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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-07 · Heft 3002 (7.7.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3002 (7.7.1927)
Date
1927-07-07
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeitung 7. Juli 192. Nr. 3005 Gekt. Geschäft; Zucker-, Petroleum-, Spiritus- und Zementtverie gii^e.i höher, Berg und Hütten, Prag-Duxer, Brauwerte lagen schwäch?-. Der Rentenmarkt war vernachlässigt. Auf dem Anlagemar.c rotierten Rudolfsbahn-Prioritäten 12.80, Elisabethbahn Gold —, Wiener Verkehrsanleihe 2.27 Schilling. Exoten: Mraznica 1.90 bis 2.10 Schilling. Quoten: Franz-Josephs-Bahn-Schnld 2.40 Schilling. Kassakurse: Kompaß 1.—, Länderbank 16.—, Mereur 5-.90, Bankverein 32.45, Boden-Credit 127.—, Brit.-ung. Bank 113.—, Ocsterr. Credit 68.—, Ungar. Credit 111.50, Angwbank 6.20, Niedrrösterr. EScompte 24.70, Nationalbank 238.60, Nordbahn Genuß 606.—, Donau-Save-Adria 19.20, Braubank 26.25, 51. E. G. Union 6.25, Ber. Elektr. 49.05, Siemens 23.69, Körner-Werke —.93, Trifailer 56.50, Steir. Magnesit 70.60, Hmnanic 28.—, Alpine Montan 41.10, Berg und Hütten 665.—, Breitfeld-Danek 113.50, Simmeringer 15.50, Oesterr. Hofherr 11.15, Krupp 23.10, {Rima 148.25, Waffen 29.—, Waagner 6.80, Leykam 12.10, Steyrermühl 130.60, Gal. Karpathen 35.20, Cosmanos 80.—, Mvestem 6.60, Türk. Tabak 68.—, Semperit 15.25 Schilling. Wiener Holzbörse. Der heutige HolzmarEt hatte ruk „ Verlauf. Das Exportgeschäft ist im allgemeinen etwas stiller geworden, -er Verkehr mit Deutschland ist Bei unveränderten Preisen werter günstig. Der In landsmarkt bietet wenig Anregungen, wobei zu bemerken ist, Laß auch die Holzindustrie wäre 1. und 2. Klasse, 20 und 26 Millimeter, 18 Zentimeter Durchmesser, ©4/26, 4—6 Meter. Deiche, trocken« Scheiter ermäßigten sich um S. 5 aus S. 410 per 10-Tonnen«Waggon. Der Preis von Bundholz wurde mit S. 4.20 (— 0.10) per 100 Kilogramm festgesetzt. Wiener Börse für landwirtschaftlich« Produkte. Die Tendenz von Brotgetreide ist tveiter flau. In Roggen erfolgten einzelne Abschlüsse per Julilieferung, während spatere Termine zustellen. — Budapest. Die Tendenz ließ sich zu Beginn besser an und hielt die freundliche Veranlagung mzum Schlüsse an. Die von den AuSlandsplätzen vorliegenden Nachrichten boten zivar keine Anregung, die Spekulation nahm jedoch Käufe vor, so daß sich die Schlußkurse gegen Dienstag erhöhen konnten. Die Kursgewinne betrugen im allgemeinen 1 bis 2 Prozent, ausnahmsweise sogar 4 biS 6 Prozent. Waffen stellten sich um 6 Prozent und Bauxit um 5 Prozent höher. Schwach lagen nur die TranSporttveete der Kulisse, ferner einige Akühlenwerte und Li« Aktien der Ersten ungarischen Versicherungsanstalt. Der Verkehr blieb bis zum Schluffe gering. — Prag. Feiertag. (20.348),!ew Book 5168 (519.438), Bel- Settifenltafe* Zürich» 6. Juli. (SchluLkuch.) Paris 80.948 London 25.2246 (25.028), F . gien 72.20 (7222), Italien 28.428 (26.80), Spanien 88j80 (89.—), Holland 208.178 (208.17), Berlin 128.10 (123.12), Wien 73.10 (73.10), Stockholm 130.20 (189.20), Oslo 134.45 (134.45), K ' - - 15. Sfe 268.- (268.-), Bukarest 3.17 (3.17), Finnland 13.10 (13.10), Argentinien 220% (220%), Japan 045.76 (046.60), Privatdiskont 38 (38). Prag, 6. Juli. Ferevtag. Budapest, 6. Juli. Amsterdam 2295fr—080.25, Belgrad 10.07—10.11, Berlin 135.778—186.178, Bukarest 350-856, Brüssel 79.668—79.878, Kopenhagen 153.128—1M57 8» Oslo 14620—146.65, London 27.82-27.90, Mailand 31.20— 31.40, New York 672.85—574.56, Paris 22.428—02528, Prag 16.078—17.028, Sofia 4.128—4.168, Stockholm 153.46— 153.90, Warschau 68.75-64.66, Wien 60.628—80578, Zürich 110.038-110.688. Warschau, 6. Juli. Holland 357.60—35940, London 4853 -4355, New York 8.91—8.95, Paris 34.95—35.10, Schweiz 171.77—172.63, Prag 26.44—06.56, Wien 126.67—108.10, Italien 4853-49.77. Belgrad, 6. Juli. Paris 222.26—004.26, London 276.90— 276.70, New York 56.67—58.87, Mailand 310.04—312.94, Prag 168.20—169.00, Wien 790.75—802.75, Budapest 991.50—994.50, Berlin 1348.00-1361.00, Genf 1093.60—1096.50, Bukarest 34%-S47 ' Der moderne Haushalt. sm liegt flau. Es notierten sur 100 Kilo m Wchlmng: moggen, Marchfelder, neu, 33.50—34.—, Pester Boden 34.50 bis 34.75, Hafer, rmnän. 82—33.60. In Mehlen hält die Stagnation an, Roggenmehl, Prima, 64 bis 55. Die übrigen Notierungen blieben unverändert. Budapestcr Getreidetenninmarkt. Trotz der flauen Stimmung auf dem effektiven Markt haben sich die Kurse zufolge von Meinungskäusen erhöht. Die Notierungen lauten ui Pengö: Oktoberweizen 29.28, Märzmeizen 31.68, Oktoberroggen 24.56, Mürzroggen 26.73. Auswärtige Börsen. Berlin. Selbst bei den Großbanken lagen keine nennenswerten Orders außenstehender Kreise vor. Da auch neue sachliche Momente nicht zu nennen sind, war die Kursentwicklung vollkommen von der Tagesspekulation abhängig. Bei einem Großteil der Nebenwerte konnte keine erste Nouz Zustandekommen. Wo auch Kurse sestgestellt 'worden waren, wichen sie selten über 1 Prozent gegen den DienStagschluß ab. Eine Ausnahme machten nur Autowerte (Daimler, Nationale Auto Und Adlerwerke) und in Neinerem Maß Rheinshahl. Stärker erholt sind außerdem Mitteldeutsche Creditbank, Braubank, dann Bamberg, Glanzftoff und Spritwerte. Die Geschäftslosigkeit nahm im Verlause eher noch zu. Die Spekulation zeigte eher Neigung zu Abgaben und dir Kurse gaben in der ersten Börsenstunde bis 1 Prozent unter den Anfangskurs nach. Eine Ausnahme bildeten Glanzstoff, die 6 Prozent höher gehandelt wurden, und umgekehrt Siemens u. Halske, die um 3.5 Prozent nachgaben. Anleihen und Ausländer liegen ruhig. Bosnier sind etwas höher. Am Devisenmarkt sind Mailand und Spanien schwächer. Die Nachfrage ist weiter im Zunehmen begriffen. Am Geldmärkte nennt man für Tagesgeld einen Satz von 7 bis 6.5 Prozent und darunter, für Monatsgeld 8 bis 9 Prozent. Der Privatdiskont ist unverändert geblieben. Auch in der zweiten Stunde blieben die Umsätze sehr klein, doch tvar, vor einigen Spezialpapieren ausgehend, allgemein eine leichte Erholung fest? ■J. " . —— JLL'HUJ.„lLgBBHBl Miene im täglichen Lebe». UI. Schon vor zirka 40 Jahren wurden inAmerika Versuche unternommen, Blausäure zur Schädlingsbekämpfung Nr verwenden. 1898 wurde sie in Südafrika von der Kap- EisenLahngesellschaft zur Ungezieferbekämpfung (Entwesung) benützt, 1909 leistete sie in Indien bei der Vernichtung von Ratten und Flöhen zum Zwecke der Pestbekämpfung unsagbare Dienste, und seither verbreitete sich die Anwendung der Blausäure über alle Kulturländer. Die allgemeine Anwendung war anfangs durch die hohe Giftigkeit stark beeinflußt. Erft im Kriege und in den ersten Jahren nach demselben gelang es auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse dieses starke Giftgas der Schädlingsbekämpfung in großem Stile dienstbar zu machen. Bor allem war es ein großer Fortschritt, durch Beimengung eines Reizgafes, welches nahezu das gleiche Durchdringungsvermögen besitzt wie die Blausäure, die Gefahreines unbemerkten Ausströmens des Giftgases aus einem durch-, gasten Raum zu beseitigen. Blausäure ist nicht für jedermann durch charakteristischen Geruch erkennbar, während die Beimengung des Reizstoffes sofort auf die Tränenbildung einwirken würde. Ein zwetter wichtiger Faktor war die Schaffung eines chemischen Reagens, wodurch man nun imstande ist, jederzeit einen Raum so zu überwachen, daß selbst Mengen, die dem Körper gar nicht schMich sind, sofort durch die Reaktion angezeigt werden. Dadurch ist es auch möglich gewoÄ>en, die Wiederbewohnbarkeit eines Raumes nach erfolgter Blausäuregasung genaiuestens anzngeben, ohne daß die Bewohner Gefahr laufen, durch zurückgebliebene Gasreste Schaden zu nehmen. Diese zwei Methoden und auch sonstige Vorschriften bei der Durchführung bieten volle Gewähr für gefahrlose Anwendung/ so daß man heute einzelne Wohnräume in bewohnten Wohnungen oder auch Zimmer in Hotels ohne Gefahr entwesen kann. . Die Anwendung ist allerdings nur von fachkundigen Personen auszuführen. Selbst kann man sich das nicht machen. Daher ist das Verfahren auch mit mehr Koste», schon wegen der entsprechenden Überwachung, verbunden. Mer die Wirkung ist eine absolut verläßliche! Die Einrichtung kann an Ort und Stelle bleiben, eine Schädigung von Stoffen, Metallen, Tapeten, Teppichen usw. ist ausgeschlossen, eine Abwanderung ist auch! nicht Zu befürchte», da die tödliche Wirkung auf die Insekten rapid eintritt. Der größte Vorteil ist das leichte Durchdringungsvermögen, welches das Eindringen in die feinsten Ritzen, dxn Türswck reich so weiter ermöglicht, ja das BlausäuvegaS vermag bis zu 10 Zentimeter in den Verputz einzudringen. Die Blausäure ist wvhl hellte daS modernste Mittel «er- Schädlingsbekämpfung und wird heute in allen größeren Städten Europas und Amerikas täglich angewandt. DaS Anwendungsgebiet hat sich in der letzten 'Zeit ungemein erweitert. Mgesehen von' vorerwähnten Schädlingen wird die Blausäure bei' Mühlen gegen die Mehlmottenplage, in Schokoladefabriken gegen die Kakaomvtte, in Lagerhäusern gegen Ratten und Mäuse, ferner in Lebensmütelbetrieben gegen die verschiedenen dort austvete»- den Käfer und Schädlinge aller Art verwendet. Letzteres ist hauptsächlich dadurch ermöglicht, daß Blausäure gegen die meisten Lebensmittel sich indifferent verhält. Sv riMWMMMWlSIMWSIMISIISIISKKIM »eins Mottenl Keine Wanzen I Keine Schädlinge S Modernste Durchgasung ohne Schaden für Einrichtongsgegenet&ndd durch Gesellschaft für Blausäure -Desinfektion und chem.-tecbn. Bedarf Dr. Breymetser & Co., Wien, III., Rasumofskygasse 1 Telephon Nr. 89-6-la EIIEIIEIOO □!□!□!□ •llellelloM«ll#llMa Po» Den alten Dingen im Heim. Hinter den hohen Scheiben der Antiquitätenhändler warten alte Möbel. Sie sehen fremd und einsam aus im hellen Licht der elektrischen Lampen. Breit und prunkvoll steht der Barockschrank inmüten des Fensters mit seine» vielen Verzierungen und kunstvoll eingelegten Mustern. Und doppelt zierlich wirken neben ihm die Rokokostühle mit geschweiften Beinen und verschnörkelten Lehnen. — Einträchtig stehen die Tinge im Laden beieinander — im Laden, im kleinen Museum des Antiquitätenhändlers. Und dann kommen die Menschen, die Leute, und kaufen: „Biedermeier ist so modern", oder „ein Zimmer im Stil Ludwigs XVI.". Und diese Menschen, Kinder ihrer Zeit, Frauen mit kurzen Kleidchen und Bubikopf, Männer mit Frack und Zylinder, richten ihre Wohnung so ein, wie es jene vor hundert oder ziveihundert Jahren, aus ihrer Zeit und ihrem Wesen heraus, geschaffen. Und empfinden nicht, wie sinnlos das alles ist, was ihnen so „stilvoll", so „künstlerisch" vorkommt. Die Geister aber derer, die diese Dinge aus ihrem eigenen Wesen und Sein geschaffen, wenden sich mit Grausen, und die Möbel — einst Wesen mit Geschichte und Seele — sind Wichts als - Möbel. Es ist ein böses Zeichen für den Geist oder Nicht- Geist unserer Zeit, daß „man" sich seine Wohnung mit anttken Möbeln einrickstet, daß man diese irgendwo bei irgerckwem kauft und sich nun sehr künstlerisch und' sttlvoll vorkommt. Daß man diese kaust — hier liegt der Schwerpunkt. Wer alte Dinge ererbt, von Vätern und Großvätern her, die vielleicht schon in seinen frühesten Kindheits-erinnerungen austauchen, scheu bewundert und angestau.it in ihrer Anders arttgkeit — der hat ein Recht und oft auch die innere Pflicht, sich mit diesen Dingen zu umgeben. Zu dem sprechen sie in den dämmernden Abendstunden, in der feierlichen Sttlle des Sonntags und in einer besinnliche» Minute im Älltagsgetriebe. Der kennt ihre Geschichte, der kann ihre lautlosen Worte verstehen, für den habe» sie Seele und Leben. Die Geschichte seiner FamAie und oft auch die Geschichte seines eigenen Lebens haben fte angesehen, ernst, schmrgend und trxu bMHrend. Mer zuweilen beginnen sie zu spreche», rufen Gedanken wach und Erinnerungen, fragen: „Weißt du noch, damals — damals —Ehrfurcht fordern diese alten Dinge, Ehrfurcht und Liebe, aber nur von dem, dem sie vertraut sind.!An andere, an Fremde stellen sie keine Forderungen — aber sie gawähren auch nichts. Wer dagegen alte Möbel, alte Dinge kaust, der versucht, ob er nun so weit denkt oder nicht, (feirt fanderes Wesen unter seinen Willen zu zwingen. Und in den seltensten Fällen wird ihm das gelingen. Wie viele Menschen, die sich ihre Wohnung oder ihre persönlichen Räume in dieser Weise „stilvoll" eingerichtet haben, fühlen sich wirklich behaglich, wirklich „zu Hause" inmitten dieser stummen Vertreter einer anderen Zeit. Nie offenbare die Dinge ihre Seele dem, der sie um Geld sich tzu fügen gemacht; kühl und tot stehen sie um ihn herum, «und das doch immer leise fröstelnde Sichfnichb-heimisch-fühlen ist nichts als ihre stille und abwehrende Feindseligkeit. Freilich — wie viele Menschen haben heute noch wirklich ein feines, empfindliches Gefühl für „Heim" und „zu Hause"? Wie viele bauen noch mit aller Liebe lund Sorgfalt, mit aller Zartheit an ihrer oder ihrer Familie Wohnstätte? Wie viele fühlen denn noch etwas davon!, ob die Dinge um sie her tot oder lchendig sind? Hier liegt die Aufgabe der Frau, der Hausfrau und Mutter, und selbst bewußt schaffend, wird sie die Ihren zum Heimgefühl erziehen. Der beivußte, wertefchaffende Mensch Wird sich ui« mit Dingen umgeben, die ihm im tiefften Grunde durchaus wesensfremd sind. Er wird sich nur dann wirklich Wohl fühlen, wenn alleum ihn her den Stempel l! einer eigenen Persönlichkeit trägt, wenn er daS, was th» umgibt, irgendwie lebendig machen kann. Er wird es sehr wohl empfinden, ob die Dinge willig und bereit sindsich von ihm formen und mit seinem Geiste erfüllen zu las-' sen, oder ob sie sich wehren, aus ihrem Wesen heraus, daS ihnen ihr Schöpfer oder ihr früherer Besitzer gegeben. I Paffen denn heute wirklich noch so viele Mensche» Ln die Spieles dA Rokoko, die Leichtigkeit der Bieder- | wHsqM pjb#} dm schweren Prunk des Barock, daß bk Mode, sich „antik" einzurichten, nur irgendwie berechttgt wäre? Und warum greifen diese alle, die das noch iimmer schön und passend finden, nicht auch auf die Kleidung ijener Zeit zurück, oder meine» sie wirklich, daß ihre heuttge Tracht inmitten alter Möbel sehr stilvoll wirkt? Da haben sie das Gefühl, daß irgendein mehr oder weniger großer Mßklang zwischen ihrem Wesen und ihrer äußeren Erscheinung entstehen würde, warum haben sie nicht den Mut oder die Konsequenz, diele Erkenntnis auch auf ihre äußere Umgebung, auf die Gestaltung ihres Heimes auszudehnen? Ganz gewiß wird eS immer eine Reihe von Menschen geben, zu deren innerer Wesensart die alten Dinge gehören. Aber das werden meist solche sein, die inmitten von Ueberlieferung und Tradition aufwuchfen, deren Kindheit und Jugend von alten Familienerbstücken behütet wurde. Sie werden vielleicht das ererbte Gut verruchten durch dieses oder jenes sorgsam gewählte Stück, das sie liebevoll einfügen in die Melodie ihres Heims, nie aber werden sie wahllos zusammenkaufen, well „man" es so macht oder eS Mode ist. Sie kennen die Ehrfurcht vor den alten Dingen, sie wiffen, daß man sie wohl zum Dienst, nicht aber zum Lebendig-werden oder -sein zwinge» kann. Sie allein haben daS innere Recht, inmüten der alten s Dinge zu leben. I Heimkultur — Wvhnungskultur —. Sie besteht nicht nur .in Schönheit und Stileinheit der Wohnllng, in zahlenmäßig ausdrückbavem Wert der Dinge zu ihr, sondern in ihrem: eine lebendige Einheit sein; in ihre» Seele, die geschaffen wird aus dem Heimgefühl derer, die diese Räume bewohnen, seien sie nun groß oder klein, prunkvoll oder schlicht. Jeder aber, dev alle Dinge kauft, prüfe sich wohl, ob er eS tut einer Laune oder-Mode halber, dder lob tzeine Seele wirklich eins werden kann mit dem Wese» und Sein dieser Dinge, die sich nicht zwingen lassen, di« fremd tzrnd feindselig sein können dem, der sie nicht liebevoll versucht und achtet, und die gute und Me Freunde weLden fof« chm, deren Art und Sein, deren ttefstes Wesen Myr irgendwie verwandt ist.

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