Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2994 (29.6.1927)
- Date
- 1927-06-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Men, Mitttvvch Dchjener Moegenzsitung 86. Juni 1627 Nr. 3664 Nmtbmorö t» Sherboorger Erpreßzug. von allen Freunden der Pattisti na-Touri st.'E erörtert. Die Durch ZiWrs Paris ivird gemeldet: Im Bahnhof von Saint wurde in einem Waggon dÄ Cherbourger Expreße PrgeS, der hatte mittags hier eintraf,, der Leichnam des ArtWeGevberDkrttnants und Professors an der Kriegsschule Sauvalle aufgefunden. Der Offizier war durch dre» ssbevvlverschüsse getötet wori>err. Bei der Leiche farck man keine Waffe, und so ftand die Polizei zunächst vor einem Rätsel. Kurze L)eit darauf wurde jeiwch aus Beruay im Departement Eure gemeldet, daß dort auf dem Schienenstrang ein verivundeter -tteichner aus Lisieüx uameNS Foll'in, 21 Jahre alt, aufgefunden worden sch der einen Revolver bei sich hatte, aus demsein ige Pvojecktile fehlten. Bei der Gendarmerie gab er zu, einen Passagier im Expreßzug mit der Absicht ge« t-ö/Hi zu^hüben, ihn zu berauben. ' ---— om'mtfer. und der Palestne Lloyd Lkd, Jerusalem (Adresse in Berlin: W. 1b, Meinekestraße 4), einen großen Elnklassen- Amerikadam^fer einmal im Äpril einmal im M a i mit Fassungsraum für je 1660 Passagiere von Genua nach Paläst na und Aegypten instradiere-n. Alle Reisenden auf dem Schiff genießen gemäß seinem Typ die gleichen Beguemlichkeiten in bezug auf Verpflegung, Aufenthaltsräume ujto. Preisunterschiede werden nur hinsichtlich der Größe und Lage der Kab'ne gemacht uNd schwanken zwischen 426—765 Schilling für die Hin- und Rückreise. Gleichzeitig wich in Palästina und ül. alt Wien. 29. Juni. Der Einbruch der Nordströmung hat eine ziemliche Abkühlung gebracht, die sich stellernveise. auch in Niederschlügen ausövirkte. Jü den Alpen ist vielfach Schnee gefallen, Wien selbst blieb von Niederschlägen verschont. Nach der Vorhersage dürste der veränderliche Wettercharakter weiter anhatten, wobei jedoch mit einem Temperatuva«ftteg .M. rechnen^ ist. einze 230 enthalt in Palästina und einem zwei- bis dreitägigen Aufenthalt in Aegypten., Die Organpsation der Reise sieht vor, daß die große BeteiKgungszahl nicht dem Einzelrren die Möglichkeit nimmt, sich Palästina näher anyusehen. Zunächst wird überhaupt nur ü,'e Halste der Reisenden in Haifa ausgebootet, di« andere Halste fährt nach Aegypten weiter und bleM dort zunächst zirka zwei Tage, fährt dann nach Palästina mit dem Dampfer zurück, der dann die Passagiere umtauscht. Weiterhin rverden im Lande selbst kleine Gruppen unter gec.-gneter Führung de selbst «bildet >verden, :«d es bestehen bereits jetzt Pläne, . besonder Achten und sich die ganze Zeit in Palästina ' aufzuhalten. SevbstverstäMich reicht auch eine Zeit von zirka 8 Tagen nicht aus, um Palästina gründlich zu studieren. Die Möglichkeit jedoch, im Verlaufe dieser Zcot eme'n Viesen Eindruck vom Lande zu erhalten und eine angenehme Reise nach Aegypten sowie nach Neapel und Korfu zu machen, wo der Dampfer ans der Hin- und Rückreise anlegt, besteht durchaus und wird durch Benutzung sachkundiger Führung wesentlich erhöht. k 905 neue Stottern: 8»> tenrw fctegtomm ttn ein BUlioec oorsWllch« SufttioRDcieft Ein Telegramm nach Polen« kostet für zehn Worte 3ftö Schilling, ein Expveßbrief 1.10 Schilling; der Lirftpostbrief, der in einigen Stunden nach Aufgabe in Men dem polnisches Adressaten zugestellt wird, nur —.60 Schilling. Aufgabe bei allen Postämtern; am MflngStage VIS 7 Uhr 20 Min. morgen^ beim Hauptpostamt. VerkaufSstunden am heurigen Kerertag. . Heute gelten die an Wochentagen üblichen VerkausSstunden. .Cs gilt also für den NichtlebenSnrittelhandel die SechSuhrsperre, für den Lebensnrittelkleinhandel die Slchtuyrsperre. Gegenteilige, ausdrückliche oder stillschweigende Vereinbarungen bleiben dessenungeachtet in Kraft. JÜDISCHES IEBEN Ansuchen erner Frau um Zulassung zum Börfenbesuch. Wie wir erfahren, bewirbt sich die Witwe nach dem Großindustriellen Dr. Mach, Frau Margit Biack, um die Zulassung zmn Besuch der Wiener Effektenbörse. Der Wiener Jndustriellenverband hat sich gestern mit -dieser Frage beschäftigt und das Gesuch der Wiener Börsekammer vesAvwvrrend vorgelegt. Wenn diese keine Einwendungen «Hebt, müßte das Börsengesetz, -da -dieses Frauen dom Borsenbeßlch auHchlietzt, novelliert werden. Dr. ZiMmierman Präsident des holländischen Rundfunks. Me Korr. Herzog meldet, wurde der ehemalige Generalkommissär Kr Oesterreich Dr. Z immer man zum Präsidenten des holländischen Rundfunks in Hilversum bei Amsterdam ernannt. SekbstMsrd rm Rausch. Gestern nachmittags ygt sich der 45jährige SpenglergehirHe Wenzel B ü re sch im Rausch aus Lebensüberdruß vom dritten Stockwerk in den Hof gestürzt, wo er sofort tot liegen blieb. Er war ein sehr starker Trinker, der von der Polizei wegen Trunkenheit, wiederholt beanständet und bestvast wurde. Wegen seiner Trunksucht hat ihn vor erneut Monatseine Lebensgefährtin verlassen und Buresch sagte seither, daß ihn das Lüben nicht mehr freue. Der erste BttnderSongreß. .Zurzeit taat,tn D r aL der erste Bttndenkongreß, an dem 500 Blinde aus oer Tschechoslowakei und 40 Vertreter der Blindenorganisationen Deutschland, Oesterreichs, Untzprrs, Rußlands und Japans teilnehmen. Schrkelavrechnung. Das. zionistisch »nit: Der endgültige Termin Br die Schekeläbrechnüng ist der 7. Juli d. I. Cs besteht daher noch die Möglichkett zur regen Schekelagiwtion. Alle Sektionen, Verbände und Einzelpersonen werden auf diesen letzten Termin aufmerksam gemacht und ersucht, ihm strikte einzuhalten. Landeskomitee Br Oesterreich teilt Aus Srez Israel. Sltzvllgeu des Mischen Ratlonalrates. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Während der letzten Wochen fanden drei Sitzungen des Präsidiums und der Exekutive dez Waad Leumi statt. Was das Gemeinde gesetz betriff.t so hat der Kolonialminister es bestätigt, ohne irgendwelche grundlegenden Aenderungen vorzunehmen. Die Palästina-Regierung hat jetzt die le tz te'Tex tieru ng vorgenommen, sie dem Colonial Office vorgelegt und um die Erlaubnis zur Veröffentlichung angesucht, die für die nächste Zeit erwartet wird. Sofort nach der Veröffentlichung soll die zweite Tagung der Assefach Haniwchavim stattfinden. Der Waad Leumi hat sich an eine Reihe von beruflichen Organisationen im Lande gewandt und um Vorlegung entsprechender Materialien zwecks Unterbreitung an die Kommission der Jewish Agency ersucht. Des weiteren hat -der. Waad Leumi beschlossen, die Vertreter der Kolonistenvereimgung und der Histodruth unter Teilnahme der Zionistischen Palästina- Exekutive und der Exekutive des Waad Leumi zu einer Sitzung einzuladen, auf der die Möglichkeiten der Erweiterung der landwirtschaftlichen Arbeiten behandelt werden sollen. Die Besprechungen mit den Vertretern 'der Agudas Jrsroel betreffs des Gemeindegesetzes haben bisher noch zu l e i nemEi u v e r ne hm e'm geführt. Es soll eine weitere ' Besprechung abgohayerr werden. Dev Rekknüepoststempel. Dänemark hat eine große Importfirma eine prin- Zn Danemarr yar eine grotze Mporrsirma erne prinzchielle Entscheidung des höchsten dänischen Gerichtshofes überr die Frage erwirkt, ob die Post berechtigt ist, die ihr se rx Beförderung übergebenen Sendngen mit Reklametempeln irgendwelcher Art zu bedrucken. Das Urteil ist gegen die Postverwaltung ausgefallen, und zwar wird der Post garm alhemein das Recht abgesprochen, auf die Sendungen, die' fremdes Eigentum sind und der Post lediglich zur Beförderung übergeben werden, Reklame aufzudrucken. Zufolge Einschreiten der Interessenten hat nunmeyr auch die deutsche Reichspostverwaltung ihre Dienststellen, die mit Nektamestempeln arbeiten, angewiesen, die Stempel, nur aus solche Sendungen anzubringen, auf denen sie nach keiner Richtung bin verstimmend närken und die Absenderabgaben nicht beeinträchtigen. Preiswerte Palästina-Reisen im nächsten Frühjahr. . Allen Reisen nach Palästina war seit dem Kriege immer ein Charäkteezug gemeinsam: sie waren mehr oder weniger Luxus reisen, d. h. ihr Preis stieg, auch wenn der Reisende sÄüst gar keine luxuriösen Ansprüche machte, ans mindestens 3060—3400 Schilling pro Person, einen Betrag also, den nur ein geringer Bruchteil der Interessierten ausgeben kann. Das Problem, eine Reise nach Palästina zu organisieren, die bei genüaender Bequemkchkelt und ausreichender Zeit, das Wichtigste!m Äande zu sehen, dennoch einen Preis hat, der sich in oer Grenze unter 1700 Schilling hält, wurde schon sevt langem Die klnwanderungszettlWte. Das Immigrations-Departement der Zionistischen Paläst'.na-Exeikubive macht darauf ausmeMm, daß alle Palästina-Einwanderer die Zertifikate der Palästina-Regiemng auf bewahren müssen, da diese Behörde jenen Immigranten, die keim vom Jmmigrationsamt in Jerusalem bestätigte Zerdrfckatv besitzen, die EinreP-Evlaubnis verweigert, auch wenn die Bisa voMommen in Ordnung sind. Bermeffungsartzetten. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Regierungsingenieure sind gegenwärtig mit der Vermessung des Bodens im'Jordantal beschäftigt. Man glaubt, daß diese Tätigkeit Mt dem geplanten Bau einer Eisenbahn zwischen Bagdad und Haifa im Zusammenhang steht. Arabische öalzkonzefslon am Toten Meer. Eine arabische Gesellschaft zum Zwecke der Ausbeutung der -Saiizminen im Westen des Toten Meeres ist in Jerusalem gebildet worden. auf btt »MM» «elA-Unterrltzttlonttttnr. WIR bitten unsere Leser und Freunde, in Kurorten u. Sommerfrischen in allen Restaurants und KaffeehSusemsowiein Lesehallen stets unser Blatt zu verlangen! Ans der am 21. Juni in London durch den Prinzen von Wales evöffneten Britischen Reichs-Unterrichts- Konferenz ist Palästina durch Mß H. Ridler vertreten. De Konfirenz wird u. a. über die Qualiftkation von Lohrem innerhalb des Reiches, über Lehrer-Austausch zwischen verschiedenen Gebieten, über die Gehaltsfkalen und Ruhegehätter bemten. Präsidentin der Konferenz ist di« Herzogin vcm Athol, die Parlamentssekretürin des Unterrichtsministeriums. Lar reukmal ffit Seiet Joffelewltsch Aus Warschau wird uns berichtet: Anläßlich des hundertzwanzigsten Todestages des jMschen Freiheitskämpfers für Polens Unabhängigkeit, Berek Jossele witsch, hat sich unser dem Protektorat des Ministerpräsidenten und Kriegsministers, Josef Pilsudski, ein-großes Komitee gebildet, welches sich die Aufgabe stellt, durch öffentliche allgemeine Sammlung Mittel für ein großes würdiges Denkmal für den mutigen Jreiheitshelden zu schassen. Berek Josselewitsch ist im Jahre 1809 in der Schlacht bei Kozk gefallen und auch dort begraben. Dem Ehrenkomitee gehören mehrere Minister, Senatoren und Bürgermeister an. In einem Aufruf des Räbbinats und Präsidiums der jüdischen Gemeinde von Kozk werden die Juden in Polen aufgefordert, sich an der Sammlung M dieses Ehrendenkmal zu beteiligen. Sr. Weirman« — Settreter der Jerusalem« lluiUerfttlt bei der Londoner UniveisttStsseier. Am 28. Juni begann in London die für neuntägige Dauer berechnete Feier des hundertjährigen Jubiläums des Urvidevsity College in Anwesenheit des Köwigspaares. Universitäten ltzer ganzen Welt sind vevtreten. Die Hebräische Universität war totrdjT’tatt Präsidenten der Zionistischen Wsttovgo nssation, Dr. ' Ehaim W e i g m a n -y, repräsentiert. Zerome und SangwM. Der vor kurzem verstorbene englische Humorist Jerome K. I e r o m e war nicht nur ein intimer Freund deS ihm im Tode vorangegangenen englisch-jüdischen Humoristen Israel Z a n g w i l I, sondern auch sein Entdecker. Jerome war um einige Jahre älter als Zangwill, und obgleich -tiefer früher zu schreiben begann^ wurde Jerome durch feine berühmt gewordene Humoreske „Drei Männer in einem Boot" schon lange bekannt, «he Zangovill öffentliche Anerkennung gefunden hatte. ZangwillS erste Bücher wie auch seine unter, verschiedenen Pseudonymen in englisch-jüdischen Zeitungen veröffentlichten Aufsätze Meben völlig unbeachtet. Am häufigsten schrieb Zangwill damals unter dem Pseudonym „Mavschalik". Eines Tages lernte Jewme den. jüdischen Humoristen kennen. Er erkannte sofort dessen große dichterischen Anlagen und -führte ihn in die englische Publizistik ein. Von da an wandte sich nicht nur die allgemeine englische sondern ganz besonders die englisch-flU>ische öffentliche Meinung dem großen GHettodichter mit warmem Interesse zu. Auch im Laufe ihres weiteren Lebens blie^ben die beiden Humoristen miteinander in enger Freundschaft verbunden. Michael Parvlowitsch Weltmann gestorVen. Im Alter ren verstarb ' . von 56 Jahren verstarb in Moskau Michael Pawlowttschi Weltmann, einer der ersten Autoritäten der Sowjetregrerung in Angelegenheiten des Orients. Er vertrat auch dre Sowjetregierung bei der Friedenskonferenz in Brest-LitowSk. 1921 bis 1923 war er Mitglied des Kollegiums für Nattonalitätensragen, später Kanzler des Moskauer Instituts Br orientalische Wissenschaften und Präsident der Ortentgesellschast. Der Wmrsch des 104jährigen. Vor kurzem stattete der Rebbe von K o p y c z y n c e, der seit dem Kriege in Wien wohnt, seiner Gemeinde einen Besuch ab. Aus diesem Anlaß waren die Chassidim aus dem weiten Umkreise nach der Stadt geströmt. Unter den Pilgern befand sich auch der 104 Jahre alte Leib Stern aus Romanowka bei Trembowla. Er kam in Bo. gleitung seine- 80jährigen Soh-neS, um ihn dem Rebbe vorzustellen. Stern hat 30 Enkel und zehn Urenkel. Er selbst ist noch verhältnismäßig recht ftisch und munter. Sein Erscheinen am Hofe des Rebbe, gestützt von seinem 80jährigen Sohn, rief ungemeines Aufsehen hervor. Als er vor den Rebbe gelassen wurde, erstrahlte sein Gesicht und er trug dem heiligen Rebbe nur einen einzigen Wunsch vor: daß es ihm noch vergönnt fein möge, dem Messias entgegenzutzchen und ihn zu begrüßen. . . Export palästivenfischer Weintrauben nach England. Die Paläftina-Regievung wird im Juli versuchsweise 12 Domren Daselidrauben jüdischer und arabilscher Produ>kt.on nach England senoen, um die Möglichkeit und die Rentabi'lität eines Traubenexportes nach England zu erproben. Sollte der Versuch gelingen, so ist mit einem regelmäßigen TrarBenexport zu rechmn. Ein hebräisches Gymnasium in Kowno. Dieser Tage fand Kowno die feierUche Grundsteinlegung für den Bau eines Ln neuen hebräischen Gymnasiums für Litauen statt. An der Feier nahmen die Vertreter mhezu sämtlicher jüdischer Organisattonen in Litauen teil!. Bezugspreise der „Wiener Modenzeitung'“'. Monatlich Wien und Oesterreich .....S 5’— Tschechoslowakische RepubHk.. . . K2 AP— Jugoslawien.. Dinar 60*— Polen. Zloty 6 — Deutschland. Goldmark 4*— Frankreich, Belgien .. Frcs. 35*— Italien ..Lire 20*— Rumänien .. Lei 170’— Bulgarien .. Lewa 100 — Amerika ................. Dollar 1*- Schweiz und das übrige Ausland.Franken 5*-* Geste«. Postsoarkassestkonfs t5Qj&£> mmm 455