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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-10 · Heft 3034 (10.8.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3034 (10.8.1927)
Date
1927-08-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Gelte 6 Wien, Mittworh Wiener Morstenzeitung 10. AuMlst 1927 Ne. ml uuutz erlassen, wonach der öffentliche Ruhetag aus prak tffHn Gntnden vom mohainmedanischen Freitag auf den christlichen Sonntag verlegt wird. Todesopfer des Autos. Die 74jährige Pfründnerin Therese Tozzer, Leibnitzgasse wohnhaft, wurde am 3. d. M. nachmittags nächst dem Mariahilfer Gürtel von einen: Auto überfahren. Sie starb Montag an den Folgen der Verletzungen im Spital. — Gestern abends lvurde in Jeersdorf vor dem Hause Tnesterstraße W die siebenjährige Hilfsarbviterstochter Grete Ecker von einenr Lastenanto mederaestoßen. Die Rettuugsgosellschast konnte nur mehr den Eintritt des Todes ststftellen. Zugsvertrhr an den Doppekferertagen. Die Generaldircktion der österreichischen Bundesbahnen teilt rnit: Montag, den 15. August, werden auf den österreichischen Bundesbahnen alle in: Ausyangfahrplan für Sonn- und Feiertage vorgesehenen Fern- und Nahzügc sowie die dem Berufsverkehr dienenden Werktagszüge verkehren. Es wird ferner besonders darauf aufnverksam gemacht, daß die an anderen Doppelfeiertagen nur am zweiten Tag geführten Fcrnzüge für die Heimreise, entsprechend den Aushangfahrplänen, diesnml auch am Sonntag, den 14. August ,somit an beiden Tagen in Verkehr gefetzt werden. E An sicherer Gewinn für den aufstrebenden Kaufmann ist das ftctc A.urachsen seines Kundenkreises. Dauernder Knndenz'utvachs ist aber nur dann zu erzielen, wenn für die Zufriedenheit der Käufer mit Qualität und Preis der gekauften Waren gesorgt wird. Dann, aber nur dann, kommen sie imvier wieder and bringen ihre Freunde mit. Die aufsteigende Linie ^in der erstaunlich raschen und großartigen Entwicklung des populären Leopoldstädter Warenhauses Brüder Schiffmann, 2. Bezirk, Taborstraße Nr. 48, basiert auf der außerordentlichen Zufriedenheit seiner Kunden. In den letzten zwei Jahren mußten Brüder Schiffmann in rascher Aufeinanderfolge viermal die Verkaufsräume er.reite-.rn und vergrößern, um den gesteigerten Anforderungen eiiter enormen Kundertzahl entsprechen zu können. In den letzten Wocheir »vurden nach Eröffnung der neuen, großen Verkaufslokalitäten im Souterrain auch das Portal und die Ztveiftraßenfront der Schaufenster nach modernsten, künstlerischen Entwürfen neu renoviert und der Eingang wesentlich vergrößert. Das Kaufhaus pväseMiert sich nun auch äußerlich als das tonangebende, moderne Großftadiwarenhaus, für dessen ungewöhnliche Leistungsfähigkeit die große Popularität einen sprechenden Beweis liefert. Die durch den Umbau und die Vergrößerung der Verkaufs- und Lagerräume Geschaffen Situation zwingt Brüder Schiffmann, ihr Riefenlager, .insbesondere in Sommerwaren jeder Art, um jeden Preis zu räumen. Während des Sommer-Rtäunrungsver-- kaufes überbieten Brüder Schiffmann ihre stadtbekannt« Billigkeit durch unerhörte Angebote. Nachstehend einige Beispiele der Serien Verkäufe: Waschseide, gute Qualität, entzückende Dessins, 70 brcht, per Meter S. :l.ö0, Mar vcains, fabelhafte Ausmusterung, S. 1.5O, Voile und Marocains, modeamste Bordüren, per Meter S. —,85, Dirndl-C ottone, gute Qualität, per Meter S. —.98, Wäsche - Battiste, alle Farben, per Meter S. —.98, modernft dessinierte V o i l e,' per Meter S. 1.25, Pepitastoffe für Schöße unnd Composets, dappelbreit, per Meter .S. 1.98, Kleiderstoffe, modernste Dessinierung, dappelbreit, Per Meter S. 1.96, Satin de chine und Atlas-Dirndl per Meter S. 2.75. Gleichzeitig in allen Abteilungen Saisonschlußverkauf zu tief redlizierten Preisen. Sonderangebote in Leinen, Chiffons, Weben, Vorhängen, Teppichen, Linoleum, Bettdecken, Strick- und Wiriwaven, Badetrikots, -Mänteln, -Hauken- und -Schuhen sowie Herren-' und Damenwäsche, Parfumeriewaren ufw. ufw. — Nie wiederkehrende Kausgelegenheit! — Jeder Kunde erhält, auch beim kleinsten Einkauf, ein praktisches Geschenk! Besichtigen Sie das neue Geschäftsportal und die tkii dekorierten, wirklich sehenswerten 26 Schaufenster! E Für Reise und Sport original englische Stoffe zu aufsehenerregend niedrigen, Preisen bei der' Resteiv-Verkaussgeselli'chaft, 6. Bezirk, Manahilserstraße 3. 1 ' ROMAN DER ZEIT . EINE SERIE MODERNER ERZÄHLER IN HERRLI¬ CHEN HALBLEDERBÄN¬ DEN, JEDER BAND IN GE&HENKKARTON 54.- - »MAX BROD: Tycho BrahcB Weg zu Gott, Roman KNUT HAMSUN: Unter Herbst steinen, Roman MAXIjM GORKI: Drei Menfihen, Roman ‘VS^LLS: Die Geheimkammem des Herzens, Roman 3?RANZ WERFEL: Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig, Roman m/OLE ZOLA: Der Totschläger, Roman ■Nur mehr ganz kleine Vorräte! BUSHHANDLUNG R. LÖ WIT / WIEN I ROTENTURMSTRASSE rr Für Die Srübeben-Spser in lalüfünn. Das anici ua rusch - fathousche Zentrum „Francis.au Cottrmrssarrat of the tzoly Land" smrdte 5000 Dollar nach Jerusalem als Beitrag zur Reparierung katholisch.'r Jnstsiinte uno zur Unterstützung der Geschädigten. Die Jndea Life Fnsurmrce Compatry übermittelte der Palästinareg ier:u:g S5OO Dollar zur Uttterstützimg der Erdbebenopfer und machte das tveitere Angebot, 10.000 Dollar gegen 3.5 Prozent Zinsen den Geschädigten ztvecks Aufbaues der zerstörter: Häuser vorzuschießen. Die Juden Life Insurance Conrpcruy stellte ferner der Palestine Cornpany die Summe von 25.OOO Dollar als Dia riehens-- fonds für die Wiederausbautätigfeit zur Verfügung. (Die Juden Life Insurance Compnay ist eine Lebens Versicherungsgesellschaft für Palästina, Aegypten und Syrien.) Die Zndenschuhabgaben Preußen verwergert die Entschädigung an die Fürsten. Wie seinerzeit berichtet, haben mehrere' Fürsten und Standesherren kn Deutschland im Zuge ihrer Absindungsklagen auch die Ablösung der sogenannten Judenschutzabgaben verlangt? Diese Gelder stammen aus dem Mittelaller und waren von den unterschiedlichen Dynastien der jüdische^ Bevölkerung abgepreßt worden. Diese Steuer trat unter den, unmöglichsten Namen, wie güldener Opferpfennig, Krönungssteuer, Ka:mnerabgaben usw. auf und aus ihr bestritten die Erpresser ihre kostspielige Mätressemvirtfchaft. Der Demokratische Zeitnngsdienst meldet nun, daß d:e preußische Regierung der RsickMegierung mitgeteilt habe, cs würde von: Volke nr cht verstanden werden, wenn jetzt noch Renten abgegolten werden sollten, die zweifelsfrei als Judenschuhabgaben und .ähnliches nachgewiesen .worden.sei. Sie Fuden in der Rote« Armee. Einer Statistik des Jüdischen wissenschaftlichen Instituts zu Berlin ist zu entnehmen, daß in der Roten Armee bte Juden nicht mehr als 2.1 Prozent ausmachen. Es ergibt sich hieraus, daß die Zahl um die Hälfte geringer ist als ihre Zahl in der zaristischen Armee, in welcher im Jahre 1913 die Juden 4 Prozent der Gesamtheit auSmachten. Im Gegensatz zur zaristischen Armee beneiden die Juden in der Roter: Armee nach Offiziorsposten. Bon den Offizieren der Roten Armee sind 4.8 Prozent Juden. Dagegen bilden die Juden unter den Sov'oaten nur 1.6 Prozent. D:e Juden besuchen auch höher-e Militär schulen, die ihnen unter dem zaristischen Regkn:e verschlossen rvaren. Gegenwärtig betrügt der Pro-, zentsatz der Jr:den in den höheren Militärschulen 3.3 Prozent. Der Statistik ist weiter zu. entnehmen, daß der Prozentsatz der Juden in der Roten Armee in den Jahren 1923 bis 1927 auf gleicher Höhe geblieben war. Mische Steinmetzen für Tranrjordanien. Aus Jerusalem wird uns geschrieben.: In der letzten Juliwoche find weitere neun jüdische Steinmetzen nach A m-- m a nn in Transjordanien abgegangen, um die Arbeit bei dem Bau des Gebäudes für den britischen Vertreter in Transjordanien aufzunehmen. Die Zahl der bei diesem Bau jetzt beschäftigten jüdischen Steinmetzen beträgt nunmehr -10. Die Arbeit wird noch etwa zwei Monate in Anspruch nehmen. Allszeichnmlg eines imtgen jüdischen Studenten in Kowno. Der erste Absolvent des biologischen Instituts der litauischen Staatsuniversität ist der junge Jude Abraham Kissin. Er wurde wegen feinör Studienerfolge durch Verleihung der Goldenen Medaille der Universität ausgezeichnet. Sin jüdisches Künftlertheater in Warschau. In Warschau hat sich in der: letzten Tagen ein Komitee gebildet, welches sich die Schaffung eines repräsentativen jüdischer: Künstlercheaters in Warschau zum Ziele gesetzt hat. In dem Komitee sirtd der jüdische Schriftstellerverein, der zentrale jüdische Schulverband, der Schauspielewerein und andere Mische Organisationen vertreten. Vorsitzender des Komitees ist der bekannte Schriftsteller Eh. D. Nomberg. Mm: hofft, daß schon im kommenden Herbst das Theater feine künstlerische Tätigkeit beginnest wird. Sin vernachlülfigter jüdischer Friedhos. .Herr Hermann Aron h e i m. Gletwitz, schreibt uns: „Meine Frau war zur Kur in T r e n t s ch i tz - T e p l i tz. Ich war dort zwei bis drei Tage zu Besuch. Wenn man die Chaussee vom Kurplatz imch der Baratschka (Cafehaus) geht, liegt links an der Chaussee, unweit vom Kurplatz, ein jüdischer Friedhof, im Vorbeigehen gar nicht mehr als Friedhof zu erkennen. Von einem Freunde aufmerksam gemacht, besichtigte ich die jüdische Grabstätte. Mir blieb beinahe das Herz stehen. Alles verwildert und übeviouchert. Die Grabsteine zum Teil umgeworfen, die Grabhügel durch Regei: itigefallen und die Friedhofsumzäuilung zerbrochen und eingestürzt. An de»: Grabsteines: stellte ich fest, daß die letzte j Beerdigung einer jungen Frau vor 26 Jahren stattfand. Der Zustand dieses Friedhofes ist empörend! Wie müssen wir uns schämen, eine derart geheiligte Stätte so verwahrlost zu lasseli. Ich sprach dies- ' bezüglich mit mhreren ansässigei: Gemeinde-Mitgliedern, und ein Herr sagte mir: „Es ist der alte Friedhof, wir haben, jetzt ein-en neuen..." Ich war sprachlos. Wäre ich noch einige Tage dort geblieben, ich hätte eine Sammlurrg unter den Kurgästen veranstaltet, um der dortigen wohlhabenden Gemeinde das Geld zur Instandsetzung des Friedhofes zu übergeben. Hat denn der Badeort keine Chelvra-Kedischa? Mit 600 bis 600 Mark ist alles instand zu setzen, zur Ehre der dort Begrabenen und zur Freude der dort zur Kur Ivcilenden jüdischen Gäste aller Länder. Ich hoffe, es bedarf nur dieses Hmiweises, um d e n D o rstand der dortigen Gemeinde aufzurütteln. Wenn ich das nächste Jahr zur Kur nach dem schämen Trentschin-Teplitz komme, 'hofft ich, zur Ehre aller den Friedhof in einem gepflegten Zustande vorzufinden." Sie Ungarische Israelitische Landerkanzlei. Lims Budapest meldet I. T. A.: Da die neue Präsidenten,würde der Ungarländischen Israelitischen Laudeskai:zlei durch den Tod Dr. Franz M e z e y s vakant geworden ist, haben die Präsidenten der zur Kongretzorganisation gehörenden israelitischen Gemeindedistrikte in einer am 2. d. M. stattgohabten Konferenz die Leitung der Kanzlei einem aus vier Mitgliedern bestehenden Kuratorium anvertraut, zu desseu Präsidenten Hofrat Dr. Solomon E u l e n b e r g, Vizepräsident des VI. israelitischen Gemeindsdrstcikts gewählt lvurde. Mitglieder wurden die Gemeindedrstriktspräsidenten Ministerialrat a. D. Arnold K o m o r :md Advokat Dr. Moritz Spitzer sowie der Präsident der Iljpester israelitischen Gemeiiwe Dr. Edmund Kalman. Mit der Besorgung der Sekrctärsagenden lvurde Rechtsairwalt Dr. Ladislaus B a k o n y i betraut. Die Aufgcckie des Kuratoriums besteht außer in der Leitung der Lanbeskanzlei darin, eine n e u e, den veränderten Verhältnissen entsprechende Organisation' des ungarischen Judentums vorzuberciten und ins Leben zu rufen. Sie wiffenschaftlkche TiUigkeit an der Hebrüischen Unftierfität in Jerusalem. Das Jahrbuch der Hebräischen Universität 'Jerusalem .für das Jahr 1926/27 gibt einen guten Uoberblick über die ernsten Fortschritte unserer ersten. Erziehungsinstitution. Während des Verflossenei: Jahres wurden kei n «neu enAbteilungcn eröffnet, da das Direktorium der Ansicht war, daß vor der Schaffuttg neuer Institute die bestehenden Abteilungen weiter konsolidiert werden' müßten. Aber die Tätigkeit der bestehenden Abteilungen wurde beträchtlich ausgedehnt und eine Artzahl neuer Lehrstühle und Vorlesungen errichtet. Was den wissenschaftlichen Fortschritt betrifft, so ist mit Gemigtunng die schön« Arbeit zu vermerken, die von Dr. A dler in der Sektion für Parasitologie, der ersten Abteilung des Mikr vb io lvgische u Institutes geleistet worden ist. Es wurde,: protozoologi-sche Untersuchungen geführt, mit der Arbeit für Wurmkunde begönne:: und auch Anfänge mit Tierzucht Mr Labo-ratoriumszivecke gemacht. Im zweiten medizinischen Institut, der Abteilung für Hygiene, wurde mit der Forschungsarbeit in der Epidemiologie, Bakteriologie und Physiologie der Ernährung begomren. Es wird ferner beabsichttgt, im Laufe dieses Jahres Vorlesungen über öffentliche Gesund, heitspflege zu veranstalten. Die interessante Forschungstätigleit des Chemischen Institutes, -die im vorigen Jahre über verschiedene Probleme der auajlytischen, organische:: und kolloidalen Chemie unter besonderer Bezugnahme auf aktuelle Probleme, die durch die Entwicklung des Landes entstände::, begonnen worden sind, wurden fortgeführt und erweitert. Das neue Institut für palästinensische Naturgeschichte, eine der meistversprechendem Mtvikungen der Universität, Hit nützliche Arbeit in der Zoologie, Pflanzenpsychologie, >nn Swdium der Flora Palästinas und biblischer und ^talmudischer Botanik geleistet. Schließlich Wurde der Anfang mit der Errichtuirg des Mathematischen Institutes gemacht, die unter der Oberaufsicht eines der ausgezeichnetst«:: jüdischen Machemattwr durchgefährt wird. In ,der p h i lv l v g i s ch - h i ft o r r s ch e u F a k u l t ü t .wurden nicht weniger beuierkenswerte Fortschritte erzielt. Im Institut für Jüdische Studie» ist der Forschungs- und Lehrbervich imch verschiedenen Wichtige» Richtungen eriveitrrt worden. ES Wurde beschlossen, Lehrstühle für Bibelstt:diu>n, jiidischr Geschichte und jüdische Philosophie zu orrichben. Währeird d-'s vorijMDenen Jahves wurde» neu« Vorlesutrgen über hebräische Dichtkunst des Mittelalters und — eine charakteristische Neuerung an einem Institut für jüdische Studien — über die Soziologie der Juden eingerichtet. Hiemit wurde Dr. Artur R u p P i n betraut. Das Institut für orientalische Studien, das im Vorjahre eröffmt wurde und sich augenblicklich ausschließlich mit den: Sttldiun: der arabisch«,: Literatur und islamischen Kultur beschäftigt, hat ständige Fortschritte gemacht. Im Laufe des Monats Silvan (Juni) wurde die National- und Uilivrrsttätsbibliothek von 2886 Persouei: besucht. Hierin sind die Besucher des Lesefaals nicht inbegriffen. In der gleich«:: Zeit wurden aus der Bibliothek 4276 Bücher ausgeliehen, und Utwar 1710 hebräische, 967 deutsche, 192 sraitzösisch? und 109 in dc>: übrige» Sprache,:. Endlich lvurde.: in: genann-e>: Monat 3220 Werke in 3947 Bänden neu katalogisiert.

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