Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3022 (29.7.1927)
- Date
- 1927-07-29
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. SVSL Mm. F««vy Wierrer Mvrge«zettmrg Von wer OrtSonisonon Re Wahlen sunt 18. Sioniftenfonatel. Heute letzter Tag ver Reklamatlouslrist. Die Hauptwahlkonumffion hat beschlossen: Die Wahl Ider Kongveßdelegierlen wivd für Dienstag, den 9. August» in der Zeit Mischion 6 und 9 Uhr abends, festgesetzt. (Im Wahllokal 2. Bezirk, Malzgaffe 12, von 4 LiS 9 Uhr.) Die Frist zur Eirtvringung von Rvklamalionen wrrrldie bis zmn 29. Juki, 7 Uhr abmds, verlängert. Sir sinsschr!>if1 lech bei der Hauptwahlkommiffion, 1. Bez., Kävntnerstvaße 28, einzubringen. Die Wählerlisten liegen an dieser Stelle amf and können auch bei den zionistischen Bezirkssektionen eingeslehen werden. Die Hauptwaylkomnriffion hat folgende Wahllokale in den Wiener Bezirken festgesetzt: 1. Bezirk, Kärntnerstratze 28 (Zionistisches Bureau); 2. Bezirk, Malzgasse 12—14 (Sewdath Sabath); 2». Bezirk, Jungstraße 8 (Zionistische Sektion Prater); 3. Bezirk, Löwengasse 36, Cafe Lovmna (Souterrain); 4. Bezirk, Margaretenplatz 4, Terrassen-Cafe; 6. Bezirk, Bennoplatz 1 a (Zionistische Sektion 6—8); 9, Bezirk, Berggaffe 33, Cafe Metropol (Souterrain); 10. Bezirk, Humboldtgasse 25 (Wintertompel); 14. Bezirk, Herklotzgaffe 21; 16. und 17. Bezirk, folgt; 18. Bezirk, folgt; 19. Bezirk, Billrothstraffe 49, Cafe Döblingerljof; 20. Bezirk, Jägcrstraße 30 (Zionistifche Sektion 20); 20. Bezirk, Lehstraße 83 (Zionistische Sektion ZwischenVrücken). In G ra z ist das Wahllokal Grieskai 58. Die Hauptwahlkommiffion. Auszug aus der Instruktion für die Delegiertenwahlen zmn 15, zionisteukongretz. Wer hat das Wahlrecht? Jedes Mitglied der Zionistischen Weltorganisation, welches durch die österreichische Landesschekelkommission den Schekel äbgeführt hat, erlangt mit erreichtem 18. Lebensjahr das aktive, mit erreichtem 24. Lebensjahr das passive Wahlrecht zum Kongreß. Das passive Wahlrecht ist außerdem nach an den Nachweis der Erfüllung der Verpflichtung gegenüber Idem Keren Hajeffod gebunden. Der Zionistische Landesverband für Oesterreich und die österreichischen Landesverbände der einzelnen Föderationen bilden einen Wahlkreis. Die Wahlen finden auf Grunld des Proportionalwahlsystems in der für die Wahl zum Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde geltenden Art statt. (Die Hauptwahlkommission-interpretiert diesc Vestimmung dahin, daß lediglich die Ermittlung der MandatZverteilun-g nach diesem System zu erfolgen hat.) Als W a h l t e r m i n wurde der 9. August festgesetzt. Wahlßekt ist von 6 bis 9 Uhr abends. Für die Provinz können andere Wähltermine über motiviertes Einschreiten der Ortswahlikommissionen von der Hauptwahlkormniss-ion bewilligt werden. Wählerlisten. Die Wahl ist geheim, sie findet auf Grund der von der Hauptivahllommission angelegten Wählerlisten statt, in die sämtliche Schekelzahler ausgenommen werden, welche für das Jahr 5687 den Schekel entrichtet haben und aktives Wahlrecht besitzen. Die Wählerlisten liegen vom 12. bis 29. Juli im -Bureau der Hauptwahlkommiffion und an weiteren von dieser zu bezeichnenden Stellen, zur Einsichtnahme auf. Innerhalb dieser Zeit sind N e k l a m a t i ü ii c ji über Aufnahme oder Nichtaufnahme in die Wählerliste zulässig. Das Wahlrecht muß persönlich ausgeübt werden. Die Identität ist mit der Schekelquittung oder einem Personaldokument nachzuweisen. Wähler, cur deren Wohnsitz keine Wahlkommiffion errichtet wird oder die am Wahltage von ihrem Wahlort abwes eich sind, können brieflich p e r P o ft im g es ch l o s s e n c n Kuvert wählen. Der Brief, der an dje Hauptwahlkommission zu richten ist, soll ungefähr folgenden Wortlaut haben: An die Hanptwahllommission des 'Zionistischen "LandeÄkomiteeL für Oesterreich Wien, 1. Bez., Kärntnerstrahe 28. Ich beteilige mich an der Wahl durch schriftliche Abstimmung: a) weil mein ständiger Wohnsitz nicht Wahlort ist, k) weil ich am 7. und 8. August nicht an meinem ständigen Wohnsitz weile. (Nichtzutreffendes ist zu durchstreichen.) Ich füge das verschlossene Kuvert mit Wahlzettel bei. Ich füge ferner die aus meinen Namen lautende Schokelquittung für das Jahr 5687 bezw. t.— M. für den Schekel des Jahres 5687 bei. Ich versichere, daß ich das 18. Lebensjahr vollendet habe, daß ich mein Wahlrecht zum 15. Kongreß nur ans diese Weise und mittels dieses Briefes auSübe und daß dieser Brief von mir eigenhändig unterschrieben ist. Name: Ständige Adresse: Gegenwärtige Adresse: Datum: (Deutlich -leserliche Unterschrift erforderlich.) Diese Wahlbriefe sind nur dann gültig, tvenn sie den P o st st e m P e t v o m 8. oder 9. August tragen. Aenderungen und Streichungen auf d e n S t i m m z e t t e l n sind unzulässig. Wahlprotestc muffen schriftlich in zwei Exemplaren (eines an die Hauptivahllornmission, eines an die Exekutive gerichtet) e-ingebracht werden und von mindestens 20 Wählern unterzeichnet sein. Sie haben die genaue Bezeichnung des Wahlortes, bezw. Wahlkreises, die Angabe der angefochtenen Tatsachen sowie die Angabe von Beweismitteln, bezw. schriftlichen, eigenhändig gezeichneten Zeugenaussagen zu enthalten und müssen bis spätestens 16. August an ihrem Bestimmungsort eintreffen. Die Kongreßkanüidatmen. Die von der Hauptwahllommission festgesetzte Frist für eventuelle Aenderungen in der Bezeichnung der Kandidatenlisten u. dgl. ist am 26. Juli, 7 Uhr abends, äbgelaufen, ohne daß solche Aenderungen bei der Hauptwählkommission bekanntgcgeben worden lvären. Somit bleiben die eingereichtcn Kandidatenlisten, die in Nr. 6 der „Jüdischen Welt" veröffentlicht waren, aufrecht. Zurückziehung von einzelnen Kandidaturen ist selbstverständlich noch möglich. Diese sind der Hariptwahlkommiffön anzuzeigen. We wir übrigens in letzter Stunde aus London erfahren, hat Präsident Weiznmnn den Wunsch ausgedrückt, daß seine Kandidatur in Oesterreich zurückgezogen wevde, was mit der in seinem Interview an den offiziösen „Haölam" abgegebenen Erklärung bezüglich seiner Kandidaturen in Einklang steht. Es ist daher anzunehmen, daß in ider Zusammensetzung der Liste „Pro Agency—Professor Weizmann" eine Aenderung eintrcten wird. Sie Wahlkampagne. Wir erhalten von den nachstehend unterfertigten Gesinnungsgenossen folgende Zuschrift: Zionisten Oesterreichs! Der Präsident der österreichischen Landesorganisation, der Mann, dem wir unter den schwierigsten Verhältnissen die Leitung unserer Organisation anvertraut haben und der in unermüdlicher Pflichterfüllung mit Aufopferung an der Erhaltung unserer schwerbedrohten Organisation erfolgreich gearbeitet hat, Dr. Leo Gold Hammer, bewirbt sich um ein Mandat für den Kongreß. Nach unserer Ansicht gebührt dem Manne, der an der Spitze unserer österreichischen Partei steht und die Hauptarbeit für sie besorgt hat, deren Vertretung auf dem Zionistenkongreß. Der Umstand, daß Dr. Lev Goldhammer in Fragen der äußeren zionistischen Politik und in der Frage der Erweiterung der Jewish Agency einen grundsätzlichen Standpunkt cimnmmt, der von unserem abweicht und aus diesem Grunde auf der Liste der Radikalen kandidiert, kann unserer Meinung nach keinen Grund bilden, ehrliche, opferwillige Arbeit mit Undank zu lohnen, kann keinen Grund bilden, von unserer Vertretung am Kongreß den Mann auszuschließen, dem wir die Sorge für die Ehre und das Wohl unserer Partei anvertraut haben, und den wir uns als Führer der- Organisation erhalten wollen. Wir sind überzeugt, daß er uns in Basel am besten vertreten wird. Oestcrreichische Zionisten, wenn Ihr auf dem Kongreß würdig vertreten sein, wenn Ihr Euerer Dankespflicht entsprechen und die Zukunft der österreichischen Organisation sichern wollet, wählet die Liste Dr. Leo Goldhammer! Rosa B a rÜ er, Margit Buchbinder, Dr. Jakob Eh-rl i ch, Dr. Desider F r i e d m a n n, Dr. A.G roß, Dr. Leopold Grünberg, Dr. Wolf H e r z b e r g, Dr. Oskar K a r b a ch, Dr. Ing. Arnold K a r p l u s, Moriz K o h n, Dr. Nathan Korn, Sophie Löwen Herz, Kommerzialrat Max Markus, Erna Patak, Bez.-Rat Norbert Nappaport, Franka Ritt ermann, Dr. David R o t h b l u m, Josefine R o t h b l u m, Dr. Dagobert R y b a c z e w s k i, Dr. Heinrich S ch i f f m a u n, Salo SchmerIor, I. H. Waltuch, Dr. Robert Wilh e i m, Olga Wilhelm. Die Liste „Pro Jewish Agency — Präsident Weizmann" übermittelt uns ftrlgenden Aufruf zu den Kongreßwahlen: Die Wahlen zum 16. ZionistenLongreß find für den 9. August angefetzt. Jeder Zionist muß zu den Fragen, die heute im ^Mittelpunkte der Diskussion stehen, Stellung nehmen: zur Frage der Jewish Agency, zmn Problem der Konsolidierung der Arbeit in Palästina, zu unserem Verhältnis zur organisierten Arbeiterschaft im besonderen, zur Politik WeizinannS im ganzen. Unter Ausschaltung jeglicher Rücksicht persönlicher Art gilt hier nur ein llares „Ja" oder ein klares „Nein", für oder gegen die weitausblickende Politik Weizmanns. Nur diese Politik, die den nationalen Gedanken im ganzen Bolle verankern und alle Kräfte für den Ausbau des Landes gewinnen und zusammenfassen, will, kann die wirkliche Ueberzeugung der österreichischen Zionisten sein, die einmal endgültig bei den Wahlen zum Kongreß unverfälscht zum Ausdruck gelangen muh. Unsere Delegierten hauptsächlich folgende Wirkte unserB Programms chu vertrau Habs* SS. Juki 1DS7 -..WV 1. Der Kongreß hat das besondere Kennzeichen der zionistischen Organisation gegenüber anderen am Palästina- Ausbau teilnehmenden Vereinigungen: die Betonung des nationaljüdischen GcdanleNs als Grundlage jeder Arbeit in Palästina unMeideutig festzulegen. 2. Die Erweiterung der Jewish Agency ist bereits entschieden. Der Aufbau muß in schnellerem Tempo erfolgen und cs muß alles in seinen Dienst gestellt werden, was das jüdische Volk an wirkenden Kräften besitzt, jeder Gruppe, jeder Bereinigung, die beitragen will, muß unter vollster Wahrung und Sicherung der Idee des Aufbaues Palästinas als der jüdischen Heimstätte die Möglichkeit des Eintrittes in die Jewish Agency gegeben werden. 3. Wir anerkennen die ausschlaggebende Bedeutung der organisierten palästinensischen Arbeiterschaft für alle bisherigen Leistungen und verlangen, daß ihr Einfluß auf die weitere Gestaltung des Aufbaues gewahrt bleibe. Jeden gegen die Arbeiterschaft gerichteten Kurs lehnen wir ab. 4. Wir schließen uns der bisherigen Politik Weizmanns ohne Einschränkung an und sprechen chm unser vollstes Vertrauen aus. Auf dem Wege dieser weitansblickenden Politik wird durch Eintracht, strenge Selbstzucht, unerschütterliche Opferbereitschaft und kontinuierlich-ratio-- nclle Arbeit der Aufbau zur Vollendung reifen. 5. Die Herstellung eines gesunden, durch die natürlichen Verhältnisse bedingten Gleichgewichtes zwischen städtischer und ländlicher Kolonisation, die Verstärkung des Einwanderrmgstempos nach der Kapazität des Aufbauwerkes und nach der Wauderungsnot unseres Volkes wird von uns vertreten. Vor 30 Jahren führte uns unser unvergeßlicher Theodor Herz! von Wien aus zum 1. Basler Kongreß. In treuem Gedenken Hcrzls und zum Zeichen der treuen Gefolgschaft WeizmaunS wollen wir unserem heutigen Führer das Mandat der österreichischen Zionisten übertragen. Präsident Weizmann hat die Kandidatur für Oesterreich angenommen; die österreichischen Zionisten ehren ihn und sich, wenn sic der Liste, an deren Spitze er sich gestellt hat, und den Delegierten, die sich, restlos zu seiner Polittk bekennen, ihre Stimme geben. « Ter Klub der radikalen Zionisten v- II) wendet sich mit folgendem Aufruf an die Kongreß- Wählerschaft: Zionisten Oesterreichs! Das aktive nationale Bewußtsein und der demokratische Gedanke sind die Grundpfeiler der zionistischen Bewegung. Sie sind in den letzten Jahren! durch die Methoden der bisherigen Arbeit schtver erschüttert worden, dadurch ist Depression, Krisen- und Liquidatiousistinnnung in unseren Reihen entstanden. Diesen Erscheinungen zu begegnen und die Erschütterungen Unseres zionistischen Fundamentes zu überwinden, bedarf cs der Rückkehr zum integralen Programm des Zionismus. Für dieses integrale Programm rufen wir Euch auf! Der Klub der radikalen Zionisten vertritt es, wählet daher seine Liste zum Kongreß! Wir wollen die Jetwish Aigen cy-Politik, die uns bisher fernen Vorteil, aber vielen Schaden gebracht hat, durch eine freie wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit in Palästina mit den Nichtzionisten, tvelche zu dieser Kooperation ernstlich gewillt sind, ersetzen. Wir wünschen, daß die stark vernachlässigte Zionistische Organisation mit aktiven Willenstendenzen neu belebt tvird. Wir ivollen, daß die zionistische Au ßenpvlitik, die bisher die uns aus dem Mandat zustehenden Rechte nicht genügend wahrgenolmnen hat, auf der Basis unbedingten Fest- Haltens an dem Endziel einer wirtschaftlich und sozial iwrmal gegliederten jüdischen Majorität in Palästina neu gestaltet wird. Mir treten für ein klares und großzügiges K o l o n i s a t i v n s p r o g r a m m ein, dessen Ziel die Schaffung eines voll entwickelter jüdischen Gemeinwesens, dessen Grundlage die auf Chaluznith basierende Landwirtschaft, dessen Methode die Produktivierung, H'ebräisierung und soziale Förderung des jüdischen Jischuw ist. Wir wollen Stärkung des ZionistenkvNgr esses und Festigung seiner auf dem Wesen der Demokratie gegründeten Rechte. Wir verlangen die Bildung einer starken und autoo-rtat iven Exekutive auf der Basis einer wirklichen Koalition, die im Gegensatz zum bisherigen Zustand, geureinschaftlich die Verantwortung für das zu beschließende Kolomsationsprogranrm trägt. Zionisten! Diese Forderungen müssen erfüllt iverden, sott jene Neubelebung der zionistischen Bewegung eintreten, ivelche den bisherigen Zustand der Lethargie überwindet. Wer eine neue und erfolgreiche Aera zionistischer Arbeit wünscht, wählt die Liste des Klubs radikaler »Zionisten (Nr. II), Listen führ er Dr. Lev Gvl dhammer, Präsident des zionistischen Laicheskomitees für Oesterreich. * Der „M israchi" in Wien versendet folgenden Aufruf: An die Misrachisten und sonstigen Kongreßwähler, die mit dem Misrachiprogramm sympathisieren! Der Misrachi fordert im Sinne seines Programmes, daß die geradlinige, seit Jahrtausenden als stark genug bewährte Kette der jüdischen Geschichte in Palästina nicht zerriffen, sondern weiter bestehen bleibe und noch stärker geschmiedet werde. Der Aufbau Palästinas soll nicht die Zerstörung des jüdischen Gesetzeslebens und der Tradition, sondern ihren Mitaufbau herbeiführeu. Der Misrachi kann die bisherigen Methoden des ziouisttschen Palästina-Aufbaues auch in wirtschaftlicher Hinsicht nW guHMen. Wir verlangen, daß neben Ackerbau «ch