Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3017 (24.7.1927)
- Date
- 1927-07-24
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982105--30751-3019003- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
8017 Wien, Sonnte. rvieuer Morgenzettunv 24. Juli 182. Seite 11 Bühne und Kunst. Las Mvfisseft in Baden-Baden. 2. Opernmusik. Vier Operneinakter zeigten dcts überall gleiche zeitgemäße Streben, mit allem Literarischen auf der Bühne aufzuramnen. Am gründlichsten besorgt dies Kurt W e i l l, dessen Fangspiel" „Mahagonny" in monotonem Singsang, in Nigger- und Jazzrhythmen ein amerikanisches Nirgendwoland persifliert. Die Musik des trotz seiner Jugend die Bühne gründlich beherrschenden Tondichters ist zu utriert für die Opernbühne, und doch wieder zu kultiviert für ein Kabarett. Mehr im herkömmlichen ist Ernst T o ch in seinem Einakter „Die Prinzessin auf der Erbse" befangen. Seine recht aufgeklärte Märchenprinzessin beherrscht alle musikalischen Verführuügskünste und läßt sie mit Erfolg spielen. Ihre Liebe teilt sie großzügig zwischen dem artistischen Tausendsassa Ernst Toch, zwischen Strawinsky und Paul H i ndemith, welcher in seinem neuen Sketch „Hin- und zurück"" alle Dinge auf den Kopf stellt. Erst läuft die Handlung hin bis zur Erschießung der treulosen Gattin durch den eifersüchtigen Gatten, der sich aus dem Fenster stürzt. Dann läuft sie wieder zurück, indem der Gatte zum Fenster hereinspaziert und die Gattin zum Leben und treulosen Lieben zurückfindet. Mn Spiel der unbegrenzten Möglichkeiten, welches durch die unbegrenzten Möglichkeiten des Hindemiihschen Witzes gerechtfertigt erscheint. Der vierte Einakter „Die Entführung der Europa" von Dacius M i lhaud dauert nur acht Minuten. Gerade lange genug, um Milhauds echt romantische Klangdelikatesse und seine unfehlbare Bühnenwitterung neuerlich zu erweisen, um zarte Bande um den göttlichen Stier Zeus und die der Entführung harrenden Europa zu schlingen und den die griechische Tragödie verulkende r Chor dazu sein behagliches „Mu" brummen zu lassen. Sämtliche Einakter, in welchen die Damen Eden und Klemperer die Hauptrollen spielten Und die Herren Walter Brügmann und Bert Brecht, eine vorzügliche Regie führten, ernteten den lebhaften Beifall des den Kursaal dicht Menden internationalen Publikums. ErwinFelber. Das Schicksal der hebrSischen Theaters „Habimah". Wie bereits kurz berichtet wurde, ist in der letzten Zeit in ftetoü Moskauer hebräischen Theater „Hubimah", daS im Vovi- Jahre eine Enropatournee veranstaltet hat, die es auch nach Wjivn zu großen Erfolgen führte, eine Spaltung eingetreten. Nach Beendigung der europäische« Tournee ist Habimah chr die Vereinigten Staaten gereist, hat in Newyork und dir. amerikanischen Provinz mit großem künstlerischen Erfolg Gajk ^spiele absolviert und durch die Bildung «eines Komitees, an dessen Spitze dev amjerikanische Millionär,Harry Kahn.steht, die Mög- .lichkeit erhalten, nach Palästina zu übersÄdeln, wo für ptöefeä Theater ein eigenes Gebäude errichtet werden sollte. Schon lür Europa waren jedoch im Ensemble Streitigkeiten über die künstlerische Führung entstanden, die sich in Amerika dann so!verschärften, daß es vor der Abreise des Ensembles nach Europa M einer Tivilung desselben kam. Der Mitbegründer und bisherige Leider des Habimah-Ensembles N. Zemach und neun Mttzlieder desselben sind in Newyork geblieben, wo sie» ein hebrächches Theaterstudio begründen. Die übrigen Habimah- Mtglieder sind nach Europa gurückgereist, unter ihnen die weibliche Hauptdarstellers Rovstna. Das Rumpsensemble, welches sich jetzt in Europa befindet, beabsichtigt, in Berlin zu gastieren und anschließend daran eventuell Gastspiele in anderen eurvpäijschen Hamptsiiädten zu veranstalten. , Ob diese Spaltung des Habrmah-Ensembles der Sache des hebräischen Theaters viel Nutzen bringen wird, ist mehr als fraglich. In Amerika, wo Ne Gruppe Zemach geblieben ist, Hat daS hebräische Theater keinen guten Boden; daS hat sich schon während des Gastspieles des vollständigen Habimah-Enifembles gezeigt, da di« Vorstellungen trotz der begeisterten Aufnahme durch die Kritik nicht sehr shark besucht waren. Es ist «daher mehr als zweifelhaft, ob ein ständiges hebräisches Theater tin Amerika sich halten kann/» Den Nachwuchs will die amerikanische Rumpf-Hablmah aus den Kreise« der jüdischen Studentenschaft in Amerika ziehen; ob sie da auf schauspielerische Individualitäten stoßen wird, ist Sache des Zufalls. Die «ach Europa ignrülckgÄehrte Gruppe des Habimah-EnsembleS kann auf die Dauer als Gastiertheater nicht bestehen. Die Aktion des Habimah^Kv- Nrrüees in Netvyork, dem Ensemble ein ständiges Heim in!Mlästina zu schassen, hat durch die Spaltmrg sehr gelitten,;«ud eS ist fraglich, ob sie zu einem positiven Ergebnis wird führen können. Do droht dem hebräischen Theater Habnmch, welches einen ernsthaften Kulturfaktor in der neuen geistig-jüdischen Entwicklung darstellt, das Schicksal) das an der „Wilnaer Truppe"! augenfällig geworden ist. Dieses jiddische Theater, welchemit! hohen künstlerischen Aspirationen und guten Erfolgen begann, ihat ebenfalls eine Spaltung durchgemocht und das Ergebnis sind zwei Ensembles von mehr als mäßigem künstlerischen Wert, 'Hon völliger Bedeutungslosigkeit für daS jüdische Theaterleben, von völligem Stillstand der Entwicklung, die sich mühselig durchschlage«. Vielleicht gibt dieses Beispiel auch „Habimah" über Hk Zweiteilung zu denken. Theater mit Tanzpaufeu. Im Berliner Walhalla- Theater wird gegenwärtig ZuckmaherS Lustspiel „Der früh- Me Weinberg" aufgefirhrt. In den Pausen wird dein ÄbMurn Gelegenheit geboten, ein Tänzchen zu absol- Mtzren. »W»MVWM»W»WWMWWMW>«I 9iadioprogramm europäischer Stationen v* 25* bis 30* $ulu Berti», Welle 484 (566, 1250). Mo.: 17: Clara Bieb-g liest: Das Kind; 17.30: Konzert; 20Z0: Max-Dauthendey-Feier; 21.30: Liederkonzert. Di.: 16.30: Das romantische Jugoslawien; 17L0: Konzert; 80.30: Konzert mit Gesang. Mi.: 16.30: Die Hauswirtschaft im Dienste des schöpferischen Menschen; 16: Sommerfvenden :m alten Berlin; 16.40: Das gesunde und das krank« Herz; 10.05: Die Bedeutung des Rüvnburg-Mnges; 19.30: Richtfunk; 20,10: Das Dorf ohne Glocke, Singspiel tum Eduard Künnccke; 22.30: Konzert mit Gesang. Da.: 16: Geflügelte Worte; 16.30: Benares, die Hochburg der Bmhmanen; 17: Balladenlyrik; 17.30: Konzert mit Gesang; 20: Wunder des Schalles; 21: Konzert; 22: Dcmznru-sik. Fr.: 17: Konzert; 20.30: Symphoniekonzert; 22.30: Konzert mit Gesang. Sa.: 17: Konzert; 19.30: Wahlsysteme und Wahlrecht; 19.55: Die wirtschaftliche Bedeutung der Geophysik; 20.30: Die Nacht von Berlin; 22.30: Tanzmusik. Königsberg, Welle 329,7. Mo.: 16: Konzert; 17.30: Liedervortrag; 19: Dollarkönige, Morgan; 20.10: Aus >der Welt des Theaters, des Films und de? Rundfunks; 21.20: Mo- . -erne Operetten musik und Schlager. Di.: 16: Konzert; 17.90: Charlotte Wüstendörfer erzählt eigene Märchen; 20.10: Die schöne Helena. Mi.: 16: Konzert; 16.30: Voraussetzungen des modernen Theaters: Das Zetttheater; 22: Tanzmusik. Do.: 16: Blasmusik; 80.45: Konzert. Fr.: 16: Unterhaltung mtt Kannibalen auf Sumatra; 17: Konzert mit Gesang; 18.30: Brasilien im 80. Jahrhundert; 20.10: Die grüne Schnur, eine heitere Szene von Max Bernstein; Als Verlobte empfehlen sich, Lustspiel. Sa.: 16: Konzert; 20.10: Wett-Espevawto-Kongreß; 21: Konzert mtt Gesang und Rezitation. Prag, Welle 348,2. Mo.: 12.10: Konzert; 17: Kammermusik; 20.10: Konzert; 21.20: Konzert mit Gesang. Di.: 10.50: Konzert; 17: Konzert; 18.15: Deutsche Sendung; 20: Konzert; 22.80: Leichte Musik. Mi.: 12.10: Konzert; 17: Konzert; 16.20: Deussche Sendung; 20.10: Konzert mit Gesang; 21: Konzert. Do.: 12.10: Konzert; 17: Konzert; 18.15: Deutsche Sendung; 20.10: Lustiger Abend; 21.30: Lustspiel. Fr.: 10.60: Konzert; 17: Konzert; 16.15: Deültsche Sendung; 20: Konzert; 21.15: Konzert. Sa.: 12.10: Konzert: 17: Konzert; 18.16: Deutsche Sendung; 20.10: Operettemmüflk. Bratiflava, Welle 300. Mo.: 17.45: Konzert. Di.: 18.1-5: Konzert; 19.00: Me Bratiflavaer Burg. Mi.: 1«: Populäre Musik; 22.80: Leichte Musik. Do.: Vorträge. Fr.: 16: Konzert. Sa.: 18.15: Danzmusik; 16^0: Antike Malerei, Brünn, Welle 441,2. Mo.: 17.35: Deutsche Sendung; 19: Me tschechische Humoreske; 19.30: Der ungeladene Gast, LustspiÄ; 20L0: Lustiger Abend. Di.: 12,15: Konzept; 17.35: Deutsche Sendung.; 19: Konzert. Mi.: 17L5: Deutsche S«rdung; 19: Konzert; 16L0: Konzert mtt Gesang; 2h Ält-Brünner Blasmusik. Do.: 12.15: Konzert; 19: Kont. Fr.: 17.35: Deutsche Sendung; 19: Konzert; 20.40: Liedervortvag; 21: Tanzmusik. Sa.: 12.15: Konzert; 17.45: Deutsche Sendung; 19: Konzert; 20: GesangSoktett; 2t: Damburizzachor; 62.20: Mikttärnrusik. Warschau, Welle U1L Mo.: 18: Jazz; 20.30: Leichte Musik. Di.: 17.15: Konzert mit Gesang; 20.30: Opevettemnusll; 22:30: Jazz. Mi.: 17.15: Konzert; 2020: Konzert; 23L0: Jazz. Do.: 16: Jazz; 80.30: Konzert. Fr.: 18: Konzert «ü-t Gesang; 20.30: Konzert mtt Gesang. Sa.: 20.30: Konzert; 22.«30: Jazz. Wwder eine PiagiataMre. Gegen die amerikanischen Autoren des LuMieles „Zwölf Madel lernen yeiraren" welches an den Mener Karnm erspielen allabendlich zur Ausfikhrung gelangt, wurde von einem Wiener Schriftsteller, dem Verfasser eines Stückes namens „Ehesihule", die Plagiatbeschuldigung, erhoben. Der Dommrf gründet sich auf einige zufällige : Aehnlichkeiten-. (Der Nachweis allerdings, wie das nirgends verotzse ntlrchte Lustsviel zur Kenntnis der Amerikaner hätte gelangen können, dürste schwerlich erbracht werden.) Ein Beethovendenkmäl ln Paris. Aus Paris wird gemeldet: Unterrichtsminister Herriot hat im Bors de BincenNes das Beethoven-Denkmal eingeweiht, das vom Bildhauer Joseph de Charmoy geschaffen nurrde. Der Einweihungsfeier wohnten Vertreter des Seine-Depattements und der Stadt Paris bei. Alexander Jarays Modell zum Denkmal des SchausprelerS Josef Kainz, das diesen bekanntlich in ferner Meisterschüpfuna als Hamlet wiedergibt, ist von der Gemernde Wien für das Städtische Museum erworben worden. Japan verbietet Moliere. Vor kurzem hat die fapanische Zensur, die sonst tolerant ist, die Aufführung samtlicher Stücke Molieres untersagt. Zur Begründung wird angegeben, daß Möllere die Autorität der Eltern schädige, daß er im Streit mit den Alten stets die Partei der Jungen nimmt, daß er sich über die alten Leute lustig mache, sich für die Emanzipation der Frauen ausspreche, unhöfliche Dienerschaft austreten lasse, und über die Gekehrten spotte. Dre Verordnung ist aus der japanischen Theaterausfassung zu verstehen, die die Bühne als „Schule der Tugenden?^ betrachtet. Vereine. Vorträge und Versammlungen. Zionistische Bezirkssektlon XX, Jägerstraße 80.' Dienstag den 26. Juli, 8 Uhr abends, He rzl-Ge de nt fei er. Dst Gedenkrode hält Herr Dr. N. M. Gelber. — Verband der Nomsten-Revisionisten. Mittwoch, den 27. Juli, um 8 Uhr abends :m Cafe Metropol, 0. Bezirk, Berggasse 33, Vollversammlung. Tagesordnung: Kongreßwahlen. Auskünfte in Wahlangelegenheitein erteilt >das Sekretariat, 9. Bezirk, Berggasie 33, täglich' von 4 bis 7 Uhr. — Zionistische Jugendorganisation Bngittenau, 20. Bezirk, Jägerstraße 30/9. Heule, Uhr, Ausflug nach Hütteldorf. Gr,'te willkommen! Einschreibungen täcftich von 7 bis 9 Uhr abercks. Gerichtssaal. Nachspiele zum 18. Juli. Beleivigung ver Polizei. Dem OLGR. Dr. Fuchsig des Sttasbezirksgerichites 1 wurde heute aus der Hast der Monteur Otto Andersen vvrgeführt. Er überquerte am 18. Juli den Ring gerade zu einer Zett, als sich bei der OpernkreuMng die Be-rkehrsposten ab lösten. Beim ,AbschÄ>' reichten sich die beiden Wachmänner die Hände nnÄ Andersen M dazu gerufen haben: „SHaiut hin, jetzt reichen sie sLch d-«e Hände." Der Bezirksinspektor der E-isenstädter Polizei Franz Wild hörte das iutb veranlahte den eben abgelöfien Berkehrpvsten Andersen festzunehrnen. Andersen wurde sofort dem Landesgerichte eingeliefert, wo gegen ihn ein Verfahren wegen Vergehens des Auflanjses und der Ansreizung eingeleitct wurde. Nach Einstellung des Verfahrens beim Landesgericht wurde die ganze Sache dem <Ärafbezirksgerichte 1 abgetreten. Röcht er: Also, was sagen Sie zu dieser Anzeige? . iAngekl.: Ich bin ins Geschäft gegangen, und ivir haben über die Evqigmsst d-ehattiett. Ich habe so eine Aeußerung nicht getan. Wir haben über Schattendorf und so über die letzten Ereignisse gesprochen. Ich Hab gesagt: „Was sagt ihr zu diesen Mörderekün?" Es war übechaupt damals niemand auf dqr Kreuzung. Der Franz Wild war in Z rw i'l. Aus de« Theatern. De utsch« S Volk St he ater. Am 3. MMti^begümlMaz Adalbert, Berlins populärster Kiomtter, stntev der Gastspieldirektion Hans Kuhnert ein EnsemblrMsM in estrigen Mer beste» Ronen. JoYa»n--Si'trauß-Theater. Louise Kartousch uud Ernst Tautenhay« wurden für ein Gastspiel ift der Revueoperette „Die Ladt» vom Lido" von FldriaN und Dr. Robert Kätscher verpflichtet. » ' , , Theater in der Josef stUdä. Mittwoch, den 27. d., findet die Premiere des SchanspkelS „Die Kameliendanw" von Alexander Dumas ftls, deutsch von Franz Horch, statt. Die Rolle der Margerite Gautier stellt Elena Polewttzl-aja dar. Das W»ener Bürgertheater hat, wie «Gern gemeldet, seine Saison vovzeitza geschlossen. Gegemtzer den Rach» rrchten, wevhe die Schneßung, auf die Eintreibung der Lust, bawettSsteuer zurückMren, stellen die Betriebsräte deS Theaters fest, daß das Bürgertyeater jede gewünschte Erleichterung bei der Bezahlung der StemrrückstLnde erhalten hat. Durch eine Mirteilrmg de- T^tsthösterreichis-chtzn Bühnenvereines wird sestaesteM, daß am' Fveitag daS gesamte Personal deS Bürgertheaterden einstimmigen .Beschulst gefußt hat, wegen der in den letzten Wochen wiederholten Nrchtbezayiung der Gagen den Betrrev einKustellen. Wiedereröffnung des ApottoHeatevS. Direktor E ckyardt eröffnet Samstag» den M. Juli, die diesjährige Saison des ApolloLheaters mit einem auzwölf internationalen Starbestehenden großen Bariebeproammm. Dip Antrittspreise sind von 80 Groschen bis 9 Schilling festgesetzt. ,,Dw weiß« TkLwin im Retz der MüdchenWudWri". Diesestark reallsttsche Stück des erfolgreichen Wiener Autors Felix Fischer ging FreitUg in, der Rolandbühne zuui 26. Male in Szene und hielt das Publikum durch da-, interessante Thema den ganzen Abend in Spannung. Ein.« klagloje Darstellung verhall dem Stück zu seinem verdienen Erfolg. Rechter: Halten Sie es wirllich für sehr klug, in svkhen Zeiten so laut über dies? Ereignisse zu debattieren?' Mngekl.: Ms alter Sozialist habe ich da meiner Meinung Ausdruck gegeben. .Ach habe da die Hakenkrauzler, die Frontkämpfer gemeint, die unsere Leute ni^erschießen. Richter (streng): Me, politische Redtzn werden Sie mir hier keine halten. Mngekl.: Sie fragen mich doch' danach. > Richter: Zu wem haben Sie denn damals geflajd I Y, f O "w.- fprvkyenr Der Richter verlas hierauf die Anzeige gegen den Älugellagten und die polizeiliche Aussage des Anzeigers Md. Ms ihr ging hervor, daß, die Bemerkung des Angeklagten zwar in sehr lautem Tone erfolgte, jedoch keinerlei Aufmerksamkeit dar Passamten auf sich lenkte. ' Der Angellagte, der sett Montag früh in Haft ist, hatte eine Hastbesch we.rdv eingebrachtder aber von der Ratskammer des Landesgerichtes mtt Rücksicht darauf, daß er kein Geständnis ablegte, kein« Folgte gegeben worden war. Der staatsanwaltschastlichr, Fttnk- Der Richter beschloß zweM Einvernahme des Jnllagte wegen Beleidigung der Polizei, tionär zog die ursprüngliche Anklage zurück und spektors Franz Wild die VerhaMung zu vertagen und setzte den Angellagten gegen Gelöbnis auf freie» Fuß * Set beschlagnahmte Abend Am gleichen Tage saß beiin Doiruerbrunnen ofe Neuen Markt Leopold Zucker und las den „Abend", dessen ^Ausgabe an diesem Tag konfisziert war. Gr '-.ih einen Wachnrann.aus den in der Nähe stehenden Berj iäufer des „Abend" zubonrinert, der die BeWagnahsM VDl>WvN.W-. 78335000946209215132429^08935