Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3030 (6.8.1927)
- Date
- 1927-08-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mir. 8080* " ' Wien, Samstag Diener MorgenzeiLung August 1927 Seite 3 verkaufen; die Bauern werden aufgefordert, Geldschulden an Juden nicht zu bezahlen. In manchen Dörfern werden die Juden tätlich angegriffen und aufgefordert, das Dorf zu verlassen. Ist Sofia selbst drangen vor einigen Klagen 20 Mitglieder der ,.Rodna Zachtita" in das Kaffeehaus des Samuel P eretz ein. und P/ovozierten eine ivüste Schlägerei. Unter der Judenschaft Bulgariens herrscht über diese BorLommnisse ungeheuere Empörung Das in Philipoppel erscheinende Journal „Borba" teilt mit, daß die Polizei Maßnahmen zur Vcrhindenmg weMrer äntijüdischer Exzesse trifft. Das Gcneralkonsistorimn der bulgarisch-jüdischen ' Gemeinden hat bei den zuständigen Behörden interveniert. Wanik. Paris, 2. August. (I. T. A.) „Paris Matinal" bringt ein Telegramm aus Sofia, wonach es in der Stadt Philippapel-e zu-.p ogromartigenAusschreitungen gegen die Ju-denschaft gekommen War. Schwerverletzt wurden Samuel P a p p a, Elieser S ch a b a d, Varuch Lewi. Israel Jeruha Lewi, Nissin Al-Pasa, Moses T s ch i ch,e k. Es .herrscht f u r ch tbt-qr e P a n i k. Veranstalter des Pogrmns Wae die fascistische- ^Rodna Zachtita".. ' c‘ - ' Äne Habrede Hitlers. München, 2. August. (I. T. Ä.) Am 30. Juli hielt die Münchener Ortsgruppe der nattoNalsyzialistischen deutj schen Arbeiterpartei im D ü r g e r b rAu k e ll e.r die dies-! jährige Generalversammlung ab. Dem Tätigkeitsbericht des Reichstagsabgeordneten Straffer ist zu entnehmen, daß sich der Mitgliederstand seit der letzten Generalversammlung im vorigen Jahre um das Doppelte erhöht und den Stand von 1923 überholt hat. Zahlen werden freilich nicht angegeben. Adolf Hitler hielt eine große Rede über die „politische Lage", in der er ungefähr sagte: Das jüdische Volk hat in alten Zeiten versucht, sich auf dem leichtesten Wege in den Besitz der Produktionsmittel, ja der Produktion selb st, zu setzen. Der Jude selbst ist n u r r e i n m e ch au i s ch begabt und an sich ewig negativ. Er verkörpert das Prinzip der Desorganisation und Zerstörung. Die Völker retten sich dadurch, daß sie erklären: Wir verbieten den Juden, daß sie Grund und Boden erwerben! Auf dem Wege der politischen Macht und durch die Gesetzgebung kann man mit wenigen Federstrichen die jütüfche Macht stürzen. Diese Gefahr kennt der Jude genau. Deshalb versucht er, parallel mit der Eroberung der wirtschaftlichen Positionen auch die politische Machtposition in seine Hand zu bekommen. InWren regiert derIude r e st l o s.- D i e - bolschewistische Revolte war seinWerk, ckber der Versuch, den Staat zu überrennen, ist ihm momentan noch nicht gelungen. Wir muffen, schloß Hitler, dem Volke den Glauben schenken: es geht, es kann der größte Feind der Menschheit, der Jude, besiegt -werden. «xxxxx»cxxxxxxxxxxxxxx»cxxxxxr«xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx) i .. j \ M -f - 6' ■■ ' ’j v , j \ - ' Der amerikanische Flugrekord geschlagen. Ae deutschen Flieger wäre« 52 Stunde» in der Lust Dessau, 5. Augnft. (Tel."Komp.) Das Jnnkersflugzeüg inU dem Piloten R i st i c z imd E l z a r d ist heute vormittags 10 Uhr 13 Minuten nach 52stündigem Fluge aus deur Dessauer Flugplatz gelandet. Die Maschine hat damit einen neuen Weltr c k o r d ausgestellt uüd ist um 1 Stunde 12 Minuten' laug er in der Luft geblieben als ‘GZh amv erlins „Mß Columbia" auf dem Fluge von Amerika nach Deutschland. Ae Landung. Dessau, 6. August. (Del.-Komp.) In den frühen Morgenstunden, als die ungefähre Zeit der Landung des Junkersftugzeuges durch die von den Fliegern abgoworfenen Meldungen bekannt geworden war, fetzte eine wahre V ö lk e r w a n d e r ü n.g nach dem-Flugplatz ein. Als sich das Flugzeug nach einer letzten Runde über den Flugplatz zur Landung anschickte, spielten sich Szenen der Begeisterung ab. In wenigen Sekunden durchb r a ch d i e M e n g e smntliche Absperrungen, und die Flieger Ivurden so eingekeilt, daß sie sich nicht rühren konnten und bewegungslos die Ovationen über sich ergehen laffen mußten. Nachdem Professor Junkers seine Glückwunschansprache mit einem Hoch auf Deutschland geendet hatte, stimmte die Menge das Deutschlandlied an. Brausende Hochrufe übertönten immer wieder die Begrüßungsworte, die bom anhaltischen Staatspräsidenten, einem Vertreter der Stadt Dessau und einem Vertreter der Junkers-Flugzeugwerke an die Flieger gerichtet wurden. Die begeisterten Zuschauer hoben schließlich die beiden Flieger auf die Schultern und trugen sie zu ihrem am Eingang des Flugplatzes wartenden Kraftwagen. Nach erfolg'reicher Absolvierung des Versuchssluges kündigen die Blätter.den deutschen Qzeanflug für Mitte Au g u sta n. Shamberün will den Dauerrekord überbieten. New A o r k, 6. August. (Reuter.) C h a m b e r l i n hat erklärt, er beabsichtige, den von Deutschland errungenen D a u e r f l u g - R -e k o r d zu überbieten. Er werde versuchen, mit einer in Amerika gebauten Maschine 60 bis 70 Stunden in -der Luft zu ibleiben. Mißhandlungen bei Verhaftnngen? Eine Avordnung der Hamuierbrot-Mkke im Parlament. Wien, 6. August. Namens des Vorstandes des sozialdemokratischen Abgeordneten-Gerban-des erschienen heute die Abgeordneten Seitz, Dr. Bauer und Dr. Danneberg beim ' Bundeskanzler im Parlament, um ihm e'.-ne Abordnung der Betriebsräte der Hammerbrotwerke in Floridsdorf vorzuführen. Diese Abordnung erhob Beschwerde dariibev, daß Personen, die nn Zusammenhänge mit den Unruhen vom 1b. und 16. Juli des vergangenen Monates vergiftet wurden, in den Polizeiwachstuben schweren Mißhandlungen ausgefetzt waren, sowie darüber, daß auch kranke Personen, für die die Verhaftung von schweren Folgen begleitet sein könnte, rücksichtslos den Polizeibehörden und den Gerichten elngeliesert wurden. Wegen dieser Vorkommnisse, von denen sich ein Teil der Arbeiterschaft mit eigenen Augen übrzeugt hatte, bestünde in der Hammevbrobfabrfl starke Beunruhigung. Bundeskanzler Dr. Seipel versprach eine sofortige Untersuchung über die vorgebrachten Beschwerden und die Erlassung von Weisungen ans Grund des 1 ntersuchungsevgebnisses. Reue Kanakdurchlkuerung. Sin S»ili>«der In u Stunde«. London, 5. August. (Wolfs.) Der englische Schwimmer Temme hat in ungefähr 15 Stunden den Kanal durchschwommen. Er war nach "Mitternacht von Grisnez abgeschwommen und ist heute nachmittags einige Minuten nach 6 Uhr in der Nähe von Dover angelangt. Furchtbares Autounglück. Tote und Schwerverletzte. Graz, 5. August. Die „Tagespost'! meldet aus Moftar: Auf der Straße Mosta r—Jmotski hat sich gestern abends ein schweres Autounglück ereignet. Bei dem aus dieser Straße verkehrenden Postau.tomobil brach an einer steil abfallenden Biegung die Bremse. Der Gehilfe des Chauffeurs und zwei Reisende sprangen in ihrer Angst vor das Auto und «»«den von dem in rasender Geschwindigkeit führenden Wagen überfahren, de« Kev»»i das Stmtzengeländer durchbrach und in einen dr« Meter tiefen Groben stürzte. Einer der Fahrgäste wurde unter dem Auto begraben. Außer dem Chauffeur und einem Reisenden wurden alle schwer verletzt. Zwei der Verletzten sind -bereits gestorben, der dvit-te ringt mit dem. Tode. Jas Unwetter in Steiermark. Schwere SchSven. Graz, 4. August. Durch das gestern über Graz und Umgebung sowie den größten Teil von Steiermark in den Mendstuniden niedergegangene Gewitter das mit wolkenbruchartigem Regen und Hagelschlag verbunden war, wuvden durch Blitzschläge in die verschiedenen Elektrizitätswerke vorübergehende Störungen in der Zuführung des elektrischen Stromes sowohl in Graz als auch in den übrigen Landesteilen verursacht. Auch der Telephon Verkehr war arg behindert und t e i l - weiseganzgestört. Besonders schwere Schäden durch Vermurungen und Vernichten von F e l d f r ü ch t e n sind in einigen Gemeinden in der W e st st e i e r m a r k zu verzeichnen. In M a i s k i r ch e n und S ö d i n g war das Wasser zwei Meter über die Ufer getreten. In Ligist wurde das Bad arg heimgesucht. Zwei Kinder, die am Nachmittag baden gegangen waren, sind bis Mitternacht nichtnachHause zurückgekehrt. In der Gemeinde Wernersdorf bei Wies schlug ein Blitz in ein Anwesen ein, das trotz angestrengter Benrühungen der Feuerwehr gänzlich niederbrannte. Ein begnadigter Raubmörder. Freibure August. (Wolfs.) Das preußische Staatsministerium vden zum Tode verurteilten Doppelmörder Willi He rr mann aus Offenbach zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. ,, ,, Herrmann hat im August vorigen Jahres die 26jährige Kindergärtnerin Hufnagel und ihve Schwägerin, die 25jährige Frau Hufnagel, durch Revolverschüsse getötet und die Mutter der Frau Hufnagel schwer verletzt. Herrmann hatte die Tat aus RmheGerübt. Kindergärtnerin iL»- ~ * „,esen hatte. Sie militärische Eroberung des Lachsteins. AttMekikWeWnni «nd MiWnger. Eines Tages, im Winter, Ivuvde der Dachstein zum Kriegsgebiet erklärt. Wahrscheinlich tvurde er im Heldenkampf von Vaugoins Truppen erstürmt. Gegen derlei Soldatenspielereren iväve ja nichts einzuwenden. Wenn es jemanden Freude macht, in unbewohnte Steinwüsten hmeinzuschiehen, soll er es tun. Aber nun liegen die Blindgänger nur so herum und harmlose Touristen geraten in Gefahr, plötzlich in die Luft zu fliegen. Da hört sich der Spaß des Heeresministeriums aus! Das ist eine Schlamperei, .die unerhört ist! * Amtlich wird verlautbart: Zur Meldung einiger Tageszeitungen über Funde von Blindgängern im Dachsteingebiete wird vom Bundesministerium fiir Heereswesen bekanntgegeben, daß durch das 4. Brigadekommando bereits die Absendung eines Fach*organes zwecks Sprengung der ausgefundenen Blindgänger verfügt wurde. Mener Amateure in Norwegen. Em Sieg. OSlo, 5. August. (Telegr.-Bureau.) Die Wiener AiMteure spielten heute in Bevgm und besiegten dm Bergensklub Branu 3 :1. Wie n- 6. August. Da- Wetter. Gestern, herrschte beKöMS, PWrs küWres Wetter. Die Prognose lautet: Mfechselnd KolVig, G-Eiitterueigung. * Giftige Schwüutme. Nach dem Genuß vom schwämmen erkrankten gestern in ihrer Verkaufsbude an der Ecks der SchMelstraße nnd Laufbergergnsfe die 47jährige Therese Wjtnkler und ihre Tochter, die 22jährige Marie, unter Zeichen Von Vorgiiftung schwer. In der Nähe der Bude wurde in einem! Gebüsch der Verkäufer der Schwämme, der 62jä!hrige Hilfsarbester Ftanz Ri ha, in der Krieau wohnhaft, utit schwerem Br-öchdurchf-a 11 aufgefunden. Die Rettungsgefellschaft brachte alle drei! Personen ins Allgemeine Krankenhaus. Die AmWarchstW^g ist ejwgeleitet. - Tod in dm Bergen. . Am 2. August wurde im Stilluptale am Fuße des Gipfels der GilegitzLp-'.tze das Skele-tt eines Tonr-isteu ausgefunden. Aus der Lage des Skeletts konnte geschloffen werden, daß -der Unfall infolge Ermattung «ngetreten sein dürfte. Beim Skelett wurde ein größerer Geldbetrag sowie eine Taschenweckeruhr und d-iverse Gegenstände gesunden. Rach den Ausweiskarten dürste es sich zweifeKos -»m denvermißten Rechnungsrat A-lbert Sme-oek, zirka 60 Jahre di, -ht Wien, 17. Bezirk, Plenevgasse 18/20, wohnhaft, haudeLv. Die Leichenreste wurden nach Mayrhofen im 'Zillertal -Äerführt. I tzin sicherer Gewüm für den aufstrebenden Kaufmann ist das stete Anwachsen seßnps Kundenkreises. Dauernder KundeMwlachs ßst vber UUr dchttr zu erzielen, Wenn für die Zuftä'edenheit Vcv Käufer mit QuaHAt und Preis der geprüften Waren gesorgt Wird. Dann, aber nur dann, kommen sie immer wieder und bringen .ihre Freunde mit. Die aussteigende Linie in der erstaunlich raschen und großarttgen Entwicklung des populären LeopioldstMev Warenhauses Brüder SchiffMaUU, 3. Bezirk, Dabvvstivaße Nr. 48, basiert auf der außerordentlichen. Zuftiedercheit seiner Kunden. In den letzten zwei Jahren mußten Brüder Schiffmann in rascher Aufeinanderfolge viermal die Werkmfsväume erweitorir und vergrößern, um den gestcigerLen Anforderung«n einer enormen Kundenzahl entsprechen zu können. In den letzten Wochen Wurien nach Eröffnung der ^euen, gvoßen Werkaufslowlitaten im Souterrain auch das Portal und die Zweistraßenftont der Schaufenster nach modernsten, künstlerischen Entwürfen neu reno viert und der Eingang »veseMlich vergrößert. Das Kaufhaus präsentiert sich nun auch «äußerlich als das tonangebende, moderne Großstadtwarcnhaus, für dessen ungewöhnliche Leistungsfähigkeit die große Popularität einen sprechenden Beweis liefert. Die durch den Umbau und die Vergrößerung der Verkaufsmid Lagerräume geschaffene Situation zwingt Brüder Schiffmann, ihr Niesenlager, insbesondere in Svmmerwaven jeder Art, um jeden Preis zu räumen. Während des am Montag, den8.August, beginnenden Sommer-Räumungsverkaufes überbieien Brüder Schiff« manu ihre stadtbekannte Billigkeit durch unerhörte Ango bote. Nachstehend einige Beispiele der Serienverkäufe: Wasch seid«, gute Qualität, en^ückende Dessins, 70>.breit, per Meter S. 1.60, Marocains, fabelhafte Ausmusterung, S. 1.50, Voile und Marocains, moderushe Bordüren, per Meter G. —.85, D i r ndl-Cottoue, gute Qualität, per Meter S. —.96, W ä s ch e - B a t t i st e, alle Farben, per Meter S. —.98, modcrnst dessinierte Voile, per Mieter S. 1'A5, Pepitastvff« für Schöße und Composets, doppelbreit, per Mter G. 1.96, Kleiderstoffe, modernste Dessinierung, dopprlbreit, per Meter S. 1.98, Satin de chin.« und Atlas-Dirndl per Meter V. 2.75. Gleichzeitig in allen Abtellungen Saisonschlußverkauf zu tief reduzierten Preise«. 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