Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-07-10 · Heft 3005 (10.7.1927) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3005 (10.7.1927)
Date
1927-07-10
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982093--30624-3018864
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

(Seite 8 rr— Wiener Morgenzeitrms 10. Juli 1027 Wien, Sonntag Ar. 3005 V itemBi» 1BB1W 1 fill üfe Landeskonferenz der gloniften in Polen. In Ergänzung unserer Meldungen über den Verlauf -er Landeskonferenz der Zionisten Polens berichtet die s. T. A. über die Mstimmung zum A b s o l u t o r i u m. dr. W r a iv i n s k i griff das Zentralkomitee an, tveil eS ur Zeit der Anwesenheit Wladimir Jabotinskys p Polen eine Art Bann gegen diesen hervorragenden Zionisten verhängt und vor dem Besuch seiner Versammungen gewarnt hat. Dr. Lemberg trat für eine einheitiche Front ein. Redakteur Apenschlak sprach über die üdische Politik' im Warschauer Stadtrat. In der vierten kitzung entspann sich eine erregte Debatte über die vierte Alijah und ihre Konsequenzen. Dr. He ft man agte, die Vierte Alijah war das schönste, das in den letzten jahren vollbracht worden ist. Es kam zu einer Kontroter s e zwischen Levite und Grünbaum über ionistische Probleme sowie über Landespolitik kn Polen, levite nannte die Deivegung Al Hamischmar einen zionitischen M u s s o l i n i s m u s. Dr. Heftman brachte in Vertrauensvotum für das Zentral- >o m i t e e ein, was seitens Grünbaums mit der Ein- -ringung eines Mißtrauensvotums beantwortet wurde. Die Resolution Heftmans wurde mit 80 Stimmen angenommen, für Grünbaums Resolution stimmten 68 Delegierte. Vier nthielten sich der Abstimmung. Die Mehrheit stimmte die .Hatrkwah" an. Nach Erteilung des Absolutoriums appellierte Leon t e v i t e nochmals an alle Fraktionen, sich zu gemeinchaftlicher Arbeit in einem gemeinschaftlichen Zentralkomitee zusammenzufinden. Die Konferenz wurde am 6. Juli beendigt. Die srünbaum-Gruppe erklärte, sie werde nur dann an der jildung des Zentralkomitees sich -beteiligen, wenn ihr k) Prozent der Sitze zucrcannt werden und Grünbaum um Vorsitzenden bestimmt wird. Da die Gruppe„Eth iiwrioth" ihrerseits crklärte, nicht zu stimmen zu innen, daß die Minderheit die Führung in der Orianisation übernimmt, beschloß die Gruppe „Al Hamischitaf*, keine Ver-reter für das Zentralkomitee zu normieren, sich aber an der Bildung des Parteirates zu berlligen. Das hierauf von der Mehrheit gewählte Zentral- Mitee besteht aus folgenden „Eth Liwnoth"-Mitglie -- ern: Leon Levite, Dr. N. Davidfon, Dr. M. Hinies, Advokat Seidmann, Dr. I. Heftmann, Reakteur Apenschlak, Schwif, Dr. Wortma'nn,Dok- -r Rosenblatt und Elchanan Lewin. In den Parteibeirat wurden gewählt: von „EthLiwvth" Bergmann, I. Rosenberg, Dr. Fuchs, Sabecki, Dokn Bichowski, Feldstein, Olomucki, Perelmann, Ing. Wilow und Hefner; von „Al hamischmar" Hariglaß, Podlisewski, Dr. Klumel, Elenberg, Grawicki, Dr. Szyper, i Eohen, E. Lewin und Lewin-Wilikow. 8i« Mißton bei dem Linzer Stznagogenjubiläum. Das Verhalten des Rabbiners Kurrein. Durch Urteil des Strasbezirksgerichtes 1 als Pressegericht sind tvir gezwungen, die am 11. Juni d. I. veröffentlichte Berichtigung des -Rabbiners Kurrein nochmals zu publizieren. In unserem Abdruck hatte der Einleitungssatz gefehlt und es war nicht die gleiche Schrift angewendet worden wie in der zu berichtigenden Mitteilung. Herrn Jakob Krausz, Verantwortlichen Redaktor der „Wiener Morgenzeitung", Wien XIX., Brechergasse Nr. 9.!Äuf Grund des § 23 des Preßgesetzes ersuche ich, folgende Berichtigung der in Nmmnev 2968 der „Wiener Morlenzeitung" vom 2. Juni 1927 (2. Siwan 5687) unter »er Musschrift: „Ein Mßton bei dem Linzer Synagogenubiläum. Das Verhalten des Rabbiners Kurrein" enthalenen Mitteilungen irr demselben Teile der Zeitung und n der gleichen Schrift wie die zu berichtigende Mitteilung in veröffentlichen. Es ist unwahr, daß ich meine Antipathie gegen den Zionismus tauf diese lArt zeigte, daß ich beim Erklingen »er jüdischen Nationalhymne, der „Tikwah", alle Festgäste sehen ließ und davonrannte, während sowohl Juden als mch die anwesenden Christen '(darunter auch ein altkathoischer Priester) unserer Hymne die ihr zukommende Ehrung Irwiesen. -Wahr ist dagegen, daß ich als Rabbiller beim Erklinjen der Hatiktvah durch Erheben von meinem' Sitze der Gemeinde das Zeichen zum Aufstehen gab, die Hhmne sehend bis zu den Endversen anhörte, mich sodann mit den tbrigen geistlichen Funktionären zur Bundes lade begab, derttberr die Ehrerbietung erwies und darauf in tvüMgem schritte aus dem Gotteshause ging. Wahr ist, daß dieser ^Vorgang vor der Feier programmmäßig sestgelegt worden tvar und ich sowie die Kantoren nur programmäßig gehandelt Wahr ist, daß ich selbst |>ie Verwendung der Tikwah-Welodie als Schlußchoral des Festes angeregt habe. .Dr. Viktor Kur re in, Rabbiner. -A-Atni 1921. » Diese Berichtigung müssen wir, wie gesagt, aus formal-juristisch-en Gründen veröffentlichen. Da man, wie bekannt, mit dem Prcßgesetz auch berichtigen kann, daß die Sonne in der Nacht scheint, so ändert die Berichtigung nicht das geringste an den Tatsachen und dementsprechend auch nichts an dem Urteil über das demonstrative Verhalten des Rabbiners.; - Jüdische Kolonistenlngend in Argentinien. In der polnischen Zeitung „Epoca" schildert der Offizier der polnischen Armee Pularski, der eine Studienreise durch Argentinien übernommen hatte, seine Eindrücke vvn den jüdischen Kolonien in Argentinien. Den größten Raum seiner Schilderung nehmen seine Beobachtungen in der großen jüdischen Kolonie Clara-San- Antvnio ein. Diese Kolonie zählt heute 8662 jüdische Kolonisten. Ueber breite Gebiete der Pampas sind die Ziegelhäuser mit ihren mit Blech überzogenen Dächern zerstreut. Die Wohnungen der Kolonisten sowie die Ställe und die Speicher wie überhaupt alle Wirtschaftsgebäude zeichnen sich durch besondere Reinheit und Reinlichkeit aus. Die Häuser sind mit den herrlichsten Schlingpstanzen umrankt, und bei jedem Haus findet sich der große gut gepflegte und gearbeitete Gemüsegarten. So weit das Auge reicht, ziehen sich die langen Felder und Gärten, fast unübersehbare Tafeln mit weißem Haftr, Mais und Zuckerrüben hin. Einen mächtigen, imposanten Eindruck übte die jüdische Jugend der Kolonie. Gesunde, sonnverbrannte Jungen mit kräftigen Muskeln, füttern die selbst gezüchteten Rinder und die Haustiere. Jeder junge jüdische Kolonist trägt in seinem Gürtel einen Revolver und sonstige Waffen zum eigenen Schutz, und diese jüdische Kolonistenjugend versteht wahrhaftig mit den Waffen umzugehen und Leben und Gut tapfer zu verteidigen. Wer diese neuen jungen Juden bei ihrer Arbeit nicht gesehen hat, würde es kaum für möglich halten — schiließt Pularski seine Ausführungen — daß dieses ausgezeichnete Menschenmaterial Kinder und Enkel der zermürbten und verfolgten Juden im zaristischen Rußland sind. Das neue Präsidium des Warschauer Gemeinderate» Warschau, 6. Juli. Nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten gelang es endlich, in einer Nachtsitzung den. Bürgermeister der Stadt Warschau zu wählen. Gewählt wurde der Nationaldemokrat und Chef des technischen Amtes im Warschauer Magistrat Jug. Slominsky. Auch die Wahl der drei Vizepräsidenten ging nicht glatt von statten und erst in der fünften Abstimmung konnte die erforderliche Majorität für die in Betracht kommenden Kandidaten erzielt werden. Gewählt wurden ver Sozialdemokrat Spatansky zum ersten, Bazenski (Rechtsblock) zum zweiten und der Sozialdemokrat Bargutsky zum dritten Vizepräsidenten. Daß die Juden die dritte Vizeprasidentenstelle nicht besetzen konnten, ist, tvie der Vorsitzende ausdrücklich erklärte, dem Umstand zuzuschreiben, daß die Agudah sich seinerzeit dem jüdischen Wahlblock nicht angeschlossen, eine eigene Wahlgruppe gebildet und im Gemeinderat auch eine selb ständige,Parteier k l är u n g abgegeben hat. Aus solche Weise hat die Agudah auch diesmal verschuldet, daß den Juden eine einflußreiche und wichtige politische Stelle versagt geblieben ist. Bei der Wah'. der Stadtrate wurden zwei Mitglieder des jüdischen pnderatsklubs, und zwar Senator Körner und Dr. Bich,.. , .y, ferner ein Mitglied des Bundes, Alter, gewählt. < Vereine, Bortrüse und Dersammlungen. Wiener Beth Hamidrasch, 2. Bezirk, Tempelgasse 3. Heute Sonntag, 5—6 Uhr, Rabbiner Lektor Dr. Gelbhaus: „Geschichte des Judentumsi" Die hebräischen Ferialkurfe der Sozialen Hilfsgemeinschaft Anitta Müller-Cohen (2. Bez., Unter Augartenstraße 35) finden an folgenden Tagen statt: Kurs für Fortgeschrittene A: Montag und Donnerstag von 8 bis 9 Uhr abends; Fortgeschrittene B: Montag uriib Donnerstag von 7 bis 8 Uhr abends. Besprechung für einen Anfängerkurs: Montag, den 11. Juli, um 7 Uhr abends. Monatliches Honorar 1—2 S. Anmeldungen Montag und Donnerstag von 7 bis 9 Uhr aben-ds. E Vollendet kn Schönheit und Form sowie anatomisch richtig sind die neuen orthopädischen Del-Ka-Pedtsana-Schuhe mit eingebauten Fußge/lewkstützen. Siehe. Inserat Seite 16. E Morgen, den 11. d. M., feiert Herr Max Augen selb, Direktor und Vorstandsmitglied der Annoncen-Expedition M. Dutkes Nachf. A. G., seinen siebzigsten Geburtstag. Herr Max Augenseld gehört diesem Unternehmen nahezu seit seiner Gründung, insgesamt seit 53 Jahren an und hat sich in dieser großen Spanne Zert durch seine strenge Rechtlichkeit, seinen eisernen Fleiß, lein eminentes Fachwissen und seine große menschliche Güte zahllose Freunde erworben, die ihm aus dem Anlaß seines siebzigsten Geburtstages große Ehrungen bereiten. Direktor Augenfeld, -dessen bescheidene Wesensart -ihn stets die ihm zahlreich angeborenen Ehrungen ablehnen ließ, hat im Stillen viele Wohltaten geübt, ohne je in die Oeffentlichkeit treten zu wollen. Er begeht seinen Geburtstag in seltener geistiger und körperlicher t Frische. j E Für Reise und Sport original ertglifche Stoffe zu aufsehen» | errMnd niedrigen Preisen bei der Rssten-Vevkaufsgesellschaft, 6. Bezirk, Mar-ohilferstraße 3. £egt frier JCeim in unsere Mand I Moderne Teppicho. MObelpllege H LUlfsciiKz - Gardemeoble A. o. I Wien, XXI I, Maedennnisirase n Telephon 49-5-90 nie 49-5-82. Auch Belehnung. Oie Dampfwäscherei „Habs bürg“ wäscht für Allel Alferfeinste 6aranfirt eckte Daturbullcp. | Schön geformte, schlanke u. gesunde Füsse nur durch unsere Original B unsichtbar unter den dünnsten Seidenstrümpfen tragbaren Qummistv&wnpfe per Paar i> 13-60 bis s so-— gegen Krampfadern, geschwollene Füsse, und Messet •(Gelenks-) $onne£ (Qummisocken) geben dem Gelenk Halt, per Paar S 6’50 bis 30’—, ra«aua<£B«-(Lctb-}Binden aller Schwangerschaft, HSngebauch, Senkung, Operation von S 8'— OaammBonflscBalldülohCeiir . ten-Schlankhalter) zur Veibesserung der Figur S 8-— bis 40-—. SB an s e eb Bm« Iden* von S 1*40 bis w —. OmamninrhB-* Bmde'Ilusenlaaller, Brucl>band«r mit Feder 8 3 80 bis 19*—, ohne Feder S 7*60 bis 24*—. eaeeeX SenhlfuOelnlailcn (auch nach Olpsabdruck) S 2*40 bis 40 — Monatsbinden, Qeräaehalter( Herrenschutz-Qummt 1 Dtzd. 8*— bis 12*-. Damdcms|em-I*likolasaln Wien, fl., Taborstr. 22 gcgr. 1896. Spezfallnstltut für Bandagen, Fußbehelfe und Sahltätjsartikel,. 0- und X-Beine Aus^eichrqb,ne Operation., / De/enk Halt, iller Art bei; *-Ä: M \ ■«SB* (Hüfrel yU& isserumr der GEGRÜNDET 1887 Das gute Fy.t>tuas? J^AWl OPHIR, Marke: OPIIIlt JlllKltl und machon Wasohungen mit - I*lauonmolse' (gea. geach.J 11 Das Schönheitsmittel der Saison! 1 Hervorragend gegen Sonnenbrand und sur Bräunung. Ueberall erhftltllch. Gratisproben durch .Arkana*. G. m. b. H., Wien, Al.. Zenogaeao U a. Telephon 83-8-77.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.