Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3021 (28.7.1927)
- Date
- 1927-07-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 3021 28. Juli 1927 Seite 5 Wien, Donnerstag Grener MorgerrzeiLung » Tödltcher Absturz. Der 16jähr«ge Schuhmachertchrling Hans Grün, Men, 18. Bezirk Bäckenbrttndlgasse «vvhnhast, unternahin vorigen Donnerstag eine Partie in das Höllental und lyöllte auf den« Akademtlse-r steig aussteigen. Seit dieser Zeit «vußte «narr nichts inehr von ihn«!, bis vor einigen Tagen cm Tourist in der Nähe des Madeniirersioigleö d«e Windjacke des Vermißten fand. Man ging nun dieser Spur nach und fand schliesslich heute früh den Vermißten in der Nähe des Akademikcrstriges tot auf. Etn geheimursvollek SclbstmSrder. An« 26. Juli wurde in einen« Walde bei Au am Krockrng in der Nähe von Rekaivinkel ein Mann erhängt ausgesunden. Die Leiche, die bereits gänzlich verwest war, hatte in der Tasche des Rockes eine Ansichtskarte, auf der geschrieben stand: „Ich bin am 16. Jänner 1892 geboren als Christ, gestorben den 18. Juli 1927 in Gattes Namen. Am Gewissen habe ich meine drei Kinder. Grus; an alle verständigen Menschen. F. K." SO. Geburtstag. Der Schriftsteller Moritz Findling, der lärmere Zeit m Wien journalistisch tätig war und derzeit in Berun wirkt, begeht m dieser Woche seinen 66. Gebunstag. Ern Bergsturz an der Breunerstraße. Wie ans Freienfeld, südlich vour Brenner, gemeldet wird, ereigrietc sich dortselbst ein Bergsturz, durch den die Bvennerstraße verlegt wurde. Ter Auto mobilverkehr wird über den Jausenpatz geleitet. Militär arbeitet an der Frei- Das rasende Motorrad. Gestern vornrittags «st der 31jährige TapezierergehilHe Ferdinand Orda mit seinem Motorrad in der Taborstratzc zu Fall gekommen und zog sich mehrfache Verletzungen zu. Rettungsgesellschaft. Spital der Barmherzigen Brüder. — Auf der Hernalser Hauptstraße wurde gestern der 24jährige Geschästsdiener Josef Vhtvar von einem Motorrad niedergestoßen, dabei wurde der 21jähnae Selckergehklfe Josef Jan da, der auf dein Rücksitz hrß, auf das Pflaster geschleudert. Beide erlitten mehrfache Verletzungen. alt. feierte der Oberlehrer i. R. Michael P ü hrrnger in Gmunden seinen 100. Geburtstag. Eine Nonne auf offener Straße ermordet. Aus Lodz wrrd gemeldet: Die Nonne Schwester Leorrtrnc wurde aus offener Straße von einen« Mann überfallen, der ihr einen tödlichen Dolchstoß versetzte unter dem Rus: „S t i r b, du Freimaurerin! Ich sollte e««ch alle hinmorde««!" Die Schwester brach zusammen und ist ihren schiveren Verlegungen erlegen. Der Attcntätcr, der ehemalige Zeitung ssctzcr Wozciechvwsk«, gab auf der Polizei an, er habe beschlossen,, euren eilergischen Kampf gegeir das internationale Freimaurcrtum auf- Mnchmen. Die Freimaurer sollen irach seiner Behauptung mittels Radio ihre Befehle in die ganze Welt versenden. Der Attentäter wurde zivecks Untersuchung seines Geisteszustandes in eine psychiatrische Klinik überführt. 100 Jahre Gestern SPEZIALHAUS FÜR STR ICKMOOEN M. HOLZER VI, Mariahilferstraße Nr. 89 (neben Flottenkino) — If., Taborstraße Nr. 18 (Hotel National) — Karlsbad, Alte Wiese WOLL-TRBKOT- JUMPER»K!LEBD IN ALLEN FARBEN S 35 - WASC HSEIDEN ST RUMPFE § L 30 lMaßc mitbestimmt hat — das tarnt Meder von der ängstlichen Schüchternheit der einen noch von der höhnischen Böswilligkeit der anderen aus der Welt geschafft werde««. — Auf den Naturalismus blickt matt seit langem etwas verächtlich! herab — aber gerade heute lenkt «nan doch wieder teilweise z«« einer Art Naturalismus auf höherer Stufe zurück. Unb so ist mau auch heute wieder fähig, dem Ernste jedes Naturalismus, seiner Sachlichkeit, Fruchtbarkeit, Andacht zunr Kleinen gerecht z«« werden. Man braucht in der Bildkunst nur die Nam'ett M c i«j cT und Licbermann zu itetuteit. Man sieht: ernster, sachlicher WirNichkeitssinrt, der gewiß das beste Teil jenes Naturalismus ausmacht, ist gewiß kein jüdisches Rassennmnopol, aber doch atich ein Gru««dzug jüdischst Wesetts. Freilich hat man gerade den Naturalismen Liebevmartns die jMsch-kühle Gehirnlichkeit vorgeworfen. Aber das -ist nur eine jener schnellfertigen, klischeehaften Abstempelungen, unter denen rroch jeder Bessere zu leiden hatte. Wer in der phrasenlosen, unsenlimettiale«« Sachlichkeit Liebermanns nicht die schölte gebundene Wärme zu fühlen vermag, dem wird man sie nicht beweisen können. Und schließlich habe«t wir neben Liobermann noch einen so unmittelbare WärMe ausstrahleitden „Naturalisten" «vie Jsiose f Israels! — Liebermann hat übrigens genügend persönliche und rassige Beweglichkeit mtd, Fülle besessen, um 'sich «tickst im engsten Naturalismus seftzulegen, sondern sich in dm Impressionismus hinemzuentwickeln. Im literarischen Natmnlismus scheint der jMsche Beitrag geringer; immerhin begegnen uns auch hier Namen wie etwa Georg Hirsch fold. — Uttmerklich gleiten die literarische«« Phasen mtd Typen ineinartder, Und zusehertd stärker «vird der jüdische Anteil — zcitlveilig so stark, daß er an UcPPigkeit grenzt urtd der ««wdernert Literatur ein stark jüdisches Gepräge gibt. Der Naturalismus nimmt mehr unb mehr eine Wettdung ins PsycholvMische -- crtveickst und verfeinert sich zur Eindruckskunst, die gerade die zartesten siunlich-seelischen Werte fest- Malten strebt — und schlägt schließlich in die sich an raffinierten Formreizen berauschende Neu-Rvmantik um, die aus der brutal-lärmenden Außenwelt in die Traumwelt des Inneren flüchtet. M diese Cntiivickstungett sind ■am JÜDISCHES LEBEN ü Jet Schwarrbakth.Prozeß. Der Auklageakt an Gchwarzbarth zugestellt. AuS Paris wird gemeldet: Die Staatsanwaltschaft hat vie Anklage gegen Schalvm Schwarzbarch, rvelcher, wic bekannt, den ukrainische,« Ataman Petlzura, einen der ärgste«« Pogromisten, in Paris aj ufder Straße erschossen hat, bereits fertiggestellt und dem Beschuldigten' übermittelt. Die Anklage umfaßt vier Bogen. SGvarzbarthk Verteidiger T v r r e S hat bereits mit dem Studium der Anklage begonnen. Nach seinen Mitteilungen an die Vertreter der Presse besitzt ec genügend Material, um sämtliche Punkte der Anklage zu widerlegen. Bemerkenswert ist, daß die Anklage gegen Schwarzbarth eine Reihe von Erkläruirgen jüdischer Persönlichkeiten enthält, welche dartun sollen, daß Petljura keine Schuld an den ukrainischen Pogromen trifft. Die Name«« der Personen, welche diese Erklärungen abgegebci« haben, sind ««och nicht näher bekannt, doch scheint es sich um solche Person«« zu handeln, welche in der Pctljura-Regierung tätig getvesen sind. Da nunmchr die Untersuchung -abgeschlossen ist, wurde Schwarzbarth in eine andere -Gefängniszelle überführt. Es ist interessant, daß er in die Zelle gekommen ist, aus wrlcher der nnttsemitische Führer der Action Francnise, Leon Daudet, durch die bekannte telephonische Mystifikation des Jirnenmi-'i^rtiimS cnikonlinen «st. K» Blutzeuge der Petlima-Pogrome. Der Märtyrertod des Gaon von Tschernobil. Auf der Durchreise von Rußland nach Amerika ltJeiTt in Riga gegenwärtig der bekannte Rabbiner von Mohilew-Pod o t s k, Rabbi Saul B u cf. Er «var Augenzeuge einiger der grauenvollsten Pogrome der Petl;uva-Bande«« und «st seither ein tief gebrochener Manu. In einem Gespräch mit dem I. T. Ä.- Vertrcter schilderte er die tragische««, aber auch erhebenden Umstände, unter denei« der in der ganzen jüdischen Welt berühmt gewesene Gaon und Rabbi von Tschernobil, Jizchak David Twerski, ums Leben kam. 1919 drang die Bande des Pethura unterstellten Attamans St rüg, der später zu dem zarischen General Den«! in überging, in die Stadt Tschernobil ein. Wiewilde Bestien wüteten die Banditen in der Stadt. In den.Straßen und in den Häuser«« wurde«« die jüdische«« Bürger samt Frauen und Kindern grausam gemartert und hingemordet. Eine Gruppe von 25 jüdischen Bürgern« flüchtete zum Rabbi, der in seinen« Bethaus die Andacht verrichtete. Der Rabbi beruhigte die Entsetzten. Aber schon drang eu« Soldatentrupp in das BethauS ein und schlug auf die Versammelten mit Nagaikas und Ba«onetten ein. Der Rabbi erhielt einen schweren Schlag auf den Kopf, daß er über und über blutete. Ruhig wandte er sich an den Befehlshaber und sagte: „Tötet mich, aber lasset die anderen am Leben!" Die Banditen forderten 20.000 „Nikolai-Rubel". Der Rabb« erklärte, er verfüge über diese Surnrnc nicht, werde sie aber beschaffen. Der Rabb« .und seine Anhänger wurden nach dem Stabsquartier gebracht, wo Strug den Befehl erteilte, alle im Fluß zu ertränken. Run sielen die Mischen Bürger auf die Knie und flehte««, man möge wenigstens de«« Rabb« am Leben lassen. Dieser jedoch erklärte, wenn cs sc«n muß, vom jüdischci« Geist mit erstaunlicher Fülle durchlebt unb künstlerisch. ansgewertet worden. Und das ist «vohl kein Züfall; hier wirkte tiefere Verwandtschaft. Es ehrt den jüdischen Geist, daß ihm gerade das Massive, Rohstoffliche des Früh-Naturalismus nicht „lag", daß er erst in den verfeinerten nnd bereicherten Werten der Folgezeit sich selbst wiederfand. Hier war der Punkt erreicht, in . dem Zeitgeist und jüdischer Geist fast restlos verschmelzen kormteit, Insbesondere Wien hat bekanntlich in dieser Periode eine erstaunliche Zahl großer jüdischer Talente gestellt. Man braucht die Namen kaum zu nenueu — aber wie charakteristisch, daß gerade das psychologisch-dialektische Drama in S ch n iP l e r,. das zugleich bew'ußt-schüvfendü und mystisch-versponnene Lyrodrama in Hofmannsth a l, dem Dichter hoher Nerven- und Formkultur, seinen Meister fand! Es folgt die Periode aufgewühlter Chaotik und formzersprengendert Expressionismus. Obwohl völlig umwälzende nnd umwertende Ereignisse, «vie Weltkrieg und Revolution, dazwischen liegen, ist doch auch hier der Uebergaug keineswegs so schroff und unvermittelt, wie es zu- ««ächst scheine«« mag. Es ist vielmehr ein stetiges und folgerichtiges Fortschreiten von der Aeußerlichkeit zur Innerlichkeit. Was hätte einer Rassenveranlagung mehr entgegenkommen kömmt, die von jeher gerade durch seelische Inbrunst mächtig «var, wie es der ««weltliterarische Gipfel ihrer religiösen Lichtung bcheugt — die ferner trotz ihrer großen, auch biidkünstlerischen Talente im wesentlichen doch der Bildhaftigkeit abhold war, «vie sichschon aus dem biblischen Verbot, sich ein Bild von Gott zu mache««, ergibt! — Gerade das zugleich, Ekstatische und «Abstrakte dieser neuen Kunst und Dichtung mußte dieses dem Extremen überhaupt u««d besonders diese«« Extremen geneigte Rassennaturell aufs stärkste anziehe«« und befruchten. Mögen die Zweifler und Böswilligen immerhin von kalte«« Gehirnekstasen sprechen: die Kälte ist in diesem Falle «vvhl mehr im Auge und in der Seele des Zwoifel«che«t und Schmähertden; jedenfalls war h«er eine «vohl «nieder m einseitiger Richtung übertreibende, aber ganz auf Jrtne«««verte gestellte Kunst, die alte Formen spre«tgtc, «veil diese de«« nette«« gäreuoen Inhalt nicht mehr zu fassen venuochten und z««näKst der Weg zu «WM wolle er zusammen mit seinen Brüdern den Tod erleiden. Die Opfer nmrden an den Fluß gebracht. Auf der Brücke zwang man sie durch ftirchterliche Martern, zu tanze n. Dann wurden sic einzeln in die Fluten geschleudert, unter ihnen der Gaon I. D. Twerski, ein Abkömmling deS berülpnten Rabb« RtnchaS Koritzcr. Erst nach sechs Wochen «m«rde seine vm« einem Bauern am Strande aufgefunden. Die am Leben gcbUcbetre Judenschaft der ganzen Gegend wandte sich an dci« Kom«nai«danten mit der Bitte, Den toten Rabbt bestatten zu dürfe««. Dies wurde ihr gegen Hinterlegung einer großen Summe Geldes gestattet. Die Juden entledigte«« sich des letzten Restes chrer Habe, um die Summe aufzubringen. Rabbi Buck trxif auch Augenzeuge des Pogrmns in der Stadt K o m a r i n, ««»hin er «mit mehreren Mitgliedern sei««rr Gemei,«de geflüchtet war. Er selbst «m«rde schtoer verwundet, es gelang ihn«, sich aus den Dachboden zu schleppen. Durch die Dachluke sah er, «vie die Soldaten der Attamane L e s n i a k und Strug die Bürger von «Komartn und die Flüchtlinge ans a««- deren Städten tu Trupps znm Flusse brachten und dort ertränkter«. Mit der Jugend «Zerfuhr man in der gleichen Weise. In Trupps wurden die sehn- bis dreizehnjährigen .Knaben zum Wasser getrieben, unter ihnen bemerkte der Rabbi seinen eigenen Sohn Simcha, Iden« cs jedoch gelang, schwimmend daS andere Ufer zu erreichen. Er konnte sich aber von den Schrecknissen nicht «erholen «md starb einige Wochen später mit «>em Ausrus auf den Lippen: „Möge Gott eS stigei«, daß ich das letzte Opfer sei!" Bei der Abschlachtung der Familien «vandten die Soldatenbanditen die unerhörtesten Marterunge»« an. Zuerst wurden die Kinder getötet, dann der Vater, zuletzt die Mutter. Rätnchen «vurden die Nasen abgeschnitten, so daß sic allmählich verbluteten. Fast an allen ausgeful«dene>« Leichen t«iavel« die rafsiinertesten Werstümmc langer« zu bemerken. Von den 400 jüdischen Familien des Städtchens waren etwa 80 bis auf das letzte Glied äusgerottet worden. Bon den übrigen hatte fast jede einen oder mehrere Tote zu beNage«. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Verband der jüdischen Kausleuie mrd Gewerbetreibenden in Wien. Heute, 6 Uhr abends, im Mener Bürger-Cafe, 2. Bez., Praterstraße 11, Vortrag der Herren Max Zylinder und Weifong Tsu (Nanking) über „Chinas wirtschaftliche «md politische Vexhältrriffe". — Astronomische Zentrale. Samstag um 9 Uhr Versammlung in Pötzleinsdovf, Ende der 41er-äünie. Schluß 10 Uhr. Führung: Professor Thomas. ■■BBBBBBHBBHHHnBaBHBaaBBHBBflHBMgBflBnH E Das neue Problem: Ein teures Telegramm ober ein billiger ausMMer Lustpostbrlesr Ein Telegramm nach Polen kostet für zehn Worte 3.70 Schilling, ein Expreßbrief 1.1(^ Schilling; der Luftpostbrief, der in einigen Stunden. nach Aufgabe m Men dem polnischen Adressaten zugestellt wird, nur —.60 Schilling. Aufgabe bei allen Postämtern; am Abflugstagc bis 7 Uhr 20 Min. morgens beim Hauptpostamt. BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBMBBBBBBBBB Formen freizumachen «var. Auch dieses revolutionäre Ele- «nent lag natürlich dem in chronische ZwaUigÄoppositio«« gedrängten jüdischen Geiste besonders nahe, der vom Kriegserlebnis ganz anders in den- Tiefen aufnnd durchgerüttelt «vorden «var als der Geist jüngerer und barbarischerer Böller... So hatte nicht «mr der Expressionismus, sondern auch anßsrliterarische Richtmtgen, «vie Aktivismus, Pazifismus n««d dergleichen gerade attch« in dem Lager der jüdischen Literaten, Dichter u«td Künstler einen ungeheuren Zufall. Der jüdischen Namen ist hier Legion, so daß sich eine Aufzählung und Einzelcharakterisierung vm« selbst verbietet. Als ei«t Naine für viele steht hier der Ernst Tollers, über dessen Dichterwert die Meinungen sch«vanken, dessen Meitschenwcrt aber über Diskussion erhaben ist. Hier ist nicht Mitläufertum, nicht KaffeehanEeratentum — sondern jugendlich-reines, lauter-revolutionäres und z««m Glück auch veifefähiges Me««- i schentum. — Der jüdische Geist, «vie er sich in neuer Kunst u«ü> Dichtung auswirkt, ist aber auch hierbei «richt stehen geblieben. Mag der jüdische Geist — vielleicht als Orienterbteil — in hohen« Grad« die Fähigkeit zur Selbstberanschung haben — er hat zum Glück dockauch nicht minder das nötige Korrektiv, die Fähigkeit zur Selbsterrtüchterung. So findet auch die ««euestc Phase, her allgemeinen Entüchternng, die den rwüvendigen Rückschlag aus expressionistische Verstiegenheit bedeutet, der« jüdischen Geist nicht utwerwandt und ««ttvorbereitet. Wieder gehen die Enttmcklungen in Bildku««st nnd Dicht««ng parallel. Das Schlagtvort der „«teuer« Sachlichkeit" trifft das Wese«« der Sache zwar nur sehr ««ngefähr, aber annäheru«tgs«veise . doch nüht schlecht. Wenn «nan bederrkt, «vieviel Phrase urtb Impotenz, schlimrner noch: «v ieviel Mitläufertum und Konjktznkturberechrumg sich der stolzen expressionistische«« iMasken bediente — Jo «vird man den Geist neuer Sachlichkeit aufatmend als Lustreinigung empfinden. Dazu kommt, daß sich dem modernen Geiste, der gerr« allzu früh zweiflerisch verzagt, vom „Urttergang des Abendlandes" auch in den Künsten unkt, sich hier noch unentdeckte Neutvelten, ungehobelte Nemt>erte der dichterischkünstlerischen Gestaltung darbveten. llnd der mit dev so starken Witterung für das Neue, Werdend^ begabte jst- GM mw «m m m m » h: «i ■; - i'W •! ''*f i'.i üliv w .1 i’5/" i •r>, V •* 1!! .<