Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3015 (22.7.1927)
- Date
- 1927-07-22
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8015 SBien, .eitet Morgenzeitun^ Seite 7 2. Juli 1927 sich „Palästina und Diaspora" betitelt: „Das, tv-as Palästina Euch gibt, nehmt Ihr als etwas, das Ihr Euch redlich verdient habt, nicht wie eine Tatsache, die ohne Euren Willen geschehen ist, Ihr bewertet diese Tatsache auch nicht' vom Standpunkte des jüdischen Staates. Seit wann habt Ihr denn den Sinn ffttf einen Audenstaat erhalten? Fremde Staatsrntevessen -versteht Ihr sehr wohl. Am Völkerbünde waren es erst Anden, die die Freiheit Litauens verteidigt" und geschützt haben. Unseren eigenen Staatsgebanken, btt so schwer erkämpft wurde, beschimpfen und bespucken wir in allen Städten und Städtchen. Für alle ist Palästina nur ein Traum. Wer von Euch begreift denn die einfache Wahrheit, daß heute, da Völker sich opfern und ihr Leben! hergeben fürdie Befreiung des Vaterlandes, auch wir etwas fßt die Verwirklichung des jüdischen StmUsgedankens tun müssen? Es wäre sicherlich einfacher, wenn uns gebratene Tauben in dm Mund geflogen kämen, wenn wir nicht selbst Städte bauen, Fabriken errichten, Dörfer «liegen, Kolonisten anfiedeln, ungeheure Flächen trockenlegen, Schulen bauen müßten. Ich glcücke es Euch ohne weiteres, daß wir, wem wir ein von anderen Völkern errichtetes Heim bekämen, dorthin in einer noch viel größeren Zahl als im Jahre 1025 nach Palästina laufen würden. Mermüs ist von uns behauptet worden, baß alles bei uns gut Und schön ist, aber wv hätten wir die Schule besuchen können, um UNS jene Kenntnisse anzueignen, damit wir dtfe Arbeiten fehlerlos durchführen? Verlangt von den wenigen Juden, die beim schweren Rad stehen und «S drehen, näht Unmenschliches." * ®fe Berernigung radikaler Zionisten veröffentlicht in dev zronisttschar Presse folgende Erklärung: In einigen Länd«n ist Dr. Weizmann als Lisienfühver der WahlvorschlSge für dm 15. Kongreß aufgestellt, so in der Tschechoslowakei für bas linke Zentrum, in Oesterreich für eine sich „Pro Agency — Mo Weizmann^ nennende Wuppe. Dunh dieses Vorgehen stellt sich der Präsident der Organisation in den unmittelbarm Wahlkampf Und deklariert sich als Führer einer bestimmtm Parteigruppierung .der Bewegung. Dadurch wich die so sehr notwendige Versachlichung des Wahlkampfes und die Herbeiführung einer prinzipiellen Stellungnahme des Wählers nach unserer Meinung erschwert: in jedem Malle halten wir eZ für geboten. schon jetzt mit aller Deutlichkeit ftftzustellen, daß Doktor Weizmann damit die einem Präsidenten der Organisation im Wahlkampf gebührende Stellung über den Parteim aufgegeben hat, und daß sowohl er wie seine Anhänger nicht mehr beanspruchen können, daß seine Person außerhalb b Auseinandersetzungen des Wahlkampfes verbleibt. » Im „Nowy(Krakau) schreibt Dr. OsiaS Thon unter dem Titel „Womit gehm wir zum Kongreß?" u. a. folgendes: I Worin bestehen die Fehler, die bisher gemacht wurden? Es ist bekannt, daß ein beträchtlicher Teil der Organisation, z. B. in Amerika, dm Grund der Fehler inj der Mrbeiterjvirbschaft sucht- Dieser Teil will die Reform mit einem Rüötzug von dieser bisherigen Linie unserer Arbeit beginnen, die sich hauptsächlich auf den Chatu? — äuf den Arbeiter — stützt. Ich wünsche mit meinem ganzen Herzen, daß UnsereGruppe sich nicht dazu hergibt, diesen We g zu betreten. Der Thal uz-Arbeiter, bei 100prozmtige Idealist, der bereit und fähig ist, die schwersten Opfer Kn tragm, muß auch weiterhin die UnerschÄterbrre Grundlage unserer Arbeit bilden. Wenn wir einen Mick auf die Geschichte jeder Kolonisation werfm, werden wir sehen, daß das geeignetste Kolonisationsmaterial von Desperados, die nichts zu verlieren haben, oder von Idealisten, dia die Leidenschaft eines große» Ideals ergriffm hat, gestellt wird. Die Desperados sind nicht immer ein verläßliches Element; übrigens haben wir keine und wollen wir keine Desperados haben. Doch haben wir eine Fülle von Idealismus und von Idealisten. Ich verstehe, es wohl, daß dieses Maetrial nicht das beste und nicht das prakttscheste ist. Aber ich bin der Meinung, daß es baS sicherste und dauerhafteste Material ist. Diese Wgenschaften sind für uns die wichtigsten. Es ist mir ganz klar, daß das Bauen mit einem solchen Material nicht in sehr schnellem geschehen kann, aber Sichrrheit und Dauerhaftigkeit wichtiger als Eile und schnelles Tempo. Und wir dürfet auch nicht vergessen, daß wir doch ein jüdisches, d. h. ein hebräisches Palästina bauen wollm. WOQQMQeOOWQCWeWOQOOOWQOQWeQWQMWMQQCQOOOOOOCWWeOOWOOOOOOOWOOOOOCt Von der Organisation Vollkommene Verwerfung des EmigrationSgedankenS. Ablehnung der Panik- und LiquidattonSstimmmrg, da die Kris« zu «inem großen Teil nur durch Mange! an Voraussicht, Organisation und Anleitung seitender Cxekutive-u nd.threr Institutionen eingetreten ist. Feststellung, daß die Krise durch Anstrengungen im Galuth, durch Konsolidierung des Bestehmden und durch Erweiterung der Arbeitsgrundlagen überwindbar ist, und daß auf diese Weist auch eine neu« Masssuetnwandernng vorbereitet werden kann, Anerkennung dev Forderung nach Revision und Reypgauisatiou. Erwartung, daß die neutral« Palästina- KomMission ebenfalls zur Reorganisation 'beitragen und ge«« Pläne für die SiMungsarbeit ln dm nächsten gchvor anSardeileu wird. Das Programm bringt am Schluß detaillierte PvrsDtze fgr die edyelnen ZiSeige dev zionistischen Arbeit. Revue dker Preise Der Leiter des Landwirtschaftlichen Departements b*t MrÜeitewrganijattorr in PMstina Jehuda Ehvrin äußert sich im Warschauer über den Ausschwung in der Wangmigstätigkeit der Juden Palästinas wie folgt: „Für dm Ausbau Palästinas ist eine Koordinierung des jüdischen Kapitals mit der jüdischen Arbeit unbedingt erforderlich. Das landwirtschaftliche Departement hat daher im Einvernehmen mit der zionistischen Exekutive Vor wenigen Monaten ein Amt geschaffen, welches sich zur Aufgabe gesetzt hat, die Durchführung verschiedener Pflaw- ANngsarbeiten, sei es für solche, die rm Lande bereits find, sei es für solche, die noch derzeit im Auslandes wohnen, aber in Palästina Boden besitzen, zu übernehmen. Das Amt ist in. der Lage, die volle Garantie zu gewähren, daß die Arbeiten, die übernommen weiden, reellst imb im Interesse der Arbeitgeber durchgeführt werben. Auf Ungefähr 1500 Dunam führen wir bereits solche Plantagen um einen Betrag von 10.000 Pfund durch. Wir haben auch Aufträge der Regierung sowie der $ica, übernommen; außerdem werden jetzt mit E verschiedenen Gesellschaften Verhmcklrmgen gepflogen, speziell' mit solchen Ms Amerika, um Ms ihren Boden Orangenbäume pflanzen zu können. Auf AnregUmg her Herren Fürst aus Eanada Und Ehankin Ms Palästina wurde «ine. Gesellschaft mit einem Kapitel von 100.000 Pfund gegründet, welche Orangenplantagen anlegm und sie sodann mt Privatpersonen verkaufen will. Auch di? Pica entwickelt in der letzteren Zeit eine größere PflanzungstätVkeit, sp^iell um ihren. Boden in,Mahra/^ (Samaria) auszunützen. Auch Dr. Brünn hat eine ähnliche Gesellschaft ins Leben gerufen, die schon den Boden angekMst hat und ihre Tätigkeit erst bann aufnehmen will, sv- 8all> ein Kapital von 40.000 Pfund beisammen sein wird. Zirka .6000 Dunam sind im letzten Jahre bepflanzt worden. Heute dürfte die mit PtantaMr versehene Fläche, die im Mischen Besitz ist, ungefähr der 'der Kräder gleichkommen. Der PflanzUttgStäDkeit droht «ins igewiffe Gefcchr ganz'eigener "Art: nichts daß Wir den Muckt' verlieren ober daß die Preise fchlen' könnten; die ^Gefahr besteht darin, daß durch die erhöhte und manchmal überstürzte Tätigkeit weniger' Mf die Spezialität Und auf dik Güte der gezüchteten Orangen Gewicht gelegt werden'könnte. Wir Mett aber den Markt nur durch unsere besonders gNte Qualität! der Orangen erobert. Die Orangen, die bisher fast 'ausschließlich nach England gegangen sind, haben sich bereits in Mitteleuropa ein. Absatzgebiet erobert'. In der allerletzten Zeit beginnt Mch der Export Von DafeltraUben. Jnitevefsant ist, daß die WlMna-Regierung beschlossen hat, probeweise Mf eigene Rechnung einen Waggon DaseltraUben nach England zu versenden. Mich Bananen, bei denen man nach IWauf von. zwei Jähren nach der Anpflanzung WÜchte bekommt, werden jetzt sehr häufig gezogen." Im ,Mvmentt< iöenäfct sich Sch. DscherNvwiitz W einem offenen Schreiben an die Juden Polens, welches Re Wahle» mm 18.3ioniste»ko«sreß Die Haupturahlkommisiion hat beschlossen: Die Wahl der Kongreßdelegierten wird für Dienstag, den 9. August, in der Zelt zwischen 6'und S Uhr abends, festgesetzt. (Im Wahllokal 2. Bezirk, Malzgasse IS, von 4 bis 9 Uhr.) Die Frist zur Einbringung von R e k l a m a t i o n t n wurde ÄS zum 29. Inch 7 Uhr abends, verlängert. Sie sind fchriftlich bei der Haupirvahlkammisfrön,, 1. Bezirk, Kärntnerstraße 28, eknzubringen. Die Wählerliste» liegen an dieser Stelle auf und können auch bei den zionistischen Bezirksscktioneu eingesehen werden. Die Hauptwahlkommission hat folgende Wahllokale in den Wiener Bezirken festgesetzt: 1. Bezirk, Kärntnerstmhe 28 (Zionistisches Bureau); 2. Bezirk, Malzgasse 12—14 (Sendath Sabach); 2. Bezirk, Jnngstratze 8 (Zionistische Sektion Prater); 3. Bezirk, Löwengasse 36, Cafe Lovrana (Souterrain); 4. Bezttk, Margaretenplatz i, Termssen-Cafe; 6. Bezirk, Dennoplatz 1a (Zionistische Sektion 6-78); 9. Bezirk, Berggasse 33, Cafe Metropol (Souterrain); 10. Bezirk, Humbolbtgasse 25 (Wintertempel); 14. Bezirk, Herklotzgasse 21; 18. und 17. Bezirk, folgt; 18. Bezirk, folgt; 19. Bezirk, Billrothsttaße 49, Safe Döblingerhof; 20. Bezirk, Jägerstraße 30 (Zionistische Sektion 80); 20. Bezirk, Leystmße 83 (Zionistische Sektion Zwischenbrücken). Die Hauptwahlkommissio». / BorschlSge für die Kougreßdelegierteowahl. Innerhalb der durch das Wahlstatut festgesetzten Frist sind folgende Wahlvorschsäge für die Wahl der Delegierten zum 16. Zionistentzrngreß überreicht worden, die hiemit in alphabetischer Reihenfolge der Listenbezeichnung veröfftutlicht werden: t Hitachdnth: Dr. Ehaim Tartarower, Beamter, Men, IS. Bez., Silbergasse 33; Saul W ei n r e b, Beamter, Men, 3. Bez., Lassallestraße 38; Erna Haber, Lchrerm, Men, 2. Bez., Ausstellungsstraße 45; Jehuda Meilen, Lehrer, Wien, 3. Bez., WolfgMg-Schmälzl-Gasse Nr. 10. 2. Mud tabmitt Zionisten: Dr. Leo P old Hamm er. Rechtsanwalt, Men, 9. Bez., Roßauer Lände 33; Dr. Israel Wald mann, Rechtsanwalt, Men, 1. Bez., Dovlhoffgasse 7; HanS Kandl, Beamter, Men, 1. Bez., Wiestngerstraße 6; Zwi Wie selb erg, Student, Wien, 9. Pez., WWringerstraße IW. 3» MiSrachn Dr. Samuel Rappaport, Großgrundtzetttzer. Men, 4. Bez., Lambrechtgasie 9; Abraham L ö w, Fabrikant, Wien, 8. Bez., Pfeilgasfe 2V; MoseS Groß, Verleger, Men, 2. Bez., Heinestraße 16;, Viktor Baumrnger, Kaufmann, Men, 7. Bez., Kirchengasse 44. 4. Poaie Zion: Abraham Perelmutter, Siedler, Ejn Cyarod (Palästina), zurzeit Men, 9. Bez., Marktzeichnete Karikatur Ms. Seine Grobheit war sprichwörtlich, wuvde ihm aber stets, vergeben, denn man merkte die Absicht und wurde versöhnlich. Gr war ein guter OrgMisator der österreichischen Bewegung, big ihm diel zu danken hat. Er war die Seele des innerösterreichischen DisrriktSkomiteeS, einer der Emberufer des Olmützer Parteitages, der ersten Delegiertenversammlung der altösterreichischen Zionisten im Jahre 1900. Bon ihm ging die Idee der Gründung von Palästinäämtern aus. Seiner Hand. entstammt sogar die Zeichnung der ersten NationalfondSmarke. Er ivar überall dabei, gründend, organisierend^ helfend, beispielgebend. Der Tmum seiner Träume aber ivar. und blieb der jüdische Nationalfonds. Er hat in Wien unter den schwierigsten Verhältnissen auf dem Gebiete dieser bedeutenden jüdischen Jnstution aller Zeiten Hervorragendes geleistet^ Um dem Nationalfonds zu dienen, gab er seinen Beruf auf und übersiedelte nach Haag. Der Ausbau der BersicherungStätigkeit des jüdischen NaiionalfondL ist sein großes Verdienst und gerade hierin zeigte sich sein weiter Blick, der ihn im Streite der Meinungen recht behalten ließ. In diesem Zweige des Keren Kajemerh ist er noch Lizum heuttgen Lage im Heiligen Lande tätig. Er ist also heute fünfzig geworden. Wie sagt nur der eingangs erwähnte Jehudah ben Theima in s«in«n Aphorismus?: .Mit fünfzig wird man Ratgeber." Hövur wir Mf ihn! Er hat Glauben und Erfahrung. Hätten vjr Auszeichnungen zu vergeh«:, ioürdeich v-^chlagen: nennen wir ihn zum zionistischen RM Wien, 30. Juli 1987. Dd. «Md «»um«. S. M. 3weis. zu Meui so. seuurtslus. Richtet man sich nach dem behrnnten Aphorismus jenes Jehudah Len Theima in Pirkei Awoth, so könnte man^ sagen: An. seiner jugendlichen. Kraft gemessen, erscheint er^ als ein Dreißiger, blickt man aber auf die segensreiches Arbeitssülle seines Lebens, würde man ihn . auch für ernenn Siebziger halten. Da aber bekanntlich die Wahrheit in der' Mitte liegt, so ist er heute fünfzig geworden. Am liebsten möchte man bei ihm, wenn Mch im umgekehrten Sinne, diel Wendung des Rabbi Elasar ben Asarjah in der Hagadah gebrMchen: Es ist, als wäre er fünfzig. Er ist kein Durchschnittsjubilar. Aus jener kleinen. Gruppe Herzl-Zionisten, die der nationale GedMke beleuchtet, Leseelt und begeistert hat. ragt er, um ein biblisches Wort zu gebrauchen, von der Schulter aufwärts her-' vor. Durch feine von sittlichem Ernst erfüllte Persönlichkeit, durch die restlose Hingebung an das Ideal, durch die bereits geschichtlich gewürdigten Leistungen, durch die schon so oft hervorgehoben« McksichtSlosigkeit in der Erfüllung der Pflicht gegen sich selbst und gegen seine Mitarbeiter an der jüdischen Renaissance. Das ist aber nicht alles. Was wir an ihm tief bewundern, ist der unverdrängliche. unbezwingliche Wille, sein Leben mit der nationalen Arbeit zu identisizieren. Dies« Kraftquelle ist nicht jedem gegeben. Zweig schöpft Ms ihr vom ersten AugeMick seiner zionistischen Bekehrung bis Mf den heutigen Tag. Die nattonale Arbett als Nebenbeschäftigung hätte ihm nie Befriedigung geboten. Wohl war sie es für ihn nie, Mch nicht zur Zeit.! als er« ein junger Rechtsanwalt, am AufvM des Berufes j und der Häuslichkett tätig war: Der nationale Dienst gmg stets voran. Der ANag aber störte ihn und er duldete keine profane Arbeit neben semer nationalen Betätigung. Er wachte über sich selbst und eiferte gegen sich und kämpfte solange gegen sich an, bis der Alltagsmensch in ihm unterlag und der nationale Arbeiter siegreich aus dem Kampfe tzevborging. Damtt hat er die Harmonie seines Lebens hergestellt und der unverdrängliche und unbezwingliche Wille, der sich durchgesetzt hat, ist ihm zur Welt und Vorstellung geworden. In seinem Gehirn gibt es wohl nur einen GedMkm, in seinem Herzen nur eMen Schlag, und das ist — Zionismus. Dieses Gebot erfüllt er biblisch: Sitzend daheim, gehend am Weg, liegend im Bett sind erwachend aus dem Schlaf. Gedanke und Begeisterung allein tun's nicht, sie blechen ein unfruchtbares Mernpaar, wenn ihnen nicht die Arbeit, als Kind entspringt. Zweig ist immer ein Arbeiter äuS ileberzeugung Und Begeisterung gewesen. Schon im ersten zionistischen Ländeskomttee, wo ich selbst unter dem Bovsitz Kvenbergers als Schriftführer tätig war, hat er die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Er war .dort der Mahner, der Bohrer, man fürchtete sich vor seinen sarkasttschen Urgenzen, vor dem spitzen Pfeil seines Wortes, Seine Vorwürfe waren klassisch und unwiderlegbar, denn schon damals pflegte er jedes Wort seiner Mitmenschen/ wenn es sich Mf ziorüstifche Dinge bezog, in sein Nottzbuch zu stenographieren. Gr ivar daher immer in der Lage, sein Vorbringen sozusagen prowkollarisch zu beweisen. Er war voller Idee::, verzweifelte nie an der Durchführbarkeit seiner Entwürfe und goß seinen ätzenden Spott über die | Skeptiker MS. Dort, wo das Wort versagte, half die ge- |