Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3020 (27.7.1927)
- Date
- 1927-07-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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GeSe 6 Die«, Mttwoch Wiener Morgenzeitung 27. Juli 1927 Nr. 3020 Letzte Spottaachrichten. Semksfion der Hakoah'KIubleitung Reine Rille, lonDetn Jteaotlnirag. Die Kluble: tUNg der Hätvah hat in der gestrigen Sitzung mit Dr. Körner an der Spitze die Demission g e g e b e.n. Diese Tatsache bedeutet k c i rr €* $ rise des jüdischen Vereines, sondern hängt bannt zusammen, daß die führenden Aünktionäre der Hakoah zur Neuordnung des Vereines als Klubleitungsmitglieder nicht Stellung nehmen wollen. Sie werden die Geschäfte bis zu der durch die demnächst stattfindende Gvneralvcrsmnmlung vor-' zunehmenden Neuwahl weiterführen. Der Schwimmstadtekampf Wien - Berlin. U:i» fBr Seclin. — «ir»»««« lSakiM unt smoc« Iflrt («ufteto) Kelle« zwei Mi SftmelchiM Ketone onf. B e r li n, 26. Juli. (Wolfs.) Heute abends fand im Wellenbad des L u n a p a r k e s der dritte Stadt ef a nt P f W i e n — Berlin int Schwimmen statt. Fritzi Löwy (Wien)-siegte im Damenfreistilschwimmen über 400 Meter, nachdem die Berlinerin ckufgegeberr hatte, in der guten Zeit von 6:29,2. Zwei öftere e i ch ische H ö ch st l e i st u n g e n-w u r d e-n a u f g e st e l l t, und zwar - im Herrenfrei st-ils ch w-i m men über 100 Meter durch Goldberger mit 1:0,5,6 und im Herrenrückens ch wimm en durch . Dvorschak mit 1:14,8. ' In b l e n d e n d e r F o r m zeigten sich L u b e r und B l o ch w i tz (Berlin). Luber glanzteim Turmspringen, während B l o ch w i tz ' nach hartnäckigem Kampf das Rückenschwimmen in. der ganz hervorragenden Zeit von 1:14,5 für Berlin siegreich bestritt. t Die ErgÄbniffe waren: 200 - M et' e r - B r u st s ch w i m m e n für Herren: 1. Hügel (Berlin) 2:56;6; 2. W c n d rowitz (Wien) 2:S8,3. ' - ' ' ' : .v : . 400 -Met e r - Fre i st i l für Damen: 1. Löwy (Wien) 6:29,2.. - .100-Meter-Herr en-freästi-I: 1. Goldberger (Wien) 1:0,6,6; 2. Marohn (Berlin) 1:0,6,4. 100-Meter - D a m e n rü ck e n sch wi m m en: 1. Fräulein Strub e (Berlin) 1:30; 2. Frm» Fleischer (Wien) 1:38. Turmspringen f n r H e r r e n: 1. Luber (Berlin) 71,28 Punkte. D a m c n b r u st s ch w i m m e n 200 Meter: 1. .Fräul. B i e n e-n f e l d (Wien) 3:19>2; 2.- . Fränl. Zimmermann (Berlin) 3:28,4. . H e r r e n r ü ck e n sch w i nun e n . .100 M e t e r: 1. 'Bl o ch w i tz '(Berlin) 1:l4,5;' 2. Dvorschak (Wien) 1:14,8. . . 1 Herrensrei st.i I 400 Meter: 1. W. Feistl . (Berlin) 6:41,3. Damcnspringen: 1. Frau Bornett (Wien) 73,84 Punkte. Hcrrenlagenstäffel 3 X 100 Meter: 1. Wien 3:42. Darnenlagenstaffel 3X100 Meter: 1. Berlin 4:29. * B e r l i n s i egte also mit 19 :18 P u n k t e n über -Wien. Im Wasser - allspiel siegte Wien 5:4 (3:3). Arg der Palästinamannschast ln Philadelphia. Gestern siegte die Palästinamannschaft, -verstärkt durch E i s e n h o f e r, Drucke r, D r. Schilling e r- und Fischer gegen das Städteteam dort Philadelphia 6 : 2. ' Wasferball in Prag. Das gestrige Wasserballmatch Sparta—Hagibor endete 1:1 (0 :1) unentschieden. Per LeichtathletMnderkampf Sesterreich gegen Tschechoslowakei. Die österreichische Mannschaft für den Leichtathletikländerkampf gegen die Tschechoslowakei wurde folgendermaßen aufgestellt: 100 Meter: Gandl (W. A. C.),.Geißler (W. A. F.). 400 Meter: Geißler, Svatonek (W. A. F:). 800 Meter: Mahr (W. A. F.), Weinberger (W. A. C.). 1600 Meter: Friebe, Margreiter (beide Grazer A. K.). 6000 Meter: Kantor (W. A. C.), Stepanetz (G. A. K.). 6000 Meter. Gehen: Kühnel (Rapid), Gustl (W. A. F.). 110 Meter, Hürden: Weilheim, Wessely (beide W. Ä. C.). 3 X 1000 Meter: Friebe, B lö d y (Hakoah), Mahr. 4X 100 Meter: Rauch, Pacquier (beide W. Ä. F.), Geißler, Jandl. Ho'chsprung: Umfahrer, Spitzer (beide .Grazer A. K.). W e i t s p ru n g: Wessely, Rauch. Stabhochsprung: Held, Fontane (beide Gräzer A. K.). Diskus: Wessely, . Schwarzinger (W. A. F.). S p e er w e rf e n : . Umfahrer, Bezwoda (W. A. C.). K u g e I st o ß en: Jancmsch . (Sportklub), Pacguier. Der.Kampf beginnt um ^4 Uhr nachmittags auf dem Sportplätze des W. A. C. im Prater. Me tschechische Ratimmldmtt. P-ra g, 36i Juli. -Der- Geschäftsbericht der T -s ch e ch o - slowakischen Nationalbank für die Zeit vom 16.JÜM bis.15. Juli konstatiert, daß sich die Symptome einer regeren wirtschaftlichen Tätigkeit bei der Nationalban! besonders durch -die Erhöhung des Notenumlaufes, Verm'.ndemng der Giroguthaben und größere Devrsenansprüche geäußert haben. Die Kreditansprüche an die'Nationalbank waren zum Juni-Ultimo im Wechsel« und CfseötcneÄkomPte mäßig erhöh t. Die inländische Industrie verzeichnet eine weitere Belebung besonders7' im Textil- und B a ax f a tf). Die Bilanz des Außenhandels für das erste . Halbjahr dieses Jahres weist ein wesentlich höheres Aktivum auf als M derselben Periode des Vorjahres. Die Anzahl der lbeigestellten Waggons ist im Vergleich mit Juni 1926 um 12 Prozent höher. Als ein bedeutendes Ereignis im heimischen Bankwesen. ist dje Unterfertigung des Fusionsüberein7ommens der vier mährischen B a n k e n . zu erwähnen. An. den Devisen Vorrat. der Nationälbank wurden höhere Ansprüche gestellt. Der Kurs der tschechoslowakischen Krone blieb bei anhaltender Nachfrage auf W Auslandsmärkten unverändert. Silo Sißler wird entmiindsgt. - Otto. E i ß l e r, der, wie erinnerlich, vor vier Jahren seinen Vetter Robert E i tz l e v n i e d e r g e s ch o s s e n jatte und dem nach mehrjähriger Kerkerhaft der Rest seiner mit zehn Jahren bemessenen 'Strafe gnadenweise erlasien ivotden ist', ist gegenwärtig in der I r r e n ü n st a l t am Steinhof untergebrücht. Er befindet sich noch immer in der Äufnahmsabteilung. Nun ist gegen- Eihler das E n t m ü nd i g'u'n gsve rf a h r e n eingeleitet worden,- da auf Grund zweier gerichtsärztlicher Gutachten die Anhaltung Eißfers wegen Gemeingefährlichkeit — er leidet cm Parano ia — beschlossen wurde. Wie wir erfahren, hat sich nunmehr auch die zweite Schwester Eißlers, Baronin Mikulics, die bisher als Me Gesellschafterin der Firma angehörte, mit den übrigen Erben bezüglich des strittigen Erbanteiles ausgeglichen. «nmekimn» von Leibrenten. Amtlich wird mitgeteiltr Es wird' darauf aufmerksam gemacht, daß Ansprüche auf Genul-Hrung einer Ausgleichsrente . nach dem LeiVrentnergesetzbei sonstigem Vertust V I S späte st e n s 31. - A u g u ft 1937 a n z u m e l d e n sind, und zwar' in Wien beim Bundesmmtsterium für 'ozrale Verwaltung, 1. Bez.,- Hännfchgasse 3, Zimmer Uli, m jedem Wochentag Mischen 9 und 13 Uhr, außerhalb Mens Lei der betreffenden politisch'Nt Bezirksbchörde. in' rer Anmeldung kann vom Anfpruchsverechtigten auck) eine andere Person betraut werden. Mitzübringe-n sind di' betreffenden Versicherungsurkunden, ferner Bescheinig-ungeu Wer den Wohnsitz (Meldezettel) und die österreichische Bundesvürgerschast. Schriftliche Anmeldung ist nicht tn ö g l i ch. ' L e b e n s v e v s, r ch e r um g e tt, die nicht auf Zahlung einer fortlaufenden. Rente, sondern ausschließlich auf einmalige Auszahlung einer Summe lauten (Kap.italsversicherungen) sind nicht anzumelden. Wir vercken aniüülick cke8 16. llongres8e8 im' l^Lkmen cker „Wiener iVlorgenreiiung" eine LU8iUkrUeve protvkoNariige KONGRESS-AUSGABE : (zirka 20 Nummern) erscheinen lassen. Alle Vorkehrungen sind getroffen,, den ausführlichen Bericht schon in der jedem Kongreßtage folgenden Nummer vorzufinden. Am, Vortage des Kongresses erscheint die KONGRESSFESTNUMMER mit Beiträgen zionistischer Führer über aktuelle Fragen und Probleme. Bezugspreise: („Wiener Morgenzeitung“ inkl. Kongreßausgabe und Festnummer) Oesterreich S 6 —, Deutschland Gm. 4'—, Polen ZI. 6 — Tschechoßlowake! Kc. 22 jugpslawien Din. 60Rumänien Lei 170'—, Bulgarien : Lewa 100 —, Frankreich und Belgien Frcs. 35 —, England und Palästina ah. 4'—, Italien Lire 20—, Holland fl. 2 —, Amerika Dollar. 1*—, Schweiz und übriges Ausland schw., Fr. 5 —. Bestellungen werden nur bei gleichzeitiger UeberWeisung der Bez ü g 8 e b ü li r entgegenrr-nommen. I Für das ganze Gebiet der .w^iccbo- 8lowäkischen Republik sind Bestellungen an den 1 Verlag „J ü d i sehe Y o 1 k s t i m m e‘f; Brno, Orli 9, zu richten. Verwaltung der „WIENER MORGENZEITUNG“ Wien, II., Taborstr.aße 1 Tel. 43319, 44038 Wien, 27. Juli. Es wird wieder Heiß! Die amtliche Wettervoraussage lautet: Heiter, starke T e m p e r a t u r z u n a h m e. Unfall am Flugfeld. Ant 26. Juli hat sich am Flugfeld in A s p e r n ein ll n f a l l ereignet. Als das Flugzeug A 32 der öster- - reichischen F l u g v e r k e h r s - A. - G. zum Fluge von 'Wien nach Salzburg startbereit gemacht wurde und der Hropeller bereits im Gange war, stieg der Monteur Franz Kretschmer auf die rechte Seite der Maschine und wollte die noch lockere Motorhaube verriegeln. Hiebei dürfte er sich z u w e i t. v o r g e b e u g t haben, so daß er durch den l a u f e n d e n P r o p e l l e r a m Kopfe geft r c t f. t wurd e. Kretschmer erlitt eine Gehirn, e r s ch ü t t e r u n g und tvurde in das Allgemeine Krankenhaus gebracht. Im Schrebergarten ertrnnkm. Am 26. Juli ist in einem Schrebergarten in der Leystraße der I j^jährige Kurt P o l st e r in einem unbewachten Augenblick in ein mit Wasser gefülltes, in die Erde eingegrabenes Faß gestürzt und ertrunken. Die Leiche des Kindes wurde in das Gerichtlich-medizinische Institut gebracht, die Staatsanloaltschaft verstäudigt und die gerichtliche Obduktion beantragt. ^Wette im Löwenkäsig. Der Budapester Kunsthändler Josef Laudon hatti mit dem Tier-Hypnotiseur Labero gewettet, daß er mit diesem den Löwenkäfig betreten und dort mit ihm eine Flasche Champagner trinken werde. Als Laudon heute vormittags einen Löwen durch das Gitter des Wfigs zu streicheln begann, sprang das Tier plötzlich auf und schlug nach Laudon, dem es am rechten Arnr und am Unterleib stark blutende Wunden beibrachte. Die Llettungsgesellschaft legte Laudon einen Notverband an. Trotz seiner Verletzungen bestand Laudon auf der Durchführung der Wette und ging mit Labero zusammen in den Löwenkäfig, wo sie beide tatsächlich eine Flasche Champagnerleerten. lFlugpostverrchr mri Nom. Am 1. August d. I. imrd der Flugpostverkehr mit Nom auf der von der Transadriatiea-soeieta anonima itattenü dt navigazione aereo tu Venedig betriebenen Fluglinie Venedig—Rom im Anschluß an die von der österreichischen Luftverkehr A. G. in Betriebsgemeinschast mit der Transadrlätiea ausgeführtett Flüge Wien—Venedig ausgenommen. Annahmeschluß für Flugpostsendungen-nach Rom beim Bostantt Wren 1 wie ftir Flugpoftsendungen nach Venedig, bei der Dienststelle am Flugfeld in Aspern 20 Minuten vor Abgang deS Flugzeuges. E Post nach Polen befördern Sie am sichersten, und schnellste,: als L n f t p o st. Ein Brief kostet 60 Groschen. Die Luftpost kann bei allen Postämtern und am Abflugtage bis 7.20 früh beim Haup-tpostamte aufgegebeu werden. Bisher 305.000 Briefe befördert. Letzte Nachrichten. Lord Rothermere an Benesch. Budapest, 26. Juli. Lord Rothermere hat, wie aus London berichtet wird, an Dr. Benesch neuerlich ein Telegramm gesandt, worin es heißt: „Meine Absicht war, der tschechoslowakischen Negierung b e i z u st e h e n. Bezüglich der Beschlagnahme und des Verkaufes dortigen ungarischen Eigentums sind ernste Beschuldigungen erhoben worden. Meine Nachforschungen haben mich auf die Spur der diesbezüglichen Verdächtigungen geführt. Falls Dokumente vorhanden wären, bitte ich um Einsendung eines Exemplars, das den Umfang der^ verkauften Güter, den Namen des Käufers, den Kaufpreis und den damaligen Marktpreis eiithält. Angesichts dieser B eschuldigungenwerden Eure Exzellenz zugeben, daß in diesem Falle an den Verrechnungen der ausländische Geldmarkt unmittelbar interessiert war. Euere Exzellenz bieten mir ferner Aufklärung betreffend die! Behandlung der Minoritäten in der Tschechoslowakei und in Ungarn in der Gegenwart und in der Vergangenheit cm. Dagegen.fei betont, daß die ans den Vorkriegszeiten stammender: Klagen Ihres Volkes außerhalb meirwr Untersuchung fallen. Der Krieg ist zur Abhilfe von Ungerechtigkeit geführt worder:. Man kann daher auf die Beschuldigung, daß Ungar:: in der Tschechoslowakei unterdrückt und mißhandelt lverden, nicht damit antworten, daß Ihr Volk vor dem Krieg ebenfalls unterdrückt worden sei. Das-gute Verhältnis -Wischer: Ungarn und der Tschechoslowakei hängt davon nb, ob Ihre Regierung die Beschuld:gur:g der Urlgarn-Bssrfolgung und der Verschleuderung ungarischer: Eigsntums mit -Offenheit bearttwortet. In England weiß mau kaum etwas davon, daß es in der Tschechosloivakei eir: rlenes Elsaß-Lothringer: mit vorwiegerrd ungarischer Bevölkerung gibt. Diese Entdeckung ivürde viele Freunde Ihres Landes entsetzen. In der Erwartur:g, daß Euere Exzelleriz mich über die Antwort der Tschechoslowakei auf diese Beschuldigungen aufklären Werder:, wiederhole ich mein früheres Ersuchen und lege Ihrer Regierung nahe, diese Frage sofort mit staatsmännischer Klugheit ur:d offenem Sinn zu beantworten.*