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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-01 · Heft 3025 (1.8.1927) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3025 (1.8.1927)
Date
1927-08-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3025 Men, Montag gtener Mvrgenzeitmrg l. Allgust iv?r &me*tr Las Weltschachturuier in fionoon. Lre Damenmeisterschaft. <! o n b o» nt, 31. Juli. lWolff.) Tie endgültige L t ft c der Gt^ivinner des Schachturniers in der Tourenabteilung ist folgende: Erste Frau Mcnchik (England) IOV2 Punkte, Zweite Frau Bescow (Schweden) 9 Punkte, Dritte Fraa. Wolf-Kalmar (Deutschland) 7 Punkte, Vierte dre Tomen, Hollowah und Mitchell. Tre EL'.r.inner der Durchschnittspreise sind: Erster Norman Hansen (Dänemark), Zweiter Sir George Thomas (England), Dritter Rcti, Vierter Marvezy, Fünfter Grünfeld und Sechster Euws. Sesterreich verliert zwei LiinderkSmpfe. Lle Tschechen siegen in der Leichtathletik, die Ungarn holen sich dar Boren. LoÄ Swahthlings Testament eröffnet. Au/Z London meldet I. T. A.: Das TestanläUt des vor kurzem verstorbenen Lord Swaythlrng ist so,Mn :röffuc.-t morden. Er hinterstest ein persönliches Vermögen von r«.ird 400.000 Pfund. Sein Vater, der erste Lord SwayKhling, der im Jahre 1911 verstarb, hinterlioß 1,150(.'000 Pfund. In seinem Testament beschwört Lord Swatzthling seine Kinder, unter keinen Umständen der jüdischen R «l i g i 0 ll u n t r e u z u m e r d e n und keine Ehe mit Personen einzugehen, die nicht dem jüdischen Glauben angehören. Der größte Teil des hinterlassenen Vermögens solvic das Nutzniestungsrccht des G-samtvermöhzens fallt der Witwe zu. Lebenslauf des Malers Sotomon g. Solomon. Ueber den Lebenslauf des berühmten jüdischen Malers Solomon I. Solomon, dessen am 27. Juli cr- ^lgter: Tod wir meldeten: ist noch mitzuteilen: Solomon stellte seine Bilder zum ersten Male im Jahre 1861 in der Royal Academy aus. 1894 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Königlichen Akademie gewählt, 1006 wurde er wirkliches Mitglied der Akademie, 1910 Präsidcut der Royal British Artists. Seinen Ruf als Maler begründete er mit seinem Gemälde „S a m s 0 n und Dalila". Er «wandte sich bald der Porträtkunst zu und schuf Gemälde zahlreicher führender Persönlichkeiten. Für sein Porträt Israel Zangwills hat ihm die Budapester Akademie, die das Bild erwarb, die große goldene Medaille verliehen. Von anderen Persönlichkeiten, die er porträtierte, sind zu nennen: Prof. Heinrich G r a e tz, Prof. Solomon S ch e ch t c r, Lord Oxford, AS . uith, Ramsay M a cdwnald und viele andere. 1914 Ivurde ihm der Auftrag zuteil, das von I. H. Bacon begonnene Gemälde der Krönnngsfeier in der Guildhall zu vollenden. Bacon war während der Arbeit gestorben. Im Kriege war Solomon Oberstleutnant der königlichen Jngcnienrtruppe. Zahlreiche Gemälde Solomons-wurden von den staatlichen Kunstgalerien in Liverpool, Leeds, Melbourne, Port Elizabeth, Dunedin usw. erworben. Er verfaßte, mehrere Bücher über Kunsttechnik. Solomon I. Solomon!var einer der Gründer und zehn Jahre lang Präsident der M a c c a b c a n S 0 c i e t y, einer Vereinigung englisch-jüdischer Künstler, Schriftsteller und Gelehrter. Eine seiner Töchter ist mit Ewen M 0 nt a g u e, dem zweiten Sohn des vor kurzem verstorbenen Lord Swaythling und Bruder des jetzigen Pair verheiratet. Die Schächtverbolsgefahr in Schottland beieitiflt. London, 29. Juli. (I. T. Ai.) Der schottländische Ständige Musschust des englischen Unterhauses hat in seiner letzten, Sitzung die Vorschriften über Bet ä'u b u n g der Tiere vor dem Schächten.angenommen, die nun für Schottland Gesetz geworden sind. Auf Antrag von Colonel Mo vre wurde eine Klausel angefügt, derzusolge die Vorschriften auf jene Tiere keine Aaweilduug finden, die nach jüdischem Ritus von Schächtern, die vom Oberrabbiner beglaubigt sind, geschachtet werden. Dr. Ludwig Holländer 50 Jahre alt. Am 5. August begeht rn Berlin der Direktor des Zentra lere ins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Dr. Ludwig Holländer seinen 50. Geburtstag. Dr. Holländer ist 1877 zu Eharlottenvurg geboren. l Das neue Problem: Ein teures Telegramm ober ein bllllger ausMMer Luftpostbrief? Ein Telegramm nach Polen kostet für zehn Worte 3.70 Schilling, ein Expreßbrief 1.10 Schilling; der Luftpostbrief, der in einigen Stunden nach Aufgabe in Wien dem polnischen. Adressaten zugestellt wird, nur —.60 Schilling. Aufgabe bei allen Postämtern; am Abflugstage bis 7 Uhr $0 Min. morgen« beim Hauptpostamt. »»»»»»»»»»«SS»»»»«»«»»»»«««»»»»»«»»««» Bezugspreise der „Wiener Morgenzeitung“: Monatlich Wien und Oesterreich.S 5 — Tschechoslowakische Republik.Kö 22 — Jugoslawien.Dinar 60'— Polen. Zloty 6 — Deutschland ...... . ..Goldmark 4'— Palästina. sh 4 — England ................... sh 4’— Frankreich, Belgien. Frcs. 35'— Italien.Lire ^0-— Rumänien . Lei 170'— Bulgarien .Lewa K!0 - Amerika1. Dollai p— Schweiz und das übrige Ausland.Franken 5— Oesterr. Postsparkassenkonto 150.093. Die gestern in Wien und in Budupest ausgetragenen repräsentativen Kämpfe Oesterreichs in der Leichtathlet'.! und i m B oxen gingen verloren. Trotz ewiger guter Leistungen der österreichischen Vertreter zeigten sich die Tschechen in den meisten Konkurrenzen überlegen und konnten den Kampf mit beträchtlicher Punktedifferenz für sich crktsche:den. Der Boxkampf ging in Budapest vor 5000 Zuschauern auf dem F. T. C.-Platz vor sich. Die Oesterreicher leisteten hartnäckigen Widerstand, doch konnten die Ungarn ihre Ueberlegenhe-.t in den meisten Gewichtskiasien zur Geltung bringen. Die Ergebnisse waren: 507* - 527-- «eAe'r und llmmrer erzielen zwei neue Morde. D:e Ueber rasch ung des Tages war der Besuch und das Interesse des Publikums. Es hatten sich mehr als 2000 Zuschauer zum Kampfe einge'funden. Die Veranstaltung begann mit einem Aufmarsch der Athleten. Doktor Fürth begrüßte die Wettkämpfer und die erschienenen Ehrengäste; von tschechischer Seite waren der Gesandte Wawrecka, Legationsrat Z: e g 1 e r und Konsul M a ch a t e anwesend. Namens der Tschechen dankte KapiMn P1 i ch t a, dann überreichte ihr Mannschaftsführer Voh.ralik dem österreichischen Kapitän Friede einen Blumenstrauß. D:e Leistungen der Oesterreicher waren ziemlich zufriedenstellend, der Vorstoß der Prov'nz zeigte sich auch diesmal wieder :n bestem Licht. Geißler und U.m f a h r e r erzielten zwei neue österreichische Rckorrde. Die Resultate der einzelnen Konkurrenzen waren: Laufen über 800 M»e t e r : S i n d 1 e r (Tsch.) 1:59:6 1.; Mahr (Oe.) 2:00.8 2.; Riedl (Tsch.) 2:01.4 3. Mahr kommt gut vom Start und sühnt eine Runde lang M't Weinberger. Im letzten Viertel-geht Sindler scharf vor, dessen gewaltigen Spurt die Gegner nicht durchstehen. Kugelstoßen: Chmelik (Tsch.) 13.87 Meter (besser als tschechoslowakischer Rekord) L.; Janausch (Oe.) und Paguier (Oe.) 13.14 Meter, im toten Rennen 2. Gute Leistungen der Oesterreicher. Laufen über 5000 Meter: K 0 c s a k (Tsch.) 16:08 1.; Vohralik (Tsch.) 10:11 2.; Stefanetz (Oe.) 16:13 3. Dieses Laufen brachte durch das völlige Versagen des Oesterreichers Kantor eine Ueberraschung. Stabhochsprung: H-e-1 d (Oe.) 3.50 Meter 1.; Votava (Tsch.) 3.35 Meter 2.; Korn« (Oe.) und Turansky (Tsch.) je 3.-20 Meter 3. Der Grazer Held war in famoser Verfassung. Laufen über 100.Meter: Geißler (Oe.) 11.2 Sek. 1.; Borovicka (Tsch.) Handbreite zurück 2.; Kneuitzky (Dsch.) 3. Nach drei Fehlstartsüberraschender Sieg des W. A. F-- Mannes. Diskuswerfen: Tmransky (Tsch.) 41.15 Meter 1.; Jra (Tsch.) 39.85 Meter 2.; Klammbauer (Oe.) 38.41 Meter 3. . Ueberraschend kain/daS Versiegen Mesielys. Laufen über 15-00 Meter: Sindler (Tsch.) 4:08.8 1.; Kas (Tsch.) 4:69.5 2.; Friebe (Oe.) 4:10 3. Friebe ] führt den Großteil des Rennens, muß aber die beiden Tschechen im Endspurt passieren lassen. Der Grazer Margreiter unplacieri Hochsprung: Alois (Dsch.) 1.80 Meter, berührt, 1.; Machan (Tsch.) 1.75 Meter 2.; Umfahrer (Oe.) 1.70 Meter 3 Umfahrer springt außer Koirkurrenz 1.80 Meter re:n. Laufen über 400 Meter: Geißler (Oe.) 50-2 Sek. (österreichischer Rekord) 1.; Vorowicka (Tsch.) 51.2 Sek. (tschechischer 'Rekord eingestellt) 2.; Vyloupil (Dch.) 51.8 Sec. 3. Prachtleistung Geißlers. H ü r d e n l a u f e n über 110 M« t c t: Wessely (De.) 15.4 Sek. 1.; Lipeik (Dsch.) 15.8 Sek. 2.-. Reich (Tsch.) 3. Wellheim (Oe.) als Zweiter wegen Hürdenwerfens disqualifiziert. Prachtvolles Nennen. Speerwerfen: Chmelik (Dsch.) 55.32, Meter 1.: Umfahrer (Oe.) 55.21 Meter (österreichischer R e I 0 r d) 2.; Turansky (Dsch.) 54.16 Meter 3. Im letzten Wurf komm Chmelik vor Umsahrer, welcher die ganze Zeit geführt Halle Umfahrers Leistung verbessert den österreichischen Rekord un 65 Zentimeter. Gehen über fünf Kilometer: S l e h 0 f e r (Tsch.> 23:51 1.; Kühne! (De.) 34:14.8 2.; Gustl (Oe.) 25:53 3. Du Ueberraschung -des Tages. Slehofer kann Kühne! ltnt gut lö(i Meter abhängen. Die erste Niederlage Kühnels seit vielen Jahren. W e : t s p r u n g : Machan (Tsch.) 6.7-1 Nieter 1.; Wessely (Oe.) 6.63 Meter 2.; Rauch (Oe.) 6.28 Meter 3. Staffel 4X100 Meter: Oesterreich (Rauch, Paquier, Benedek, Geißler) 44 Sek. vor Tschechoslowakei (Reich, Borowicka, Knenitzky, Vikoupil), die aber wegen falscher Uebergabe disqualifiziert wird. Staffel 3X100 Meter: Tschechoslowakei (Riedl, Simek, Sindler) 8:05.8 1; Oesterreich (Friebe, M-ödy, Rosenkranz) 8 Meter zurück 2. Friebe schließt mit 10 Meter Führung ab, Blödy verliert den Vorsprung und Rosenkranz kann den wuchtigen Angriffen Sindlers nicht standhalten. Irr Boxkampf endet 11:5 für Ungam. Der ziffernmäßig hohe Sieg wurde den ungarischen Vertretern teilweise auch dadurch ermöglicht, daß W 0 rm im Schwergewicht infolge einer Augenverletzung unterlag. Von den Oesterreichern gefielen besonders S P u n n e r und Z e h e t m a y e r. Die Ergebnisse waren: Fliegengewicht: K 0 s c i s (U.) siegt nach Punkten über Erber (Oe.); Bantamgewicht: Spunner (Oe.) schlägt Szeles (U.) nach Punkten; Federgewicht: Gelb (U.) siegt nach Punkten über Pospischil (Oe.); Leichtgewicht: Sz0b0leszky (U.) siegt nach Punkten über Gutfreund (Oe.); Weltergewicht: Zehetmaher <(Oe.) siegt nach Punkten über Balazs (11.); Mittelgewicht: Micucsak (U.) kämpft gegen Krauß (Oe.) unentschieden; Halbschwergewicht: B 0 k 0 d y (U.) siegt nach Punkten über Andersch itz (Oe.); Schwergewicht: Ru sgofszky (U.) siegt nach Punkten über Worm (Oe.). Hakoah rüstet. Schwarz engagierS. Ein neuer Tormann für Fabian. — Las nächste Programm: Admira, Slavla, F. T. 8. Hungaria. Der Aufbau derneuen Hakoah-Mannschaft , macht Fortschritte. Wie wir gestern im Innern des Blattes j kurz berichteten, bleib-t Ernö Schwarz endgültig in Wien und hat bereits einen Jahresvertrag,für den jüdischen Verein unterschrieben. Er wird also wieder ständig m der Hakoah-Mannschaft zu finden sein unb in erster Linie den Posten des Rechtsaußenstürmers be- Gleichzeitig wurde das Engagement N i k 0 l s b u r g e r s endgültig geordnet, der von nun ab den Angriff der Hakoah- Mannschaft führen wird.; Da die Abwanderung Fabians für die Giants in New Aork als ausgemacht galt und die Hakoah die Bedingungen für seine weitere Mitwirkung nicht bewilligen kourrte, wurde bereits ein anderer Tormann verpflichtet. Es ist Zoltan H a l m 0 s, der zuletzt bei den Budapester 3Aern alternierend mit Zsak tätig war. Mit HäusLer, der sich Bedenkzeit erbeten hat, schweben die Verhandlungen noch. Es ist Aussicht vorhanden, ihn neben Schwarz als rechten Verbinder zu gewinnen. Auch die Wiederverpflichtung Golds erscheint nicht unwahrscheinlich. Heß hat wohl die Absicht, hauptsächlich aus privaten Gründen, nach Amerika abzuwandern, doch ist seine Abreise durchaus noch 'nicht als sicher zu betrachten. Jedenfalls sind Bemühung'en im Zuge, um eine möglichst starke H a k 0 a h - Fir.ß b a l l m a n n s ch a f t für den Herbst Herauszubringer:. Schon d^ nächste Zeit bringt hochinteressante Spiele d e^r H a k 0 a h i n W i e n. Der jüdische Verein ist bestrebt, nach so langer Abwesenheit bei seinem Publikum wieder Fuß^zu fassen und seinen Anhängern hier aller erstklassige Sport.ereignisse zu bieten. Am Santst a g, d e n 6. d s., wsrd, wie schon berichtet, auf dem W. A. C.- Platz der Kampf gegen den österreichischen Fußballmeister A d m i r a in stärkster Ausstellung mit den „Amerikanern" Guttmann, Häusler und Schwarz bestritterr. Für den 13. hS. ist ein Match gegen die Prager Slavia vorgesehen. Sollten die Tschechen nicht abkommen können, dann treten die Blau-Weißen an diesem Tage wahrscheinlich auf der Hohen Warte gegen den ungarischen Meister F e r e n c zvarofi T. C. an. Am 20, ds. ist der ungarische Altmeister, die Hungaria, bei Hakoah zu Gaste. Auch ein Spiel gegen Rapid am 15. ds. ist wahrscheinlich. Wie man sieht, will die Sektionsleitung die Saison mit einer Reihe von ausgesprochenen Schlagerspielen einleiten. Fußballkamps Tschechoslowakei— Fugoslawie« 1:1 (0:1). In Belgrad »ourde gestern durch ein Futzballmatch der beiden Verbände der Ko n f l i k t zwischen der Tschechoslowakei und Jugoslawien beendet. Das Versöhnungsspiel brachte unerwartetevweise ein uven-ts'chredenes Ergebnis, obwohl die Tschechen eine sehr starke Mannschaft zur Stelle hatten. Den einzigen Tref-, ser der Jugoslawen erzielte Perska in der 13. Minute, für dre Gäste skorte nach Seitenwechsel Puc. 10.000 Zuschauer ivohnten dein Kampf bei.

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