Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3038 (14.8.1927)
- Date
- 1927-08-14
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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%t. 80Äh Wien, Sonntag Wiener Morgerizeitirng 14. August 1627 Seite 7 I W »! ]K»I§CHES UBtN Sie Samenhof-Feiern in «arscha« trob Blalyftol. Am Freitag, den 6. August, lvurde dem Schöpfer der Esperantosprache, Dr. Ludwig Z a m e n h o f, auf seinem Grabe auf dem Warschauer jüdischen Friedhof ein Denkmal gesetzt. Esperantisten aus allen Ländern der Welt waren am Grabe versammelt. Die polnische Regierung und der Warschauer Stadtrat hatten Vertreter entsandt. Namens der jüdischen Gemeinde erschienen der Vorsitzende des Vorstandes Herr Feldstein und der Vizevorsitzende der Reprasentantenvcrsammlung Dr. Gottlieb. Der Präsident der Esperantoweltbeivegung, Professor P r i v a, legte vor dem Zamenhof-Denkmal einen Kranz nieder, der die Aufschrift trug: «Der 19. Weltkongreß der Esperantisten in Danzig 1027 — dem allverehrten Meister." Ein Chor stimmte die E s p e r a n t o h y m n e „la espero" an. Professor Priva legte auch einen Kranz auf das Grab der verstorbenen Gattin Zamenhofs, Klara Zamenhof, nieder. Namens der Warschauer jüdischen Gemeinde hielt der Vizepräsident Feldstein eine Ansprache in Hebräisch Und sagte u. a.: „Den Juden kennzeichnen drei Eigenschaften: Optimismus, Kosmopolitismus und FriedenslisLe; sie waren in "Dr. Ludwig Zamenhof zu einer schönen Synthese vereinigt. Er namrte die von ihm geschaffene Sprache »Hoffnung', weil mit der Hoffnung das Judentum die Zeiten überdauert. Dr. Zamenhof war ein Kind des Warschauer Judentums, das stolz auf ihn ist. Im Namen dieses Judentums huldige ich denr großen Schöpfer und wünsche, daß seine Schöpfung sich über die ganze Welt ausbreitet zum Glück der Ndcnfchheit. Dr. Zamcnhof hat dem Judentum und der polnischen Gesellschaft Ehre gemacht. Wir werden seiner nicht vergossen." Den tiefsten Eindruck machte die begeisterte und bewegte Rede eineshohcnspanischenOffiziers, Mangada Rosige r n, der auch im Namen der spanischen Negierung dem Esperantoschöpfer huldigte und dem Denkmal die militärische Ehrenbezeugung erwies. Namens/der jüdischen Esperantisten sprach hebräisch Dr. Dreher (Krakau). Mit der Abfrngung der Esperantenhhmne schloß die Feier. ■ Um 5 Uhr nachmittags wurde in der Stadthalle die Schlußsitzung des in Danzig begonnenen ' 10. Kongresses der Esperantisten abgehalten. Der Bruder Dr. Ludwig Z a m e n h o f 's, Dr.; Leon Zamenhof, berichtete, wie Dr. Ludwig Zamenhof an seiner Schöpfung arbeitete., Hierauf begrüßte der Stadtpräsidcnt Ingenieur S m o - kinski den Kongreß und sagte: „Ich begrüße Sie im Namen der Stadt, in der die sterblichen Ucberrcste Eures großen Misters ruhen, im Namen Warschaus, wo Euer großer Pionier Dr. Ludwig Zamenhof gelebt- und gewirkt hat." Die Tochter Dr. Ludwig Zamenhofs, Fräulein Lydia Zameuyof, übersetzte die Rede in-Esperanto. Zum Schluß sprach der Präsident Professor Priva, der der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Dzikagasse, jene Straße im Warschauer Viertel, in der Dr.- Zamenhof als Arzt und Wohltäter der armen BevöUerung lebte, den Namen Zamenhof- Gasfe tragen werde. (Gin diesbezüglicher Antrag im Warschauer Stadtrat wurde inzwischen ab ge lehnt. Die Red.) Am 8. August nachmittags erschien eine große Abordnung des Esperantistenkougrcsses in Bialystok, wö Dr. Ludwig Zamenhof geboren lvurde. Vertreter der Stadt und eine mehrtausendköpfige Menge erwarteten die Delegierten am Bahnhof. Beim Erscheinen der Gäste stimmte die Menge die Csperantohymne an. Die Delegation begab sich in die Zamenhof-Gasse und nahm am Hause, in welchen: Dr. Zamenhof geboren wurde, die Enthüllung einer Gedenktafel vor, die die folgende Inschrift trägt: „Hier wurde am ' 15. Dezember 1859 der Vater der Esperantosprache Dr. Ludwig Zamenhof geboren." Mit einer in der Stadthälle veranstalteten Festlichkeit zu Ehren der Esperantisten schloß die Feier. Landanfledlung von Fnden in Sibirien. , Die I. T.A. meldet: Ter Ozü-Abteilung in Om Sk in; Sibirien wurde eine Bodenfläche von 2000 Tesjatin. 25 Werst von ■ Omsk entfernt zwecks Ansiedlung von Inden zugeteilt. Auf diesem Boden werden, drei Kollektivsiedlungen mit insgesamt 56 Familien (29l Seelen) errichtet. Die Kollektivsiedlungen siird bereits im Besitze von Atvei Traktren, einigen Maschinen uond Pferden. Man ist gegenwärtig mit dem Bau der Wohnhäuser un!d der Wirtschaftsgebäude beschäftigt. ■ Gm jüdisches Städtchen in Weißrußland durch Feuer Hrrstyrt. D:e Stabt Nosowi lisch in der Nähe von H o m e l wurde von einen: Brand heindzllucht, durch den mst d:e Hälfte aller Häuser der Stadt mrniMet würden. Hunderte jüdischer Familien sind obdachlos und leiden unsagbare Not. Eine alte jüdisch: Fron ist in den Wammen umgekomrnen. BierrigWriges ArbeitslubilSum de» Archäologen Nohnm Slousch. Aus Jerusalem meldet I. T. A.: Dieser Tage ivird Professor Nahum Slousch, der bekannte Archäologe und hebräische Schriftsteller, auf eine vierzigjährige literarische und wissenschaftliche Tätigkeit zurückblicken können. Professor Slousch, der 1872 in Odessa geboren wurde, ist Direktor der Palestine Jewish 'Exploration Society, deren Publikationen er yerausgrbt. Er war Leiter der archäologischen Arbeiten, die von dieser Gesellschaft am Absalom-Gräbe und bei Tiberias durchgefiihrt worden find. Ser ungarische Numerus riaufur im kommenden Schuljahr. Aus Budapest wird uns gemeldet: Dieser Tage erschien die im Gesetz vorgeschriebene Verordnung des Kultüs- und Unterrichtsministers über die für dass Schuljahr 1927/1928 festgesetzte Zahl der neu aufzunehmenden Schüler an den ungarischen Hochschulen. Die Verordnung erinnert auch an das Gesetz übslr den Numerus clausus, das bei der Aufnahme der Jnskribenten zu berücksichtigen sein Wird. Auf Grund dieser Verordnung werden in den ersten Jahrgang an sämtlichen ungarischen Hochschulen zusammen 200 jüdische Studenten ausgenommen werden könne,r. Hievon entfallen «ruf die verschiedenen Fakultäten der vier Universitäten de§ Landes 149 Mische Studierende und auf die einzelnen Fachgruppen der technischen Hochschule insgesamt 31 jüdische Schüler. In die landwirtschaftliche .Hochschule können 20 Juden Aufnahme finden. Hingegen kann, wie im Vorjahr, auch heuer nur ein Jude sich dem Studium der Chemie Widmen. gabotinfff gegen Zorns. In der letzten Nummer der zionistisch-revisionistischen Zeitschrift „Raßwjct" veröffentlicht Wladimir Jabotinsky einen Aufsatz, in welchem er -darauf hinweift, daß der Pariser Advokat T >o r r e § nicht der geeignete Verteidiger von Sch a l o m Schwarzbart sein kann. Torres verfehlt nicht, in politischen Prozessen, in denen er als Verteidiger auftritt, seiner Sympathie für die Sowj e tre g iernng Ausdruck zu geben, und es sei zu befürchten, daß auch die Verteidigungsrede für Schwarzbart in einen Lobgesang für das Sowjetregime ausklingen werde. Dies könne sich aber nicht allein für Schwarzbart, sondern für das g a nze I ude nt u m schüd lich auswirk e n. Es sei zu fordern, daß dem Advokaten Torres ein zweiter Verteidiger Schwa-rzbarts beigegeben werden soll. NEUESTES aus der WkSmMSMsmms ' - der B U CH HAN D L U N G R. LOWIT, WIEN I ROTE NT U R MST RASSE 22 SERIE II ä Schilling 1*-: BALZAC, Hon. d,e, Die verlassene Frau, geb. BANG Herrn., Ein herrlicher Tag BRINKMANN Ludw.. Eroberer CONSCLENCE Hendr., Fünf Erzählungen, Kart, DOSTOJEWSKY F. M., Ein schwaches Herz, geb. FLAKE Otto, Das kleine Logbuch FONTANE Theod., Stine FONTANE Theod., Die Poggenpuhls GE1JERSTAM 0., Die Geschiente eines Unglücklichen GOLOMB Josef, Das Mädchen im Nebel GORKI Max, Sonnengäste HED1N Sven, Bagdad, Babylon, Ninive HEDIN Sven, Jerusalem JENSEN J. V., Madame Dora, kart. KOBALD Karl’ Künstlerfrühling LAND Hans, Bande, Humor. Roman, kart. MANN Franziska, Kinder, kart MEYRINK Gust., Orchideen NORA. A. de, Die sieben Schelme SCHAFFNER Jac., Orobschmlüde STEVENSON R. L., Der Mann mit den zwei Gesichtern STRAUSS-TORNEY, Das Fenster, kart. TOLSTOJ Leo, Frucht der Bildung TOLSTOJ Leo, Roman einer Ehe, kart. TOLSTOJ Leo, Kindheit, geb. TSCHECHOW Anton, Iwanow WEDEKIND Frank, Feuerwerk WILDE Oskar, Das Bildnis des Dorian Grey, Vorwort von H. H. Ewers Eine auszugsweise Aufstellung aus der BÜCHERSCHWEMME R. LOWIT Serie lil, ä Schilling vn, FoIbII . ' .-.■■■—...- 1 —.'--M Am besten sind doch die Ceschka-hüte Vll., MliiiKiili II» WIKN ix., XlMnlrato Hr. Fuskismus und gudenium. In einem Gespräch mit Vertretern d:r Presse erklärte der Obcrrabbiner von Rom, Dr. Ar^elo Saeerdotti: Die faesistischen Bemühungen, eine Annäherung zwischen dem italienische:: Staat und dev katholischen Kirche herbeizuführen, tragen den Geist der Toleranz gegen alle Religionen; die italienischen Juden begleiten diese Bewegung mit Sympathie. Der Marsch der Faseiften auf Rom und die Machtentfaltung des Faseismus haben die Lage der Juden in Italic» in keiner Weise verschlimmert. Für den Faseismus ist bei der Besetzung wichtiger Atzmter die individuelle Fähigkeit ausschlaggebend, nicht aber die Religion. Die italienische Regierung steht den Bestrebuitgen der Zionistischen Organisation» fveutrdlich gegenüber. Notstandsarbeiten der Warschauer Judengemeinde für Arbeitslose. Wie uns aus Warschau berichtet wird, hat der Bovstiand der dortigen jüdischen Gemeinde am letzten Montag eine gmrze Anzahl von Snbventionsanfuchen für Wvhlfahrts- und kulturelle Zwecke zustimmeird erledigt. Unter anderem wurden dem. jüdisch-dramatischen Theater in Warschau 6000 Zloty, denr jüdisch-wissenschaftlicher: Institut in Wilna 2500 Zloty und für die Lehrer der Tarbuthj-Schnlen 6000 Zloty bewilligt. Eine sehr eingehende Diskussion knüpfte sich an den Antrag aus Bewilligung eines Unterstützungsbetrages von 27.000 Zloty für jüdische Arbeitslose in Warschau. Es wurde beschlösse::, diesen Betrag nichti in' Form von Geldnnterstützungen zu liquidieren, sondern zur Durchführung öffentlicher Arbeitet: der jüdischen Gemeinde zu verwerten, zu tvelchen hauptsächlich und in erster Reihe arbeitslose Juden herarrgezogen werden können.- > j f Jüdische Auswanderung aus Rumänien. Das- Bukarest er Bureau der amerikanischen Auswanderungshilfsgememschast veröffentlichte soeben. die statistischen Daten über die 'jüdische Auswanderung aiuis Rnmäni-en im Jahre 1926. Tenmach haben in diesem Jahre 2631 jüdische Auswanderer das Land verlassen. Bon ihnen wanderten 440 nach 'freit Vereinigten Staaten, 328 nach Kanada, 290 -nach Argentinien, 807 nach Palästina aus. Der Rest hatte verschiedene andere Länder zum Auswandermrgsziel. Von dennach den Vereinigten Staaten Mlsgewianderttznj Juden war der größte Teil auf!WurtÄ des Qüotengesetzes zugelassen. - n eUUUMII das Pfefferminz WI W 8 Li die ' Erfrischung j E Jas Wichtigste für der: aufstvebenden Kaufmann ist das. stete Arüpachsen seines Kundenkreises. Dauernder KimdcliUuwachs .ist aber , nur dann zu erzielen, wenn, für die Zufriedenhe-rt der- Käufer, mK Oualüät und Preis der gekauften Ware:: gesorgt wird. Dann, aber nurdann, kommen sie immer wieder und bringen ihre Freunde mit. Die aufsteigende Linie jtt der erstaunlich raschen und groß» artige:: Entwicklung des populären Loopoldstadter Wareuhäufes Brüder Schiffmann, 2. -Bezirk, Taborstraße Nr. 48, basiert auf der außerordentlichen Zufriedenheit seirrer Kunden!. Ji: den letzten zwei Jahren mußten Brüder Schiffmann in. rascher Anseinanderfolge viermal die Verkaufsräume orweitejrn mrd vergrößenr, um den gesteigerten Misarderunger: einer eirop> men Kundeuzahl entspreche:: zu kömren. In den letzten Machen wurden nach Eröffnung der nemnr, großen Berkmifslokalitäten im Souterrain auch das Portal und die Zweistvaßenfront der Schaufenster uach modernsten, künstlerischgR Entwürfen neu renoviert und der Eingang wesentlich Vergrößert. DaS Kaufhaus präsentiert sich nun auch äußerlich als das tonangebende, moderne Großstadljwarenhaus, für dessen ungewöhnliche Leistungsfähigkeit die große Popularität einen sprechenden Beweis liefert.-Die durch den Umbau und die Vergrößerung der Verkaufstrttfr Lagerräume ^geschaffene Situation zwingt Brüder Schiffmani:, Hr Riesenlager, .insbesondere in Sommerwaven jeder Art, um joden Preis zu räumen. Während des Sommer-MuntmtgSvtzo, kaufes von Montag, den 16., bis Samstag, den 20. August, überbieten Brüder Schiffmann ihre sbadtbekaimts Billig-, keil durch unerhörte Angebote. NachstzHend ewige Beispiele der Serienverkäufe: Waschseide, gute Qualität, entzückende Dessins, 70 breit, per Meter S. :1.60, Mar o c a ins, fabelhafte Wusmusternng, S. 1.60, Voile und Maroeains, modernste Bordüren, per Meter .S. —>85, Divndl-Cottvne, gute Qualität, per Meter S. —.98, Wäsch« -Batt,iste, alle Farben, per Meter S. -—.98, modievnst dessmierte Voile, per Meter S. 1.W, Pep^ichastoffe für Schöße tntfr Komposets doppelbreit, per Meter S. 4M, Klerderstosse, «tzodornste Dessinierung, diappelbreit, per Meter S. 4.98, Satin de chin« und Mtlas-Divntd-l pev Meter iS. 2:76. GLeichWÄvg in allen Mteilungen Siai!fon-s-chlaßve«kauf gn Wef reduzierten Proison. SvudevangÄote -kn Lsiiwn^ .CWonS,. Wo-, ben, Vorhängen, Teppichen, Änolemn, Bettdecken, Strick- und MrDvaren, Badetrikots, -Mänteln- -Haubey und -Schuhen sowie Herxen- und Damenwäsche, Paxftmwriewarrn uswl, usw. 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