Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2996 (1.7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Sehe i , Wien, Freitag OurwriMn'', i;id’)vd'5t \»i« llcberkanonen, die - ge gcnw artig als Ergevuis non urel-r als zetinjähr-geir Unteraichidirffen und Experimenten für die' amerttanische Armee hcrgestcllt werden.' Da Mt et» Stücke mit Motor- und Raupenantrieb, die sich mit ern-er Ge schwind igle il von 15, Kilometern in der Stunde sort- Lswsgen können, Fliegerabwehrkanonen, die in der Mimte 27 gezielte Schüsse bis zur Hohe von SCÜO Metern nbgeben wimen,. A:rop!ane, die eine 4000 Pfuird schwere Bombe tragen, deren Ladung eine Tomre hochexplosiver ^Stoffe enthM, automatische Jnsanieriegeschütze, die 120 SchrapEllschutz in der Minute mit einer Reichtveite von mehr als zwei' Kilometern Mseben, sechszöllige Kanonen mit Raupenantrieb und einer. Geschwindigkeit Don.63 Kilometern in der Stunde, neuneinhalb-, zöllige Haubitzeir mit gleichem Antrieb, Fliegerabwehrmaschinenzewchre, zu viert montiert, die 2000 Schuß in der Minute ebgeben ’önncit, vierzchnzvllige Geschütze, die eine Fünszehnhin:dertpfu.rl»irauate auf eine Entfernung von 38 Kilometern lenden, sechzehn-,öllige Geschütze, >bei denen das Geschoß inehr als eine Tonne w:egt und innerhalb einer Reichweite von lä Kklom'.ern jeden vierzehnKUigen Parker durchschlägt. Der .Scientific American" weist, davon ausgehend, daraus hin, daß das KrieaSministerium imstande sein wird, die riesigen Industrieanlagen des ganzen Landes zur Herstellung der Rüstung beranzvzithen, deren Muster hier angeführt wurden. Und in der ganzen Welt sind Kriegs- und Marineministericn mit derselben Absicht beschäftigt — eine üble Aussicht, wenn wir uns vorstelleii, daß diese Uebcvlanonen und ihre Verwandten wirklich in einem künftigen Kriege verwendet.werden sollen. Sitte Tänzerin als Bürgermeister. In Ja de r Greenwich, einer kleinen Sradt der Vereinrateu Staaten, hat man soeben eine,: neuen Bürgermeister gewählt. Die aussichtsreichsten Bewerber waren ein Gelehrter, ein Schauspieler und — eine Tänzerin. Ter 'Wehrte,. Kr. Fo-e Gould, ist Verfasser verschiederrcr historischer Werke und besitzt einen geachteten Namen unter seinen Larrdsierrten und in der Wissenschaft. Auch der Schauspieler Chart ey Ashle»y ist weit über die Grenzen des StMchms bekannt, und seine Mitbürger sind stolz darauf, einen solchen Künstler unter sich zu wissen. Aber was vermag pbi einer wirklich fortgeschrittenen Bürgerschaft die Würde des Forschers und der . Ruhm des Künstlers gegen, die Sprache eines-Paares junger eleganter Beine? So ist es f&mt begreiflich, daß die Wählervon Inder Greenwich dem dritten Bewerber ihre Stimmen gaben, nämlich der Tänzerin Miß Dort es. Diese 19jährige -Dame ist eine ontzüÄnde Erscheinung, die die Herzen im Sturm erobern. jmn sie nach ihrer Wahl über ihre Anschauungen vom Wiener Morgenzeilttng besten Stadtreginrent besragle, war fle reinen Angänblicis verlegen, sondern — tanzte -Black Botton. Man tmg sie im Triumph fort. i Wien, 1. gurr. Das Wetter. Das Schönwettcr.hält an. Die Wettervorhersage vers heißt noch heiteres und wärmeres Wetter als bisher. Doppesclkbftmordvcrsnch emeS Ehepaares. ..' Gestern nach 9 Uhr abends wurde daS Kauflnännsehepaar Fried, und zwar der 24jährige Josef und die 19jährrgc Christine Fried, in dem mit Leuchtgar gefüllten Wohnzinlmer ihrer Wohnung, 17. Dez., Stöbevgasft 10, bei geöffnetem Hahn der Gasleitung bewußtlos aufgefunden. Der Mann wurde durch die Reitngsgesellschaft nach dem Wilhelm inknspital gebracht, die Frau konnte in häuslicher Pflege belassen werden. Die Ursache der Tat ist noch unbekannt. Ein Irrsinniger im Leuchtbrunnen. Aufsehen erregte gestern abends eine Szene, die sich beim Lcnchtvrunnen abgespielt hat. Gegen Vt9 Uhr abends sprang plötzlich ein unbekannter Mann, nur mit Hemd und Hose bekleidet, am Schwarzcnbergplah in das Wasser des Lenchtbrunnens. Irre Reden führend, watete er in dem Wasser herum und sagte, er müsse ein U-Boot fangen. Die Feuerwehr rückte aus, brachte den Unglücklichen auf den Gehsteig und die Rcttungsgesellfchast überführte ihn auf das Kommissariat Landstraße zur Üeberprüfnng seines Geisteszustandes. Das Keeskemeter Schachturnier. Im Kecskemeter Schachturnier gewannen Kmoch gegen Jates, Asztalos gegen Brinkmann, Ahnes gegen Przeprcrka, Steiner Legen Grünfeld, Niemzowitsch gegen Vukovlc. Baßda gegen Colle. Remis wurden die Partien Tartakower—Takacs, Alicchin—O-ilo, Szekelv—Berndson und Müller—Sarközh. Ern gehennnisvvlicr Schütze. Seit Jahren treibt in der Gegend von Gowmern, einem kleinen Landstädtchen in der Nähe von Magdeburg, ein geheimnisvoller Schütze sein Umresen. der bereits einige Menschenleben auf dein Gewissen hat, bisher aber nicht festgenommen werden konnte. Als gestern spät abends ein Motorradfahrer an einem Wäldchen vorbeisuhr. wurden aus ihn mehrere Schüsse abgegeben, die aber glücklicherweise ihr Ziel verfehlten. Das Schicksal,. eines Galeerensträflings... Aus Paris wird berichtet: Ter Galeerensträfling Tieudonne, der nach den zuerst eingetroffenen Nachrichten auf der Flucht aus Guyana ums Leben gekommen sein soll, ist in Brasilien verhaftet worden. Dieudonne gehört zu der berüchtigten Bande Bonnot, die im Jahre '1913 vor dem Pariser Schwurgericht stand. Die meisten Mitglieder lneser Gesellschaft von Einbrechern und Mördern starben auf dem Schaffst. Dieudonne wurde zu lebenslänglicher Deportation nach Guyana begnadigt, weil der Führer der 1. Juli 1927 Nr. 2996 DaS altbewährte KrSfiig«ngsmttiel für Körper und Nerven in allen Apotheken und Drogerien in Packungen von 8 3 — an. Proben und Broschüren kostenlos durch Bauer ck Cie.. Berlin GW 48. Friedrichstraße 231. Banda Bonnot vor dem Tod erklärt hat, daß .Dieudonne unschuldig sei. Dieudonne hat ftd) während der Strafzeit musterhaft geführt und hatte bei der Gefängnisse rwaltung eine Art Vertrauensstellung. Dann trieb ihn btc Sehnsucht nach seiner Familie dazu, einen Fluchtversuch zu nmchen der, wie jetzt erwiesen ist,, gelungen ist. Es.ist noch ungewiß, ob über seine Auslieferung verhandelt werden wird oder ob inan denn unglücklichen Menschen die Freiheit lasser will. Geschäftstüchtig. Ein iialienischcr PerfomiMg, ein Wagen 3. Klasse. In. Abteil befinden sich zwei Italiener und ein Herr, irgendwoher aus der Türkei, aus Arabien oder Pevsien. Die Italiener sitzen sich gegenAber, der Orientale ganz still in einer Ecke. Die Italiener sprechen van PolitA. Usber die alle Frage, ob Mussolini oder nicht, geratet! sie in MeinnngSverschi-edenhe ite n, fangen an zu schreien und gehen schließlich in Tätlichkeiten über'. Der Orientale sitzt in seiner Ecke und schaut, üsfenlbar höchst uninteressiert, zu. Der eine der Kämpfer ist viel stärker als der andere. Er hat seinen Gegner auf den Boden geworfen und drischt auif ihn los, daß es kracht. Lange kann es der Aevmste nicht mehr aushal-ton und so wendet er sich hilfesuchend an den -Orientalen: ,ßo hilf mir doch, zum Donnerwetter nochmal, Türke!" Der rückt und vLhvt sich nicht. In seiner Verzweiflung: bvüllt der Italiener zwischen zwei kräftigen Rippenstößen: „Hundert Lire, wenn du die Notleine ziehst!" Sofort steht der Sohn Mohammeds auif und legt die Hand an den Griff. Aber ziehen tut er nicht, sondern lächelnd, stlM und leise sagt er zu dem schon halbtoten Mann auf dem Fußboden: „Z ieheu tu eich nur für 150 Lire!" _ _ E Die Tabakregie bringt in den Schanfenftern ihrer Mustertrafil in.der Ausstellung ,>Wien und die, Wiener" ab heute neue Spsziall-Arrangements für ,-Harun" und „Egypt. Zigarette/ II. Sorte". E Das neue Problem: Ein teures Telegramm ober M billlger ausführlicher Luftpostbrief r Ein Telegramm nach Polenn kostet für gehn. Worte 3.70 Schilling, ein Expreßbrief 1.10 Schilling; der Luftpostbrief, der in einigen Stunden nach Aufgabe in Wien dem polnischen Adressaten zugestellt wird, nur —.60 Schilling. Aufgabe bei allen Postämtern; am Abflu-gStage M 7 Uhr 20 Mn. morgens beim Hauptpostamt. . 0 0 0 0 0 -0 0 0 S S S a s 0 0 0 :0 0 Anläßlich des 3Cwelcher am 31. August 1927 in Basal seinen Anfang nimmt, werden wir im Rahmen unserer Hauptausgabe eine erscheinen lassen. 0 0 S (ä I 0 0;0 0 0 0 0 0 0 N»i Die KongreBausgabe der „V/iener Morgenzeitung“ wird eine ausliihrliche, zusammenhängende protehollarllge Darstellung der Verhandlungen und Vorgänge am Z i o n i s t e n k o n g r e ß enthalten. ' Verwaltung und Redaktion der ,,Wiener Morgenzeitung“ treffen alle Vorbereitungen, um die Berichterstattung aufs verläßlichste und rascheste durchzuführen. Diese Vorkehrungen machen es möglich, daß der Leser ausführliche Berichte über den Kongreß in der jedem Kongreßtage folgenden, in der Früh erscheinenden Ausgabe vorfinden wird. Durch rascheste Expedition mit Flugzeugen wird Sorge getragen, daß die Bezieher die Kongreßausgabe der „Wiener Morgenzeitung“ vor allen in Betracht kommenden Organen erhalten werden. Die Kongreßausgabe wird zirka 20 Nummern umfassen. Als erste-Nummer wird am Vortage des Kongreßbeginnes eine KONGRESS - FESTNUMMER erscheinen, welche Beiträge zionistischer Führer über die Verhandlungsgegenstände des Kongresses und aktuelle zionistische Probleme enthalten wird c9<er Kon^reßons^abe: Oesterreich: 8 5, Deutschland: GM. 4« SHS: Dinar 60s CSR: Kc 22, Polen; Zloty 6« Holland; fl. 2» Schweiz; Franken S, England und Palästina: sh 4, Italien: Lire 20» Amerika: Dollar 1, Frankreich und Belgien; Frcs 35, Rumänien: Lei 170» für das übrige Ausland: Schweiz. Franken 5. Bestellungen werden von den Verschleißstellen sowie von der Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“, Wien, II., Taborstraße I, unter gleichzeitiger * Ueberweisung des entfallenden Betrages entgegengenommen. Der Geschäftswelt bietet die Koitgre&ausgabe eine besondere, nicht bald wiederkehrejide - Gelegenheit, erfolgreich zu inserieren und neue, wertvolle Auslandsverbindungen zu erreichen. Bei Anfragen wollen Größe und Erscheinungstage des gewünschten Inserats angegeben werden, worauf äußerste Offerte erfolgt. Normaler Anzeigentarif Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“. Wien, II., Taborstraße Nr. 1-3 Telephon« 44*0*38 und 43*3*19 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 D 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0