Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3035 (11.8.1927)
- Date
- 1927-08-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Men, Donnerstag Wiener Morgenzettrmg 11. August 1927 S-tts t „ - .jaaay Dr. SOLS JBDiSCHES LEBEN Mrktrttt der PrSfidente« der v«Ued Palestine Appeal. Aus Newyork meldet I. T. A.r Herr Enmuuel Neumann ist von seinem Posten als Präsident der Exekutive des United Palestine Appeal zurückget reten, nachdem er vorher sein Mandat als MitMebi des Administxatkvkomitees der Zionistischen Organisation Amerikas nredergelegt hat. Während der letzten Jahreskonverrtion der Zionistischen Organisation Amerikas mar Neumann eurer der Führer der Opposition, die die Leitung unter Louis Lipskh kritisierte. Mehrere andere Fichrer der Opposition, wie Jsaac Goldberg, 'Morris Zelvi, n, Harry I. Kahn und Dr. A. Avramowitz, haben Vox Nutzem! ihre Aernter niedergjelegt. Filmvorführungen. Die Menge versuchte, die Vorführung gewaltsam zu hindern. Die Polizei mutzte einen regelrechten Kampf mit der Menge ausfechten.' bevor es ützr gelang, sie zu zerstreuen. 28 neue Wische Mser im Kreise Krivojrog. Im Rayon von Nikvpolc, Kreis Kryaojrog, sind gegenwärtig 89 neue jüdische Dörfer im Entstehen begriffen. In jedem Dorf tvcrdrn ungefähr 20 bis 30 Häuser gebaut; insgesamt iverden 826 Häuser bald beziehbar sein. 465 jüdische Familien sind aus diesem Territorium bereits ansässig; die übrigen Kolonisten haben bereits Anstalten getroffen, ihre Familien anS den Stödten he», überzuholen. Die Ernte jin diesem Landstrich spar in diesem Jahre überaus gut. '' Subventionen fSr das Wische Schulwesen in Warschau. Der War schauer Magistrat hat folgende Subventionen für jüdische Schulen bewilligt: 40.000 Zloty für die Schulen der zentralen jüdischen Schulorganisation, 20.000 Zloty für die allgemeinen Talmud-Donch-Schulen, 16.000 Zloty für die Schulen der jüdischen Gemeinde, 27.000 Zloty für die hebräischert TarLuth-Schulerr, 13.000 Zloty für die Schulen. „Jesod Hatorah", 6000 Zloty für die Schulen der „Schelome-Emune Jisrael", 4500 Zloty für die Talmud Dorcch „Or"; insgesamt alf.o 138.000 Zloty für jüdische Elementarschulen. Kleittere Subfidien ivurdtzn auch den/ privaten jHdHschjeN ENncsttarschnilen, zugMlligt. Feruier würdet siir die jüdische Handwerlerschulg 45.000 Zloty, für die Handlverkerschute der jüdischen Gemeinde 36.000 Zloty, für die Fachschulen von Drt 26.000 Zloty bewilligt. Leschiwah md Srangenplautage. Aus Jerttsalent' meldet I. T. A.: Das Komitee öfer jetzt in Petach Tikivay untergcvrächten LoiNzaer Jeschi w ah hat beschlossen, eine große Orangenplantage anzulegen, deren Ertrag zur ErMtimg der Jeschirvah vlerwendet werden soll. Es wird über den Ankauf von 100 Dnnam Boden zum Preis von 180 ägypt. Pfund pro Dunam' verhandelt. Für die Errichtung des Jeschiwahgebäudes Wurden bereits rulrd 4000 ägypt. Pfund ausgegeben. " . ■: ,; . Iemonsttatkouen gegen eine FilmvorWrung am Sabbath. Eine große Zahl.orthodoxer Juden versammelte sich arN letzten Samstag vor dem Empirckino in Haifa und protestierte erregt gegen die Sabbathentweihung durch Prosessor Drachsler gestorben. Professor Julius T^achfler, einer der hervorragendsten Pädagogen der Vereinigten Staaten, der auch auf dem Gebiete der jüdischen sozialen Fürsorge führend tätig war, verstarb in NewyorL 'im Aster von 37 I-'üreu. Er versos'te eine große Zahl vöslgjelesener Bücher, wie re uw kralle und Assimilation", „Mischehen in Newyorl" und Studien 'über soziale Fragen. Er .war Direktor 'des Instituts fiir jüdische soziale Forschung und "Dozent für VcjlkÄulrtschaftslehre am "Smith College. Die PrersauMabe der Berliner tycologischen.Fakultät. Dre Berliner Universität stellt für das Jahr 1927/28 eiste Reihe von Preisaufgaben zur Bearbeitung. Die theologische Fakultät wünscht für den staastlichen Preis die Beantwortung der Frage: „Was lernen nnr aus den rabbinistche n Parallelen für das Verständnis der Predigt Jesu?" / Eine Stiftung für die Marvurgev Universität. Anläßlich der Bierjahrhundertfeier der Univsersität Marburg stifteten die Inhaber des Bankhauses Baruch Strauß in Marburg und Frankfurt, Karl und Albert Strauß, der Gesellschaft der Wissenschaften 25.000 Mark und eine jährliche Beihilfe von 1000 Mark. Senator Jomelomsky türkischer Honorarkonsul in Danzig. Der Danziger Senator Julius Jewelowskh ist zum Honorarkonsill der türkischen Republik Kr den Freistaat Danzig ernannt worden. Tie Warschauer Zeitungen melden, daß sich auch die polnische Regierung mit 'dieser Angelegenheit 5u befassen gehabt und daß der polnische Staatspräsident Professor Moscicki der Ernennung Senator Jtzwelowskhs zugestiMmt hat. . Kurort Tel Awuo. Tel Awtzv, die neue jüdische Stadt bei Jaffa, verfügt über einen idealen Strand, der den größten Teil des Jahres benützbar ist. Es hat sich eine Gesellschaft gegründer, welche sich die Entwicklung von Tel Awiw zum Kprorr zur Ausgabe macht. Wie die „Zion. Korr." meldet, hat die Stadtverwaltung von Tel 9hmw der Gesellschaft in Aussicht gestellt, ihr den Strand samt den darauf befindlichen städtischen Gebäuden in langjährige Pacht zu übergeben. Die Gesellschaft soll -sich verpflichten, i Kapital in die Verschönerung des Strandes zum Zwecks der Entwicklung Tel Awiws zum Kurort zu investieren. Gerichtssaal. Ae Haftpflicht der Suadesbeamtea Kr BerfehlMgen eines UatersebeMN Ein interessanter Prozeß. . Der Verwaltungsoberinfpektor i. P. Anton Maurer tvär Beiter der KohlenstMe der TelegraphendirMon Wien, 6df foicTitfjp sich birteS Tages ein Manko ergab, da sich ein fö eanr te r Verfehlungen' hatte zuschulden kommen lassen, für M er an-ch gerichtlich wegen Veruntreuung verurteilt tvnrde. i i i DieiPpftj- und TelegrapheMrektimr Kr NiederösterrreWuuyd Pas «Burgenland machte Nun zu Beginn des 'Jahres 1924 Oberinspektor M anrtzr > für den Abgang h a stb stp und v e r h r e t t »Hn zum Schade st e r s a tz. }; Maurer t e ku x i er t e, jedoch v.hfn e Erfolg, und erlegte daher Mießlich den Betrag von 7M Schilling, zu dessen Änfbring'ung er jedoch sogar dtzN FamilrenschjmuÄ verpfänden wnhte. ' Später Gegen Oberinspektor.Maurer Bedenken auf, ob die Generaldirektton berechsigt gelvtzsen sei, von ihm Schadenersatz zu verlaugen. Er brachte daher beim Bezirksgericht Josefstadt raic F e st st'e llnngsklage ein, daß. die ErsatzvorschireibNttg zu Unrecht erfolgt sei, Und tatsächlich erklärte das Bezirksgericht Josefstadt die! SchstdtzNersatzvorfchrerbnng als nicht zn Recht Veste h e n d rond das Zivi'llandesgericht bestätigte dieses Urteil. , '!! '' Daraufhin strengte Obevenspektor iManrev eine Schadenersatzklage gegen den österreichischen Bpstdesschatz an, mit welcher ior Gutmachung des Verlust^, dest er durch bie Verpfändung-, beziehungsweise den Verkastf des Familitznschmstcks erlitten habe, verlangte. Weiter klagteer die Zinses siir die 700 Schilling ein, die der Bstndesschatz mehr als zwei Jahre ividerrechtlich in seinem Besitz behalten habe. Das Bezirksgericht Josefstadt hat aber diese zweite Mage! Maurers kostenpflichtig abgetviesen und Das ZiviNrNdesgericht als Bemsilngsgtzrjcht W.dtzr Be-, .nsung! kerne Folge gegeben. - - ' ''--PPe'Lt gem'Wt. " '!-! Ein. Schössensenat kn Kr eins hat Zwei Arbeiter, die :»! 21. Älpril Aiueimal gewäMt hatten, zu 14, respehtive ' Tagen Arrest und Verlust des aktiven und pafsioen Mahl- Ts verurteilt. > zwei HaüptMeter in einer Wohnung. ' Bor dem Bezirksgericht Hietzijng gelangte ein elgenariiger Mckprozeß zur Entscheidung. Im Hause Bcrgheidergasse 20 lvar eine Wohnung frei geworden, die einem Photographen vom bisherigen Inhaber, der selbst ein Haus erwarb, mit der Bollmacht zur Kündigung in seinem Namen übergeben Lvurve. Der Photograph begab sich Mit der KündigungsVollmacht zum Hausverwalter. Dieser vermietete ihm die Wohnung, /übergab ihm die Wohnungsschlüssel und stellte ihm jauch einen Meldezati,el als -Meter der Wohnung aus. '! .Ungefähr um die jgleiche Zeit führte «ein Mal er Unterhandlungen direkt mit «einem der Hj aus Eigentümer «und «erhielt auch von diesem! die Wyhnjung' vermietet. Als de-r Maler die,Wohnung beziehen Wollte, fand er sie versperrt vor, da sich die Schlüssel im Besitz des Phokographrn befanden, ' - Der Hausbesitzer ließ pn durch «einen Schlosser Pia Wohnung gewaltsam öff.uen Und der Maler zog eist. Nach einer Stunde erschien der Photograph, der nun seist Befitzrecht an der Wohnung geltend machte. Es entspann sich ein Streit und beide Mieter eistigten sich schließlich, bis zur gsericht-, lichen Austragung der «Angelegenheit gemeinsam in der Wohnung zu verbleibe^ Nun brachte der Maler gegen den Photographen eine RLnmung'Sklaga ein, hie das Gericht a b w i e s., > Dadurch, daß der Hausveüvalter dem Photographien die Wohnung vermietete und ihm tolnen diesbezüglichen Meldezettel ausstellte, sei «in wirksames Mi«tVerhältnis zustande gellommen. Beide Mieter .üprbleibest -his auf W,tepssS in der Mohstuug. > 'i«' Hakenkreuziuftiz in Berlin. In Berlin hatte sich vor dern Anttsgericht der Redakteur der „Deutschen. Wochenschau" zu verantworten, weil er in einem Hetzmttrkel die Geschäftstättgkeit der jüdischen Warenhäuser mit den angeblichen Morden verglich, welche die Juden vor 2000 Jahren an ChrrstenkLndern begangen haben sollen. Das Gericht sprach den Angeklagten frei und leistete sich folgende Begründung: Es sei «Sache der Anklage, es dem Angeklagten nachzuweisen, Laß er bei Abfassung des Artikels «das Bewuhtsern und die Absicht gehabt habe, groben Unfug zu begehen. Dieser Beweis sei aber nicht erbracht worden. Man müsse vielmehr nach den Ausführungen des Berte idige r s eher d a § «G e g e n t e i I a n n e-h m e n. Bühne und Kunst. erotische Mafik in Frankfnrt. Die „Utica JuMee Singers". — Chinesische Tage. Im Rahmen des Frankfurter „Sommers der Musik* haben die „Utica Jubilee Singers", ein Quintett von vier Negern und einer Negerin vom Mississippi, ihre Lieder ertönen lassen. Diese schlvarzen Sänger weilen das erstemal in Europa und sind mit den schtvarzen Variete-Sternen nicht zu verwechseln, welche „Naivität" virtuos markieren. Hier ertönt wirklich die Stimme eines Volkes in Liedern., das irr tiefster Seele der Heimat, dem afrikanischen Urlvald, verbunden bleibt. Daß sie ohne Schulung der Stimme, ja ohne Kenntriis der Noten singen, ist diesfalls ein Vorteil, tveil die von den schivarzen Gästen mitgebrachten Weisen an Ursprünglichk-eit nichts eingebüßt haben, von der Zivilisation „unbeleckt" blieben. Nun erwartet man ein ch i n e f i s ch e s O r ch e st e r, das durch Vermittlung des Frankfurter China-Institutes nach Frankfurt gebracht wird. Die Musiker dieses Orchesters kommen allerdings nicht direkt aus ihrer Heimat, sondern aus Bolgien, Frankreich und Deutschland. Den Höhepunkt der ch i n e f i f ch e n T a g e (12. bis 16. August) soll eine „O p f e r z e r e m o n i e" als Huldigung Chinas an den Genius Beethovens bilden. Man wird ferner Gelegenheit haben, ausgowählte Proben klassischer chinesischer Musik, sowie des chinesischen Volkslied e s kennen zu lernen. Zwei Tage sind der Auffichrung chinesischer Schattenspiele gewidmet. Ans den Theatern. «Wiener K a m m e r f -p i e l e. Morgen Frertag, 240 Uhr, zum 50. Male: „Zwölf Mädel lernen heiraten." Dienstag Erstaufführung von «Verneuils Lustspiel: „Mein Sohn ist mein Vater", mit Poldi Müller und Hans L a ck ne r als G äste. T h e n t e r a n d c r W: e n. Heute, 6 -Uhr abends, 200. Anffühmng der Oskar Straußfchen -Operette „Die Königin'. Theater i n der I o s e s st a d t. Bis einschlieWch Sonntag, täglich 8 Uhr, „Der schlafende Gatte". ■Wa&WaBGMnaBHHHBnnflBflBHBHBBWiMWraBniB E neue Problem: Ein teures Telegramm oder ein billiger miMrWer Lnftpoftbrlel? Ein Telegramm nach Polen kostet für zehn Morte 3.70 Schilling, ein Exprcßbrief 1.10 Schilling; der Luftpostbrief, der in einigen Stunden nach Aufgabe in Wien dem' polnischen Adressaten zugestellt wird, nur —.60 Schilling. Aufgabe bei allen Postämtern; am Abflugstage bis 7 .Uhr 20 Min. morKns beim Hauptpostamt. BBSBBSSBBBBBBBBBV»B»BBBBW«SWB»BBUNBB»B •Ä NEUESTES aus der BSchsrschwemme der BUCHHANDLUNG R. LOWIT, WIEN I ROTE NT U RMSTRASSE22; SERIE B ä 50 Groschen: BLEI Franz, Evangelium des Apollonius, kart BÜROEL Bruno, vom Arbeiter zum Astronomen DOSTOJEWSKY F. M., Weiße Nächte ETTL1N0ER (Karlchen), Mister Galgenstrick, geb, F1NCKH Ludw., Inselfrühling FLAKE Otto, Die zweite Jugend, kart. FRANCE Anatole, Das Hema des Glücks HALBE Max, Meteor, kart. KELLER Gottfried, Der Landvogt von Greffensee KELLER Gottfried, Ursula, illustr., kart. KRONFELD Arthur, Hypnose und Suggestion L1CHNOWSKY' M., Der Stimmer L1NT Herrn., Lady Christlna MANN Heinr., Die Tote MAUPASSANT G.. Die Brüder, Oriolshöh, Staik wie der Tod, Unser Herz MEYRINK Gust„ Jenseits, kart. POTON1E Rob., Die Entstehung der Erde SCHÖNICHEN Walther, Tiere der Vorzeit TOLSTOI Leo, Der Teufel V1EB1G Clara, Müller-Hannes, geb. WH1TMAN W., ich singe das Leben ZAHN Ernst, Schweizer, kart. Eine auszugsweise Aufstellung aus der BÜCHERSCHWEMME R. LOWIT! Serie II. * 1 Schilling, felgll ■maiwLff 0