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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-30 · Heft 3023 (30.7.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3023 (30.7.1927)
Date
1927-07-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3Ö&3 Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung 30. Juli 1027 SeNe 8 Bühne und Kunst. Zu de« Salzburger Festspiele». Heute Samstag werden die Salzburger Festspiele eröffnst- Die erste Aufführung ist HoffmamrÄhals jedermann". Mt diesem abgeleierten Spiel 'bestreutet Max Reinhardt seit einigen Jahren die Ansprüche jenes reduzierten HolbsnobiZmus, der aus den ursprünglichen Salzburger Mozart-Festspielen ein Getue und Gewerbe von internationaler Festivität gemacht hat, an der ein paar unentwegte Salzkammergutler und Wiener Macher teilnehmeu. Neben dem unvermeidlichen ,jedermann" bringt Reinhardt seinen unvermeidlichen ^Sommemachtstraum", von dem -das Wenigste von Shakespeare ist, und SchillerS ,Kabale und Liebe". Gbückttcherwerst wird auch einiges Wertvolle geboten, so Mozart-Aufführungen der Wiener Staatsoper und eine „Fidelio"-Aufführung unter der Leitung Bruno Walters, ferner tzaydnfche Und Mozartsche Kirchenmusik. —tz. Aus den Theatern. Theader an der Wien. Die Dienstag, den 2. August, Mtfindende Festvorstellung der 650. Aufführung der Operette ,>,Der Orlotv" wird Bruno Grantchstaedten persönlich dirigieren. Johann St rauß-Theater. Am 12. August gelangt als EröffnungSnovität der kommenden Spielzeit di« Revuevperetbst ^Die Lady vom Lkdo" von Florian und Dr. Robert Kätscher, Musik von Robert Kätscher, zur Uraufführung. Apollo-Theater. Heute äolmdS 8 Uhr findet die Wiedereröffnung des Apollo-Theaters mit einem für Wien vollständig neuen internationalen Barteteprogramm. Vereine, Bortrstge «uv Versammlungen. Verband der Zlonlsten-Revistouisten Oesterreichs. Heute um HQ Uhr abends int Bayrischen Hof, 2. Bezirk, Taborstraße 99, Wählerversammluna. Redner: Dr. Wolfgang W e i s l: ,D'.e Kolonisation :n Palästina." — Jüdisches Zentrum der Sozialen Hilssgemeinschast Änitta Müller, 2. Bez., Unt. Augartenstraße 35. Für August werden Anmeldungen folgender Kurse angenommen: 1. Anfänger: Montag und Donnerstag von 6 bis 7 Uhr abends. 2. Fortgeschritten! A: Montag und Mittwoch von 8 b:s 9 Uhr abends. 3. Fortgeschrittene B: Montag von 7 bis 8 Uhr und Donnerstag von 7 b'.s 9 Uhr abends. * . Borsührgng des neuen Palästina-Films. Heute, 10 Uhr nachts, sirüxU in Baden, Zentraltino, die Vorführung des neuesten Palästina-Films „Das Kinderland Palästinas" statt, ebner: Dr. Leo G o l d h a m m e r, Präsident der Zionistischen rganisation Oesterreichs. V Gerichtssaal. Die innere Abrüstung. Die Ochsenziemer des Republikanischen Schutzbundes. Vor dem Bezirlsrichter Dr. N eudeck hatte sich gel$exn der Hafenarbeiter Anton S e idl und sein Sohn Leopold Seidl wegen des Besitzes und Tragens einer v e rb olenen Waffe zu verantworten. Leopold Seidl war nicht erschienen. Richter: Wo ist denn Ihr Sohn? Angeklagter: I waß gar net wo er sich momentan um- ' einandtreibt. Er ist wo am Land. Wann er stier ist, wird er schon hamkontmen. Wissen S', Herr Rat, ich Hab' 13 Kinder. Richter: Da heißt es in der Anzeige, daß ihr Sahn Leopold ihrem Sohn Franz mit einem Ochsenziemer eine hinaufgchaut haben soll. Da haben sich die zwei Buben wohl gerauft. Angekl.: Das kommt öfter vor. Richter: Wcher habest Sie denn den Ochsenziemer? Der hat ja einen Drahteinsatz. Angekl.: Den Hab' i kriegt. I „ bin beim Republikanischen Schutzbund. Richter: Wozu brauchen Sie denn das Zeug? Angekl.: No, wann mir ausrücken, hat ihn jeder auf der Seite hängen. In Zivil trägt mau ihn e net. Richter: Wem gehört eigentlich der Ochsenziemer? Angekl.: Mir net. der gehört Soeben erschienen: Kisch Egon Erwin? Der rasende Reporter in Rußland. Zaren - Popen » Bolschewiken. Geb. S 11*70 FfilSp-MiUer; JLenin und Gandhi. Die sensationellen Memoiren der Witwe Lenins. Eigene Bekenntnisse Lenins. Die unbekannte Selbstbiographie Gandhis. 105 seltene Bildtafeln. S 20’40 Friedell Egon : Kulturgeschichte der Neuzeit. Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Weltkrieg. Band!: Einleitung, Renaissance, Reformation. Eleg, geb. S 2S’80 Vorrätig in der DuchhandlanglUöwlt Modernes Antiquariat Wien, i. Dez., Doieniurmsirasse 22 dem Verein. Ich beruf mich auf den Gemcindcrat F is ch e r. Richter: Wozu muß denn da ein Draht drinnen sein? Angekl.: Damit er si net biegt. Richter: Und wozu braucht Ihr die Waffe? Angekl.: No, zurBe rteidrgung, wann ma überfalln wern, daß a jeder tvas in der Hand hat. Richter: Und wer hat Ihnen die Bewilligung dazu geben? Angekl.: Die Hab' ich von der Ennsgasse 6. Richter: Wer ist das? Angekl.: Na, dort ist die Ortsgruppe. Richter: Und von wo hat die Ortsgruppe die Bewilligung? Angekl.: No, vom Gemeinderat Fischer. Richter: Der Herr kann doch keine Bewilligung erteilen: Angekl.: I watz net, warum man da solange Geschichten macht. Olle Leut' in der Ennsgasse tragen a Ochsenzient. Die Soldaten haben doch a a Gewehr am Duckl, wann s ausrucken. Der Richter verurteilte den Beschuldigtm wegen des Besitzes einer verbotenen Waffe zu fünf Schilling Geldstrafe oder 24 Stunden Arrest. Angekl.: I nehm die Straf net an, i b e r u f, was kann i denn dafür, da muß man dem Verein bestrafen, aber net * ■ * ■ m-t. Fragt sich . nur, wann Hakenkreuzler und Frontkämpfer wegen bep Besitzes von Revolvern, Schlagringen und Totschlägern zur Verantwortung gezogen werden. Ist ein Konkubinat unsittlich? > Lebensgemeinfchast als AusweifungSgrmrd. ine Gemeindevorstehung Hard hatte den nicht in dieser Gemeinde heimaüberechtrgten Otto K. und seine Lebensgefährtin Margarete F. wegen gröblicher Verletzung der öffentlichen Sittlichkeit, weil sie im gemeinsamen Haushalt miteinander leben, wodurch öffentliches Aergernis hervorgerufen iverde, für immer aus der Gemeinde ausgewiesen. In dem gegen diese Ausweisung ergriffenen Rekurse wurde bestritten, daß eine Lebensgemeinschaft unsittlich sei und öffentliches Aergernis Hervorrufen könne. Die neuere Gesetzgebung habe der Lebestsgefährtin vielfach die gleichen Rechte eingeräumt wie der Ehegattin. Es könne daher schon Var Goldbilanzengesetz. M Novelle vor dem Finanzausschuß. — Die AnmeldungS' Rift vls knve des Fahrer verlilngert. Der Finanzausschuß, des Nationatrates zog gestern die zweckt« Goldibcklanzennvvelle! in Beratung. Berichterstatter Dr. Wvckdenhoffer führt aus, nach dem Stande vom Mat 1927 haben von den 1360 in Ovstensich bestehtzitden Aktiengesellschaften erst zirka 700.wm hie Genehmigung der Umstellung ihrer Rechnung und ihrer Bilanz angesucht, während 65l> dies unterlassen haben. Eine ganze Reihe derartiger Unternehnmngen und Gesellschaften hat eben heute bereits' jede Bedeutung verloren', ein Interesse an ihrem Bestände siegt nicht mehr vor, und man hat es bei ihnen sozusagen bloß, mit leeren Hüllen ztr tun. Es ist daher notwendig, auch diese bestehenden Formen,, die jedes' Inhalts bar sind, zur ,Auflösung zu bringen. W gibt aber eine Reche von Aktiengesellschaften nnd Unternehmungen, die aus anderen. Gründen noch nicht nm di« Umstellung angesucht haben. Es ergibt sich, auch die Notwendigkeit, den Endtermin, bis zu dem di« Vortag« einer GolderüffnMgsbilanz im Sinne des Goldbilanzengesches, erfolgen kany/ zu verlängern, Der Berichterstatter beantragt, diesbezüglich d«n Termin mit 31. D«z«mber 1937 festzusetzen. Ferner beantragt er, in Zukunft eine dreimonatige Frist. für die bunhesbehördliche Genehmigung vorzuschreiben, . .! - Mg. Allrna betont, es sei vorgeLmunen, daß di« Oeffentlichkeit bezüglich eines wichtigen Fndulstrieunter-s nehmens kurze Mt, nachdem dessen Aktien an der Börse eine auffallende Steigerung ihr«s Kurses zu verzeichnen hatten, plötzlich von der Nachricht überrascht wurde, daß eine Betriebseinstellung erfolge und keine Dividende gezahlt werde. Ein solcher Vorgang hat sich bei den Warchalowski- Werken, die von der Boden-Erddit-Anstalt finanzi-ett werden, «eignet, und «s mußte wohl das sitmnKierende Institut von den Vorgängen in diesem Unternehmen gewußt haben. Es ist daher nur natürlich, wenn in d«r Oesfentlichkeit die Forderung erhoben Wirdes müsse derartigen Vorgängen rin Riegri vorgeschoben werben. OMnanarainmer Dr. Klenvöü eMrt, es handle sich um eine Art Reinemachen. Boi manchen Gesellschaften handelt es sich auch um reiu technische formale ^Widrigkeiten, denen cutgegettzutteten 8 2 bestimmt ist. Es kann sich dabei natürlich nur darum handeln, den Gesellschaften über formal« Schfivievigkeiten hinwegzuhelsen. Wenn ein« Minorität - erheblich« Gründe anführt, so werden sie selbstverstänWch gewürdigt tverden. 8 2 der Novelle ist ansschlichlich dazu bestimmt, jenen Gesellschaften zu helfen, di«, in den Maschen ihrer eigenen Statuten gefangen, nicht zu «inen ordentlichen Beschlußfassung über die Goldbilanz gelangen. ans diesem Grunde nicht die Rede davon sein, daß die Lebensgemeinschaft, die doch ein eheähnliches Verhältnis sei. eine gröbliche Verletzung der öffentlichen Sittlichkeit bedeute. Die Bezirkshanptmannschaft Bregenz Ivies die Berufung des Paares ab, weil es erwiesen sei, daß die beiden Beschwerdeführer miteinander im K o n k u b inate leben und daß dieses Verhältnis in der Gemeinde öffentliches Aergernis errege, so daß den Beschwerdeführern der Titel der Unbescholtenheit nicht mehr zukomme. Den Gemeinden stehe aber das Recht zu, beschältettert Personen, die in der Gemeinde nicht heimatberechtigt sind, den Aufenthalt in ihrent Gebiete zu verweigern. Der dagegen eingebrachten Beschwerde hat nunmehr der Verwalt« ngsgerichtshof Folge gegeben und die angcfochtene Entscheidung wegen m a ngel.haften Verfahrens aufgehoben, weil die Behauptung, daß das Konkubinat der Bescherdcführer in der Gemeinde öffentliches Aergernis verursacht habe, nicht genügend durch Erhebungen (Einvernahmr von Gemeindegenosien ufw.) klar gestellt worden sei. Bundesgesetzblatt- Fm Bundesgefehblatt wird heute eine Verordnung des Bundeskanzleramtes Über eine Blenderung des Rechtsanwaltsiarifes sowie eine Verordnung des Bundeskanzleramtes über die gerichtliche Hinterlegung von Urkunden und die Einr^hung von Geschäftsstücken bei Liegenschaften, di« in dem du r ch den Brand d e s Justiz- Palastes in Wien vernichteten öffe n t l i che n Büchern eingetragen waren, vevlaulbart. CHÄuzim vor einem rumänischen Gericht. DaS C z e r n o - witzer Militärgericht verurteilte fünf Chaluzim zwischen 18 nnd 20 Jahren wegen ver botener Grenz übe rs chrei - tung zu je drei Tagen Arrest. Die jungen Leute hatten mehr als zwei Monate nt der Untersuchungshaft zubringen müssen. Jns itidisdke Matt Der Gesetzentwurf wird in der vom Berichterstatter beantragten Fassung angenommen. Zum Berichterstatter für das Haus wird Älbg. Dr. Weiden ho ff er bestellt. Starle Inanspruchnahme der Rationalbank. Nach der Erleichteruttg zum Medio hat sich in der dritten Monatswoche, wie der Ausweis der Oesterreichifchen Nationalbank dartut, wieder eine stärkere Inanspruchnahme deS Institutes ergeben. Das W e ch s e l p o r tefeuille hat sich um 32,9 Millionen Schilling erhöht und erreicht damit wieder rund 130 Millionen Schilling. Der Barsch atz hat um 11,7 Millionen Schilling abgenommett mtd weist einen Stand von 461,3 Millionen Schilling auf. Auch die in den Barschatz nicht eingerechneten Werte in ausländischer Währung sind ttm 2,7 Mllionen Schilling geringer geworden. Der Notenumlauf hat sich um 7,8 Millionen Schilling verringert und beträgt gegenwärtig 851,6 Millionen Schilling, die Giroverbind lichtesten sind um 26,7 Millionen Schilling gestiegen. Inzwischen ist die Diskonterhöhung eingetreten und erst der Ultimoausweis wird zeigen, wie . weit sie zur Entspanttung im Stande des Noteninstitutes beigetragen hat. Naturgemäß sind zum Ultimo die Ansprüche cm die Nationalbank gewöhnlich am stärksten, so daß die durch die Diskonterhöhung beabsichtigte Erleichterung sich noch wenig fühlbar machen wird. e Anglo-Sambian Llotzd. Golderöffmmgsbüans und Rechenschaftsbericht. Die Anglo-Danubian Lloyd, allgemeine Bersicherungs-Attien-oGesellschast, veröffentlicht mit ihrem Rechenschaftsbericht pro 1926 die G o ld e r ö f f n u'n g sbilanz per Jänner 1926. Die Goldbtlanz weift ein Eigenvermügen von 380.000 Schilling aus, wovon 200.000 Schilling auf das Aktienkapital und 80.000 Schilling auf' Kapitalsrücklage und allgemeine Sichevheitsreserve entfallen. Der Rechenschaftsbericht stro 1936 weist eine Bruttoeinnahme an Prämien und PoliMengebühren von 2,938.434.66 SchWng aus. der Schatzenszcchliungen in der Höhe von 1,210.114.79 Schilling gegenüberstehen. Der Betriebsüberschutz wurde zur weiteren Dotierung der technischen R^ewen sowie der allgemeinen Sicherheitsreserve verwendet und der hienach veEeben« Rest von 1913.62 auf n e u e R e ch n u n g vorgetragen. Das laufende Jahr zeigt bisher eine stetige Erweiterung des Geschäftsnmfanges und einen unverändert günstigen Schadensverbrnf. Sie Metz, und Fleisch,Me. O^shejvyeäch vertzangt Revision des jngvftlUoischen Handels- Vertrages. Durch das Zusatzabkonnnen zum HanbtzksvertrazwWen. Oesterreich das tikdisdke Maus TOoexxxxxy)o«rxyy?QnQonQ»QoofionnQnooonooooooooooocxioocooooooooooooooooocxxxxxxxxxx? VOlK§WlRTS(HAFI

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