Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3035 (11.8.1927)
- Date
- 1927-08-11
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982123--30934-3019204- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2 Wien, Donnerstag Wiener Morgeuzeitung 11. August 1627 Nr. 3035 jemals rechtfertigen kann, finden, sich in den Romanen Upbon Gimratrs. Die Welt Hat den Enthüllungen dieses tapferen und im besten Sinne patriotischen (und verfehmjtcn) Mannes wenig Anfmersfamkeü geschenkt. Daher das große Aussehen und die allgemeine Erregung, die das <&* schick der zwei Italiener hervorge rufen hat. Man. sann nur wünschen, daß cs vor allem in Amerika wirken und cs verhüten möge, daß seine Rechtspflege zum Charlcston imrd. Herabsetzung der Besatzungstruvven. um 8M Marm. London, 10. August. „DaiUi Telegmph" will wissen, daß der frausöstfche Ministerrat gestern im Prinzip den Vorschlag deS Außenministers Briand zugestimmt habe, die französtschen BfefaItzu-n«Strupp ena am Rhein um ungefähr S000 Wtettn hernSzufetzen. Potsdam muß republikanisch flaggen Die unentwegten. Dow lim, 10. August. (Tel.-Komp.) Der Potsdamer M a gn st r a t hat beschlossen, am morgigen VerfassungLtage die Stadt in den ReichZfarben b efl aggem zu lassen. Potsdam, die alte Residenz der Könige von Preußen, hatte sich b i'she t geweigert, den Verfassungstag als Feiertag anzu erkennen und in den Reichs färben zu flaggen. •h-: -. -'".Bi Tod durch den Strang. Für ein paar Weintrauben. Budape st. 10. August. (Tel.-Komp.) Zwei Infanteristen des in Nagy-Kanizsa stationierten Infanterieregiments, Michael Denk und Franz L a p o s i, gingen im September vergangenen I a h r e s in die W e i n g ä r t e n in die Umgebung der Stadt, um sich in der Dunkecheit an reisen Trauben zu erquicken. Die beiden Infanteristen. wurden im Weinberg vom F.r l d h ü t e r Leim Traubendiebstahl betreten, der sie aufforderte, die gestohlenen Trauben abzuliefern. Die beiden Infanteristen weigert e n sich, cs kam zu einem W-ortwe ch s el und schließlich ergriffen Michael Denk und Franz Lapost ihre mitgebrachten Karabiner und offen den Feldhüter nieder. Der MMargorWtshof von Stodnamanger verurtokilto diie Leiden Jnfantoristen wegen Mordes zum Tode durch den Strang. Das Oberste Honvedgericht hat heilte daS Todesurteil bestätigt, das üöornlorgen vollstreckt wer- > -' . - den wird. Sie Fmncsfalfcheraffäre. WMchgrW zmu Welten Male operiert. Bu dape st, 10. August. Prin?( W indischg r ätz hat jsfch giestern im Sanatorium, w'o er seit längerer Zeit in ärztlicher Behandlung.steht, einer zweiten Operation unterzogen. Ms Grund.eines ärztlichen Gutachtens haben die Angehörigen des Prinzen dem Justizimuister ein neues <Äcsiu ch überreicht, in dem sie um weiteren. f s ch n b b.-es Strafantrittes ersuchen. < , Kowerda schwer verletzt. Bon einem Kommunisten. Berlin, 10. August. (Tel.-Komp.) Warschauer Meldungen zufolge wurde der Mörder des russistchen Gesandten Wojkow, Kowcrda, der sich gegenwärtig im Graudenzcr Gefängrtis befindet, lvährend eines Spazierganges von einem Mithäftking, einem Kommunisten, überfallen und mit einer Eis e n sta n g e schwer v e r l e tzt. Der Kommunist ercklärte, er habe Mojkato rächen wollen." Grenzrwischenfak Rumänien - 3ugo« slawien. mm m Maisrolven. Belgrad, 10. August. (Tel.-Komp.) Bei Nagy- Kikinda an der rumänisch-jugoslawischen .Grenze wurden vor einigen Tagen rumänische Soldaten, die über die S r e n z e gekommen waren, wn MaiSkol- &*cn au suchen, von jugoslawischen Gendarmen angehalten» Da sie der Aufforderung, stehen zu bleiben, keine Folge leisteten, sondern auf die Gendarmen zu schietzen begannen, erwiderten diese das F-e u e r. Sin rumänischer Soldat wurde getötet, ein zweiter gefangengenommen, ein dritter entkam. Gestern trat eine gemischte jugoslawisch-rumätüsche Kommission zusammen, um den Zwischenfall zu regeln. An Negerkönig gestorben. rer Vervündete zroMW. Baris, 19, August. (Wolfs.) Die Agentur Indopacifique meldet aus P n o m - P e n h, datz der König von Kamhotscha Sisowath gestern gestorben sei. — König Sisowath hatte während des Krieges Singevorenen-Kontingente nach Frankreich auf tm KrjeMchauplatz entsendet. Roch keine kntscheidung. Sakko «ad Banzetti vor dem Tode Re ganze Wett sieht nach Boston.- Bor dm letzten Alt. Paris, 10. August. (Tel.-Komp.) Nach dem „Paris Times" hat daS Vcrteidigungskomitee für Sacco rmd Vünzettt für heute abends eine ProtcstversmninlltNg vor das Gefängnis kn Boston einberufen, dir solange andawern soll, SiS daS Todesurteil vollstreckt ist. Das Gefängnis wird von 2000 Polizisten und Marinesoldaten, tum denen 450 mit Gewehren und Maschinengewehren ausgerüstet sind, bewacht. Der gestern als vermißt gemeldete Gefängniselektriker befand sich, wie sich mittlerweile herausstellte. bereits seit zwei Tagen im GefängttiSg e b ä u d e, um feindlichen Akten zu entgehen. Sacco weigert sich, die ihm von seinem Verteidiger itn Gefängnis vovgelegte .tzabcaS Corpus-Petit i o n zu unterzeichnen. Die Morgenblätter melden aus Boston, die Polizei habe dort eine B e r f ch w ö r u u g entdeckt, die sich die E r m o r d u n g des Gouverneurs Füller zum Ziele gesetzt habe. Zwei Personen seien verhaftet worden. Srploston im guftirpalaft von Buenos Air«. New York, 10. August. (Tel.-Komp.)' Nach edndr Meldung aus Buenos Aires explodierte im dortigen Justiz- Palast eirw Bombe. Ernle zweite Bombe explodilerte in einem Bahnhof der Stadt und eine dritte wurde etwa zwÄ Kilometer von BumoS Aires entfernt auf der Bahnstrseck^ gefmckelk. Saibomben fB« Demouftrante« In Chicago fand eine große Protest Versammlung der Arbeiter statt, die von einem 16j ä hr i g e u Mädchen airgeführt wurde. Da die Demonstranteil sich nicht zerstreuen wollten, warf die P o l i z o i T r ä n e n g a S b o m ü e n iir die 'Menge. 70 Per s o n e n ftnttbctt verhaftet. Sie Witwe de« Srmordeteu bittet. Berlin, 10. August. Laut „Bossischer Zeitung" HM Frau B e r a r d e l l i, die Witwe des einen der beiden Männer, die bei dem Sacco und Banzetti zur Last gelegtM RaiEanfall ermordet wurden, an Gouverneur F u l e ler einen Brief geschrieben, in dem sie um Freilas» sung Saccos und Banzettis Littet, da ft# nicht an ihre Schuld glauben könne. »Jetzt Hab' ich genug!" Sacco erklärte seinem B-erteidiger, der ihm den neueH Antrag auf Wiederaufnahme des Bevstchrenö unterbreitete: | „Man hat mich sieben Jahre lang gemartert, jetzt habe ich | genug." Banzetti hat dagegen nach Mitteilung seines Ver-! terdigers 'den Antrag sofort unterzeichnet, i “i' Trotzky uni» Sinowjew unterwerfen sich. Sie Spposttion liquidiert. Moskau, 10. August. (Wolfs.) Das vereinigte Plenum dies Zentralkomitees und der Zentral-Kontroll-Kommission der kommunistischen Partei hat, obwohl cs auf den Ausschluß Trotzkis und Sinowjews verzichtete (siehe aus der ersten Sette), eine scharfe Entschließung angenommen, worin der Opposition der B o r w u t. f gemacht wird, daß sie trotz der rvachsendcn Kriegsgefahr die Arbeit der Partei zur Verstärkung der Landesverteidigmto unterwühle. . Insbesondere nehme das Plenum Anstoß am der „fast desaitistischen" Theorie Trotziis, der unter Beruftlng aus das. Btci'jjspfliet Me-meneeau's während des Krieges einen Wechsel der leitenden Organe fordere, um sodann die Verteidigung zu organisieren. Wenn Trotzki und Sinowjew im Interesse-des Friedens innerhalb der Partei im Zentratkomites belassen MrdcN solltendann könnte dies nur unter der Voraussetzung geschehen, daß sie sich von der Theorie Trotzkis los sagen, sich vorbehaltlos aus den Boden dyr V«rteidigung der Sowjetunioin stellen, sich ttoufe Politik einer Spaltung der Kommnnisteu lossagen und sich verpflichten, alle Beschlüsse/der Partei und ihres ^Zentralkomitees zu erfüllen. Die Entschließung weist sodann nachdrücklich darauf hsn, baß die Führer der Opposition diese Bedingungen erst angenommen haben, nachdem bereits eine einstweilige Entschließung fürden Ausschluß Sinowjcws und Trotzkis angenommen wv-rdpn War. Die Mtglioder der Opposition uahuten die ihnen auferlösten Bodingung«» an und verpfli chtoten sich, die Fraktion der oppositionellen Elemente zu liquidieren, auf Spattungsbestrebungm zu vetzichten , und sämtliche Beschlüsse der Partei b» erfüllen. , j üneefeit« — andererseits. Zweideutige Beschlüsse der Volfchewiktfchrn Konferenz. MoLkuuj, 10. Mgust. (Wolfs.) In einer vom Vereinigten Plenum deK Zentralkomitees und der Zeniral- 'Koutvoll-Kommission der Konrmunistischlen JnternationalL nach! einem Referat B u ch a ri n s angenommenen Entschließung wird erklärt, das System, der oiplonratischen und militärischen Hetze gegen die Sowjetunion, das die Echte zur sogenannten Einkreisung der Sowjetunion verfolgen, sei die bezeichnende Erscheinung des gegenwärtigen Augenblicks. Die ideologisch^ Vorbereitung für den Krieg gegen die Sowjetlrnüm übernähmen Neben der Bourgeoisie auch die mtornationalo Sozialdentokvatie mtt den ultralinkeir Renegaten dos Kommunismus. Der Kriegsgefahr entgegenftchrende Parolen feiert u^ben dem Drang der Arbeiterklasse gegen dsn Krieg die Interessengegensätze zwischen d^n verschiedenen kapitalistischen Mächten u.nd kapitalistischen Gruppen innerhalb der einzelnen- Länder, - ‘ i Hinsichtlich der Politik der Sowjetunion wird herdov-. gehoben, daß diese vor allem Frioderrspolittk betreibe. In ihrern Kampf uur den Friöderr müsse die Sowjetregiernng auch wirtschaftlich zweckmäßige Beziehungen mit dm kapttalistischetr Strmtm ehngehm. Meichioohl wett)« jdifi SoivjetreMrung mtt allen Mitteln die Grundlage ihrer WirtfjchHsLK' Wvd StüMSverfassverteidigen. . >0OOOOOOOOOOOOOOOOCCOOOOOOOOOOCOOOOOOQOQOOOQOaOaOQOOCQOOOOOOOOaOOOOOOOOOOaGOOOO Sa» Befinden der Iult'Berletzten.!Die „Korr. Herzog" konstatiert auf Grund einer Information aus dem Allgemvtnvu Krankenhqus, daß der Zustand der bei den traurigen Ereignissen vom 15. und 16. v. Mi. Verletzten andauernd günstig ist. In 'den letzten Dagen haben ivieder zahlreiche Verletzte daS Spital geheilt verlassen können. Derzeit liegen noch! aus den Kliniken Professor H'ochenegg, Eiselsüerg und, jPr. BÜdinger 96 Verletzte, darunter zwei le u te und zwei, lFraüen. .Auch diesen geht es rocht gut. MUcklicherweise war auch in der letzten Berichtsperivbe kein Todesfall mehr zu beklagen. Wiederaufnahme de» Sttaßenbahnverkehr» heim Zustizpalast. Heule Donnerstag wird der- Straßsubahnverkey-« in der Museum-straße wieder aufgovommon und die Ber« kehrSoinschränkungon, bAv. Ablenkungen der Stottert S, WS, .KjS und J2 aufgehoben. Di« £iitie S wird van heut« an nicht nlchr über die Mtsschleife auf den Börsxpla tz, sondern über die GleiSschibÄso ^olingassv—«jHeßgass«/—SichohtieinrZng —Sichvh^ tewßttff«, wie die Züge!där Junten 87, 88, SS mid 41', gestehet. Die Linie IS wird .nicht mchr itn dq« Eiidstelle in der Hiuterm ZollamtSstvatz« umkchre», sonderir wird über die löleisschtelft Matthäusgasse—.Koloniitzgassv gefiihtt. W Samstag iverdrn die Züge vor Linie 46 ivieder über zur VeÄMchrMs-^üsWtt. - Kerl an der UniverfitA. Als SliWls« Wleffor zingers. 'Bekanntlich hat Hofvat Professor Dr. Finger, der im heurigen Jahre in deu Ruhestjand tritt, dagegen Einspruch erhyOeu, daß zu seinem Nachfolger der Jn n sßvud*x Ordinarius Professor Dr. Kerl ernannt werde, den die medizinische Fakultät primo low vorgeschlagen hat. Professor Finger drohte sogaU mit seinem ÄAcktM von seiner Stell« als' Präsident des Obersten ScrmtäÄrateS. Me nun die Korrespondenz ,^Jnterpreß" erfährt, ist mittlerweile eine Entscheidung Mgunstetn >d«s Professor S Kerl erfolgt. - . Er wivd bereits im nächsten Gonrester seinen neuen Wirkungskreis übemehmen. Re Wiever Firma Sag» Stinner geUscht. Nachdenr die Liquidation der Wierter Repräsentanz der , >U U. Wgo VtM .n.-S's'für Seeschiffahrt unh Ueberftehanbel beendet ist, wurde di« Firma gelöscht. Ser Stteü iu ÜnslMi. . Budapest, 10. August Die Arbeiter der Budapestex jAams-iDanuWns'-Wbrrk, ^500 an der Zahl, die gestern in den Ausstzmb getreten sind, haben, nachdem sie von der Mvektion diq ZufichseVuug v^hal tett hatten, daß über ihre ForderuUgen in dien .nächsten Tagen entschieden werdM wird, dii«Ärckelt tnbüb&v auf-