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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-07 · Heft 3031 (7.8.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3031 (7.8.1927)
Date
1927-08-07
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Wien, Sonntag riefte? Morgenzetturfg . August 1927 Nr. 3631 mit -.ein erreichten vierzehnten Lebensjahr automatisch in das bctrcf,cn.c \?e;r.iuQ'3f;ctm Übergelen, ist ein Erfolg der Subrentionen des Joint. Faß: man nun ins Auge, daß die Knltusgetneinde alle auch nur halb'rrgs tätigen Vereine erheblich subventioniert und daß diese Behörde große Autorität besitzt, so ist es klar, daß die Kultusgemeiirde, soll endlich das Problem der Zentralisierung der Wiener jüdischen Fürsorge einer befriedigenden Lösung zugeführt werden, ihr ganzes Prestige in die Wagschale werfen muß. Die oben erwähnteit Artikel sowie die Anträge einzelner Vorstandsmitglieder der Kultusgemeinde sind durchwegs von dieser Erkenntnis geleitet. Kleine Tivergenzen, die sich zwischen den verschiedenen Durchführungsvorschlägen ergeben, müssen überbrückt tverden können. Nur eine von der jlultusgemeinde durchgeführte, möglichst weitgehende Zentralisierung wird endlich auch bei uns Juden die Fürsorgeerziehung vertiefen und ausbauen. Es ist ohpeweiters klar, daß Waisclnhäuser, Kindergärten, Kinderhorte, Jugendabcndklubs ebensowohl einer pädagogischen wie einer fürsorglichen Jitspektion zu unterstellen sind. Aber auch wer den Schülerkreis unserer Bibelschulen und hebräischen Sprachkurse kenirt, weiß, daß in zahlreichen Fällen erst die Fürsorge eingreifen müßte, um einen Unterrichtserfolg zu ermöglichen. Und wie dankbar waren die Religionslehrer, wenn sie offiziell berechtigt würden, mindestens für nicht nach Wien zuständige Schüler Fürsorgevorschläge zu überreichen. Nur die Ktrltusgemeinde vermag es, auf allen Gebieten, wo dies notwendig ist, eine Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Fürsorge und des Schulamtes herbeizuführen. Eine Aufgabe voll schwieriger Teilfragen, doch eine lohnende Aufgabe harrt hier ihrer Lösung. Lm betten sind doch die Ceschka-hüte Vii., Kftiserstrafte 12b WIEN ix., Afscntrafie Nr. t Brief vom Wörthersee. Ist es noch notwendig, die Schönheiten des Wörthersees zu besingen? 160 junge jüdische Menschen, Mitglieder deS Wan« derbundes Blau-Weiß, haben dort in dem stillen, verträumten „Waldhaus am See" ihr Sommerlager aufgeschlagen. Dom frühen Morgen bis spür abends weilt man unter freiem Himmel, streckt sich auf duftenden, sommerlichen Wiesen oder tummelt sich im Wasser, in diesem herrlichen, erfrischenden Naß. — Bei einem so großen Sommerlager ist es natürlich notwendig, eine genaue Tageseinteilung zu beobachten, damit die Jugend in ausreichendem Maße beschäftigt ist und sowohl körperliche wie geistige Anregung findet. Um 1/z7 Uhr früh ist allgemeines Aufstehen. Mit Schwimmhosen oder einem Badetvikot bekleidet, turnen sie auf der nahen Spielwiese. Morgengymnastik im taufrischen Gras. Die Brust tveitet sich, atmet hrrbe Waldluft ein, das richtige „Reinigungsbad" für die Lungen. Dann folgen daS Seebad, die Morgentoilette und das kräftige Frühstück. Nun kann geistige Nahrung eingenommen werden. Es beginnen die Hebräischkurse, geleitet von Chajim Schieber. Er arbeitet mit den Vorgeschrittenen; seinen zwei Assistenten Juda Blankstein und Willi Schor fällt die schwere Aufgabe zu, mit den Anfängern zu arbeiten. — Nach dem Vormittagsimbiß, der gegen 10 Uhr eingenommen wird, eilt der Großteil an den Se:, wo sich das fröhlichste Treiben entfaltet. Gute Schwimmer gibt es da eine ganze Menge. Den „Neulingen de, Wassers" wend t si h Ne tzaurtaufmerksamkeit zu. Don den Kleinen haben viele innerhalb weniger Dosge schwimmen gelernt. Gleichzeitig mit dem „Schwimmtraining" finden Massagekurfe statt, die sich regster Teilnahme ersten en. — Lamggezogene Pfeifensigi-.ale künden ein bedeutsames Ereignis an. Das Mittagessen, dem — bis etwa l/24 Uhr — di« Siesta folgt. Sie dient vor allem dem Briefschreiben (der Briefträger, der gegen 11 Uhr vormittags pünktlich erscheint, zieht sich ttut dann Sympathien zu, Werat er Post bringt oder zumindest ein kleine- ,/Lßpaket"). Diele holen in der Mittagspause den Schlaf ein, den sie der fejjieit herrlichen Sommernacht geopfert haben, andere lesen Jugendbücher, spielen Schach oder studieren gar. Die Führer sitzen beisammen und üben neue Lautenlieder, die bald der ganze Wanderbund singen wird. Mi: prächtiger Altstimme singt ein Mädchen das schwermütige palfästi' uensische Hirtenlied Mechorati. Im Schatten eines alten Baumes liest der Hebraischlehrer mit einigen. Getreuen. Wo reicher Bluinenflor die Wiesen deckt, darf der BotanikknrS nicht fohlen, den Ada Stark mit Liebe und Umsicht leitet. — Um 6 Uhr, nach neuerlicher Stärkung durch Milch und Brot, beginnt die Leichtathletik auf der großen Sportwiese. In zahlreichen Gruppen wird Diskus geworfen, die Kugel gestoßen, Weit- und Hochspringen trainiert, der Start geübt. Müde, aber frohgelaunt kehsvt man zum Hause zurück und kleidet sich schnell zum Abendessen um. Zum Dessert gibt eS Lieder, auch Sprechchöre. — Inzwischen ist es Nacht geworden. Man holt die Schuh«, eine warme Jacke und eine Decke und sucht auf einer der vieleir Wiesen ein«n Flecken, von wo man den Ausblick aus den See genießt, der wie eine träge, 'silbern übergosso.re Masse still und verträumt daliegt. Die Kleinen haben längst ihre Schlafplätze ausgesucht Wir eilen zum Bootshaus, setzen die Riemen ein, die kosend durch das Wasser streichen, und fahren schlveigsam in die Nacht hinaus. Es glitzert und flimmert der Sternenhimmel, die Lichter von Beiden und Pörtschach blitzen. Sie locken, doch sie verführen uns nicht. Fritz Bürger. $)er ftütselftasten Redigiert von Joto. Lösungen sind bis längstens Donnerstag an die Redaktion, Wien, II., Taborstraße 1—3, zu senden. Die Namen der Einsender richtiger Lösungen werden am darauffolgenden Montag veröffentlicht. Kreuzworträtsel Nr. 5 n W a g r e c h*t: 2. Oper von Bellini. 6. Stadt in Deutschland. 10. Südameiikan. Staat. 11. Shakespearsche Dramenfigur. 13. Furche, Kanal. 15. Höchster Teil der Karpathen. 16. Eins (engl.) 17. Weibl. Vorname (Koseform). 19. Weibl. Vorname. 20. Frachtkahn. 21. Dem Winde abgekehrte Seite. 23. Getränk. 24. Papageienart.—26. Fluß in Frankreich. 28. Synonym für „Frondienst". 30. Südarab. Volksstamm. 32. Teil des Weinstockes. 33. Tabaksdose. 36. Gefallsüchtig. Senkrecht: 1. Wissenschaftlicher Beruf, Mediziner. 2. Zahl. 3. Gold (franz.) 4. Abkzg. für „Mangels Befugnis". 5. Unfversitätshalle. 6. Alkohol. 7. Gefäßart. 8. Ber. Schachmeister. 9. Ablegezimmer, Kleidervorrat. 10. Für (lat.) 12. Segelstange. 14. Auswahl. 15. Ehemal. Silbermünze. 18. Insel (franz.); auch Knäuel. 21. Ort in Niederösterreich. 22. Jüd. Priester und Gelehrter. 24. Umstandswort. 25. Griech. Göttin des Unheils. 27. Teil des Rades. 29. Stadt in Rußland. 31. Männl. Vorname. 34. Faultier. 35. Abkzg. für „fd est" Aritmogriph Nr. 2 4 1 13 7 4 13 12 5 5 12 4 13 14 6 9 6 16 6 14 11 12 1ö 6 14 15 9 12 5 5 6 6 9 10 13 2 11 14 1 7 14 13 3 6 10 11 13 2 4 7 8 1 14 3 6 10 5 6 4 6 7 17 13 9 2 14 4 6 14 15 6 14 6 2 7 6 6 10 13 14 3 3 13 14 5 12 14 6 14 3 2 8 16 16 6 1 5 18 1 14 15 Giftige Ausdünstung Niedriges Sofa Naturerscheinung Muschelgruft, Kunsthöhle Synonym für Bewilligung Baumart Teil des Webstuhles Stadt in Jugoslavien Unmasse, Menge Brit. Archipel im Großen Ozean Franz. Revolutionär. Endsilbe Wiener Bezirk Die erste und dritte Reihe ergibt, von oben nach trri-n gelesen, ein bekanntes Sprichwort. Visitkartenrätsel Nr. 2 E. PRAZ TRIER Was ist der Herr? Frag mich was! 1. Folge 1. Weiches ist der höchste Berg Europas? 2. Welches sind die niedrigsten Lebewesen? 3. Was war Goethes erstes Werk? 4. Woher stammt der Name »Amerika"? 5. Wie alt ist das Papiergeld? Magisches Quadrat Nr. 2 Wagrecht — Senkrecht 1. Strenge Rüge 2. Weibl. Vorname 3. Waffe 4. Not, Armut 5. Körperteil Scharade Nr. 3. (Zweisilbig). Die Erste ist das Messer, die Schere Und auch der Pfeffer lehrt es Dich, Und ist es eine Menschenzunge, So hüte Dich vor Ihrem Ruf. Die Zweite ist Dir vielfach eigen, Und unentbehrlich Deinem Geist, Und nur dieser bist Du schuldig, Was Du kannst und was Du weißt Um jetzt das Ganze zu erraten, So nimm ja nur das Ganze mit, Denn für die, die Rätsel lösen, Ist es ein nötig Requisit Auflösungen der in der Nummer 3024 (Sonntag, den 31. Juli 1927) erschienenen Rätsel: Kreuzworträtsel 4. Wagrecht: 1. Etat. 5. Lama. 9, Adam. 10. Zehe. 12. Leber. 15. Inder. 17. Udo. 18. Akten. 21. Ein. 22. Gera. 24. Aus. 25. Aale. 26. Bariton. 29. Welt. 30. Rege. 32. Niemals. 35. Neid 37, Lid. 38. Terz. 41. Alb. 42. Alles. 44. Lee. 45. Basar. 47, Ideal. 49. Esel, 50. Daun. 51. Ines. 52. Mode. — Senkrecht: 2. Tabor. 3. Ade. 4. Tara. 5. Lein. 6 Ahn. 7. Medea. 8. Klug. 11. Urne. 13. Eden. 14. Etui. 16. Eile. 19. Kartell. 20. Estrade. 23. Abend. 25. Angst. 27. Ali. 28. Oe!. 31. Bel,a. 33. Milz. 34. Area. 35. Nabe. 36. Ibsen. 39. Elend, 40. Zelt. 42. Ares. 43. Siam. 46 Ase. 1 48. Duo. Magische Figur Nr. 1.; 1. Matura. 2. Ataman. 3. Hummel. 4. Traene. Scharade Nr. 2 Gras—Mücke. (Grasmücke). Logogripb Nr. 2 Hahn, Zahn, Bahn, Kahn. Yerwandlungsrätsel Nr. 3 Wein—Bein—Bern—Berg. Rö&efeprung Nr. 1 Glückliche Fahrt. Die Nebel zerreißen. Der Himmel Ist belle Und Aeolus löset Das ängstliche Band. Es säuseln die Winde. Es rührt sich der Schiffer Geschwinde! Geschwinde! Es teilt sich die Weile, Es naht sich die Ferne: Schon seh ich das Land.

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