Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3040 (17.8.1927)
- Date
- 1927-08-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982128--31001-3019276- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3k'ttc 6 SBieit, Mittwoch W'ener Morsen-situns 17. August tQ8T Nr. 8040 Alter Werke fiter de« PalWua-Aufba«. Hegen den voreiügen Städteaufiuu. — Für Befchlemrignng des odrnoM«Dfts. — Das AnLageLapital und das UnteruehmerUW müssen das Spendensystem ablöstn. Die „Canadian Jew-tsh Ehroniele" deröfftntlicht in ihrer jüngsten Nunmrer ein Interview Wer Palästina, welches der Großindustrielle AMr Pierce auS Montreal der Schriftstellerin Sarah Gordon-Bernsteln genMrte. Mr. Pierce, den nmn ntit Recht zu den ,fÄdr/chen .Pionieren Kanadas Lästlh» hat Palästina ^.sechsmal besucht und ist erst kürzlich von einem lieben "Monate währenden UufenMtt zurtlckgekehtt. Tluch in Wien ist er kein unbekannter Mann. Als Verwaltungsrat der Konrpaßbank HM er sich alljährlich einige Zeit in Wien auf. Nachstehend geben wir im wesentlichen leine Aeußernngen wieder, ohne in allen Punkten mit ihnen übereinzustimmtzn. Am erste» Stadium der Errichtung eines Staat«; ist vor» Flein ei>wtz>s erforderlich: den Bod>eu zu bestellen. Nur tvarigc Menschen seien sich darüber im Aaren, daß Palästina erst einen realen Unterbau erhalten müsse, bevor man sich Illusionen hmgeben dürfe. Die meisten ahnst nicht, was Pionierarbeit ist, und informieren irllzu häufig die Oefsintlich-keit durch vorrMge Urteile, auf Grund flüchtiger Erndtticke, die sic in kaum zwei btt drei Tagen gesammelt haben. Kanada sei in seines ersten Aufbanzeit (ettva damals, als Mr. Pierce seine Laufbahn begann) viel schKchrer daran gewesen als das werdende Palästina. Heule besitze Kanada, nachdem sich der wirtschaftliche Aufbau vollzogen habe und die natürlichen Hilfsquellen erschlossen stien, die bestem Schulen, Spitäler und sonstige» kulturellen Einrichtungen. Wenn aber heute schon, dazu noch in der Zeit großer Arbeitslosigkeit, in Palästina moderne Städte und Schulen, ferner „Theater, Kunst und Literatur" verlangt würden, so seien dies eben gefährliche Illusionen. Mämrer, wie Colonel Kish, Ruppin, Thon und insbesondere Usstschjkiü, der Leiter des jstdisichen Natiomakfonds (dem Mr. Pierce außerordentliche Bedeutung und gut« Arbeit Anerkennt), opfern sich -für die wirtschaftliche Gesundung des Landes auf, aber es fehle an Mitteln, um greifbare Erfo^e zu erlangen. Nach der Ansicht von Mr. Pierce wäre das Wiederaufba»Problem zu lösen, wcnn tause nd Menschen je 50,000 Dollar zur Beifügung stelle«. Diese Summe würjde hinreichen, um jeden Quadratmeter ftreien Bodens in Palästina anzukaufe». Man müsse trachten, dem Wahn zu Zerstören, daß sich ein Land durch Kursor gemäß Nahmen ausbauen lasse. Man habe es 'mit einer Bevölkerung zu tun, die zu 95 Prozent sentimental ist, wo sie praktisch 'sein müßte." Die natürlichen Hilfsquellm, vor allem Petroleum, Chemikalien und Oratigenpfkauzungen, diese großen wirtschaftlichen Möglichkeiten, welche viele» Tausenden Lebensunterhalt biete» könntech sind bisher noch völlig ungenutzt. , „Welchen Zweck hat es zum Beispiel," fragt Mir. Pierce, „junge Mädchen in großartig ausgestatteten landwirtschaftliche» Schulen heranzubilden, wenn Tausende arbeitswilliger junge» Mjänner, die zur Feldarbeit wahrscheinlich viel geeigneter waren, keine Arbeit finden? Weibliche Landarbeiter gibt es doch nur in primitiven Kulturen oder bei ausgesprochenen Bauernvölkern, zum Beispiel bei den Arabern." Dir. Pierce stellt gldichtwohl fest, daß die Entwicklung Palästinas in den letzten fünf Jahren ungeheure Fortschritte gemacht habe, betont aber gleichzeitig, daß der Versuch ohne die entspriechenden wirtschaftliche »Voraussetzungen,Städte errichten zu wolllen, zu sehr unerfreulichen Ergebnissen fühjren müßte. Er rät davon ab, für die wirtschaftlichen Bedürfnisse kleine Beträge im breiten Publikum zu sammeln, da er diesen Vorgang wegen der übermäßig hohen Spesen für unrationell erachtet. Wenn auch das bisherige Sammelsystem beibehalten werden müsse, um den Zufgmmenbruch der ganzen' Bewegung zu' vermeiden, so glaubt Mr. Pieroe, der Tag sei nicht ferne, an dem das Anlagekapital u«d der nüchtern denkende «Unternehmer an die Sskelle des „Spenders" traten Werden. Bor allem empfiehlt er, den verfügbare» Boden mit Hilfe finanzkräftiger Personen arqjjutmfen. I (' Schließlich Wendete sich Mr. Pierce«nvjchmals gegen die ob erflächlichen und njnrichtigen Urteile, tsio Von Touristen nach ihrer Heimkehr abgegeben Werden und alles umfasse», von der Kritik der zionistischen Verwaltung bis zur begeisterten Schilderung des Sonnenunterganges auf dem Oelsberg. Der Hei-- matsgedanke Werde nicht durch GefühlsseligVeit und Romanftk, sondern durch den von nüchternen Wirtschaftüschen Erwägungen! gjels leiteten gesunden Menschenverstand verwirklichst westdem M Verband irländischer gnde» in Amerika. Aus New York wird uns berichtet: Zum erstenmal wurde hier eine Organisation der aus Irland stimmenden Juden in Amerika nach dem Muster des Verbandes der galizischen Juden organisiert. In Newyork allein leben etwa tausend jüdische Familien aus Irland und mehrere tausend wohsten in den verschiedenm Städten der Bereinigten Staat«». Zum Präsidenten des Verbandes wurde Jack Lewin gewählt, der in seiner Antrittsrede erklärte, daß der Verband vor allem' nDhesvo Betrugen mit den Juden, an der alte» Heimat unterhalten und au sämtlichen jüdischen nationalen und Wohlfahvtsbewegungen aktiv teilnehmen werde. Demnächst schonbegiSt Hh eine Abordnung der EzÄutivs des neuer Verbandes nach Irland, um ein ständiges Zusammenarbeiten Sitte Senkschrkft fiter das Palfistiaa-Srdtete». Ans Jerusalem meidet die I. T. A.: Die Ingenieure Badian und Reumann, die alle vom Erdbeben Holmgefuchten Orte besucht hatten, haben im Aufträge der Haisaer Technischen Hochschule eine Denkschrift abgefaßt, die fich insbesondere mit der Verivendung des Baumaterials und dar Bauart in Erdbebengebieten befaßt. Die beiden Ingenieure tvurden bei ihrem Besuch in Amman, der Hauptstadt DmnSjordanieu-S, von Emir A b d u l I a h herzlichft empfangen. Der Emir, dessen Palast durch das E-rdbeben schwer beschädigtwurde, lebt mit seirrer FamiRe in Ickten. Höhepunkt der Salzburger Reinhardt-Festspiele. Man bedauert nur. daß Reinhardt nicht selbst die Episodenrolle deZ Kammerdieners sprach, sondern sie Leopold Kramer anvertraute, den er für den Hofmarschall nach Salzburg berufen hatte. Lilly D a r v a s spielt als Nachfolgerin der Maria Fein die Lady Milford. Sie besteht herrlich. Außerordentlich ist S o k o l o f s in der Nolle des Wurm (den in Wien Kortner spielte). Und Paul Hartmann ist wieder da, der große deutsche Schauspieler, tvie Adolf Busch der große deutsche Geiger ist, der unvergleichliche Hugo Th imig als Musikus Miller und Helene Th i m i-<p die als Louise Millerin in der äußeren Erscheinung manches zu tvünschen übrig läßt, aber nichts an Seelenhafkigkeit, an tragischer ElÄße. der Darstellung. Dms PEMm^kvar Mngevisfink * ' ii Üiifi rV.-. -- . HeimatSansslug des Vereines der Schafsarr. Man sch^eöbt uns aus der Kultusgemernde Schaff a in lMähre».: Am Sountag fand die diesjährige Heimatreife des Vereines der Schaffaer m Wien statt. Unter Führung der Vorstandsmitglieder Josef Wallisch und Dr. Guttmann trafen über hundert Mitglieder hier ein. Nach festlicher Einholung der Gästfl an der österreichisch-tschechischen Grenze ging es unter VorantraZung blanweißer Fahnen und Musikbegleitung zum Gemeindeplatz, wo der Kulttrsvorstand Äegfried Scheuer dsie Gäste begrüßte. Rach dem Bortrag Zweier Gedichte durch die jungen Damen Iba Max und Emmy Scheuer dankte der Obnmnn des Vereines Josef Walli sch fiir den schönen Einfang. Drei Gäste begaben sich dann zu einem gemeinsamen Festmahl in das Gasthaus Nürnberg. Nachmittags erfreute Platzmusik, abends ein> Tanzstst jung und alt. Am nächsten Tage wurde im festlich geschmückten Gotteshaus der Kultusgemeinde eine Gedenkfeier für die im Weltkrieg gefallenen jirischen Soldaten der Gemeinde abgchalten. Kultusvorstand Siegfried Scheuer hielt, nachdem Kantor Schwarzstein einen Psalm gesungen hatte, eine zu Herzen gehende Ansprache, in der er die Leiden des jüdischen Volkes während der Kriegszeit und insbesondere auch der Angehörigem der. hiesigen Kultusgemeinde schilderte, die nicht Nur zahllosen Flüchtlingen während des Krieges Unterkunft gewährte, sondern selbst viele Mitglieder im Kriege fallen sehen rmchte. Es folgte nach einer Rede die Enthüllung der Tafel, auf der die Namen von neun Gefallenen jüdifch,en Söhnen der Gemeinde verewigt sind,und zwar: Otto, Hirsch, der Bruder Bernhard und Hermann Jcllinek, Ignaz Keßler, Mvriz Reumann, Richard Guttmann, Karl Herzog, Josef Hauser und Lev.Hauser. Der ehemalige Rabbiner Professor Dr. H u ß' hielt die Festpredigt, der die den Tempel füllenden Andächtigen, mit Ergriffenheit lauschten. Mit dem.Absingen der „H atikwah" schloß die eindrucksvolle ernste Feier.-Ein genreinsamer Friedhafsbefuch beschloß die zweitägige Reise, die allen, die. daran teilgenommen hatten, in steter Erinnerung bleiben wird. Der Vorsitzende des Bndapester RabbinatskMegiuMs gestorben. In Budapest starb vorgestern in hohem Alter der Vorsitzende des Beth bin Rabbiner Moses Feldman n. Der Verstorbene galt als Autoritär auf den: Gebiete der lalmüdischen Wissenschaft und seine Entscheidungen wurden auch in konservativen Kreisen anerkannt. Rabbiner Feldmann war auch Lehrer am! Budapestev Rabbinerseminar. Das Leichenbegängnis findet heute in Budapest statt. &n Unfall des Murrraczer CheremtaVVis. MS Karlsbad wird uns geschrieben: Der Munkaczer Rabbi Spira, der int Mittelpunkt des Streites der karpathorussifchen Ehassidim steht, wäre während seines Kuraufenthaltes in Karlsbad fast das Opfer eines tödlichen Uufalleis geworden. Rabbr Sprra befand sich auf dem gewohnten Spaziergang, als er durch ein Auto, dem die Breimse Versagte, gefährdet wurde. Er sprang zur Seite, wurde aber vom Auto an die Wand gedrückt und erlitt Quetsch ungen am Liopf und aM linken Arm. Nach einigen Tagen häuslicher Pflege wird Rabbi Spira nach Hause znrnckkehren. Re Salzburger Reinhardt-Spiele. (Eitz-ervbericht der ,Mrerver MorgenseÄung".) Wäre es nicht ziveckmäßrger, wenn statt der präten- ,,Salzburger Festspiele^ Bloß eme Reihe gesiebter Theaterabende geboten würde, etwa eine Auswahl der besten Wiener und Berliner Premieren der verflossenen Saison, als geistige Zutat zu den herrlichen Natuvgenüsien. die das Salzkammergut, und den KunstgenÄssen, die über-» dies das versteinerte Märchen Salzburg dem Fremden bieten? Unter Reinhardts Oberleitung, aber auch (mit Verlaub) unter Mitwirkung anderer Theatermänner von Rang und Initiative. Die jetzt richtig als ,-Salzburger Reinhardt-Spielezu bezeichnenden Sprechtheater-Aufführungen würden sich in den angedeuteten Rahmen besser fügen als in ein pompös angekündigtes und recht geräuschvoll aufgemachtes Festspiel"-Programm mit dem zu Tode gehetzten „Jedermann"-Mysterium als Aufputz. Mit „Peripherie" und „Viktoria" etwa hätte der große Jnszenesetzer jedenfalls d'en Fremderr und Sommergästen mehr geboten als mit einer schr fragwürdigen, krawallierenden Neuauftnachung des „Sommernachtstraum", die hinter Reirchardts Wiener Inszenierung des „Sommernachtstraum"' weit zurückblieb. Vollkommen in eine solche Revue der besten Theaterabende Oesterreichs und Deutschlands taugte Reinhardts längst gewürdigte und erfreulicherweise „naturbelassene" Aufführung von „Kabale und Lieb e". Es war der Am de« rhealeem pte-l-e Allabeudttch HM silltzr mf Bitten Sohn hoben" mit PoM Mül-L e r. Die Komödie _ _ . vu o stiert yeuke das Aufführung. Deutsches Volkstheats-r. Fveüag, 8 Mr, km Nahmen des Berliner EnstmVlsgafMkeles Km erfbertmrk ,Muvlente" von Fritz F r i e d m a n. n-- cki Max Adalbert in der Hauptrplle. Theater ru dev Jofefsta-wt. Das Lustfpitzl 0< schlafende Gatte" wird von wpt DMpeMrg fchtteßkich Sonntag täglich gegckeu. -—-— \' Der Verleger Otto Eysler gchivEn. Der Machrte Berliner Verleger Dr. Otto Ehsltz r, ein gebürtrger Wiener, ist im 66. Lebensjahr, gestorben. Mtt den weiwevbretteten »Lustigen Blättern", die er 1888 i« Hamburg gründete, hat er die erste deutsche ZeHschrtft mit fatftfc». gen Illustrationen geschaffen. Kr seiMm Zfiitschrtftelw- »erlag erscheint auch die „Elegante Welt", „Sport mrd Sonne" und „Das Magazin". Ein überaus fähiger und rühriger Mann, hat er seinem Zeitfchvistenverlag vor nicht langer Zeit einen Buchverlag angeWedert, in dem er das heitere, leichte Genre Pflegte und u. a. Werke von Roda Roda, Rudorf Presvev uud MMkbwfkt herimSvrachte. Dann hat EHSler sich auch um die ernste mernrifche Richtung benlülst und den Verlag F. Fontane u. Co. übernommen In Berlin war das schöne, Ältivierte Heini . Dr. Ehsvers erne Stätte vornehmer GseMigkott der Künstlerschast. Roch immer keine Ruhe in der Bottsoper. Die Quertveibereien gegen den von den MitglleLern der Bottsoper muev- 8ingS zum Lei der dieser Bühne ^bestellten M rettor Hermann Fräschier, der den chrM^ozialen Machern des Bokksopern- Vereines nicht genehm ist, weil er als Jude es zuwege gebracht hat, das gänzlich darniederliegende Kunstmsti tut wieder stoü zu machen, Lauern we-i-ter an. Der Hcmptintmgant ist Mavw Frank, ein Mitglied des Orchesters, gegen den nunmehr Direktor FrischLer sine Anzeige wegen Verleumdung erstattet hat, weil dUeser in einer Reihe von Anzeigen an die Polizei und in einem Zeitungsartikel in einem rechts gerichteten Glatt behauptet haben soll, daß Direktor Fvrschler sich Unregelmäßigkeiten /bei der Verwaltung eines von den Mit- Medern der Dolksoper angelegten Reservesonds zuschulden habe kommen lassen. Aus Grund des Gutachtens eines SchviftsackD erständigen wurde festgestellt, daß die Anzeigen van Marco Frank, allerdings m'.t stark verstellter Schriftt, hsrrühwn. Auch das Manusivipt des ' sichevUstellt und woist -dieselben Schristzüge aqf. Wunder der Heliane" heißt die neue Oper von E. W. Korngold. Die Urawffühvuyg sindet in Hamburg statt, dann folgt, Mitte Ottobex, die Wiener Premiere au der StaatSoper. Bruno Walter, der auf der Fahrt von Rew Dovk zu trat Salzburger Festspielen an einer Lumonentzünduno erkraE löst und das erste Mal während seiTves künstlottschen Wirkens, dmx übernommenen Berpsiichtu-ng -nicht nachrommerr konnte, üeWKet sich -bereits auf dem Wege zur vollstäm-igM Kwueftmg. R« Andeuren an den Br«md des 8M- Palastes. . Der ISjährige WfSarbeiter Edmund tzpsischi ■’U LandesgerichtSrat Dr. Korst ans der Haft voogeführt, rttn sich wogen Uebsrtrotnug per boshaften dig-ung nrch wegen FundverheimMchungl 0 vevanüvioiv-' ten. Der «Beschuldigte War am 30. Juli unter denk Berdachitz, |ot( bat Plünderungen im Justizpalast beteiligt gÄvestn pr sesn» best» Landesgericht eingellefert worbe», wogegen 'ihn plNo .Ujnverfuchunigj töegen >Verbvechens des Diebstahls W-ähvard einer FeUsrisblAnst' und wegen Aufruhrs eurgelmiet wurde. Da ihm aber nicht nachgewiesen wevdon konnte, daß «r wlähvend des Brandes tatsächlich im Jnftizpalast geweilt hat, Wurjdie das iBerfahveir in der Richtung des Berbrechells gegen ihn ei,igcstellt und beim Bezirksgericht anhängig gemacht, weil' bei einer Hausdjnrchs^chnng in stimv Wohnung ein Stück «iuvs SaMtkragie.«s vvn Violetter Farj'He von einem irichterlichen Tal-la-r und eine aus dem JustiApalast stammtznds kleine Sich^vo borge' fanden wurde. Zn seiner Verantwortung jgab dör Beschuldigt«, der sich als Nati«on alsozialist bekannte, an, er sei nur als Zuschauer am 15, Juki. Wm Jnstizpalast gegangen, habe sich aber au' beit Demonstrationen nicht beteiligt. Ein Demonstrant habe einün richterlichen Talar der Menge ihii^gchalten, den die Leute sofort in Stücke rissen,. Er habe ein Stück gefunden und. es sich, als Andenken mit nach Hause genommen. Auch die Schere habe er in per Lasbenstraße gefunden und sie an sich genommen. Da Lieber bereits wegen Eigentumsdeli-kten empfindlich vorbestraft ist, verurteilte ihn der Richter zu einem Monat strengen MrieestS, von dym vkergeUn Tage durch die Untersuchungshaft bereits verbüßt Beamtete RechtranwSlte. Der Oesterreichischen Z e n t ral - B o d e n t t Mick b a>n k m Wien wurde vom.MksisWM die l r iii m,—m—««*—■■ ... »■ .. ■ ■ ■■ ■— —■ - •. »- ■ ■ > ' >. - —- -.-*• - i — > l.» .111 III-riTTT