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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-12 · Heft 3007 (12.7.1927) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3007 (12.7.1927)
Date
1927-07-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3007 Men, Dienstag Wiener Morge«zetta«g 13. JuN 1ST7 Seite 3 Mord Md Selbstmord. z»rWi>«» Brnmn lei rüden. Graz, 11. Juli. Der Jäger Neuholz in Niklasdorf bei Leoben wollte gestern während eines Streites seine Frau erschießen, wurde jedoch daran von dem Maurer Seifried gehindert. ° Neuholz feuerte in seiner Aufregung einen Schuß gegen Seifried ab, der diesen ins Herz traf und sofort tötete. Neuholz schoß sich aus Verzweiflung über seine Tat eine Schrotlad,mg in den Kopf, durch die ihm das Kinn zerrissen wurde. Trotz der fürchterlichen Verstümmelung brachte Neuholz noch die Kraft auf, seinem Leben durch Erhängen ein Ende zu machen. SP1ZIALHAUS FÜR STRICKMO0RN M. HOLZER VI, Mariahllferstraße Nr. 89 (neben Flottenkino) — II., Taborstraße Nr. 18 (Hotel National) Karlsbad, Alte Wiese WOLL •TRIKOT« JUMPER-KLEID H ALLEM FARBEN S 35- WASCHSEIDENSTRUMPFE S 5-90 Sie Aementarkatastrophe im Erzgebirge. Sine Million Mark für die Wer. - Mindestens 18« Tote. Berlin, 11. Juli. (Wolff.) Der Reichsfinanzminister hat im Einvernehmen mit dem Reichsinnennrinister für die Opfer der Unwetterkatastrophe im Erzgebirge zunächst eine Million Mark zur Verfügung gestellt. Dresden, 11. Juli. (Wolff.) Nach amtlichen Feststellungen sind der Unwetterkatastrophe von' Freitag im Gottlenber- und Müglitztale 160 Menschen zum Opfer gefallen. Es ist zu. hoffen, das; diese Verlustliste keine wesentliche Erhöhung erfahren wird. Einzelheiten. Berlin. 11. Juli/ (Wolff. > Nach der „MmitagS- Post" wurde der größte Sachschaden durch die Ueberschwemmung in Glashütte und Umgebung angerichtet. In der Uhrenfabrik von S t ü b n e r sind dicke Mauern geborsten. Wertvolle Instrumente wurde weggespült. Im Bahnhof Glashütte ist eine Wasserwoge anscheinend zwischen zwei Züge geraten. Der eine wurde nachlinks, der andere nach rechts umgeworfen. In einer Konditorei sind alle Bewohner des Erdgeschoßes ertrunken. In einem anderen Haus i,'; eine ganze Familie im Schlamm erstickt. Der Bahnhof von Lauen st ein ist vollständig zerstört. Ein Güterzug wurde auf dem Bahnhofvon Lauensteinviele. Meter , weit auf .die Straße gedrückt ‘ Zar Lied vom brave« Mann. Berlin, 11. Juli. (Wolff.) Der Umfang der furchtbaren Verwüstungen im sächsischen Erzgebirge läßt sich, wie die Blätter erfahren, erst jetzt einigermaßen übersehen. A l I e E i s e n b a h n st r e ck e n und F a h r st r a - ß e n auf 30 Kilometer Länge sind von Pirna a n s o z e r st ö r t, daß zu ihrer W i e d e r Herstellung-Monate nötig sind, zumal auch alle drücke u zerstört wurden. Die Blätter Heven einen Mann hervor, dem es bereits gelungen war, sechs Frauen zu retten, und der dann bei einem Versuch, die siebente zu retten, von ^en Fluten weggeriffen wurde und ertrank. Dresden, 11. Juli. (Wolff.) Auch im Bezirk R o ch l i tz sind schwere Unwetter niedergegangen, die an Mehreren Orten umfangreichen Sachschaden angerichtet haben. Die sächsische Negierung teilt in einem Aufrufe mit, daß angesichts der beispieUosen Katastrophe, die 160 Tote gefordert hat,. erste Hilfsmittel bereitgestellt worden seien, um der dringendsten Not zu steuern. Die Größe des Unglücks mache aber auch eine große private Hilfsaktion erforderlich. An die gesamte Einwohnerschaft ergeht die dringende Bitte um freiwillige Gaben. Reue Ueberschwemmung in Berlin. Berlin, 11. Juli. (Wolff.) Die stundenlang anhaltenden Gewitterregen, die teilweise mit außerordentlicher Heftigkeit heute nachmittags über B e r l i n niedergingen, haben erhebliche Wasserschäden angerichtet. Die herabströmenden Wassermengen drangen in die niedergclegencn Stadtteile ein und verursachten große Ueberschwemmungen. Ueberall mußten die Motorpumpen der Feuerwehr in Tätigkeit treten, um aus Wohnungen und Lagerräumen das Wasser hcrauszupumpen. - Furchtbares Unwetter in Paris. Paris, 11. Juli. Heute abends ist über Paris ein Gewitter von seltener Heftigkeit niedergegangen. In verschiedenen Bezirken hat der Blitz in m e h r e r e Häuser ei nge schlagen und bedeutenden Sachschaden angerichtet. An manchen Stellen der Stadt hat sich das Pflaster gehoben, so daß der Verkehr stockt. Zahlreiche Geschäftslokale und ganze Straßen stehen unter Wasser. Mehrere Häuser sind vom Einstürze bedroht. In der Umgebung von Paris sind ganze Ortschaften überschwemmt. Zer Frontkämpferlvirbel in Klosterneuburg. Wie wir bereits berichtet haben, spielte sich Sonntag lviederum einmal in Klosterneuburg ein Frontkämpfertumultab. Die Arbeiterturner hatten auf ihrem Sportplatz ein Fest angesetzt, und die Frontkämpfer nahmen dies zum Anlaß, um zuerst durch Zurufe und einzelne Anrempelungen die Menge zu reizen und schließlich zum o f f eil enAngriff überzugehen. Wenn man bedenkt, daß an diesem Sonntag angeblich 60.000 Menschen, Frauen, Kinder, Erholungsbedürftige, das Klosterneuburger, Strandbad besucht haben, so kann rnan Gott danken, daß das Ergebnis dieser Rmiferei nicht viel ärger wurde, als es ohnehiil schon ist. Er gelang nur mit schwerer Mühe den. anwesenden Ordyertruppen des Schutzbundes, die unbeteiligteil Badegäste vor der Wut der Frontkämpfer in Schutz zu nehmen. Mehrere Personell wurden verletzt, darnnter fünf Angehörige des Schntzbnndes, am schwersten aber der Gendnrmerielnspettor Wiebogen, der mitten im Wirbel die Waffe blankzog und damit einen Arbetterordner verletzte. Im nächsten Augenblick Ivurde der Gerldarmecieinspektor entwaffnet und zu Boden geschlagen. Er liegt mit erheblichen Verletzungen im Spital von Klosterneuburg und konnte bisher nicht e i n v e r n o m m e n werden. Auch der Wachmann der Sicherheitswache von Klosterneuburg ivurde verletzt, befindet sich aber in häuslicher Pflege. * , Anscheinend karlil es nicht gelingen, endlich in Oesterreich Ruhe zu schaffen. Gerade jetzt, wo der Schatten des Schattendorfer Prozesses die Gemüter bis zur Siedehitze erregt, igerade jetzt finden es Frontkämpfer und Hakenkreuzler für gut, durch provokantes und herausforderndes Auftreten Unruhe zu stiften. Ein vermißter FrouttSmpfer. Im Frontkämpferbade von Klosterneuburg fand man gestern in einem Kastel die Kleider des Ingenieurs Hans Lutz, der Sonntag nicht nach Hause zurüchgekehrt ist. Man nimmt an, daß der Vermißte ertrunken ist. Jomela, derHohenroller. vor Gericht. Köln, 11. Juli. Hier begann heute der Prozeß gegen den 23 jäh rigen Harry Dom ela. der durch seine - i Betrügereien als falscher Hohmzollern-Prinz so viel von sich redeil gemacht hat. Zu dem Prozeß macht sich ein großer Andrang des Publikums bemerkbar. Die eigentlich durch den Hochstapler Geschädigten halten sich aber zurück, viele haben sogar, um der Blamage zu entgchen, ihre Anzeige zurückgezogen. Der Angeklagte ist ein unscheinbarer, junger Mensch mit blassem, eingefallenen Gesicht, der keineswegs den Eindruck besonderer JnteMgenz macht. Cr schildert sein Leben, das vom 14. Lebensjahr an ein wildes Abenteurerleben war. Im B a l t i k u m, von wo der Angeklagte stammt, wurde er in die Landsknechtskämpfe des Jahres ISIS hineingerissen und hat monatelang am Kampfe gegen die Bolschewiken und später geaen die Letten teilgenommen. Als er auS dem Freikorps entlassen wurde, fand er keine Arbeit und verlegte sich auf allerhand Schwindeleien. Der Angeklagte schildert diese Einzelheiten mit sichtlichem Selbstbrwuhtsem und versucht, sich als Opfer höherer Gewalten und als ungewöhnlichen Menschen hinzustellen. Der Prozeß wurde gestern abgeschlossen. Domela wurde zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Die UntersuchungÄhaft lvird voll angerechnet.V Re Kindesleiche in der Lade. 8vmsti« Sani in einem Hotel. Gestern vormittags wurde in einem Hotel in der Leopoldstadt,. in der Lade des Kleiderkastens, die Leiche eines anscheinend neugeborenen Mädchens gefunden. Die Leiche wies eine starke Wunde am Hintdrkopf auf. Die Erhebungen, die bisher gepflogen wurden, ergaben, daß gestern früh ein junger Mann und eine junge Frau in das Hotel gekommen waren und -das Zimmer gemietet hatten. Sie begaben sich sofort in das Zimmer und als man ihnen bald darauf die Meldezettel vorlegte, lag die Frau bereits im Bett und der Mann erklärte, daß er sie später ausfülleu werde. Gegen halb 8 Uhr abends ging das Paar weg. Da sie nttttagS nicht zurückgekehrt waren, ging man in das Zimmer, fand eS leer und stieß schließlich auf die Kindesletche. Die Kindesletche wurde zur Obduktion in das gerichtlich-medizinische Institut gebracht und die Staatsanwaltschaft verständigt. Pistolenduell mit tödlichem Ausgang O e d e n b u r g. 11. Juli. (Ungar. T. K.-B.) Gestern mittags fand hier zwischen dem Wiener Zollbeamten Walter Setz und dem Wiener Notarstellvertteter Erich Tyuka ein Pistolenduell statt. Oedenburg, im Hinblick auf die Bestimmungen des österreichischen Gesetzes, wurde als Ort des Duells gewählt. Die Parteien hatten sich dahin geeinigt, daß das Duell nur scheinbar auszutrageu. sei. Indes traf die Kugel Tyukas den Setz so unglücklich in die W e i ch e n g e g e n d, daß er während des Transportes ins Spital starb. Tyuka wurde verhaftet. Si« tollwütiger Matrose. Bor einem Salben Satte gebifTen, jetzt gestorben. L i n z, 11. Juil-i. (Delephon'bericht.) Mittwoch wurde in -das Linzer Allgemeine Krankenhaus der Matrose des Donaudampfers „Labe", Wilhelm Buggy, unter Anzeichen einer Toll-wnt- Erkrankung eingeliefert. Der Dampfer war auf der Fahrt von Passau donauabwärts «begriffen, als der Matrose Buggy unter verdächtigen Erscheinungen erkrankte. Im Linzer Allgemeinen Krankenhaus erkannten die Aerzte, daß Buggy an Tollwut leide. Der UnglüMche starb unter fnrcht-- baren Qualen drei Tage nach der Emkiefevmrg. Wie es sich herausstellte, wurde Buggy vor einem halbe« Jahre von einer nmtkranken Katze gebissen. Er achtete anfänglich -darauf überhaupt nicht, Keß sich aber schließlich schutzimpfen, doch war es schon z u spLt. SM der Serie. Ein mettmllrdiger Unfall. Berlin, 11. Juli. (Wolfs.) Vor einigen Wochen stieß der Fahrradhän-dler Martin Wolf aus Werneuchen mit feniem Motorrad auf -der Straße nach Seefell» mit einem Pferdefuhrwerk zusammen. Seine hinter -ihm fitzende Frau stürzte ab und war sofort tot. Heute nachts unternahm, wie die ,-B. Z. am Mittag" meldet, Wolf zum ersten Male nach dem Unglücke wieder eine Fahrt -mit dem Motorra-de. In der Nähe der damaligen Unfallstelle wiederholte sich der gleiche Unfall. Wolf wurde auf die Straße geschleudert und blieb tot liegen. Re Lokomotive in der Klefanten- Herde. SchreSenszenen in Etum New York, 11. Juli. (Wolff.) Nach einer Wtetduug aus Thieago fuhr eine Lokomotive in eine Herde Elefanten des Hagenbeck-Wallaee-Zirkus hinein, als sie in Aurora (Illinois) verladen werden sollten. Ein Wärter wurde getötet. Die wildgewvrdenen Tiere rasten zwei Stunden lang durch die Straßen von! Aurwra, bis es schließlich gelang, sie wieder eimznstmgen. 8« Schachturnier tu Kerskemet. KeeSkemet, 11. Juli. Berndson schlägt Colle, Niemzowittch schlägt Bajda. Remis wurden Nates mit Vukovie, Ahues Mit Vterner, Kmoch mit AsztaldS, Grünftld mit Tartakower, TakacS mit Brinkmann und Gilg mit Aljechin. r »n in in »wuw ^iMMPumiumi ugiim. iMkAkä! J9 MS Jf&MMMMS dos jüdistfie (föfoit

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