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Wiener Morgenzeitung · 1927-06-29 · Heft 2994 (29.6.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2994 (29.6.1927)
Date
1927-06-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2994 Wien, Mittwoch Sie Gesellschaftsreise der Zionisten nach Bratislava. Das Zionistische Lanöeskomitee für Oesterreich veranstaltete am Sonntag eine Gesellschaftsreise nach Bratislava ans einem Sonderdampfer, der gerade noch reichte, wn dir Übevau? zahlreiche Teilneh;nerschaft fassen zu.können. "Nahezu 1VM Dersonen waren zu dem Ausflug erschienen und eine jtzroße Anzahl derjenigen, die sich zus spät entschlossen hatten, jt>t€ Fahrt mitzumarhen, mußte am Landungssteg zurück-- bleiben. An bet Reise nahmen tt. a. teil das vollzählige Lri ndeskonritee, der Vizepräsid ent der Wiener Kultus gemeind e Dr. Josef Löwenherz, die Vertreter der Präsidien und der! Leitung des Keren H'ajessold Und Keren 'Kajemeth, Delegationen 'sämtlicher Wiener 'Bezirksorganisationen und zahlreicher jüdischer Vereinigungen, Vertretungen der W. I. Z. O. Und des.Kontinentalbundes zionistischer Mädchen, eine? Anordnung der Lehrerschaft des Wiener hebräischen Realgymnasiums, eine solche der Ortsgruppe Msenstajdt, geführt vom Vizepräsidenten der dortigen KultnSgemeiude Herrn Schlesinger, ferner Rabbiner Dr. Mehr er (Wien), die Maler Uriel Birnbaum und Wilhelm Wachtel, Klavrawirtuose Professor Wv l ffsvhn, eine Delegation der in Europa weilenden amerikamschen Aerzte, zahlreiche Vertreter der Mischen Presse verschiedener'LänbeN, ,} Der glänzend organisierten 'Exkursion jCjat Herr iMuÜ S t e zu einem vollen Erfolg verholfeu. Nach einer genÄtlichen Fahrt auf dem Salondampfer „Johann Strauß", Mf dem während der Fahrt eine Jazzband konzertierte, langte unter den Klängen der Tikwah der Dampfer, der die blau-weiße Fahne gchißt hatte, um 11 Uhr im Bratislava« Hafen an. Zur Begrüßung hatte sich eine zahlrxiche Menschenmenge am Molo eingefunden, die tüch-rschwenkend und mit lebhaften Hedad-Rufen die «Äinkommeuven empfing. Nachdem die Toilneh-nrer der Reise das Schiff verlassen hatten, fand der oifftzielle Begrüßungsaikt statt. Ms erster hitzü der Vizebürgerme'lster Dr. Frantiifek K r a u s z, soziaDemoEratisches Mitglied des Bratislavaer- Gemeinder-crtes, eine überaus herzliche Festvede, in der er die Wiener Gäste als Vertreter des alten Kulturvolkes begrüßte, das so viele große Geister der Menschheit geschenkt hat. Im Verlauf seiner wiederholt durch lebhaften Beifall unterbrochenen Rüde gab er der Hoffnung Ausdruck, daß die zionistischen Bestrebungen, die für die MenWheit -c'ine große Bedeutung haben, bald' und ganz zulm Stege führen mögen. Er wünschte der Unternehmung Mnzen Erfolg und hofft, daß allen 'Reiseteilnehmern Bratislava in angenehmer Erinnerung bleiben werde. Stürmische Hochrufe dankten' dem Redner für seine schönen Worte? Der Präsident der neologen Gemeinde von Bratislava, Herr Reis, hieß die Gäste im Namen seiner Gemeinde willkommen, die keinen Unterschied in politischer Hinsicht mache. DivMor Knöpflmacher, Präsident des VoMverbaindes der Juden für die. Slowake«:, sagte den Gästen, daß er sich in seiner Tätigkeit stets die zionistische Organisation als BorMd für seine politische Arbeit m der Slowakei genommen habe. Nach ihm feierte D r. S z t p o s, Gemeindevat dar Stadt Bratiislava, ^Präsident der jüdischen Partei, den jüdischen Nationalgedanken als den der BöLkerverföih nung. Chefredakteur Dr. Oskar Ne u mann betonte im Namen -des Zkanfftischen Zentralkomite-es für die Tschechoslowakei^ daß die Zionisten eigentlich keine Staatsgrenzen kennen. Sie sind weltumspannend, ihr Mittelpunkt ist Erez Israel. Mn Vertreter des Msvach: begrüßte in hebräischer Sprache die Zionisten, die aus der Stadt kommen, aus der der Zionismus hwvorgegan.gen, an der Stätte, die immer ein Ort für das hebräische Schulwesen war und ist. Frau Direktor Knöpflmacher hieß als Vertreterin der W. I. Z. O.-Frauenorganisation die Erschienenen herzlich willkommen Nachdem noch Vertreter des Ahawath Zion, der Jugendgruppen und des hebräischen Schulvereines vvi: .Bratislava zu Wort gekommen waren, richtete Herr Meß - fenger, der sich um das Gelingen der Veranstaltung große Verdienste erworben hat und allen Teilnehmern ein zuvorkommender Führer und Ratgeber war, eine von lebhaftem Beifall aufgenommene Ansprache an die Wiener Zionistep, denen er als Geschenk d?r Ortsgruppe Bratislava einen mit hebräischer Aufschrift geschmückten, blauweißen Wimpel überreichte. Im Namen des zionistischen Landeskomüees für Oesterrcich danktedessen Präsident Dr. LeoGoldHammer für die herzliche Ausnahme und sagte, daß die Zionisten Oesterreichs die Einladung nach Bratislava nicht als eine Formsache angenommen haben, sondern alS oino von Brüdern zu Brüdern ergangene Aufforderung; deshalb feien sie auch in so großer Zahl gekommen, ©r dankte dem Bizebürger- Meister für seine warmm BegrüßungSwvrte, aus denen dar Moderne Guropäertum herausklang, dessen hervorragendster Vertreter der verehrte Präsident der tschechoslowakischen Republik ist, die auch in «ihren Gesetzen den . modernen Geist zum «Ausdruck bringt. (Stürmischer Beifall.) Was Bratislava für das Judeiüum im allgemeinen, sagte Dr. Goldhammer, und für das Wiener Judentum im beson» deren bedeutet, braucht nicht erst betont werden. Bratislava old «Sitz des jüdischen Geistes .ivissen die Wie«:er am besten einzuschätzen, weil dir Wiener Judengemeinde ihr Entstehen ja auch den Bratistavaern verdankt. Dr. Goldhamm« überreichte sodann dem. zionistischen Ortsverband Bratislava «ine Herzl>?Plakette mit hebräischer Widmung, mit dem Wunsche, daß dieses Geschenk di« Zionisten Bmtislavqs zur mmnterbrochenen Arbeit für die «zionistische Idee «nftuexu -möge. An MeMcher Stzrocho dattkto sodann Dr. Wiener Movgenzeitung Alfred Löwy für den herzlichen Enrpfang, worauf dann die Reiseteilnehmer sich in Gruppe« ordneten, um eine Besichtigung der Stadt vorzunehmen. Besichtigt wurden zumeist das Judenviertel, die Jeschiwah und die alte Synagoge, ein Teil der Besucher ging auch auf den alten jüdischen Fri^hof Und in die hebräische Schule, die durch ihre bewährte Heranbildung jMscher Kircher weit über die Grenze« der Stadt hinaus bekannt und geschätzt ist. Dis Vratislavaer Zionisten — unter den vielen seien, um nur einige hervorzuheben, die Herren Dr. Tvmafchv.w. Dr. Alexander und Robert Puredy, Dr. Knöpfelmacher und Brand genannt y nahmen sich des Besuches in herzlicher Weise an. Nachmittags fand im Cafe Adlon ein Gartenfest statt, das die Reiseteilnehmer und die jüdische Bürgerschaft Bratisiavas zu einer animierten Feier vereinigte. Gleichzeitig fand ein von der Kultusgemeinde Bratislava veranstalteter Blumentag zugunsten des Keren Kajemets statt. Nur zu rasch entschwanden die schönen Stundenlinnd die Zeit des Aufbruches rückte heran. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich am Donaustrand eingesunden, um den Zionkstm Oesterreichs die Abschiedsgrüße zuzuwinken. Erst jetzt wurde bekannt, daß sich die zionistischen Gastgeber eine ungeheure Ueberwindung zur restlosen Durchführung des schönen Programms in allen seinen Punkten auferlegt hatten. An diesem Morgen war ihnen nämlich der vettnensttwlle Präsident ihrer Organisation, Quast«er, plötzlich gestorben. Um so höher ist es den Bratisiavaer Gastgebern anzurechnen, daß sie ihren Schmerz zurückgedrängt hatte«, um die Freude ihrer Gäste nicht zu stören. Nach einer wunderschönen Fahrt auf denk Dampf«, die durch Musik und Tanz gewürzt w-ar, langte die Gesellschaft um 11 Uhr itadjb wieder in Wieck an. Allgemein wurde die so glänzend verlaufene Fahrt gelobt und sie wird sicherlich alilen Teilnehmern in angenehmster Erinnemng bleiben. Swei ßisersuchtstragödien kn einer Rächt. In der. gestrigen Nacht haben sich in zwei Wiener Bezirken Tragödien junger Leute abgespielt, die letzten Endes wohl auf Eifersucht zurückzuführen sind. Mm» im« Skllltmord ln sttalting. In der Römecgaffe 117 hat der- LLjährigo Hilfsarbeiter Johann Roznik seine Geliebte, die 18jährige Friseurin Karolinc Chilik, mit der er ein Verhältnis unterhalten hatte, das das . Mädchen jedoch vor etwa sechs Wochen gelöst hatte, weil der Mann angeblich nicht treu war, im Hausflur durch einen Schuß verletzt. Er selbst schoß sich in die Brust und starb, bevor ihm Hilfe geleistet werden konnte. Wie die Erhebungen ergaben, hat der Roznik das Mädchen in Begleitung eines anderen Burschen getroffen, und als sich dieser verabschiedet hatte, in blinder Eifersucht das Attentat verübt« und dann den Selbstmord begangen. Nächtliche Bluttat ln der Brigittenau. Um Mitternacht fand ein Wachmann auf seinem Rayonsgang in der Kaiserwassergasse einen tief bewußtlosen Mann, der als der 30jährige HÄfsarboiter Franz S v e e agnosziert wurde. Während der Mann in das Spital gebracht wurde, ging der Wachmann zu der Lebensgefährtin des Mannes, der 37jährigen Bedienerin Mathilde Stuchla, die er mit einer bereits ärztlich versorgten Stichwunde an der Halsseite vorfand. Auch sie wurde in das Spital überführt. Festgostellt wurde,, daß der Mann von der Bedienerin, deren Ersparnisse er entwendet hatte, auS der Wohnung gewiesen ioorden war. Vergeblich hatte er versucht, sich ihr tvieder zu nähern. Bor dem Haustor kam cs zu einem Stroit, in dessen Verlauf Svec plötzlich seiner Lebensgefährtin einen Stich am Hals zuifügte. Er selbst nahm Lysol, verletzte sich jedoch nicht lebensgefährlich. Statt Juwelen — Rettiche. «Mn letzten Montag hat der Juwelier Ettore Tevini im Wiener Sicherheitsbureau anzezeigt, daß ihm der 24jä>^rige Juwelenagent Hermann Gerstl, zu Walovisa im Komitat Berog in-der Tschechoslowakei geboren, Juwelen im Werte von 20.000 Schilling entlockt habe. Tevini kennt den Gerstl seit etlva zwei Monaten-und tveiß, daß der Mann ständig in «Antwerpen wohnt. Als 'sich nun Tevini kürzlich in 'Antwerpen aufhielt, bekam er von Gerstl, der in Wien weilte, eine Depesche, die besagte, daß Tevini Juweln nach Wien bringen solle, weil sich hier Geschäfte abschließen ließen. Tevini kam nach Men und brachte Juwelen hieher. Er schte den Gerstl um seinem Hotel, dem Hotel Russie in der Großen. Sperlgcisse, auf und übexgab ihm Ringe und Schmuckstücke im Gesamtwerte von'20.000 Schilling. Tevini ließ den Gerstl nicht allein und begleitete ihn erst zu ein^m Juweli« irr der Taborstraße, dann zu einem Bankgeschäft in der Inneren Stadt, schließlich ins Cafe Kontinental in der Praterftvaße. Dort ließ Gerstl den Tevini s i tz e n un d en t f e r nte sich unter einem Vorwand. Den Hut ließ er hängen. Er kam aber nicht mehr zurück, sondern ging durch einen zweiten «Ausgang durch. Eine Nachfrage in, Hotel Russie ergab, daß der Mann, cd>r dort als „Kaufnrcnm «Abraham Beer aus Krakau", 39 Jahre alt, gewohnt Mte, auch dorthin nicht Mehr zurückgekehrt war. 'Er hatte, um seine Flucht zu bemänteln, seinen klein«: Koffer und seinen Ueberzieher im Hotel zurückgelassen. Der Koffer enthielt Mw ein Nachthemd, ^Neisentensilien und zwei Rettiche. 'Die.RechnungHatte Gerstl au jedem Tag im ttorWch, üezM, w» WisyK m MG im Md- 29. Juni 1927 Seite 5 Nun verfolgt auch die Budapestcr Polizeibehörde einen Hermann Gerstl, der aber am 22. März 1903 zu Palfalva in Ungarn geboren sein soll. Es ist wahrscheinlich, daß es sich Un: «den aus Wien Durchgegangenen handelt. Ter Gmmer ist klein, sieht ivie 30 Jahre alt aus, ist ein tvenig buckelig, hat rotes, gekraustes Haar, keinen Bart, in: Gesicht Somn:ersprossen und blaue Augen. Bei seiner Flucht trug er dunkelbrarmen Sackoanzug, schwarz-- Halbschuhe. Die Verfolgung ist eingeleitet. Ser Paragraph 14 km Wiener Semeknderat. Die Geschäftsordnung des Wiener GemeinderateS enthält eine Bestimmung, den Paragraphen 96, der dem Mrgermeister die Möglichkeit gibt, dringliche Angelegenheiten im eigenen Wirkung & kreise gegen nachträgliche Genehmigung des Gemeindvrates zu erledigen. Von diesem Notrecht, das mrr zn Zeiten gehandhabt iverden soll, in denen der Gemeinderat nicht e'infte. rufen werden kann, hat der Mrgermeister während der Wahlbewegung reichlich Gebrauch gemacht. In der gestrigen Gemeindcratssitzung fand min die JndemnitätSdebatte über diese' Geschäftsstücke, hauptsächlich Gnmdankäufe und ein «Vertrag mit einer DeichenbestattungSgesellschaft, statt. Die Opposition warf dem Bürgermeister Mißbrauch des Notverordnung-rechtes und Mißbrauch der Amt Sgewalt vor, «wogten«dieser erklärt«, daß er den Paragraphen 96 nur im Falle der äußersten Not anwende. Es habe ein stillschweigendes «Uebereinkommen zwischen den Parteien geherrscht, wonach die gesetzgebenden Körperschaften während der Wahlzett nicht cinbarnfen werden sollten, um die Erregmig nicht noch mchr zu steigern. Stadtrat Knnschäk erwiderte, daß sich BürgermÄster Geitz auf ein Geleise begebe, davor ihm. Abrahamovie, Badeni und Stürg kh benützt haben. 87 Geschäftsstjücke mit einer AuSgabenpost von über 300 Milliarden wurden auf diese Weise erledigt. Don einer Mlschweigenden Abmachung sei Redner als Chef der Mener Christlichfozialen nichts bekannt. Ter kvjahre Grund für die Nichteinberufung des tGemeinderates während der Wahlzeit sei ein ganz anderer gewesen. ES lag nämlich ein Dringlichkeitsantrag über die 'Abmachungen der Sozialdemokraten mit den Kleinrentnern vor, über den die Mehrheit keine Diskussion absithren wollte, um den Dr. Zalmau, der dabei als Schwindler entlarvt worden wäre, nicht zu desavouierem Zalman hat nämlich den Kleinrentnern viel mehr versprochen als man ihm im Rathaus zugefagt habe. Die meisten der Anträge sowie einige Subventionsanträg wurden nach längerer Debatte genehm^ der elektrische Wahrsager. Das durchleuchtete Gehirn. Bor einiger Zeit erregte die Mechode des in Berlin lebenden russischen Arztes Zachar B i ß k y Aufsehen, der be« hauptete, mit Hilfe eines elektrischen Apparates durch Reizung verschiedener Stellen der Kopfhaut den Charakter bestimmen zu können. Er hatte den Reizstellen — einigen 70. an der Zahl — bestimmte körperliche und seelische Eigenschaften, einfacher und komplexer Natur, lokalisiert offenbar-im Gehirn, zugeordnet, und auf einer Tabelle, die beispielsweise geschlechtlich« Leidenschaft, Zerstörungswut, Faulheit, Bosheit, abstraktes und konkretes Gedächtnis, Anlage für Chemie, für Mystik, Hang zum Diebstahl, Sinn für alte (rechts) oder moderne (links) Sprachen, ernste (rechts) oder heitere (links) darstellende Kunst aufzählte, füllte er je nach der Lautstärke, die er beim Auflegen der Elektrode im Telephonhörer feststellte, bei dem betreffenden Punkt eine entsprechende Ziffer aus, so daß er beim Ablesen des Gesamtresultats ein ziemlich vollständiges Charakterbild erhielt. Inzwischen ist diese „SeelendurchleüchtungS-Mechode", die Diagnoskopie, von tvissenschaftlicher Seite mehrfach kritisch nachgeprüft worden. So hat K. Walte r seine Untersuchungen im vierten Band des von Emil Utitz horausgegebenen „Jahrbuches für Charakterologie" (Pan-Berlag Rolf Heise, Berlin) veröffentlicht; und Dr. Georg Graf Areo berichtet gemeinsam urit Dr. Alexander Herzberg in einem Bändchen der „Kleinen Schriften zur Seelensorschung" (Bevlag Julius Püttmann, Stuttgart) iider das Resultat seiner Prüfung. Das Urteil lautet in allen drei Fällen durchaus negativ. Graf Areo bestreitet prinzipiell die Möglichkeit einer exakten Messung mit der von BtfckY vorgeschriobenen Apparatur. Das Meßresultat, aus dem Bißky die Zahlen für seine Charakter-Tabelle gewinnt, beziehen sich nicht auf einen inneren Körperwiderstand, sondern lediglich auf den der Epidermis, haben also n i ch t s m 11 demGehirn, son - dern oben nur mit derHautzu tun. Außerdom werden durch die den Apparat bMenende Hand des Untevsuchers subjektive Momente hrneingebracht, die auszidschalten in dem Bißkyschen Institut jedenfalls nicht möglich war. Herzberg glaubt die Diagnoftopie als ein „Spiel ohne theoretischen und praktischen Wert" bezeichnen zu dürfen und vergleicht ihren Erfinder mit jenem Herrn von Osten, der behauptete, fco* Pferde Quadratwurzeln ziehen können. ' KLUB RADIKALER ZIONISTEN. •-1' » ~ ' V . ' ■■■■.. .■ Mittwoch, den 29. Juni 1927, um halb 9 Uhr abends, im Cafi Atlashof, I., Aspernplatz (Klublokal) Mtubvetsammiunt Gegenstand: Herzl als Judenstaatle? Referent: Sr. N. ». Oelber J&kefe Gäste willkommen

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