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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-24 · Heft 3017 (24.7.1927) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3017 (24.7.1927)
Date
1927-07-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 301? Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitnng 2%. JuN 1927 Seite 7 k Licy Brenner Leopold Hilfreich Wien, ll. Verlobte. Echte Spitzen, neu und antik, Vorhänge, Decken Atelier für Spitzenausbesserung KQtjsti . Spitzenindustrle haf'^he in,,. Julie David S°^rr^/hnea Seilergasse Nr. 14 E Gallen-, Nierenmb Blasensteinkmnke, sowie Leute, die a« Übermäßiger Harnsäurebildung lei>den, haben die Pflicht, durch den Gebrauch 4*8 natürlichen „Franz-Mef"-B:tterwassers ihre Darmverrichtung zu regeln. Männer der ärztlichen Praxis haben sich nach Erfahrungen einerlangen Reihe von Jahren überzeugt, daß das Franz-Iosef-Wasser ein sicheres und äußerst schonend wirkendes, salinifches Abführmittel ist, so daß es auch Sei ProftakrhijpevtropHie empfohlen werden kann. StreU der Badenixen. Zm amerikanischen Seebade Miami sind die Badenixen in. den Streik getreten. Die Mode der Badekostüme erschien dem Büürgermeister zu wenig sittlich, denn die üblichen * Schönheitskonkurrenzen, die in den amerikanischen Seebädern Mährend der Sommersaisvn ausgetragen werden, haben die; jungen Damen dazu verführt, die Kostüme unten sehr kurz zu machen. Dafür sind sie oben um so ausgeschnittener. Zwar schreibt die Mode einen 'kleinen 'faltigen Aock vor, "der über dem Trikot getragen werden soll. Aber diese Forderungen der Mode erschien den jungen Damen für die heißen Tage nicht geeignet, zumal sie, dadurch gehindert werden, ihre schönen schlanken Beine der Welt zu zeigen. Sie zogen es darum vor, in Badegewändern zu erscheinen, die der Mode zwar nicht entsprachen, "dafür dem "schönheitsdurstigen. Ange - fast nichts zu loünschen übrig ließen. Da fuhr der Bürgermeister mit einem Machtwort dazwischen und erklärte, daß die Badekostüme dar Mode entsprechend mit Röcken versehen fein müßten. Die jungen Damen dachten aber nicht daran, sich dem strengen Gebot zu fügen und beschlossen, in einen ganz neuartigen Streik einzutreten. Bei einem der letzten Schönheitswettbewerbe glänzten darum alle Damen durch Abwesenheit, so daß die Herren um ihre Augenweide kamen. 'Zugleich ließen sie erklären, daß sie nicht eher wieder am Strande ersjhe-inen Mrden, als bis. das Verbot des Bürgermeisters aufgehoben würde. Am nächsten Tage er- -Wenen sie vom Hals bis. zu der: Fußknöcheln '.in..weite schwarze Gewänder gehüllt. Da das ganze Geschäftsleben am Strande unter diesem Streik litt und die Badesaison ein geschäftlicher Fehlschlag ersten Ranges zu werden drohte, mußte der Bürgermeister dem Drängen der Geschäftsleute nachgeben, die eutschilosfene Deputationen zu ihn: sandten, und sein Verbot wieder aufheben. Am nächsten Tage erschienen die Badenixen 'wieder siegesbewußt am Strairde. Und dir Badeanzüge waren noch drei Zentimeter kürzer geworden. Ne Mnmle einer ägyptischen Königin. Ein neuer kostbarer Fund in Aegypten. Aus London wird gemeldet: Westlich von Kairo Imrvde die Mumie, vermutlich einer ägyptischen Koni g i n, gefunden. Sie hatte fünf Halsbänder aus Brillanten und 18 goldene Und silberne Armbänder. Auf dem Kopf trägt sie eine Brillantenkrone. Eine Reihe weiterer -Halsbänder aus Saphiren Und Brillanten wurden in der Nahe der Muwie gefunden, Nach den Hieroglyphen dürfte die Mumie ungefähr 1000 Jahre alt sein. Es ist noch nicht festgestellt, ans welcher Dynastie die Königin stammt. Sie MechenerrShler arganisteren fich. Eine Gewerkschaft in der Türkei. Der orientalische Märchenerzähler, diese malerische Gestalt, die zum Bilde des Morgenlandes gehört und früher in allen Basaren und Kaffeehäusern eine andächtige Menge um sich vereinigte, ist in eine schwierige Notlage geraten. In Kleinasten wenigstens stehen die Geschichtenerzähler vor dem Verhungern und haben sich zu einer Gewerkschaft zusammen, geschlossen, um ihre Interessen gegen ihren grimmigsten Feind, den Rundfunk, zn verteidigen. Mich Eröffnung der großen Radiostation in Angora, die den Sender von Konstantinopel unterstützt und seine Nachrichten bis ins Innere des LandeS sendet, bleiben ihnen auch nicht einmal mehr die kleineren Dörfer, aus die sie sich bereits vor der sieghaften drahtlosen Welle zurückgezogen hatten. Die Märchenerzähler fordern, daß die FmrkgebüHren, die auf 30 Schilling festgesetzt find, bedeutend erhöht werden, und besonders berlangen sie eine empfindliche Steuer für die Kaffeehäuser, türkischen Bäder und Harems, in denen die Apparate ohne jede Gebühr eingerichtet find. Sie hoffen, wenn der Rundfmr! durch eine starke Besteuerung zu einem Luxusvergnügen gemacht wird, daß -dann der größte Teil des Publikums zu der altgewohnten Unterhaltung des Geschichtenerzählens zurüMehren wird. Schon di« Abnahme der Analphabeten in der Türkei und di« «Verbreit ring des Kinos haben ihnen dar Geschäft schwer geschädigt; nun will ihnen der Rundfunk den Rest geben. Die berühmten Erzähler, hie in den großen Städten beträchtliche Einnahmen hatten, hoben sich bereits in die dunkelste Provinz zurückziehen Müssen, wo sie für ein paar Pfennige die Menge unterhalten, nnd sie fürchten, daß bald das Ende dieser altorientalischen Kunst geschlagen haben wird. Bitte Statt ab fiottetiegettinn. In dem sardinischen Flecken B o r o r e spielte sich kürzlich eine Episode ab, die der Originalität gewiß nicht entbehrt. Und zwar handelte es sich um die öffentliche Auslosung eines jungen, bildhübschen Mädchens, wodurch einem jahrelangen Streit um ihre Person ein Ende gemacht wurde. Catarina Piuna, eine Sardinierin, hatte über fünfzehn Jahre bei ihrem Bruder in Amerika gelebt, bis sie vor einiger Zeit in ihre Heimat zurückkehrte. Hier wurde sie bald der Gegenstand der Bewunderung aller jungen Burschen, von denen sich besonders zwei um ihre Gunst bewarben, die — ehedem Freunde — bald haßerfüllte Gegner wurden, so daß es andauernd zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden kam, bei denen auch das Messer eine Rolle spielte. Das Mädchen, das sich für keinen der Leiden Bewerber entscheiden wollte, ließ schließlich, des ewigen Haders müde, durch einen Verwandten bekannt machen, sie sei gewillt, die Entscheidung durch eine Lotterie herbeizuführen. Der Einsatz, um den es ging, war sie selbst, und sie verpflichtete sich, den Gewinner zu heiraten, wenn er in guter Vermögenslage, gesund und nicht über dreißig Jahre alt sei. Selbstverständlich beteiligten sich auch die beiden Konkurrenten an dieser seltsamen Lotterie; doch Fortuna war ihnen nicht hold. Ihre Lose waren beide Nieten. Das große Los zog vielmehr ein reicher Grundbesitzer namens Contini, der, wie man munkelt, dank seines Reichtums in der Lage war, das Glück zu seinen Gunsten entscheidend zu korrigieren. Wie viele Wische Settttttgett gibt es? Jtt Köln wird, wie bekannt, im JcHre 1928 eine internationale Presseansstellnng stattfinvön, bei der auch die jüdische Presse mit einer Abteilung -vertreten sein wird. Dem Organisationskomitee dieser jüdischen Presseabteilung gehört der bekannte Bibliograph und Statistiker Joses Lin an; er erklärte über seine Ausgaben u. a.: Die jüdische Abteilung aus der internattonalen Presseausstellung soll so genau wie möglich das geistige Schaffen der Judenheit, soweit es sich in Zejitungen und Zeitschriften wider spiegelt, zum Ausdruck bringen. Die Aufgabe, dis Entwicklung der jüdischen Press« seit ihren An sängen bis heute darzustellen, ist nicht leicht. Heute umsaht die jüdische Presse der ganzen Welt etwa 4000 Zeitungen und Zeitschriften in dreißig verschiedenen Sprachen. An erster Stelle steht die j i d d i s ch e Sprache mit zirka 1600 Zeitungen mtd Zeitschriften, dann folgt das Hebräische mit rund 650, die deutsche Sprache mit etwa 550, die englische mit etwa '500, die russische mit etwa 200, die spaniolische und die französische mit je 100, Polnisch, Ungarisch, Holländisch je 50, Rumänisch, Arabisch und Italienisch je 30.' Alle Arten von Presseerzeugnissen, Tageszeitungen, Wochen-, Halbmonats- und Monatsschriften, politische, literarische, wissenschaftlich?, Unierhaltungsblättcr usw. sind vertreten. Es erscheint daher begreiflich, daß das Organisationskomitee, welches seine Arbeit streng wissen- ' schaftlich, vorwiegend mit kulturhistorischer Perspektive leisten will, vor eine nicht: leichte Aufgabe gestellt ist, in der es allerdings die Unterstützung der gesamten jüdischen Presse zu erhalten hofft. -! ,; Wien, 34. Juli. Ein eifriger Hufschmied. Gestern rannte ein Mann, ein mächtiges Hufeisen in der Hand, sehr erregt über den Praterstrrn, sprang die Stufen zum Tegetkhosf-Monument hinaus und erkletterte ein Bronzepserd des Monuments. Die Passanten sahen verwundert der merkwürdigen Arbeit zn nnd schließlich blreb ihnen vor Staunen der Mund offen: Der Mann befestigte mit Fleiß und Eifer durchaus sachgemäß ein Hufeisen — am Fuß eines Tegetthoff-Pferdes. Endlich erschien ein Wachmann »tnd stellte fest, daß Metallröffer laut österreichischem Gesetz nicht mit Hufeisen zu beschlagen sind. . Worauf der Mann außgefordert wurde, im Namen des Gesetzes, ferne Arbeit einzustellen. Er aber erklärte^ 'daß es ein Skandal sei, daß die Pferde der Helden von Lissa mit nackten Hufen herumrennen müssen. Und wollte feine Arbeit weiter fortsetzen. Am Cndp aber stellte es sich heraus, daß der eiftige Huffchmied irrsinnig sei und so I WIR bitten unsere Leser und Freunde, in Kurorten u. Sommerfrischen in allen Restaurants und Kaffeehäusern sowie in Lesehallen stets unser Blatt zu verlangen! ’ SPEZIALHAUS FÜR STRICKMODEN M. HOLZER VI, Mariahifferstraße Nr. 89 (neben Fiottenkirto) — II., Taborstraße Nr. 18 (Hotei National) Karlsbad, Alte Wiese WOLL'TRIKOT- JUMPER-KLEID IN ALLEN FARBEN S 35 - WASCNSEIDENSTRUMPFE S 5-90 mußte er unter dem Aufsehen der Menge nach der Irrenanstalt Am Steinhof Überstellt werden. Trüb und Regen. Me amtliche Wettervorhersage lautet: Trüb, zeitweise Regen, kühler, westliche VtS nordwestliche Winde. Geköpft. Aus Salzburg wird gemeldet: Gestern um 13.45 Uhr als der D-Zug 133 den Tunnel in der Richtung Salzburg passiert hatte, beugte sich der MaschinenfÜyrer des Zuges Rudolf Schöberl ju weit ans der Maschine, wöbet ihm durch die Visertkonstruktton der Lammerbrücke die Schäoeldecke abgerissen wurde. Er war sofott tot. IM Schlamm erstickt. Aus Neufeld an der Leitha wird uns' gemeldet: Der elfjährige Konrad Schober badete dieser Tage im Leithafluß. Plötzlich versank er im Schlamm des Flusses. Ein anderer Badender wollte ihn retten» wurde aber dabei vo» Hevzkrämpfen befallen und wäre beinahe selbst ertrunken, wenn er nicht von einem Dritten gerettet worden wäre. Der Lebensretter mußte in das Krankenhaus nach Wiener- Neustadt überführt werden. Der lljichrige Schober fand im Schlamm den Erstickungstod. Selbstmord. Gestern nachts hat sich die 62jährige Private Marie Mo ist ein, Schreygasse 16, wegen eines unheilbaren Leidens aus einem Fenster ihrer Wohnung in den -Hof gestürzt und blieb tot liegen. <§»n Librettist als Eifenvryndieb. „Giornale d'Jtalia" berichtet, ein bekannter Mailänder Publizist und Librettist sei unter der Anschuldigung ver- Publizist und Librettist sei unter der Anschuldigung veryarrer woroen, an namyasren mienvaynotevstayl.en vevetligt gewesen zu sein. -Eröffnung der amerikanischen HochMrkkurse. Diese Woche beginnen die von dem Am-erikd-Jnstitut ins Leven gerufenen Hochschulkurse in englischer Spräche dre heuer zum erstenmal an der Wienjer Universität abgehalten werden. Spenden für dre KinderrettungÄnMch«. Der Verband der Banken und Bankiers hat anläßlich der Kinderrettungswoche zehntausend Schilling, das Bankhaus S. M. Rothschild M n fta ufe Nd Schilling gespendet. ' : .;; .; V j; ■ HervarsaMmakum l» China. Wie aus Schanghai gemeldet wird', hat unterm 8. Juli der Gouverneur der chinesischen Provinz Honan eine Verordnung erlassen, in der allen heiratsfähigen Mädchen der Provinz befohlen wird, innerhalb der Frist, von zwei Tagen von dem Datum der Proklamation an gerechnet, . emen Ehemann zu finden, widrigenfalls die Behörde datzN schreiten wird, sie zwanMveife zu verheiraten. Ein Mmrn, der zum Kochen und Kinderhüte« verurteilt wurde. Eine eirllchieden originelle Auffassung vom beit Pflichten eines Hausvaters bekundete jüngst ein tverser 'Richter tu öer Stadt Oklahoma. Es lebte dasellbist ein Ire, namens Pairi-k Koans, mit seiner Frau und einer Schar blühender Kinder. Der gute PatrÄ hielt die Arbeit für ein unbequemes Ding, dem man lieber aus dem Wege gehen solle. Zwar behauptete er vor Gericht, er habe alles Mvgl'che getan, mn sich Arbeit zu verschaffen; jedenfalls aber saß er wochenlang, ohne einen Pfennm Geld zu verdienen, im Hause. Da die V-erhältmsse * einer Katastrophe zutrieben, beschloß seme wackere Frau, ihrem faulen Herrn Gemahl ein« Beschäft'aung zuweilen zu lassen. Kurz entschlosseu, ging sie aufs Gericht und stellte den Antrag, ihren Mann zu verurteilen, die Hausarbeit zu übernehmen, die Kinder zn pflegen und zu überwachen und'zu kochen, da sie selbst sich stark genug fühle, Arbeit zu finden, mit der sie -hre Familie ernähren könnte. Der Richter überlegte hm und her und kam schließlich zu dem Resultat, dem Antrag der Frau Koans flattzugeben. So verurteilte er denn den Hausvater, von jetzt ab im.Hanse die Rolle seiner Frau zu übernehmen und die gesamte Wirtschaft zu führen, wie es einer guten Hausfrau aez'eme. Ms der Richterfpruch M der Stadt bekannt wurde, tobte man allerorten die Entschlossenheit der tüchtigen Frau und vleie Geschäftsleute erklärten sich sofort bereit, ihr Brot und Arbeit zu verschaffen. Gbbr nnd Flut des Herzens. Die vielen, dis jetzt im Seebad wieder das Wunder der Ebbe und Flut beobachten können, denken nicht daran, daß es auch in unserem Körper solche Ebbe- und Flützetten gibt die sich aMäglich wiederholen. Auf diese regelmäßigen Vorgänge im Blutkreislauf nmcht ein eng- Ucher Arzt Dr. F. B. Shaw, aufmerksam. Er 'erklärt, daß die Fluäeit der weißen Körperchen tm Bütt gewöhnlich kurz nach Mitternacht einsetzt und dann wieder am Nachmittag. Diese Flutzetten des Blutes können rnit den Stunden des Essens und Schlafens, vielleicht abier auch ljttt dem Sonnenlauf und seiner Einwirkung auf die Erde zusanrmeuhängen. Ein anderer A«t hat kürzlich entdeckt/ daß Aerger das Blut süßer UfocQÜÜ Er brachte mehrere Versuchspersonen in Wut, nahm dann Blutprove« von ihnen und firnd in allen Fällen nach dieser Aufregung mehr Zucker in diesem Butt akS vorher. E Heilbad TatzmanySdorf, Im Ddvchsn Teile des S&ugen» landeS, steht unter den öj^rrÄHischs» Kurorte» otS Fraven- Heilbad zweifettos an erster Steve und nimmt MS Herzyeilbad den ersten Rmrg ein. Illustrierter Prospekt or^ Verlange«! durch bä» DirekKon des Heilbades ÄchMESdorf, Buxgenland. E Gewaltige Vorteile bietet Ihnen der diesjährige DÄ-Äa- Sommerräumungsverkcnrf. Beachten Sie Inserat Serke 10 mit . den unglaubttck billigen Prellen. - - l

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