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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-23 · Heft 3016 (23.7.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3016 (23.7.1927)
Date
1927-07-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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«eilt 4 Men, «Säfttttög 2i9IEDKk Tm.iiTW^wfnwwTJ^Bi 28. IM 1827 Ar. 80*6 Sommer- und Umbau-Verkauf zu Sansaflonsprelsen mf» Set Oitmnf Henrtz Fotvi. R ewy o r k, 21. Juli. Eine Versammlung sämtlicher j ück i s ch e n Bereinigungen hat nach längerer Aussprache beschlossen, die A b st i in m u n g Über den von einer Gruppe eingebrachten Antrag, in dem die Befriedigung darüber zum Ausdruck gebracht wird» datz Ford feine Stellungnahme gegenüber der jüdischen Rasse einer RMssion unterzogen habe, zu vertagen, bis Ford gezeigt Hecke» datz er sein Bedauern über die antisemittschen Artikel in seiner Zeitung ehrlich meine und seine Angriffe gegen die Juden nicht wieder beginne. Stt» Vtitnuig Setnnti UjOM. NeIvyork, 20. Juli. (I. T. A.) Die Newyorker jiddische TageSgeitirng ,The Day" (Der Tog) befragte Bernard Ghaw. welche Wirkung die Abkehr Henry Fords vom Antisemitismus nach seiner Meinung haben werde. Bernard Shaw bezweifelte in seiner Erwiderung, ob Fords Blamage die Antisemiten eines Besseren belehren werde und schließt: „Solang« eS Leute gibt» die von derartigen Geschichten leben, werden sie fortfahren, sie zu erzählen, bis das Publikum anfhört, sie att lesen." Sh AWrii-Prozeß mch«i«IAtIl« ttltMgi Newyork, 20. Juli. (I. T. A.) Der Beleidigungsvnd Gchadenersatzprozetz, den der bekannte Chicagoer Rechtsanwalt Aron S ch a p i r o gegen Henry Ford angestrengt hatte, ist durch einen außergerichtlichen Vergleich beigelegt worden. Ford zieht in einer öffentlichen Erklärung die gegen Schapiro in seinem Blatte erhobenen Anschuldigungen zurück und bedauert es insbesondere, daß erklärt worden war, eS bestehe ein „jüdischer Ring", durch den der amerikanische Landwirt ausgebeutet werden solle. Gleichseitig erklärt dir Zeitschrift „DearSorn Independent", datz die gegen Schapiro erhobenen Anschuldigungen nicht von Ford inspiriert worden waren. Schapiro. der bekanntlich auf eine Million Dollar Schadenersatz geklagt hatte, zog jeden Anspruch auf Geldleistung ßettens Fords zurück. Raumm (fflflttttt -Mtz s»a Dt. Berlin, 20. Juli. (I. T. A.) Der vom Raffen- ^ntssemiten Grafen Grnst zu Reventlow herausgegebene JJteidji§toaxi* gibt eine Uebevsicht über Henry Fords antisemitische Vergangenheit und schreibt: JSn judengegnerischen deutschen Kressen hat Henry Food vtÄfach einen 3duf genossen, den er nie verdient hat. ... Ford hat sich niemals bemüht, die Fudenfrage in ihren tieferen Gründen, im tieferen Sinne zu erfassen. ... So verschwindet denn Henry Ford im jüdischen Sumpf. ... Der Fall Ford zeigt schließlich wieder eine Wahrheit, die nicht oft genug ins Licht gestellt werden kann: der Kampf gegen die jüdische Pest bedingt völlige innerliche Echtheit. ... Der Fall Ford hat keine einzige Tatsache hinsichtlich der Judenfrage geändert. ... es handelt sich nur um die S-elbstenthüllung einer Persönlichkeit Mir untv<rhr hastig und als minier# w e-r-t-Lg." bei Setzet zmu Zote verurtM. P ariS» 28. Juli. (Havas.) Das Schwurgericht hat ÄuYot» der im August vorigen Jahres währeneiner Automobilfahrt m der Umgebung von Parifeine Freundin erwürgt und deren Leichnam in einer Strohtriste zu verbrennen verfncht hat, zum Tode und zu 56.000 FraneS Schadenersatz verurteilt. Absturz des Wien—Warschau. Ae PaMiere imverletzt. Wie der „Oesterreichische Presse-Dienst" mell>et, stürzte Sn 2t. d., nachmittags, das Passagierflugzeug des „A e ro- ,l ock" infolge eines MotovdefektS unweit LEin ab. Dem Piloten gelang eS tm letzten Moment, hie Herrschaft über die Maschine wiederzngewmnen, so daß die Passagiere unverletzt blieben. Aet Pilot erlitt eine leichte Kontusion. Die Fluggeugmsassen ichtm die Reise mit der Eisenbahn nach Warschau fort. Feuerwehr gegen Feuerwehr. - WMfttn itnat ein tnf nietet, Sur Pas sau wird ein miglaubl'.cher Borftrll berichtet» In dex Ortschaft J-likofen bei Friesheim brach ew le sächrZckchar B^raatd ans, der mit unheimlicher Schnellest kit um sich griff. Ein dreistöckiges Wohnhaus sowie ein großes ltallgedüud« und eine Schmer standen bereit» lichterloh in ilammen, als «e freiwillige OvtSfmerwehr und die einer iachbarsgemencke '.hre LSfchaktianon -beginmn wollten. Edvge Mimeten darauf war auch die Berufsfeuer, «ehr wo« Re^emSd-org am Brandorft eingetrosfen. « mm die Emdftmrurehrleute der Mowrspritze ansichtig ««de», »eriangwn sie stürmisch Here« Abzug «ch richteten ichae Gchlauchtinie« gegen die Bernftfemrwehr, da dich, Wie sie schrie«, ^chr" Feuer sei nud die Stadtseuerwehr nicht» kümmere. Bolle siebzehn Minuten dauerte dieser Angriff. In der Zwischenzeit bräunte» die drei Objekte vollständig «iedrr. _- — §. wiiinnii l. Tuchlauben 8 —^ 1* Bauernmarkt 2a Schotten-Waschseide für Kleider.8 3,90 Ia Foulard, schöne Muster, 95 cm breit 8 7.80 8 5.90 Japan-Pongis, alle Farben.. 8 2.90 Zeiden-Wasch-Marokain, 95 cm breit . 8 4.90 8 8.90 Herrlich gemustert. Crepe de Chine S15.-, S12.- S 9.— JffVe feidenstojRfe in /ufteffte/ien CudlUAten und xu mnawwn ftUIVten iheisen Waschwaren werden zur Gänze au sverkauft Benützen Sie den Vormittag zom Einkauf Reue Funde von Menschenkuochen in Berlin. Berlin, M. Julr. (Wolfs.) Bei AuSschachtuNgSaEeiten wurde Heute Meder eine Anzahl von Menschen» tnodjen zutage gefördert. Die neue Fundstelle ist der früheren benachbart. Die jetzt gefundenen Knochen unterscheiden sich in keiner Weise von den früheren. Me erinnerlich, war bei den ersten Funden da» Gerücht verbreitet worden, eS handle sich um verfcharriis Opfer der gegenrevolutionären Gtratzenkämpfe in Berlin. Sonnentinder- Besuch in der Tagesheimstätte der „Jüdischen Kinderfreunde". Wir hatten in der letzten Zelt wiederholt Gelegenheit, auf die ersprießliche Tätigkeit .des .Vereines „Jüdische Kinderfreunde" hinzuweisen. ES ist uns Bedürfnis, dies heute wieder zu tun, damit sich die jüdische Oeffentljchkeit ihrer Pflicht gegen diese jüdische Institution bewußt werde, die sich ihrer freiwillig übernommenen, wahrlich nicht leichten Aufgabe der jüdischen Oefsentlichkeit gegenüber in so mustergültiger Weise zu entledige» versteht. Es ist nicht leicht, an die dreihundert, im zartesten Alter stehende Kinder zu beaussichiigen, zu verpflegen, und es ist unendlich schwierig, neben den zarten Körperchen auch die zarten Seelchen zu bilden, jüdischen Geist in sie zu träufeln in einer Zeit Md in einer Stadt, in der alles, was jüdisch ist, nrit Haß und Geifer bespien wird. Nahezu dreihundert Kinder genießen durch diesen iVerein einen vollwertigen Ersatz für den GraßstpdMndern so notwendigen Sommeraufenthalt. Täglich werden sie von geschulten Pflegerinnen in der. Früh übernommen und mit der Straßenbahn m die Tagesheimstätte geführt, wv sie bis zum Abend verbleiiben, um dann wieder wohlbehalten ihrpi Eltern übergeben zu werden^ In prächtiger Sonne, herrlicher Last, bei guter Kost und liebevoller Wartung müssen die Kleinen gedeihen. Alan muß nur einmal zugesehen haben, wie hie pausbäckigen, braungebrannten Buben und Mädels sich auf ihren Liegestühlchen drehen und Mein, wie sie tanzen und hckräische Spiel« spielen, wie daS lacht und tollt » . . goldene Jugend, Sonnenkinder. ' Die ,jüdischen Kinderfreunde", dte im vorigen Jahre tn der „Weißau", in der Nähe des „Gänsehäufels" .untergebracht waren, mußten weit hinaus überswdeln auf eine herrliche Misse gegenüber dem Lainzer Bersorgungshaus, dt« ihnen isiabbiner Ft scher von semen mustergültigen Gartmbaukutturen überlasst»» hatte. Dort muhten sie in aller Eile, da ihnen dte WejHau .im letzten Moment von der Gemeinde Wien für die sc^ialdemokratischen Kinderfveunde «ntzogm wurde, eine neue Heimstätte errichten. Liegehallen wurden «reichtet, wasserdichte Zelte atzsyestellt und eine Brauseanlage installiert. Dort haben jetzt dte Wiener jüdißchen Kinder, deren Eltern Wert auf jüdisches Wh» legen, für einen Sommer bang Unterkunft gefunden. lieber Einladung des BorsWhoS das Vereine- ^Füdtsihe Knü>er freunde" besuchten dieser Tage die Herren DderraWuer Pros. CHajes, Vizssnästdent der KuUusgamein-e De. Löwe«. Herz, Kultusvorsteher Kommerzialrat Markus ußd der Sekretär der Kultusgemeitcke Meißner dftst Kinde»:Heimstätte und warm voll de- Lobes für dtest vorbttWche jüdische Jnpßtutw«. N. G. Kleine Nachrichten. Der SSMrtge Hilfsarbeiter Johann Belle«, Stzv» wsWatze 60| vmrde toi tm Bett anfgesunden. Die ffttti« MSvotWiltche Oeffnung der Leiche nmrde beantragt. Die Wührige Mscherin Aloisia Orgelme»stei: Mrnmkgasfe 13 hot sich gestern in der Waichkütze AreS WotzichauseS schmfte Brandwunden Lugezogen und muM schwer verletzt durch die RettungllgeselWast auf die KsiW Aqsi gebracht werden. Dur SSjcchrige Hilfsarbeiter Anton Machala ist dm HaWgettilah in HÄ Dre-dnerstraßs von einem Waggon KMesiltten und m sich mchMche RipperchrüGzu. Die RettungSgesellschast verband ihn und vrachte ihst in das Arbetterunkallspital. ' » Sitte 24 Sttttttze« lange Kurrwellensendlmg. Ern ExperiMM von großem Wett für die Akustik und Radwtechmk nrtrb das bekannte Labvratovmm Philips m den »rächsten Tagen vornehmen. Es wird' von dem Sender in Eindhoven (Hvllend) am Dienstag, den 26. Juli, um 11 Uhr 40 Mn. vormittags mit einer Kurzwellensendung begonnen, die ununterbrochen durch 84 Stunden fottgesetzt wird und am 87. Jntt, um 11 Uhr m Mn. abgeschlossen itrfrb. Der Zweck des Berfucher ist leicht emzuseh«n. Ts sott sestgesteM werden, welche Z^en im allgemeinen für di« verschiedemn 'Länder am besten für bke Sendung und für den Empfang am beste« sind tmb wann am deutlichsten lOTtO. Ts ltjitb denmach zweckdienlich sein, wenn aus allea Kreisen der RadioMnatenre an di« iauSsendende Stell« vd« an uns präzise Mitteilungen darübter gemacht werden, wßs die Km^wÄlenfendung empfangen nvurdte. Amerikanisch« Sler«v-BlSVfinn. Championat im HLiNdeürücken. In Gad. vefftm im. Staate Texas wohntuin gegen 60 Damen und Herren einer Barieteevorstelluwg Lei. Als Höhepunkt wurde ein Händ es chüttein - W ettü ewerb angesetzt, wobei die Herren im Zeitraum einer Mimrte so viel Damenhärcke als möglich schütteln mutzten. I. M. Parker gewann die Meisterschaft mit 74 Händedrücken. Cocktail-Rekord. Meldung der „United Preß" aus Nowyork: 162 Cocktails in zwei Stunden wurden von vier Passagieren der »MesoluLe" eingenommen. Der Rekord wäre sicherlich ein höherer jgSworden, wenn nicht das Material auSgegan.gen wäre. Die vis« Männer standen nachher alle aufrecht ^tekord im Schreien. Die Juger^ 'ilung der American Legion in Natchey (Mssissippi) vc». "tc eine Schreikonkurrenz als CLmr ihrer Ab- „stal. tung. Dem lautesten <A^»«r wurde eine hübscl'c '".''^iille überreicht. / R^en fommti ,f Die amtliche Vorhersage lautet: Trübung, zeitweise reg» nertsch Temperadm-radnahme, Westliche Wivde. Der Tod in dev Bergen!. Der vor drei Wochen als abgängig gemeldete Tourist Eduard App e l aus Wien, ist von der Rettungsexpeditwn Admont am 18. d^M. in der Hochtorgrupps tot aufgefunden Worhen. Appel ijst von der Festkogel-Nordwand abgestürzt. Seine Leiche wurde auf dem JohnSÜacher Friedhof beerdigt. G»n glücklicher FiWzng. «US Nowvorr wird berichtet: Mn Fischer auS Glon» cester (MaffachusetD) hat, 16 Seemeilen von der KWtz entfernt, einen Kkmnpen AmAra im Werte von 12.500 Dollar geborgen, ße mt auf die Fundstelle dadurch a#> nrcrtfom gemacht Morden, daß ein SMavM von MSven dort hin- und hechflog. Tragische GeSutt« Die Ae^te des St.-Joyn-Hospvals in ChikagL habe« einem neugeborenen Kind das Leben gerettet, nachdem dessen Mutter sieben Minuten vor der Geburt auf dem Weg nach dem Krankenhaus gestorben war. Die Aerzte operierten die tote Mutter, um das Kind, einen achtpfündlgen Knaben, zp retten. Die Operation ist gelungen. Das Kind wird am Leben bleiben. Änssolln» k»estch«ert die Feemvwärter. Nach einer Meldung auS Rom hat Mussolim auf Grund der von ihm angeardneten Nachprüfung des italienischen Wortschatzes entschieden, daß der Gwrauch von ^Wörtern tm allgemeinen überflüssig ist. Er beav- , in einigen Monaten «ne Steuer aus all« FremdeiuMfMren. ^die sich im Text-und tn den Inseraten der italienischen Presse vorfinden. Ferner hat er gemeinsvm mtt dem Marin^minister verfügt, daß künftig im^ Dienst de« Flotte, der Luftflotte und der draWvsen Telegraphi« alle Fremdwörter zu vermeiden sind. «fterWchtsaftentat eener Greeft«. MV Berlin nssrd ZL,neldetr I« der Mchr auf yr«s tag gab. dte A gah« alte Ehefrau Stierre auf ihren int Bett usaenden Memann. einem 78 Jahre atten Munr«:. drei SÄisse ab, von denen ihn zwei in den Kops trafen und schwer verletzten. Die Frau wollte hierauf t» einem Automobil flüchten, konnte aber noch rechtzeitig feWenvmmen^ werden. Uebcr dte Ursache der Tat befragt, (wB sie an, daß ihr Mann seine Neigung einer jüngeren Frau zugewendet habe. vmKMjn der „Wiener Modenzeitung' 44. Monatlich . . 8 5'— . Kö 22*— Dinar 60*— Wien und Oesterreich.......... T8ohecho8lowalcischo Republik. ..... Jugoslawien ... Polen« « «>, ... . » , ... i . i . »i» Zloty 61"" Deutschland ... . . Goldmirk 4*-» Pallsttua ................... eh 4 — England .ih 4 --- Frankreich, Belgien ......... . Free. 3Z* I Italien .. Lire 20 — Rumänien ........... ........ Lei |?0*' Bulgarien ........ ......; ..Lewa Amerika .*••••*•«••«*#••*• Dollar Schweiz uoch das Übrige Ausland , . . . , Franken Oesterr. 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