Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3035 (11.8.1927)
- Date
- 1927-08-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982123--30935-3019205- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Szeged 2× ep/1048127
OCR text
Nr. 3035 Wien, Donnerstag Wiener Morgenzettung 11. August 102'. Sette 8 Der Tod in den Bergen. Der Lerniataloge Prof. Lr. Stto SachtSvlkch verunglückt. AuS Nryuvors in Tirol traf gestern die telegrp.- phifche Nachricht ein» daß der bekannte Wiener Dermatolüge Universitätsprofessor Dr. Otto S ar ch S aus Wiim, 1. Bezirk, Annagasse 1» wohnhaft» gestern bei Hochfinstevmünz abgestürzt und auf der Stelle totg^lilebm ist. fl^ofessor T«r. Otto S achs, der in der Mitte der fünfziger Jahre stand, war ein Schüler des verblichenen Hofrates Professors Dr. Ehrnrann und des Hofrates Prvsessiors Dr. Finster. Er genoß in den Kreisen seiner Fachgenossen großes Ansehen. Seit ettva acht Jahren hat er am Ka iser-Franz- Josef-Ambulatorium rn der Sanbwirtgasfe als Mteilungsvorstand gewirkt und nach dem frühen Tode des Professors Dr. Luithlen dieses Fach am Ambiulatormnr allein vertreten. ' . Professor Dr. Sachs-var ein hervo tragender und anerkannter Gelehrter, der auf allen Forschungs- Mieten, die seinem Fache nahestanden, Hervorragendes und vielfach Grundlegendes geleistet hat. Mn Schüler .Ehrmanns, ist er später an die Klinik Finger gekomm en, an der er auch Assistent war. In seinem Fache war Sachs sehr mannigfaltig in der iVetätigung. Er hat sowohl auf dem Gebiete der Hautkrankheiten, als .auch mrf dem der Venerologie viel geleistet. So rührt eine Methode zur Darstellung der Syphiliserreger von ihm her. Er hat sich auch diel mit Studien über den Ausfall der Wassermannschein Reaktion bei Tuberkulösen beschäftigt und hat die Ergebnisse seiner histologischen Untersuchungen. veröffentlicht. Noch vor knapp einem Jahre hat Otto Sachs eine ausgezeichnete Arbeit über die „Weißfleckenkrankheit^ Zer deutsche Szeanflug. Könnetke stattet Frettaa. B e r lr n, 10. August. (Tel.-Komp.) Der Anterikaflieger Könnecke wird mit dem „Cafpar"-Flugzeug, in dem er seinen Ozeanflugunternehmen wird, ntorgen nachnttttags in Berlin elntreffen. Das Flugzeug wird Von der Flug- Wsengeselkschaft zur allgemeinen Besichtigung au^gesteM und die Einnahmen daraus für Könneckes Flug verwendet werden. Dre letzten Startvorvereiitungen werden am Freitag nachmittags getroffen werden, wo um 4 Uhr nachmittags nach Köln gestartet'wird. In Köln wird KSbnnecke fernen Benzinvorrat ergänzen und danln den Flug über d e n O z e a n a nt r e t e n. Berlin, 10. August. (Wolfs.) Eine Berliner Korrespondenz meldet aus Dessau: Die beiden Junke rS- Qzeanmaschinen werden auf jeden Fall im Laufe des Donnerstag startbereit sein. Beide Maschinen tragen am Rümpfe den Namen „Europa", beziw. „Bremen" und am Motorvorbau die Bezeichnung „Junkers". Die dritte Maschine unternahm. heute unter Führung des Piloten Harder einen kurzen Probeftug. Es steht noch nicht fest, ob das dritte Flugzeug lediglich mit Post oder mit einem Vertreter der deutschen Presse starten wird. Im ersteren Falle wird das dritte Flugzeug gleichzeitig starten. Sollten sich Vertreter der deutschen Presse melden dann wird die dritte Maschine etwa zehn bis zwölf Stunden später aufsteigen. ' Neue Flugrekorde. Leistungen eines tschechischen Piloten. Prag, 10. August. (Tsch. P. B.) Heute um 16 Uhr startete der Chefpilot per Aerop^t N o v a k auf dem Flugzeuge ,,A 30", das mit einem Lorame-Ditttich-Motor ausgerüstet ist, mit eurer Nutzlast von 1000 Kilogramm, außerdem Betriebsstoff zum Fluge auf einer 600 Kilometer langen Strecke. Chefpilot Novak stellte mit einer Leistung von 213.78 K i l o m e t er in der Stunde einen Geschtvi ndigkeitsWeltrekord ans. Der bisherige Rekord eines dreimotörigen Junkersflugflugzeuges betrug 209,115 Kilometer. Außer diesem Weltrekord schlug der Pilot noch w e it e r e 8 G e s ch w i n d igkeitsnatio:ia lrekorde. Rekordleistung im Segelflug. Wasser kuppe, 10. August. (Wolfs.) Gegen 3 Uhr nachmittags startete gestern N eh ring auf der „Davmstadt". Er holte sich am Westhang eine Höhe' von 200 Metern über dem Startplatz und trat dann den Streckens!n'U an. Man konnte ihn noch lange verfolget:, wie eL über den östlichen Bergen der Rhön kreiste, um wieder die ursprüngliche Höhe zu erreichen, was ihnt Mch gelarrg. Als er zum letzten Male gesichtet wurde, titar er »«ch Wer dem Start etwa 950 Meter hoch. Nehrings Flug ist eine Spitzenleistung, wie sie noch nip erreicht wurde. Nach Blätterineldungeu ist Mhrirrg 250 Kilometer entfernt bei Berka a. d. Werra gelandet. Er ist dainit lAnwiürter auf den Fertrsegelfingpreis. . publiziert. Biel befaßt hat sich Sachs mit dem Studkümj der Gewerbekrankheiten. Unter seinen tvefstiche« Bei tragen ist nameMich sein Beitrag für ein vor einem Jahre erschienenes Handbuch der.Geschlechtskrankheiten in Fachkreisen allgemein bekannt. Professor Dr. Sachs, der verheiratet war, war ein außerordentlich liebensivürdiger Mensch. Namentlich als Kollege war er von einer fast sprichwörtlichen Hilfsbereitschaft. Bei vielen Kongressen und wissenschaftlichen Verhandlungen hat er das Mort ergriffen und ist gernes^gehört ttlorden. Er war ein begeisterter Freund dev Berge und hat kurze freie Zeiten zu Bergtouren benützt. Furchtbarer Unfall ln den Lehtalern. Innsbruck, 10. August. Nach der „Neuesten Zeitung sind in den Oeßtaler Bergen am Wütherckar am Freitag der Professor der Philologie an der Universität Freiburg in der Schweiz, Anton Piccart und dessen Frau abgestürzt. Sie hatten sich in den Felsen verstiegen, wobei Professor Piccart zuerst ab stürzte. Kurz daraus Wrtzte sseine Frau ab und blieb mit total zerschmettertem Schädel tot liege«. Professor Pieoart, der schwere Verletzungen erlitten hatte, wollte zu feiner Fron gelange», stürzte dabei aber neuerlich einige Meter tief ab. Infolgeseiner schweren Verletzungen konnte er sich nicht weite« bewegen imd lag nun vier Tage und vier Nächte neben seiner toten Frau, bis Ujtt Döenstag ein Hirtenknabe sah, der aus dem Tal sofort eine Rettungsmannschaft holte. .Professor Piccart Wurde noch am Dienstag abends in die Klinik gebracht. Blitzschlag in Szeged. Drei GevSude lu Flammen. Budapest, 10. August. Aus Szeged wird gemeldet: Gestern abends kurz nach 9 Uhr entlud sich über Szeged und der Umgebung ein heftiges Gewitter, in dessen Verlauf der Blitz d r e i m a l e inschlug und Feuersbrünste herborrief. Der erste Brand erfolgte in der neuen Szegeder Hanfspinnerei, wo unverarbeitete Hanfvorräte den Flammen zum Opfer fielen. Einige Minuten später zündete der Blitz in den städtischen Badeanlagen und kurze Zeit darauf stand ein Gehöft wenige Kilometer von Szeged entfernt, in Flammen. Die Feuerwehren der Stadt und der benachbarten Ortschaften konnten nur mit Mühe die Brände lokalisieren. Der angerichtete S ch a d e n ist sehr b e d e u t e n d. Erdrutsch bei Fstnflirchen. zwei ziieimcrlamlltcn verschüttet. Budapest, 10. August. Die Blätter melden Nus Fünfkirchen: In der Ortschaft Re göly ereignete sich gestern ein Erdrutsch. lZwei Z i g e u n e r f a m i l i e n, die in den AnshöPu)r- ,gen des sandigen Users wohnten, sind durch den Echrutschs verschüttet worden. : Insgesamt wurden neun Personen, unter den Erbmassen begraben, von.denen bisher nur ein kleines Mädchen als Leiche geborgen werden konnte. Sur Spiel mit dem Feuer. 3» Gehöfte verbrannt. B e r l i n, 10. August. (Tel.-Komp.) Wie aiG D a Nz i g gemeldet wird, spielten im Dorfe K o st y n Lei Rowno in Polen unbeaufsichtigte K i n d e r mit Zündhölzern. Bei dem entstandenen Feuer verbrannten 3 0 Gehöfte mit den gesamten Wirtschaftsgebäuden und dem größten Teil der neuen Roggenernte. Der Schaden wird auf über 4 M iNi on e n Z lot y geschätzt. »Weil da» Feuer so schll« leuchtet." P r a g, 10. August. (Tel.-Komp.) In Kosovska Poljana in Karpathorußland wurde die Bevölkerung durch zahlreiche aufeinanderfolgende Brände in Schrecken gesetzt, ahs deren Urheberin ein 18jähriges. Mädchen ausgeforscht wurde. Sie sagte aus, sie habe die Brände gelegt, «weil das Feuerso schön geleuchtet Habe." Wildwest im Ruhrgebiet. Essen, K). August. (Wolfs.) In der vergangenen Nacht drangen zwei noch unbekannte massierte Donner in eine Verkaufsstelle der Kruppsche« Konsumanftalt in Berhock ein und erstrxmgen mit vorgehaltenen Revolvern vmr dem Verwalter die Herausgabe von 1100 Mark und 8000. Rabattmarken und entkamen. Telephon als Auskunftsburea«. Eine Neneemtg der PoMrektion. Di« Poftdivektion Men teilt uns mit: Dom 15. August l. I. an werden versuchSlveise die Postämter Baden bei Wien 1, Eisenstabt, Kinterbrühl, Klosterneuburg 1, Krems a. d. Donau, MatlerSVurg, Mödling 1, Reichenau (Niederösterreich), St. Pötten 2, Semmering 1 und Wr.-Neustadt 1 die entgeltliche Besorgung gelvisser Dienste für ihre Teilnehmer übernehmen. Sie werden den Teilnehmern über Anfrage Auskunft über di« Mhaltung oder Nichtabhattung von Festen, den Verkehr von Sonderzügen «sw. (auf Grund der dem Amte zu gekommenen Mitteilungen der Veranstalter, Unternehmer itjtol) erteilen. Sie übernehmen auch di« Besorgung von Aufträgen ihrer Teilnehmer an dpS Anschlußamt, wie zum Beispiel das Ueberleite» der Dr einen abwesende» Teilnehmer bestimmten Anrufe auf andere Teiluehmerstellen, wenn der betreffende Teilnehmer dem Anschlußamte vorher feine Abwesenheit angezeiat hat; daS Wecken des Teilnehmers zu einer frühen Mvr gen stunde u. dgl. Di« «näheren Bedingungen und di« zu entrichtenden Gebühren können bei jedem Telephonamt erftagt Werden. Für Wien kommt die Einführung dieser Svnderdienst« derzeit nicht jin Betracht. — (Weshalb Mt? Die Md.) Auskünfte bei der Letetzhonistin. Die Auskünfte gebende Delephondame sitzt, ausgerüstet mit Mapers KonversationÄexikon, Bauers Geburtshilfe, KrtzuzworträsseWsehiLfswortbnch, Fachregister der Masseure und Defmudmrten, mit Kursbüchern und Führern durch die Umgebung und durch das Nachtleben Wiens, mit Rechenmaschine und Kursblatt der Börse und mit ähnlichen Nachschlagewerken, also so entsprechend versehen, sitzt sie vor idem Schccktapparat in der Zentrale. * Erster Anruf: Fräulein, Vitt' Sie, wie komm' ich in die Novarragasse, weil ich nämL:ch dort die Ta nt' aussuchen muß, von der Mali, die was die Bedienerin ist von meiner Schwägerin. Ich brn jetzt im Cafe ,>Rammatamma" :n HevnalÄ" » Zweiter Anruf: „Ich -bitte schön, kennen Sie den Franzl Habrnger? Nein? O weh! Ich war mit chm vorigen Monat baden und war jetzt beim Rechtsanwalt wegen >der Alimente, und nun brauch' ich ferne Adresse. — Dom Telephon kann man auch gar nichts haben!" Dritter Anruf: „Fräulein! Darf man Rummy sagen, wenn — nein! Darf man klopfen, wenn man noch acht Pnvfte "in der Hand hat? . Der Gauner, mein Cousin, will durchaus moggeln. Was sagen Die, Sie können nicht Rummy? Skandal! Schluß!" » Vierter Anruf: ,Jch bitte schön — darf man einem Betrüger, einem Verbrecher, einem Schuft, der was so frech ist, in meine Wohnung p kommen, darf man das Subjekt ohrfeigen? — Was? Aber ich war doch nicht zu Hanse! — Wie, Dieb? — Nein, das herßt ja, aber es war doch wer zu Hanse, meine Frau!. — Und? Was -heißt „und"? — Der Kerl und meine Frau sind doch gut miteinander, was heißt gut? Zu gut, vi-Ä zu gut, am besten! Ja! -Was sagen Sie, Fräulem? Un-er-hörk! Danket" Fünfter Anruf: „Diebes Fräulein! Ich wende mich mit einer Bitte an Sie — könnten Sie mir nicht per Hörmuschel via Draht fünfzig Sch.lling pumpen? Ich fitze nämlich in der ,Mchnucki-Bar", mit meiner Braut von -heute Abend, und nun Hab' ich nicht Geld für die Semmel zur Auster! Helsen Sie mir, bitte, bitte! Revanchiere mich gerne, Kavalierschrenwort! Was? Rein! Eine echt öfterreichische Wirtschafk! SHKchfi' Sechster Anruf: ,Haben Sie nicht meinen Mann gesehen, Fräulein? Ich ^hab' ihn verloren, ans der Kämtnerstraße. Ich werde chn schon finden? Ogottogott! Aber wie! Schrecklich! — Sind Sie verheiratet? Rein? Sie — ich hätt' eine Partie für Sie — prima! Was?? — Besetzt? — Ich sag' ja, man kriegt nie eine anfiLMge BeMndWy zusammen!" Die Auskunftstelefchondame packt die HilfsbÜcher und wirft sie durch das Fenster, ihr Tobsuchtsanfall steigert sich schließlich, und die Bedauernswerte 'beruhigt sich erst, als sie sich in einem runde» Zimmer, gut mit Gummi verkleidet, ohne Telephon, vorfiudet. f. e. Letzte Spottnachttchten. Sie Tennismeisterschaft m Steg der SesterrelSer. Berlin, >10. August. (Wolss.) Der erste Tag der inter - nationalen Tennismeisterschaft von Deutschland brachte sofort eine große S e n s a t i o n, da der Vertreter Frankreichs» der in die erste Runde ohne GM kam, wider Erwarten leicht von dem österreichischen Spitzenspieler Matoika geschlagen wurde. Der Oesterreicher siegte leicht SrS, 3:6, «:2, 6:3. R irderlage der ««ftrla. 4 r 1 gefchkWn. L a r v r k, ly. August. (No» k Dolegrammburean.) In dem heutigen FntzbalSampf besiegte oer FußbalWb Larvik Hm«, foremng die Wi«rer Anfttia nnt 4r-l. QQQ(WOe030366600306Q36<HWHHW3Q0033fl0606Q36fl306<W96063g30866006>3a3a66633e6(MO(Wfl m