Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3014 (21.7.1927)
- Date
- 1927-07-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3014 Wien, Donnerstag Wiener Morsen-eitans 91. Juli 1927 Seite 5 Das Ergebnis unseres Kreuzworträtsel- Wettbewerber. Gestern fand in den AdministrationSrLumen der „Wiener Morgenzeitung" die Auslosung unseres RätsellvettbewerbeS statt. ES zeugt für die große internationale Verbreitung unsere» Blatte», daß sich unter den Gewinnern Leser aus fast allen Ländern Europas befinden. Biele Tausende hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt und die fünfzig glücklichen Gewinner dürfen dem Zufall danken, daß sie auSerwählt wurden. Di« Ziehunng fand in Gegenwart einer Kommission und zahlreicher Teilnehmer an der Konkurrenz statt. Nachstehend veröffentlichen wlr die Gewinnerliste: 1. Eine Bibliothek von 300 Bänden: R. Buller, Radauti, Rumänien. 2. Eine Gratisreife nach Palästina: Paul Hochwald, Wien, 3. Bezirk, Obere Weitzgärberstratze 5. 8. Fünf Dunam Land in Palästina: Rena Bloch, Wien. , 4. Ein Kaffeeservice für vier Personen: Fabian Hermann, Graz; 5. Ern D'-erstmice für sechs Personen: Fanny Br ad, Reichenberg; 6. Drei Meter Seide: Jacques Salzer, Wien, 9. Bezirk, Severingasse 3/8; 7. Gin Weinservlee für sechs Personen: Oswald Eimer, Wien; 6. Drei Band« Grätz' ,/Geschichte «der Juden" und Sven Hedins „Palästina": Dora Schächter, Wien; 9. Ein Mokkaservice für sechs Personen: Gustav Austerlitz, Wien, 2. Bezirk, Krummbaumgasse 6; 10. Ein Weinservice für sechs Personen: RoSl Lampl, Brno: , 11. Drei Bände Grätz' „Geschichte der Juden" und zwei Bünde Herzls „Feuilletons": Simon Schiffmann, Wien, 2. Bezirk, Obermüllnerstraße 15/14; 12. Ein Bierservice für sechs Personen: Dr. L. Berariu, Cernauti; < IS. Ein Jahresabonnement der „Morgenzeitung": Schleien, Wien, 20. Bezirk, Dresdnerstraße 140; 14. Sven HeddinS „Palästina": Gisela Seid m ann, Wien, 6. Bezirk, Mariahilferstraße 19/21; ■t. 15. Zwei Herrenkrawatten: Ing. Ernst Schisfere», Wienr!'■: 16. Ein Halbjahresabonnement der „Morgenzeitung": Maria Blianoviei, Cernauti; l 17. Drei Bände Grätz' „Geschichte der Juden": Hanni Besher, Wien; 16. Ein Mottaferviee für vier Personen: F. Karpen, Prostejov; . f 19. Zwei Bände Srolem Alechim: Alfred Engländer, tzbrakvw, Dieilowska 97; 20. Eine Deflertgerrnttur für sechs PerftMm: Benzivn Lüzar, Wie n, 7. Bezirk, Neusttftgasse 70; 21. Zwei Bände HerzlS „Feuilletons": >Sdmy Retter, Cernauti; 22. Eine Flasche Eau de Cologne: Josts Läufer, Brünn; 28. Eine Kompottgarnitur: M. F r i e d m a n u, Wien, 2. Bezirk, Am Tabor 22, 4. St., T. 27; 24. Ein Band Böhms „Die Zionistische Bewegung" und ein Band „Sippurim": A. Schlesinger, Troppau; 26. Eine Likörgarnitur für sechs Personen: Salo Sternlieb, Sueeawa; 26. Gin Halbjahresabonnement der „Morgenzeitung": Alice Brenner, Wien, 2. Bezirk, Praterstvaße 23; 30. Ein Jahresabonnement der Zeitschrift „Palästina": Leopold Schörpner, Brünn; 31. Eine Likörgarnitur für sechs Personen: Josef Hirsch, Wien; 32. Eine Herrenkrawatte: Hilda G'pstein, Wien; 33. Etn Band „Sippurim: Mirjam Scha pira, Wien; 34. Ein Band Strucks ,^>stjüdischeS Antlitz": Emanuel Sa mlaie, Zemun; 95. Etn Jahresabonnement der Zeitschrift „Palästina": Professor Dr. H. Pollak, Jglau; 36. Eine Desstrtgarnitur für sechs Personen: Mihvot S vrljuga, Bjelovar; 37. Eine Kompottgarnitur für sechs Personen: Karl Glvsinger, Ossivek; 38. Ein BandGtruckS „OstjMscheSAntlitz": Julius Syrvp, Krakow; 39. Ein Band „Sippurim": Zangen, Scheveningen; 40. Ein Band Böhms'„Zionistische Bewegung": Redols F ischer, Triefte; 41. —50. Ein Vierteljahr-Abonnement >der „Wiener Morgenzeitung": Leo Braunstein, Wien; D. Kassier, Wien, 20. Bezirk, Allerhe'.ligenplatz 12; Karl Bermann, Wien; E. Elfusi, Wen, 9. Bezirk,. Liechtensteinstraße 94; Robert Behar, Sofia; Adolf Korn, Cernauti; Irene Steiner- Wie it> 3. Bezirk, Traungasse 4; S. Großmann, Wien, 3. Bezirk, Baumanmstraße 8/15; Dr. M. Ru tte r, Wien, 2. Bezirk, Mißbachgasse 11/16; M. Spiegel, W >' en. * . Di« Preise können, in der Zeit vom 1. bis 6. August 19 2 7 in der A d mn i st r a t r' o n der „Wiener Morgenzettung", Wien, 3. Bezirk, Taborstraße 1—3, behoben werden. Dine Zusendung der Prämien ins Ausland kann nur auf Kosten und Gefahr der Gewinner erfolgen. ^xxxxxxxxxrvexxxxroexxxxxxxxxxxxxcxrvcxxxxxivcxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx) Mischer Leben. De. tzgo» Michael Svelg Sb Sahre alt. Heute begeht einer der besten österreichischen Zionistin, Dr. Egon Michael Zweig, seinen 50. Geburtstags Er war einer von den vielen jungen Studenten, die dem Ruf Herzls folgten, als er die Fahne des politischen Zionismus entfaltete. Ter junge Student, der aus.Proßnitz gekommen war, stand Md iw der ersten Reihe der zionistischen Bewegung in Oesterreich; denn Egon Michael Zweig war überall zu finden wo es Arbeit gab und es ging ihm niemals um die äußerliche Betätigung idealistischer Begeisterung, sondern stets darum, den inneren Kern des neuen jüdischen Lebens zu erfassen, welcher in der zionistischen! Bewegung liegt. Mt jener unbeugsamen Hartnäckigkeit, .die ihm seit je zu eigen ist, hat er jede Arbeit, die zu leisten war, peinlich genau durchgeführt, keine war ihm zu kleinlich, zu gering, aber auch keim zu schwer. ' . Ter äußerlich trockene Arbeitsmensch Zweig hat . aber ein anderes Gesicht: das des ernsten Systematikers. Es gibt wenige Menschen in der zionistischen Bewegung, welche es wie er erfaßt haben, daß zu jeder Bewegung, zu jeder Antriebskraft ein organisches Element gehört, häs methodisch und systematisch aufgebaut werden muH, um gerade die Kraft, der es dient, wirksam zu machen. Dr. Zweig war wahrend seiner Wirksamkeit in Oesterreich der beste Systematiker des organisatorischen Aufbaues im österreichischen Zionismus; er hat, als der jüdische Nationalfonds begründet wurde, die Sammeltätigkeit mustergültig aufgebaut; er hat das Kultusgemeindeprogramm der österreichischen Zionisten entworfen, das noch bis heute Geltung hat. Daneben aber übte Doktor Zweig in Wien seine advokatvrische Tätigkeit aus. damben war er bei allen Aktionen des Zionismus aktiv tätig. In allem aber hatte er ein Ziel: Palästina. Und als sein zionistisches Liebkind, der jüdische Nationalfonds, sein Hauptbuveau nach Palästina verlegte, da konnte Dr. Zweig, nachdem er während der ersten Kriegsjahre, als die starke Wanderung nach Palästina über Wim einsetzte, durch den organisatorischen Aufbau des Wiener Palästinaamtes Mustergültiges geleistet hatte, seimn Herzenswunsch erfüllen und arbeitet bis heute hingebungsvoll für den jüdischen Bodensonids auf jüdischem Boden. Mittett in seiner stets vielfältigen und schweren «Arbeit sinbetz Dr. Zweig noch immer 'Zeit, seiner 'Feder ebenso kenntnisreiche wie liebenswürdige Schilderungen des palästinensischen! Lebens zu entlocken. Und es ist für die „Wiener Morgtznze!- tung" stets eine Freude, wenn sie xfywx Lesern einen Aufsatz Zweigs darbieten kann. \ Fords Ausgleich mit Schadlro. Berlin, 19. Juli. Aus Chicago wivd gemeldet: der Angelegenheit der Berleumdungsklage Gchapiro gegen Ford wird nritgewilt, daß Ford dem Rechtsanwalt eine Vergleichssumme von 140.000 Dollar ausgezahlt habe. Wien, 21. Juli. Wr 3000. Nummer der „Wiener Morgenzektung" schreibt unser BruderMatt „La tribune.jui've" in Strahburg: „Die einzige politische Tageszeitung in deutscher Sprache, die der Erneuerung des Judentums durch den Zionismus dient, hat sie nunmehroreitausend Tage der schweren Zeitgeschichte unserer Gemeinschaft verzeichnet, hat Katastrophen und Abfall dom Judentum gemeldet, aber auch die Meilensteine auj dem glorreichen Sornenrysg der Wiedergeburt Palästinas gewiesen. Eine Zeitung ist der Merarflchle Ausdruck eines Stabes temperamentvoller Persönlichkeiten. Am Tage, wo Hr Blatt zum dreitausendstenmal erscheint, dürfen wir den in harter journalistischer Fron arbeitenden Redakteuren der „Morgenzeitung" das Zeugnis auSftellen, daß sie in Treue und Hingebung der jüdischen Sache zu dienen suchen. Sie führen einen aufreibenden, ccher beglückenden Kamvf. In Waffenrüstung sichen sie trotzig bei Wind und Wetter auf dem Schlachtfeld, wo m heißem Ringen eine hellere Zukunft für Israel erstritten wich. Tüchtigen Persönlichkeiten verleiht em so wranöwortungsvolker Posten Kraft und feurigen Schwung." Das Wetter. Gestern herrschte kühleres, zeitweise trübes Wetter. Me Voraussage lautet: Veränderlich, kühl. Gutgietsung de» Personenzuges Bad Kreuzen—St. Va» lonttn. Aus Linz wird am 20. d. M. gemeldet: Bon dem heute in Gretn-Bad Kreuzen um 12.01 Uhr in der Richtung St. Valentin avgeganaenen BersonenzEstnd zwischen Grem und Dörnach die Lokomotive, der Postwagen, der Gepäckswagen und zwei Personenwagen entgleist. Verletzt wurde niemand. Gefälschte» Salvarsan. Aus Warschau wird gemeldet: In Beuchen wurde der Kaufmann Herbert Pollak verhaftet, der sich mit der Herstellung von Arzneifülschungen befaßt und namentlich schädliche Nachahmungen von Salvarsan emeugte. Mehrere Personen, die mit dem gefälschten Salvarsan L!ehandelt wurden, sind gestorben. Der vermißte Hochschüler ausgefunden. Wie berichtet, war seit dem 15. d. M. der 23jiWae Hochschüler Anton Pöschmann aus der elterlichen Wohnung verschwunden und man wußte nur, daß er an diesem Tage nach Villach reisen wollte. Nunmehr ist an seine Ettern gestern früh ein Telegramm ihres Sohnes aus Afritz in Kärnten eingetroffen, das besagt, daß der junge Mann dort wohlbehalten nach einer Verzögerung infolge RaddefekteS eingetroffen ist. Eme entmenschte Schwiegertochter. Aus Ulm ivird gemeldet: Im benachbarten Mähringen Atte eine Bäuerin ihre Schiviegernmtter erlangt, um die alte Frau aus ihrer Wohnung zu schaffen. Um einen natürlichen Tod vorzutäuschen, schnitt sie die Stricke ab und legre dir Hote in ihr Beizt. Die Täterin irnrde fest- Warnung vor Auswmrderungsschwindel. DaS AuswanderungSamt gibt bekannt; In letzter Zeit sind Zeitungsannoncen erschienen, in denen „tüchtige Arbeiter aller Branchen für Südamerika" gesucht werden. Gegen Voreinsendung von 2 Schilling würden nähere Auskünfte erteilt. Da der Einsender der Iritungsannonäe unverkennbar unlautere Absichten verfolgt, erscheint größte Vorsicht am Platz. Aus der SchachweU. Neben dem Londoner Länderturnier findet gegenwärtig auch ein Meisterturnier des Deutschen Schochvundes in Magdeburg statt, an dem außer einer Reihe spielstarker deutscher Meister, wie Spielmann, Sämisch, Brinckmann, Hokzyausen, ÄhueS auch Bogoljubow teilnimmt. Mn Afrikaner als Bankdieb. Dieser Tage wurde der angebliche Teppichknüpfer, der 30jährige Ali ben Achmeo ben Hadji Hufein aus Tunis in einem hiesigen Hotel auf der Landstraße verhaftet und gestern dem LanoeSgertcht einaetteferr, da er am 17. d. M. dem Bankbeamten Wilhelm' Donner deS Bankvereins in der Filiale Wr.-Neustadt beim Gieldnmiwechseln 3Y0 Reichsmark entwendet hatte. Mn gveichsr Versuch, den er bei der. Merkurbank in Wr.-Mustadt verübt, mißlang jedoch, da man auf seine Manipulation aufmerksam geworden war und ihm besonderes Augenmerk zmvandte. Promotion. Herr Chaim Gelber, Präsident des Gesamtverbandes jüdischer Hochfth.üler Oesterreichs „Judäa", wird Teute um >/»12 Wr vormittags im großen Festsaal der Wiener Universität zum Doktor der StaatSwtssenfchasten prom-- vtert. Ivo Mark pro Gänselresel-Kuh. Mn Göttinaer Student sollte 100 Mark Sttase zahlenweil er eines Nachts im Alkoholrausch auf'den Göttinger GänselieseWrunnen geklettett war und das Gänseliesel geküßt hatte. Der Studiosus legte gegen diese so unzarte Strafe Revision ein. Sie wurde abgewiesen. Wenn ein Student, so heißt eS in der Begründung, eine Brunnenfigur küßt, so muß mit einer Ansammlung von Bürgen: gerechnet werden, die für oder gegen den begeistztton Kunstfreund Stellung nchmen. Hierdurch kann es Streit und Ruhestörungen geben. Das darf nicht Vorkommen. MWYftung emer Schwachsrunigen. Me uns aus Overwart im Bnrgenland gemeldet wird, hat dort am 3. Juli ein ungefähr öOjühriger Mann ein schwachsinniges Mädchen, die IlMrige Johanna Hobisch entführt. Er lockte die Kleine unter der Vorspiegelung Hr etwas zu schenken, in einen nahegeleaenen Wald. Seither hat man von der Hobisch niä)ts mehr gesehen und die Gendarmerie nimmt an, daß der Unbekannte das Mädchen entflchrt oder aber auch em Verbrechen an ihr begangen habe. Der Tat verdächtig erscheint der wiederholt vorbestra^W^ähri^Hilfsarbeiter Joses Kern, der Mr- Ae Berliner Mische ReprSsentanz. Wie uns aus Berlin geschrieben wird, hat dort am 14. Juli um 8 Uhr abends die erste Sitzung des am 16. Mai gewählten Vorstandes der jüdischen Gemeinde stattgefunden. Wie gemeldet, hat der Polizeipräsident die gegen die Wahlen eingebrachten Proteste abgewiesen. Die Verzögerung der Entscheidung hat es verschuldet, daß die Eröffnung erst jetzt stattgefunden hat. Die Repräsentanten, unter denen sich zum erstenmal auch Frauen (Frau Lina Wagner- Tauber und die Stadträtin Frau Bianka Hamburger) befanden, leisteten die Angelobung. Dr. Alfred Klee (jüdische Bolkspartei) gedachte der Erdbebenkatastrophe in Palästina und sagte unter anderem: „Wen» auch bis jetzt keine jüdischen Toten festzustellen waren, so erweckt es doch große Teilnahme» wenn in dom Lande, wo die Wurzel des Judentums war, und daS vielleicht auch Nachkommen von unS eine Heimat sein wird, so viele arabische Menschenleben vernichtet worden sind. Wir hoffen, daß sich nun überall in der Wett die Hände regen werden, um die Wirkungen der Katastrophe zu mildern Md die Schäden gutzumachm, wobei erwartet wirb, daß die Berliner Indenhett an erster Stelle ihre Pflicht tun wird." Der Vorsitzende, Kammergerichtsrat Wolfs, schließt sich dem Ausdruck der Trauer und dem Appell an die Opferwilligkeit für Palästina an. güdischer Gottesdienst durch Radio. Aus Frankfurt a. M. wird gemeldet: Aus hiesigen jüdischen Kreisen ist an benPreußischen Landesverband jüdischer Gemeinden ein Antrag geleitet worden, die Frage zu prüfen, ob und inwieweit die Einrichtung des Rundfunks benutzt tverden könne, um kleinen jüdischen Gemoinidew, insbesondere den Landgemeinden und zerstreuten einzelnen jüdischen Familien in kleinen Orten jüdische und infr besondere religiöse jüdische Anregung zu übermitteln durch Verbreitung von Vorträgen, Predigten, gottesdienstlichen Uebungen, kcmtovalen Gesüngen usw. Die Anregung wird in der nächsten.Sitzung der Dezernent.il konferenz des Landesverbandes zur Sprache kommen. Oer Jüdische Hochschulausschuß, Wien, beglückwünscht seinen Präses Herrn Chaim Oelber anläßlich seiner Promotion zum Doktor der Staats- Wissenschaften auf das herzlichste. wmmam&Bmmmmmmammmmmmmmmmmrnmm,,