MenschenawamNtlung beirrt, glaubte der Flieger über dem Festplatz zu schweben und warf den Kranz aus die erstaunte ^Landjugend. Alsbald bemerkte er jedoch seinen Irrtum, landete kurz entschlossen und hotte sich den Kranz, der dann, wenn auch einigermaßen beschädigt und verspätet über dem Ort seiner Bestimmung abgeworfen wurde. Genemlversvmmlnngen tschechischer gnduftriegesellschasten. Prag, 17. Augltst. (Tsch. Pr.-B.) Die heute stattgefundene Generalversammlung der Ringhoffer A, G. hat beschlossen, vom Reingewinn in der Höhe von 6,630.926 Kronen die gleiche Dividende wie im Vorjahre, das.ist 12 Prozent gleich 48 Kronen, auszuzahlen. Ingenieur Fritz Ringhoffer hat seine Stelle im Bersvaltungsrat niedergelegt. Die Generalversammlung der Ne sselsdorfer W a g g 0 n ü a -u-A. G. hat beschlossen, nach Deckung der vorgetragenen Verluste der Vorjahre in der Höhe von 1,215.447 Kronen vom Reingewinn per 2,180.313 fronen dem allgemeinen Reservefonds den Betrag von 160.000 Kronen zuzuweisen und den Rest von 814.866 Kronen ans neue Rechnung vorzutragen. Nach der hon den Behörden bereits genehmigten Aenderung des Firmenwortlautes wird die Firma nunmehr „Tatrawerke, Automobil- und Wagenbau-A. G." lauten. General zellgowskl verabschiedet Berlin, 17. August. (Tel.-Komp.) Wie den Blätiern aus Warschau gemeldet wivd, ist der durch seinen Handstreich gegen Wilna, im Jahre 1920 bekannt gewordene General Zeligowski verabschiedet worden. Waldbkönde in Frankreich. Militär aufgeboten. Paris, 17. August. (Tel.-Komp.) Aus Südsrankveich und Korsika werden riesige WaWbrände gemeldet, deren Entstehung auf die Nachläffstg keit de.<r Schäfer beim Wbrenneu von Weiden zurückzuführen ist. In der Gegend von Marseille, Toulon und Departement Alpes-Maritimes sind zahlreiche Dörfer von Flammen bedroht. Die Ortschaft Tcwnoron mußte von den Bewohnern' geräumt werden. Auch an der Rrbiera sind verschiedene Ortschaften gefährdet. Zahlreiche Häuser und Hotels wurden bereits ein Opfer der Mammen. Zur Bekämpfung des Brandes mutzten Truppen aufgeboten werden. In Korsika sind vielfach, vor allem in Bonifacio und Porto Vecchio die Telegraphen- und Delephonverbindungen unterbrochen, da die Leitungsmaste verbrannt find. Stellenweise mutzte auch der Zugsverkehr eingestellt werden. Gendarmerie und Bevölkerung bemühen sich, zahlreiche von den Flammen bedrohte Ortschaften zu retten. In Paris fand eine Besprechung des Innenministers Sarraut und des Kriegsministers Painlev e über die wettere Heranziehung von Truppen zu den Rettungsarbeiten statt. Eine fflitafme auf Korsika. Ba fHo (Eovsioa), 17. Aug") OK Brände daueru ...» um) nehmen den Charakter einer wahren Katastrophe an. Eine ganze Reihe von Gemeinden ist bedroht, wenn der Wind sich nicht «legen sollte. Eine große Anzahl von Bauerngütern ist den Mammen zum Opfer gefallen. Im Bahnhof von Borga sind v'or Güterwaggons verbrannt. Biel« Viehherden wurden von dem Feuer überrascht und sind verbrannt. Der Schaden wird aus mehrere Millionen geschätzt. ... 18".' ÄLgust'iM 1fr. MM Im August 1927 Verlobte. Sittiche Arje Freiblk Wien XX. Professor Kerl bereits ernannt. 8ttm Nachfolger Fingers. Die „Wiener Zeitung" teilt mit: Der Vuubc^prlh si den t hat mit Entschließung vom 25. Juli d. I. deH ordrut-ichen Professor an der Universität in Innsbruck Dr. Wilhelm Kerl zum ordentlichen Professor für Der- 'matolvgie und Syphilis an der Umivorsilät rn Wk'en ernannt. Ltt Mord ans der Schmelz. Schweiuer will in Notwehr gehandelt Häven. Das Verhör mit dem Mörder des StratzenarbetterS K 0 rsinek, dem Dreher Josef S ch w e i n e r, bringt allmählich Licht in die Bluttat von RudolfSherm. Das Gest ä ndnis Schweiners erscheint n 0 ch n i ch t als vollkommen rückhaltlos. Seine Aussage läßt ihn als den AngegriffenM erscheinen, der in der Abwehr den betrogenen Ehegatten tödlich verletzt hat. Schweiner wurde gestern seinem Komplizen, dem Hilfsarbeiter K 0 t r 0 b a, gegenübergestellt. Kotroba behauptet, Zeuge d e r Rauferei zwischen Schweiner und Korsinck gewesen zu sein. Schweiner stellt dies jedoch in Abrede und erklärt, 'daß er allein in der Wohnung gewesen sei. Schließlich gab ^Schweiner die Möglichkeit zu, dem Korsinek auch die Stiche indenBauch, die den Tod hevbeisührten, der« seht zu haben. Bezüglich der allsälligen Begleitung und der Anwesenhett des Kottoba in der Wohnung änderte er später teilweise seine erste Aussage. Er gab an, er sei nach der Tat hinuntergelaufen und habe sich bei der Planke gegenüber aufgestellt, um nach den Fenstern der Wohnung Korsineks zu sehen. Beim Haustor habe er plötzlich den Kottoba erÄickt, der auch ihn gesehen habe. Beide seien einander unwillkürlich bis zur Sttaßcnmitte entgegengegangen, und da habe Schweiner dem Kotruba gesagt: „I e tz t h a ib e i ch d e n K 0 r s i n e k g c st 0 ch e nl" «Darauf habe ihm Kottoba erwidert: „Das weiß ich eh schon, ich warjadrinl" Schweiner behauptet, daß er die Wohnung nur ausgesucht habe, um sein Verhältnis mit Frau Korsinek zu lösen. Er habe sie nicht getroffen und sei dabei von Korsinek mit der Hacke überfallen worden. Die Hacke ist aber am. Tage nach der Tat an ihrem gewöhnlichen Platze gelegen. Schweiner und Kottoba werden heute dem Lande s-g^e r i ch t eingelie-fert werden. Antonnsall des früheren Ministers Szernin. Linz, £7. August. Anl 15. d. M. fuhr ein!AIutom!obil, in deur sich der gewesene österreichisch-ungarische Außen- Minister Ottokar CzerniN mit zwei Söhnen sowie RW-- meister Wilezek und Zngenieur Karl H'ock aus Wie^ befanden, welch letzterer den Wagen lenkte, vomPötschen-- paß in langsament Tempo zu Tal, als plötzlichdics Brem se versagte. Ingenieur Kock lenkte den Wagen auf eine am Sttaßenrcmd befindliche Kolzhütte zu. Durch den Anprall -kippte der Wagen uni und begrub die Insassen Uirter sich. Minister a. D. Gzernin und seine Söhne blieben! u nverletzt. Rittmeister Wilczek erlitt Rißquetschvunden an der Hand und am Brustkorb, Jngerlieur Hock verschiedene Beulen. Der Kraßtwagen blieb nube-schädigt. SkowEsche Kommmliften propagieren den gndenboykott. Ms Br at islava meldet I. T. A.: Weil der jüdische Stadtverordnete von Bratislava, Reisz, gegen den von den Konrmunisteir eingDrachtert Entwurf einer Erweiterung des Sozialversicherungswesens und. Ausgestaltung der Arbetterkonsumveretne gestimmt hat, proklamierte die Leitung der Partei der Kommunisten in der Slowakei einen Ges chü ft sbohkvtt gegen die Juden. Unter diesem Boykott haben die kleinen jüdischen Kaufleute sehr stark zu leiden. Lefterreichs Schwimmer illr Bologna. Gestern wurden für die vom 1. bis 4. September in Bologna stattfindenden Europa -Meisterschaften die Vertreter und Vertreterinnen des österreichischen Schwimmsportes nominiert. Als fest ft e h e n d gilt die Entsendung der Schwimmer Schäfer, D v 0 r - z a I, Rödige r, sowie der Dametr Hedy B i e n e n f e l d und Fritzi Löwy von der Hak0ah. Die Wasserballmannschaft wurde solgendermatzen ausgestellt: Klein, W 0 r e l l, Reiser, Redlich, G u t h. Reich und F l e s ch (alle Hakoah). Ersatz Musi I. Es ist möglich, daß Reich nicht abkommen kann, 'da sein Urlaub noch nicht gesichert ist. An seine Stelle tritt H r u p e tz. In Betracht kommen noch ein Wasserballer des 1. W. A. S. K. sowie drei weitere Damen (Buchberger. Fleischer, Kohn) für die 4 X 100 -Meter-Staffel und Goldberger von der Hakoah. Die Expedition, die am 28. oder 2V. August von Wien äbreist, wird von Herrn Rudolf M o s b e r ge r geführt jyevden. Auch der bekannte Hlttoah-Trainex MM »the,i mx.% wird die Reife mitmachen.