Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-07-30 · Heft 3023 (30.7.1927) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3023 (30.7.1927)
Date
1927-07-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982111--30810-3019068
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Se ite 4 Dien. Samstag zutcttcr *SK0vg6ii)WQn9 so. *m N)S7 M. mm Wir verschleudern Mandaten an die BolkSpartei gelegentlich der Nachwahlen zur Nachgiebigkeit bewegen will. Dadurch sind auch die Meldungen über eine Aussöhnung zwischen Bratianu und Avarescn erklärlich. Der Ministerrat beschlost heute die Annllierung verschiedener unter der Regierung Ave re - c u zustandegekommener Gesetze, darunter auch des Gesetzes Wer die Kommerzialisierung der Staatsbahnen. Im Ministcrpräfidium wird ein neues llnterstaotssekretanat errichtet, und mit dem Sohn des Ministerpräsidenten Konstantin Bratianu besetzt werden. Einbruch bei Bratianu. AIMM Sotnmente geftotlen. Paris, M. Juli. „Paris-Matinal" meldet aus Bukarest, daß ln dem Landhause Bratianus in Florica in der letzten Nacht em Diebstahl verübt »borden sei. Es seien ine Anzahl von Dokumenten entwendet worden, die on a r oster Wichtigkeit seien. „Sott erhalte" im Saazer Ghmnasium. Ein Schülervroteft. Prag, 20. Juli. (Tel.-Komp.) Am Saazer deutschen Gymnasium ereignete sich, wie die tschechischen Blätter mielden, beim Schulschluß ein peinlicher Zwischenfall. Als ein Professor in der 7. Klasse die Schüler prüfen wollte, obwohl die Schlußkonferenz schon stattgefunden hatte, verniahrten sich die Schüler dagegen, standen auf und sangen die alte österreichische Bolks- Hymne. ES wurde eine strenge Untersuchung eingeleitet. Fünf Schüler sind relegiert worden, alle übrigen erhielten eine schlechte Sittennote. Segen Umbau und gänzlisher Auflösung des Waschwarenlagers sämtliche Artikel tief unter dem Kostenpreis Original Honan-Shankung ...... S 5.80 I« Rohseide.. » 4.80 Japan-Pongis, alle Farben ..... „ 2.00 Mode-Crepe de Chine, schone Dessifts > . 5 15.— 12.- 8.— Kleider-Geörgette, alle Farben .... . . 3 12.- 8.80 Waschseiden-Marokains, 90 cm breit . . „ 8.00 Seiden-Foulard, herrliche Dessins . . . ... 8 780 „ 0.80 SelelenlMi us $. WIUHEIPI 1. Tuchlauben 8 — L Bauernmarkt 2 a 100.000 Matt ffit den denttcheu Lzeauflieger. Berlin, 29. Juli. (Wolfs.) Ein unbekannter Stifter hat, der „23. Z. am Mittag" zufolge, dem Luftfahrverband und dem Aeroklub in Deutschland eine»» Preis von 100.000 Mark zur Verfügung gestellt, der denjenigen deutschen Flieger zufallen soll, der als e r st c r mit einem Flugzeug den Ozean überquert. Ein zweiter Preis '.n der Höhe von 75.000 Mark (nt zwei Teilen) ist für den Piloten bestimmt, der den von den amerikanischen Fliegern CHamberlm und Bert Acofta gehaltenen Weltrekord im Dauerflug (5b Stunden) drückt. Der öchwarzbatth-Prozeß. Beginn am I». Oktober in Paris. Paris, 27. Juli. (I. T. A.) Von Gerichtsseite wird heute offiziell mitgeteilt, daß der Prozeß gegen Schalom S ch w a r z b a r t h. der am 26. Mai 1926 den ukrainischen Ataman Petljura in einer Pariser Straße erschoß, am 18. Oktober d. I. vor dem Pariser S^vuogericht beginnen wird. Zum Vorsitzenden des Gerichtshofes wurde Richter F l o r Y erirannt. Die Anklage wird der Staatsanwalt R e i g n a u d vertreten. Etwa 100 Zeugen werden von beidetr Seiten geführt, unter ihnen zahlreiche Personen aus der Ukraine» Palästina und Argentinien, die Augenzeugen der Pogrome gewesen waren. Der Verteidiger Schivarzbartchs, T o r r e s, teilte der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit, daß man mit einer achttägigen Dauer des Prozesses rechnet. Vertreter von etwa 200 Zeitungen der verschiedensten Länder haben sich um Plätze auf der Berichterstatter-Tribüne beworben. Schlvarzbarth, der seit fast 14 M o n a t e n im Gefängnis sitzt, sieht guten Mutes der öffentlichen Verhandlung entgegen. Er bleibt unerschütterlich bei seiner Behauptung, daß er Petljura als den Hauptvcrqntwortlichen für die grauenvollen Judenpogrome in der Ukraine getötet habe, um die Aufmerksamkeit der Welt auf die Tragödie der Juden in seinem früheren Heimatland zu lenken. Der bekannte Journalist Bernard L e c a ch e. der vor kurzem in Rußland weilte, veröffentlicht Briefe und Dokumente aus Kreisen der engsten Anhängerschaft P e t l j u r a s. in denen davon die Rede ist, daß angeblich die englische Regierung 'bie ukrainische Emigration, die sich aus der Anhängerschaft Petljuras zusammensetzt. mit dem Ziel unterstützt, in der Ukraine einen Bürgerkrieg gegen di« Sowjetmach t zu entfesseln. In den Dokumenten ist auch dcwon die Rede, daß die englischen Kreise auf Polen und Rumänien in dem Sinne einwirken, auch ihrerseits die Aktion der Petljuxa-Leute zu unterstützen. Die ukrainischen Politiker Lebicky und Mcttaraschewski beziehen sich in ihren Berichtert direkt auf Gespräche ^mit Regierungsmitgliedern und Gesandten der erwähnten drei Mächte. Sana und Barizetti. rie Martern mm fortgesetzt. ©ofto», 20. Juli. (Reuter.) Sacco und i setzen den Hungerstreik fort. Bisher wurde kein Versuch gemacht, ihnen zwongsoe.se Nahrung zuzuführen. Die Hinrichtung der beide« ist provisorisch für den 10. August angesetzt worden. Landet schreibt Artikel. London, 29. Juli. lTel.-Komp.) „Evening Stanidttri»" veröffentlicht einen Artikel Leon Daudcts, der „Irgendwo in Frankreich" datiert ist. Daudet erklärt, er werd:- t>KWrchchtz^enWemHug,-seine Kantzurgne fortsetzen, dmn.it.sem Sohn gerächt werde und die s chuldigjen Polizisten ihre verdienten Strasett erhielten. Der Berg von Ungerechtigkeiten, der in der Angelegenheit seines Sohnes aufgehcruft worden fei, habe füv die Förderung der m v n a r ch ilsüischen Idee in Frankreich mehr getan, als tausend royalistische Versaurmlungen oder hmrderttansend rmmfistische «Artikel tun könnten. - ßin Anschlag aas die polnische Bauknote«- drnüerei. Warschau, 29. Juli. Me Warschauer Polizei hat heute nachts cinm seit längerer Zeit vorbereiteten Anschlag aus die Schatzkammer der staatlichen Graphischen Anstalt, in der die Banknoten gedruckt werden, vereitelt. Die Vorgeschichte dieses aufsehenerregenden Vorfalles ist folgende: Eine größere Gruppe von Personen mietete vor einigen Wochen in der Aleja Jerozolimska eine Holzhüttc, in der zur Verschleiernng des verbrecherischen Zweckes eine Korbflechterei eingerichtet wurde. Es wurden tatsächlich einige Wochen lang Körbe verkauft. Zwanzig Tage lang gruben mm die Einbrecher von dieser Holzhütte ans in der Richtung zur Graphischen Anstalt einen unterirdischen Gang. Sie konnten ihn bis zu 40 Meter oortreiben, wobei die besten technischen Mittelangcwendet wurden. In den Gang wurde elektrisches Licht installiert. An der Spitze der Bande stand der Sohn eines r e i ch e n 50« u c r n aus Tarnopol. Als die Polizei die Bande entdeckte, entspann sich zwischen ihr und der Mebsbande ein kurzes Revol- Vorgefecht, in dessen Verlauf dgr Führer der Band« schwer verletzt wurde. Schließlich gaben die Banditen den Kamps aus und konnten verhaftet, werden. Unter den .Verhafteten befindet sich der von der Polizei als gefährlicher Kommunist gesuchte Ctchowski- Der unterirdische Gang war 60 Zentimeter hoch und 35 Zentimeter breit und sein Ende führte direkt unter die Schatzkammer der Graphischen Anstalt, in der sich in der verflossenen Nacht 60 Million«, Zloty befanden. Lie verröterikchrn Dinare. Eine Verhaftung in Passou. Gestern vorm.ttags meldete die österreichische Grenzpolizei in Pas sa u, daß sie am Bahnhöfe einen mir dem Zuge aus Wien komnlenden Mann wegen Bedenklichkeit arrgehalten habe, der sich weder durch Reisepaß, noch durch ein amtliches Dokument ausweisen tonnte. Er habe angegeben, Andreas Dragogu ß, 1909 in N:sch geboren, zu sein und wollte nach Deutschland weitersqhren. In sewom Besitz wurde ein Betrag von 8000 S., ferner 3160 Dinare sowie eine goldene Uhr vorgesunden. Nun wurde vorgestern um die Mittagszeit Mischen 1 und 2 Uh: :m Gebäude der südslawischen Seeschisfahrtsgefelltchast am HandelSka. nach Einbruch aus einer eisernen Kassette der Betrag von 3000 G. in verschiedenen Banknoten sowie 3160 Dinare entwendet. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Mann m Passou mit dem Einbrecher von der Schfsichrtsgesellschast identisch ist. Die goldene Uhr dürfte er aus einem einige Tage vorher im Prater in der Wohnung Wir verschleudern zweier Beamter unternommenen Einbruchs haben, wo eine solche Uhr und Bargeld in der Höhe von etwa 5000 S. erbeutet wurden. De: Verhaftete wurde einstweilen nach Schärding gebracht. Fernkabel Me«—Budapest. Gestern hat das erste Probegesprüch über das neue Fernkabel Wien—Budapest zwischen den beiden Generaldirektoren der österreichischen und der ungarischen Post- und Telegvlchheuvevwaltung Hoheisel und D e m e n y stattgesunden, wobei sich eine vorzügliche SpdeckMrständigung ergeben hat. Es kann daher mit Sicherheit angenommen werden, lmß auch diese Fernkabellinie programmgemäß dem Betrieb übergaben werden wird. Entsprechend dem Fortschretten der notwendigen Messungen und der Justierungen der Verstärker für die einzelnen Leitungen werden zunächst zwölf direkte Verbindungen Men—Budapest und ft: eine Verbindung Budapest—Linz und Budapest—Salzburg, in Betrreb genontmen werden, worauf der durchgehende Verkehr von Budapest nach Deutschland über das Fernkabel Men—Nürnberg anschließend folgen wird. Bis September dieses Jahres werden die meisten vorgesehenen Leitungen, -darunter 24 Verbindungen Men—'Budapest, dem Betrieb übergeben werden können; damit wird dem Sprechbedürknis voll Rechnung getragen fein. Sie läßt ihn nicht zurück. flammetlänaer Sonnen nnh leine 6(je. Berlin, 29. Juli. (Tel.-Komp.) Die Gattin deS Kammersängers Mchael Bohnen, die Sängerin Mary LewtS, mutzte, wie die „B. Z. am Mittag" meldet, nach ihrer Hochzeitsreise Newhork—Berlin fetzt wieder nach Amerika zurückkehren, da sie durch einen Kontrakt mit einer Nervyorker Bühne gebunden ist. Bohnen begleitete sie nach Le Havre. Kurz vor der Abfahrt des Schiffes erklärte sie, daß sie aus keinen Fall ohne ihren Mann reise und lieber kontra ktbrüchrg werde. Daraufhin entschloß sich Bohnen knapp vor der Abfahrt des Schiffes, so wie er im Hafen st and, ferne Gattin zu begleiten. Vom Schiff aus setzte er sunkentelegraphisch seine Freund« von der unevwarteten, aber im Interesse seines eheliche» Friedens notwendigen Amerika fahrt in Kenntnis. Wien, 30. Juli. Der (krtrinrmigstod erner Schülerin. Wie wir berichtet haben, ist gestern die 14jährige Schü-. lerrn Friederike Siraka, Schröttergaffe 35, beim Baden ertrunken. Der Unglücksfall hat sich jedoch nicht in der Tagesheimstätte in der Troststraße, sondern in einem Donauarnr in der Lobau abgespielt. Das Mädchen hatte sich an einem Ausflug in die Lobau, den 25 Zöglinge der Tageshittmstätte unter der Führung einer Erzieherin ,unternahmen, beteiligt. Beim Baden in einem dort befindlichen Donauarm ist das Mädchen ertrunken. Die Staatsanwaltschaft wurde verständigt und die gerichtliche Obduktion der Leiche beantragt. Die Ausforschung der Erzieherin ist im Zug. Regen, Regen... Gestern ging endlich der seit langem angekündigte ausgiebige Regen nieder. Nachdem? schon am Nachmittag zeitweise Niederschläge gefallen waren, setzte iy den Abendstunden wieder Regen ein und bis in die Nacht goß es in Strömen. Die Voraussage bezeichnet den Wettercharakter als wechselnd wolkig mit Gewitterregen. In der Maschine den Kops zerquetscht. Aus Pernitz wird uns gemeldet; In der Papierfabrik Ortmann erlitt dev Mjährige Maschinengehilfe Wiltzbold Buttrnger einen tragischen tödlichen Unfall. Der auf der Nebenmaschine arbeitende Johann Zier Hofer hatte an seiner Maschine einen Defekt, welchen Buttinger selbst beheben wollte. Er stteg in einen an der Maschine befindlichen Kanal und wollte mit seinem Taschenmesser das an dem Fitztrockner und der Welte angehastete Papier entfernen. Dabei wurde er von der Maschine erfaßt und fern Kops von der Walze buchstäblich plattgedrückt. Der Bedauernswerte war sofort tot. Die arische» Sommerfrischen. In unserer gestern veröffentlichten Mitteilung aus Maria Wörth ist der Name des antisemitischen Kaufmannes verdruckt worden. Er heißt nicht Honig, sondern Jbonig. Mn tu Mcht gesipylener Schmuck in Wien zuftandegebracht. Bor einigen Tagen hat der Diebstahl wertvoller Schmuck- Mcke der in Bad Ischl an dem Schriftsteller Julius Wilhelm verübt worden ist, großes Aussehen hervprgerufen. Nunmehr hat sich auf Grund der Zeitungsnotizen ern Wiener Juwelier im Sicherheitsbuveau gemeldet, der angav. daß eine Frau bet ihin erschienen sei und den Schmuck gebracht habe. Der Schmuck wurde in seiner Gesamtheit zuftandegebracht und sichergcstellt. Die Nachforschungen nach den Tätom worden fortgesetzt. D<e Erziehungsweltkonserenz in Locarno. Nächste Woche beginnt in Loearnv die Weltt'vnserenz für Erziehung und Unterricht, die vom internationalen Arbettskangreß für Erneuerung der Erziehung einberufen ist. Der letzte Kongreß wurde vor zwei Jahren in Diisfeloorf avgehalten. Das Thema der diesjährigen Weltkonferenz lautet; „Der Sinn der Freiheit in der Erziehung". Mehr als 600 Delegierte aus allen Ländern sind schon jetzt angemeldet. Nutet den elf Abendvorträge» iverden »Freie Schiilerpersönlichkeit".

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.